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| hin-, Hin-:
-arbeiten /Vb./ auf ein Ziel h. ein Ziel zu erlangen suchen, anstreben: auf das Examen h.; diese Regierung arbeitete auf den Krieg hin; er arbeitet unablässig darauf hin, daß er gewählt wird;
-biegen /Vb./ 1. etw. in einer bestimmten Art biegen: mit Gas läßt sich Glas wunschgemäß hinbiegen, zur schwungvollen Neonröhre formen Tageszeitung 1956 2. /übertr./ salopp etw. durch Geschick zustande bringen: ich werde das, die Sache schon h.; wie hast du das nur hingebogen?; das hat er raffiniert, geschickt, schlau hingebogen;
-bieten /Vb./ schweiz. jmdm. etw. hinhalten, reichen: Heinz bietet es [das Taschenspiegelchen] ihm unter dem Tischblatt hin Federer Berge 463;
-blick, der /meist in der Verbindung/ im, in H. auf wegen, angesichts, hinsichtlich: im H. auf die angespannte Finanzlage müssen die Ausgaben verringert werden; ich bitte in H. auf meinen Gesundheitszustand um Beurlaubung;
-bringen /Vb./ 1. etw., jmdn. an einen bestimmten Ort bringen: ich muß noch ein Buch zu ihm h.; damit du das Gebäude nicht verfehlst, werde ich dich h. (begleiten) 2. umg. die Zeit h. eine bestimmte Zeit verstreichen lassen, zubringen: wie könnte man die Zeit am besten h.?; er hat viele Stunden, Tage, Jahre einsam hingebracht; der schon seit Wochen schlaflose Mann, der ... seine Nächte mit Schreien und Wimmern hingebracht hatte G. Hauptm. 1,15 (Quint);
-dämmern /Vb./ halbwach dahinleben: gelangweilt, gleichgültig h.; Die Stadtwache lag teils hindämmernd, teils schlafend vor der Regierungsbaracke Werfel Musa Dagh 681;
-deichseln /Vb./ salopp scherzh. vgl. -biegen 2: »Wir könnten's gut hindeichseln«, sagt der plänereiche Kufalt Fallada Blechnapf 227;
-deuten /Vb./ auf etw., jmdn., in eine bestimmte Richtung deuten: sie deutet auf das Bild, den Polizisten, nach dem Bahnhof hin; /übertr./ etw. deutet auf etw. hin etw. weist auf etw. hin, läßt etw. erwarten: alles deutet auf einen Witterungsumschwung, Regen hin; das deutet auf nichts Gutes hin; Eine glatte Stirn / Deutet auf Unempfindlichkeit hin Brecht Gedichte 305; alles deutet darauf hin, daß ...;
-fahren /Vb./ 1. an einen bestimmten Ort fahren: wir könnten mit dem Auto, Zug zu unseren Verwandten h. 2. etw., jmdn. an einen bestimmten Ort fahren: jmdm. seine Kohlen h.; kannst du mich mit dem Auto (zum Theater) h.? 3. über etw. h. über etw. streichen: mit der Hand, glättend über das Tischtuch h. 4. veralt. verhüll. sterben: Fahr hin, Meuchelmörder! Schiller Räuber IV 5;
-fahrt, die Fahrt vom Ort des Sprechers weg auf ein bestimmtes Ziel zu, Ggs. Herfahrt: hattet ihr eine angenehme H.?; auf der H. war der Zug überfüllt, auf der Herfahrt (Rückfahrt) dagegen hatten wir genügend Platz;
-fallen /Vb./ 1. ungewollt zu Boden fallen, stürzen: sie ist auf der Treppe, beim Rennen hingefallen; umg. längelang, der Länge nach h. 2. geh. vor jmdm. h. (sich jmdm. zu Füßen werfen) 3. umg. scherzh. wo die Liebe hinfällt /drückt Verwunderung darüber aus, daß jmd. sich gerade in solch einen Partner verliebt hat/;
-fällig /Adj./ 1. gebrechlich, altersschwach: ein h. Greis, Mütterchen; er ist in letzter Zeit recht h. geworden 2. gegenstandslos, ungültig: diese Mahnung, Verfügung ist h.; die Bedenken sind h. geworden; die Änderung macht alle Pläne h.; Diese Bücher ... machen alle Qualen und Erniedrigungen der Schulzeit hinfällig St. Zweig Balzac 22;
-fälligkeit, die /entsprechend den Bedeutungen 1 u. 2 von -fällig/; zu 1: die H. des Kranken; Zeichen einer Lebenskraft, über die keine Hinfälligkeit des Fleisches etwas vermag Th. Mann 11,544; zu 2: [Mädchen] die übrigens seit ... der Hinfälligkeit aller Entlohnung nur mehr unregelmäßig zum Dienst kamen Werfel Musa Dagh 497;
-fliegen /Vb./ 1. an einen bestimmten Ort fliegen: wir werden nicht den Zug benutzen, sondern h. 2. Neubedeut. etw., jmdn. an einen bestimmten Ort fliegen: die Fußballmannschaft wurde in einem Düsenflugzeug hingeflogen 3. über etw. h. über etw. fliegen: der Drachen fliegt langsam über das Feld hin; nachdem zweimal eine hölzerne Kugel ... über den durch die Tagessonne jetzt von Reif befreiten Boden hingeflogen war Storm 7,182 (Schimmelr.) 4. salopp vgl. -fallen 1: paß auf, daß du nicht hinfliegst!;
-flug, der vgl. -fahrt: der Staatsmann wird auf dem H. seine Reise kurz unterbrechen;
-führen /Vb./ 1. jmdn. an einen bestimmten Ort führen: da das Hotel schwer zu finden ist, werde ich dich h. 2. bis zu einem bestimmten Ort verlaufen: wo führt d. Weg, Bahnlinie hin?; /übertr./ umg. wo soll das noch h. (was soll daraus noch werden)?
-gabe, die /ohne Pl./ 1. das Sichhingeben a) starke innere Beteiligung, großer Eifer, Leidenschaft: mit H. stricken, Klavier spielen; einen Patienten mit H. pflegen; sich einer Sache, Arbeit mit H. widmen; Die kleine Säge war für die dicke Bohle nicht geschaffen, was ihr fehlte, mußten wir durch äußerste Hingabe herausholen Turek Wende 261 b) Bereitschaft, sich einer Sache, jmdm. zu widmen, bis zur Selbstverleugnung zu opfern: selbstlose, vollkommene, religiöse H.; Es ist mein Bestreben, in allen Städten ... ähnliche Festungen der Begeisterung, des Fanatismus und der bedingungslosen Hingabe ins Leben zu rufen! Kellerm. Totentanz 298; aus allen Gedichten dieses Lyrikers spricht die H. an seine Heimat 2. verhüll. /entsprechend der Bedeutung 4 von -geben/: ihre einmalige oder zweimalige Hingabe in Genf St. Zweig Balzac 341; Was für ihn allein Wert haben konnte ... [war] die freiwillig gewährte Hingabe Flake Schritt 86;
-gang, der geh. Tod, Ableben: jmds. unerwarteten, frühen H. beklagen; die Trauer um seinen H.; daß man nun bald mit dem Hingang der Ärmsten werde zu rechnen haben Werfel Bernadette 565;
-geben /Vb./ 1. jmdm. etw. geben, reichen: jmdm. einen Bleistift h.; darf ich dir den Zucker h.? 2. etw., jmdn. opfern: für jmdn., für ein Unternehmen alles, sein ganzes Vermögen, das Letzte h.; die Hoffnung auf ein Wiedersehen ... auch sie mußte er hingeben Hesse 5,262 (Narziß); geh. Gut und Blut h.; in diesem Kampf mußte das Land seine besten Männer h.; tyrannischer Vater! den besten deiner Söhne so hinzugeben dem Elend Schiller Räuber I 3 3. sich einer Sache h. a) sich einer Sache eifrig widmen, völlig überlassen: sich einer Arbeit, Beschäftigung, Neigung mit Leidenschaft, ganz h.; sie gab sich allabendlich ihrer Lektüre hin; sich hemmungslos seinem Vergnügen, dem Spiel, einem Rausch h.; [der] Mann, der sich mit geschlossenen Augen der Wohltat des warmen Regens hingab Apitz Nackt unter Wölfen 20; sie hat sich völlig ihrem Schmerz, diesem Gefühl, ihren Tränen hingegeben; sich an etw. h.: sie wollte sich an eine Aufgabe hingeben können Fussenegger Antlitz 84; /oft im Part. Präs./ hingebend eifrig: sich hingebend in eine Aufgabe versenken; Frau Permaneder, welche sich am treuesten und hingebendsten mit den Familienpapieren beschäftigte Th. Mann 1,489(Buddenbr.); aufopfernd: die hingebende Arbeit des Lehrers; Lee war überall mit voran, ein zuverlässiger, hingebender Freund für alle G. Keller 4,18 (Gr. Heinrich); sie hat ihre kranke Mutter hingebend gepflegt; /oft im Part. Prät./ hingegeben mit Hingabe, großem Eifer: jmds. Worten, jmdm. hingegeben lauschen; der Umstand, daß Regina sich hingegeben über ihren Strickrahmen beugte Tralow Kepler 263; einer Sache hingegeben sich einer Sache völlig widmend, überlassend: er lauschte, ganz dem Kunstgenuß, dem Spiel des Pianisten hingegeben; ich habe ihn nie anders als freundlich, pflichteifrig, seiner Aufgabe hingegeben gefunden Fallada Blechnapf 173; nach außen beherrscht, aber im Herzen der Lust des Untergangs ganz hingegeben Noll Holt 2,193 b) einem Wahn nachhängen, verfallen: sich einem trügerischen Gedanken, falschen Hoffnungen, keiner Illusion h.; er gab sich dem Wahne, der Täuschung hin, daß ...; er hatte sich dem Glauben hingegeben, er sei in Sicherheit; weil sie sich ... keinen falschen Einbildungen über das menschliche Dasein hingab R. Dehmel 7,71 4. verhüll. sich einem Mann h. mit einem Mann intime Beziehungen haben: die Angst des Bürgermädchens, sich einem Manne anders als in der Ehe hinzugeben Flake Schritt 87;
-gebung, die /ohne Pl./ das Sichhingeben, die Hingabe a) starke innere Beteiligung, großer Eifer, Leidenschaft: sich einer Aufgabe mit äußerster H. widmen b) Bereitschaft, sich einer Sache, jmdm. zu widmen, bis zur Selbstverleugnung zu opfern: Die Hingebung der Massen an das Land [Frankreich] hätte endlich verdiente Gelegenheit erhalten H. Mann Zeitalter 438; Anstatt ihm daher ihre Gegenliebe zu gestehen ... ersann sie auf der Stelle eine neue List, um seine Hingebung zu prüfen G. Keller 6,268;
-gebungsvoll /Adj./ voll Eifer, Aufopferung: jmds. h. Arbeit wird prämiiert; ein Unternehmen h. betreuen; sie pflegte die Kranken h. bei Tag und Nacht;
-gegossen /part. Adj./ umg. scherzh. in zwangloser, aufgelöster Haltung: sie lag, ruhte (malerisch) h. auf dem Sofa; daß er, auf einem Stuhl hingegossen ... die Duse nachmachte Kolb Schaukel 30;
-gehaucht /part. Adj., vgl. -hauchen/ an eine bestimmte Stelle gehaucht: die noch braune Wiese, in der hier und dort, nur wie hingehaucht, schon das erste Frühlingsgrün schimmerte L. Frank 5,46 (Mathilde); umg. scherzh. sie sitzt da wie h.⌉; /bildl./ ein auf die Wange h. Kuß;
-gehen /Vb./ 1. an einen bestimmten Ort gehen: wer von euch geht zu dem Vortrag hin?; es ist zu spät, um noch hinzugehen; wir könnten mal wieder zu ihm h. (ihn besuchen); keiner weiß, wo er hingegangen ist; Wo du hingehst, da will ich auch hingehen Brecht Dreigroschenoper I 2 2. vergehen, verstreichen: die Zeit war hingegangen, ohne daß er geheiratet hätte; so gingen die Jahre, Tage hin; es sind noch keine drei Monate hingegangen, seit ...; wir wollen erst einige Zeit darüber h. lassen; seine Klavierstunden [pflegten] ... zur guten Hälfte mit Unterhaltungen über Philosophie und Dichtung hinzugehen Th. Mann 6,100 (Faustus) 3. (jmdm.) etw. h. lassen (jmdm.) etw. durchgehen lassen, etw. nicht beanstanden: diese Unart darf man ihm nicht so h. lassen; seine vorlauten Bemerkungen wollen wir noch h. lassen, aber ...; seine etwas frühen kleinen Verliebtheiten ... waren schwärmerisch und rein und mochten hingehen H. Mann 2,51; den 'Figaro' für eine Farce hingehen zu lassen (als Farce gelten zu lassen) Fürnberg Mozart-Novelle 58; landsch. umg. etw. geht hin, mag (so) h. etw. ist erträglich, geht an: der Aufsatz mag so h.; sein Gesang mag gerade noch h., geht eben noch hin;
-gehören /Vb./ umg. an einen bestimmten Ort, eine bestimmte Stelle, zu jmdm. gehören /nur mit wo, da, hier, dort üblich/: wo gehört dieser Schlüssel hin?; weißt du, wo das Buch hingehört?; der Junge weiß gar nicht, wo er hingehört (wo sein Zuhause ist); Von Rechts wegen hätte da [am Portal] eine majestas Domini hingehört oder doch irgendein Symbol Gaiser Nascondo 83; dieses Problem gehört hier nicht hin;
-halten /Vb./ 1. jmdm. etw. entgegenstrecken, reichen: jmdm. eine Schachtel mit Konfekt h.; dem Pferd ein Stück Zucker h.; alle hielten ihre leeren Gläser zum Nachschenken hin; obwohl ich ihm die Hand hinhielt, ergriff er sie nicht; /bildl./ umg. den, seinen Kopf h., salopp die, seine Knochen h. für eine gefährliche Sache einstehen, sich für etw. opfern: die Arbeiter mußten im Krieg den Kopf h. für die Interessen der Kriegsgewinnler; dafür halte ich meinen Kopf nicht hin!; er hat für seine Überzeugung die Knochen h. müssen; jetzt sollen mal andre ihre Knochen h.!; umg. das, sein Ohr h. genau zuhören: Die Ärzte werden vom Kranken dafür honoriert, daß sie ihm ihr Ohr hinhalten M. Walser Halbzeit 864; die, seine Hand h.sich gern von anderen etw. geben, schenken lassen: hinterher hielt er aber die Hand hin und paßte genau auf, ob sein Anteil stimmte Tageszeitung 1962⌉; die Lehre dessen, der uns geraten hat, die linke Backe hinzuhalten, wenn wir einen Streich auf die rechte empfangen haben (etw. demütig ohne Gegenwehr hinzunehmen und auf Rache zu verzichten) Musil Mann 1197 2. jmdn. vertrösten, auf etw. warten lassen: er verstand es, seine Gläubiger immer wieder hinzuhalten; glauben Sie nicht, mich mit Redensarten h. zu können; sie hielt ihren Liebhaber lange hin; der durch Monate hingehaltene Autor bekommt den Auftrag Klepper Schatten 165; eine Politik des Hinhaltens betreiben; jmdn. aufhalten: Bis sie da sind, müssen wir den Geheimrat hinhalten G. Hauptm. Sonnenuntergang V; der Gegner konnte hingehalten werden, bis die Verstärkung eintraf; Mil. hinhaltender Widerstand (Widerstand, der mit geringen Kräften geleistet wird, um Zeit zu gewinnen) 3. einen Zustand aufrechterhalten: durch sehr vorsichtige Ernährungsweise wenigstens den jetzigen Körperzustand auf längere Zeit hinzuhalten Zuchardt Stunde 441;
-haltepolitik die Politik des Vertröstens, Wartenlassens;
-hängen /Vb./ umg. 1. etw. an einen bestimmten Ort hängen: wo darf ich den Mantel h.?; ich hänge jetzt das Bild hin 2. eine Sache (lange, ewig) h. lassen (nicht erledigen);
-hauchen /Vb., vgl. -gehaucht/ etw. kaum vernehmbar flüstern: das Jawort h.; ein paar hingehauchte Abschiedsworte;
-hauen /Vb./ 1. auf eine bestimmte Stelle hauen, schlagen: umg. er haute mehrmals mit dem Hammer hin; wo hat er dich hingehauen?; salopp wo er hinhaut, da wächst kein Gras mehr (er haut derb zu) 2. salopp etw., jmdn., sich h. a) etw. an einen bestimmten Ort hauen, werfen: »Kreuz«, sagt er und haut eine Karte hin A. Zweig Grischa 262; etw. fallen lassen: hau das Geschirr nicht hin! b) etw. wegwerfen, von sich werfen: wütend haute er seine Tasche, die Zeitung hin; /bildl./ etw. (plötzlich) aufgeben: seine Arbeit, den Kram h.; so werde er den ganzen geistlichen Krempel hinhauen und zum Journalismus übergehen Werfel Veruntreuter Himmel 41 c) sich zum Schlafen, Ausruhen hinlegen: er haute sich ein Stündchen hin; wir wollen uns heute zeitig h.; Wir haben uns auf der Sonnenseite der Baracken hingehauen Remarque Im Westen 45; sich zu Boden werfen: zur Deckung hauten wir uns auf die Erde, der Länge lang hin d) jmdn. niederwerfen: nach kurzem Ringen haute er ihn hin; /bildl./ das haut einen, da haut's einen (lang) hin! /Ausruf der Verblüffung, Entrüstung/; /übertr./ Ich heiße alles gut, was mein Leben verlängert und den Feind hinhaut A. Zweig Erziehung 131 3. umg. hinfallen, stürzen: er haute lang, der Länge nach hin 4. /übertr./ salopp abwertend etw. flüchtig anfertigen, zu Papier bringen: er hat den Aufsatz in letzter Minute hingehauen; ein Porträt, das er in zwei Tagen hinhauen könne Feuchtw. Goya 127; eine hingehauene Arbeit 5. salopp sich beeilen: wir müssen h., daß wir fertig werden!; Alwin, hau hin, gleich ist Musterung! Toller Feuer 4 6. salopp das haut hin a) das geht, ist in Ordnung: ich glaube, das haut noch nicht hin; ob das jetzt hinhaut?; der Versuch hat erst beim drittenmal hingehauen (war erst dann erfolgreich); Nur in der pädagogischen Literatur haut immer alles hin (geht alles auf) Gaiser Schlußball 43 b) Neubedeut. das wirkt, macht Effekt: verlangt / wird etwas flottes, das zieht und haut hin! Enzensberger landessprache 91; Der dicke Schmöker geht nicht, zieht nicht, schlägt nicht ein, haut nicht hin Weltbühne 1959;
-hocken, sich /Vb./ vgl. -kauern: hinter dem Zaun hockte er sich hin;
-horchen /Vb./ vgl. -hören: genau, scharf h.; wenn man näher hinhorcht, bemerkt man, daß ...; horche gut hin, wenn der Wetterbericht angesagt wird;
-hören /Vb./ genau auf etw. hören: er hat nicht richtig, nur mit halbem Ohr, kaum hingehört;
-kauern, sich /Vb./ sich an eine Stelle kauern: um nicht gesehen zu werden, kauerten sie sich hin;
-kommen /Vb./ 1. an einen bestimmten Ort kommen: du bist nie da, wenn ich zu dir hinkomme; ich gehe in die Versammlung, kommst du auch hin?; in diese Stadt bin ich nie hingekommen (diese Stadt habe ich nie besucht); /übertr./ umg. wo sollen wir (denn) h., wenn ...? was soll (denn) werden, wenn ...?: wo sollen wir h., wenn jeder tut und läßt, was er will?; Wo kämen wir hin, wenn Befehle nicht ausgeführt werden! Frisch Andorra 6 2. umg. sich befinden, sein /nur mit wo üblich/: wo ist nur meine Uhr hingekommen?; weiß jmd., wo dieses Buch hingekommen ist? 3. umg. mit etw. auskommen: ich weiß nicht, wie ich mit dem Geld, bis zur Gehaltszahlung h. soll; ob wir mit zwei Flaschen Wein h. werden?; dann nannte er eine Summe ... und fragte obendrein, ob das wohl ungefähr hinkommen (reichen) würde, um die Mission auf den jüngsten Stand der Technik zu bringen Cramer Konzessionen 410 4. umg. in Ordnung kommen: es wird schon alles gut, irgendwie h.; stimmen: das Gewicht kam gerade hin; alte Kabarettisten raunten »kleiner Werner Finck«, und das kam so ziemlich hin Tageszeitung 1953;
-kriegen /Vb./ salopp etw. durch Geschick zustande bringen: das hast du aber fein, prima, genau, tadellos hingekriegt; das werden wir schon h.!; ob wir den alten Wagen wieder h. (instand setzen können)?; Ein Gießer hat sich verbrüht ... die Hand kriegen wir schon wieder hin (heilen wir) Bredel Söhne 156;
-kunft, die österr. in H. von nun an, in Zukunft: wir werden in H. öfter miteinander zu tun haben;
-länglich /Adj./ genügend, ausreichend: diese Tatsache ist mir h. bekannt; nach zwei Stunden hatte er sich h. erholt; ich bin darüber nicht h. informiert, unterrichtet; du hast diese Frage noch nicht h. beantwortet; es muß für h. Ersatz gesorgt werden; um für ein hinlänglicheres und besseres Mahl Anstalten zu treffen Stifter 2,209;
-laufen /Vb./ 1. an einen bestimmten Ort laufen: alle liefen zur Unfallstelle hin 2. vgl. -ziehen 6: jene mächtigen Festungswerke, welche ... bis zum Colisäus und zum Palast Septemsolia hinlaufen Le Fort Papst 53;
-leben /Vb./ unberührt vom Ablauf der Zeit leben, dahinleben: sie hatte viele Jahre nur so hingelebt; sein Dasein war ihm eine notwendige Last. -- So lebte er hin ... Büchner 111 (Lenz);
-legen /Vb./ 1. etw., jmdn., sich an einen bestimmten Ort legen: ich habe dir die Schlüssel hingelegt; leg die Schere sofort wieder hin!; den Hörer h. (auflegen); wo habt ihr den Verletzten hingelegt?; Mil. h.! /Kommando/⌉; wir haben uns auf den Erdboden, einer Waldwiese hingelegt; er legt sich mittags immer eine Stunde hin (ruht eine Stunde); ich werde mich heute zeitig h. (schlafen gehen), weil ich morgen sehr früh aufstehen muß; geh. sich zum Sterben h. (den Tod erwarten) 2. salopp etw. mustergültig, gekonnt ausführen, darbieten: sie haben den Walzer (nur so) hingelegt; Eine Leistung, wie ich sie morgen abend hinlegen werde, dürfte man in Hamburg kaum je gesehen haben K. Mann Mephisto 137; die Eisläuferin legte eine tadellose Kür hin; nachdem du den Prozeß so großartig hingelegt hast Feuchtw. Lautensack 337;
-lenken /Vb./ etw. auf ein bestimmtes Ziel, in eine bestimmte Richtung lenken: seine Schritte zum Bahnhof h.; ein duftender Rauch, der meinen Blick auf einen silbernen Dreifuß hinlenkte G. Hauptm. 4,519; jmds. Aufmerksamkeit auf einen Umstand, ein Gespräch auf ein heikles Thema h.;
-lümmeln, sich /Vb./ umg. abwertend sich in nachlässiger Haltung hinsetzen, -legen: lümmelt euch nicht so hin!;
-machen /Vb./ 1. umg. etw. an einer bestimmten Stelle befestigen, anbringen: ich machte später die Strohmatten hin, gegen den Wind Andres Liebesschaukel 77 2. salopp die Notdurft verrichten: hier hat d. Hund, Katze hingemacht 3. salopp sich beeilen: nun mach ein bißchen hin, denn wir müssen weg!; macht hin, damit ihr fertig werdet! 4. etw., jmdn., sich zugrunde richten a) umg. etw. zerstören: einige Burschen haben die Sandburg völlig hingemacht; »Die machen [bei der Beschießung des Dorfes] alles hin«, sagte Peter Penzoldt Erdenwurm 264 b) salopp derb jmdn. umbringen: der Gangster hat sein Opfer hingemacht; der soll den Franz abknallen, damit er nichts sagt, der soll den Franz ganz hinmachen Döblin Alexanderpl. 243 c) süddt. österr. umg. sich körperlich ruinieren: er hat sich mit der schweren Arbeit hingemacht; Dabei [beim Abfahren der Baumstämme] machst du dich in ein paar Tagen hin! Scharrer Hirt 90;
-mähen /Vb./ geh. Menschen (mit dem Maschinengewehr) reihenweise töten: jenes nächtliche Leichenfeld mit wahllos hingemähten Müttern und Kindern Bild. Kunst 1956;
-nahme, die; -, -n /Pl. ungebräuchl./ das Hinnehmen, die Duldung: Donna Rosaura ... gab ein Beispiel an stolzer Haltung und schweigender Hinnahme des Unvermeidlichen Cramer Konzessionen 10;
-nehmen /Vb./ 1. etw. an sich nehmen, annehmen: er nahm das Geschenk ohne einen Dank hin; wie denn so junge Knaben alles Dargebotene ... fast wie ein gutes Recht hinnehmen Hesse 1,642; umg. würdet ihr während unserer Reise die Blumen, den Hund (zu euch) h.? 2. etw. als unabänderlich aufnehmen, sich mit etw. abfinden: etw. als Tatsache, als selbstverständlich, unabänderlich, schicksalhaft h.; daß der Mensch sein Sein nicht einfach als etwas Gegebenes hinnimmt Schweitzer Aus meinem Leben 155; Aber ich bin dein Vater ... und du mußt es nun eben hinnehmen Wiechert Einfaches Leben 218; sich etw. gefallen, bieten lassen, etw. dulden: die Mannschaft mußte eine Niederlage, mehrere Tore h.; die Regierung mußte eine Schlappe h.; er nahm ihre Worte, den Vorwurf schweigend, geduldig hin; diese Beleidigung kann ich nicht einfach h.; wie kannst du das nur so ruhig h.? 3. jmdn., etw. in Anspruch nehmen, fesseln: Die Jagd, mein Freund, ist eine Leidenschaft, die einen Mann ganz hinnimmt H. Mann 3,33; ein Leben, das die Kräfte des Menschen derartig hinnimmt Rathenau Kommende Dinge 196; /oft im Part. Prät./ hingenommen überwältigt, gebannt, gefesselt: er war von dem Vorfall noch völlig hingenommen; Kaum daß der junge Herr Schmidt sie gesehen hat, da ist er gleich ganz hingenommen gewesen Suderm. 6,203; hingenommen lauschte sie seinen Worten;
-neigen /Vb./ 1. sich zu jmdm., etw. neigen: er neigte sich flüsternd zu ihr hin; sich zu einer Blüte h. 2. zu etw. h. zu etw. tendieren, einer Sache zuneigen: ich neige zu der Auffassung hin, daß ...; daß sein Gemüt ein zartes war von je, / zum Dichten und zum Denken hingeneigt G. Hauptm. Elektra 452;
-neigung, die; /entsprechend der Bedeutung 2 von -neigen/: die H. zu einem Vorbild, Ideal; seine H. zur Philosophie trat früh hervor; Außer dieser Hinneigung zum Gemeinen fand das gnädige Fräulein nichts an Antonie ... auszusetzen Raabe III 1,183 (Schüdderump);
-passen /Vb./ umg. an einen bestimmten Ort, in einen bestimmten Zusammenhang passen: dort paßt dieses Bild, die Vase besser hin; Ihr Mund gab in regelmäßigen Abständen Füllworte von sich, die überall hinpaßten M. Walser Halbzeit 819;
-pfeffern /Vb./ salopp 1. etw. an einen bestimmten Ort werfen: Hingepfeffert ... hat Fräulein Przyballa das Zeitungspaket Döblin Alexanderpl. 75 2. jmdm. einen Brief, eine Antwort h. (an jmdn. einen scharfen Brief, eine unwirsche Antwort richten); Ich ... dachte, daß ich ihnen die vertrackten Sätze nur so hinpfeffern (mit Bravour darbieten) würde Wildenhain Schauspieler 23;
-pflanzen /Vb./ umg. sich, etw., jmdn. nachdrücklich, unübersehbar an einen bestimmten Ort stellen: er pflanzte sich breitbeinig vor mich hin; Gleich danach wurden ohne weiteres fünf Seidel ... vor sie hingepflanzt Fontane I 4,51 (Poggenpuhls); zu ihrer Linken, sehr im Vordergrund, pflanzte er den massigen Don Carlos hin Feuchtw. Goya 339;
-raffen /Vb./ geh. etw. rafft jmdn. hin jmd. stirbt an etw.: die Epidemie hatte ganze Städte hingerafft; er wurde von der Pest hingerafft; der Tod raffte ihn früh hin (er starb früh);
-reiben /Vb./ süddt. umg. jmdm. etw. deutlich, hämisch zu verstehen geben: das hat er mir schon oft hingerieben; Der Schuft hat mich gesehen, mit Susanne, das will er mir hinreiben M. Walser Halbzeit 390;
-reichen /Vb./ 1. jmdm. etw. reichen: soll ich dir die Sahne h.?; reichen Sie ihm doch bitte mal den Hörer hin 2. ausreichen, genügen: d. Betrag, Summe reicht bei weitem nicht hin, um die Ausgaben zu decken; er war der Meinung, daß seine Erfahrung für diesen Auftrag nicht hinreiche; das ... Fallenlassen eines Gegenstandes reichte hin, ins Freie befördert zu werden G. Keller 4,142 (Gr. Heinrich); /oft im Part. Präs./ über hinreichende Mittel, Kenntnisse, Erfahrungen verfügen; das ist noch keine hinreichende Erklärung dafür; etw. hinreichend begründen, deutlich machen; jmdn. hinreichend mit Nahrung versehen; das Verfahren wird eröffnet, wenn der Angeschuldigte hinreichend verdächtig erscheint;
-reise, die vgl. -fahrt: wir haben uns schon auf der H. kennengelernt;
-reißen /Vb./ 1. jmdn., etw. an einen bestimmten Ort, in eine bestimmte Richtung reißen: [ein] Abgrund, zu dem ihn eine unerbittliche Gewalt hinriß Büchner 100 (Lenz); Wie sein Körper hingerissen wurde durch die Luftschraube [des Flugzeugs] A. Zweig Einsetzung 137 2. jmdn. begeistern, hell entzücken: er riß mit seiner Rede alle Zuhörer hin; alle ließen sich von ihrem Gesang h.; er begriff, daß der Bruder von Jugend an seine Umgebung hingerissen hatte Feuchtw. Lautensack 212; jmdn. zur Bewunderung h. (jmdm. Bewunderung abnötigen); /oft im Part. Präs./ hinreißend bezaubernd, bestechend: er ist ein hinreißender Redner, Tänzer; er fand hinreißende Worte, sprach mit hinreißendem Enthusiasmus; die hinreißenden Inszenierungen von Schillers Räubern und Kabale und Liebe Th. Mann 11,481; hinreißend singen; der Schauspieler war in dieser Rolle hinreißend; alle fanden sie hinreißend schön, liebenswürdig; umg. spött. was er geboten hat, war nicht gerade hinreißend!; /oft im Part.Prät./ hingerissen begeistert, hell entzückt: von jmds. Spiel, Gesang ganz, völlig hingerissen sein; alle Zuhörer waren von seinen Worten hingerissen; hingerissen der Musik lauschen, ein Bild betrachten; das hingerissene Publikum applaudierte minutenlang 3. sich zu etw. h. lassen von einem starken Gefühl überwältigt werden und etw. im Affekt äußern, tun: ich habe mich vor Wut zu einer unüberlegten Äußerung h. lassen; er ließ sich zu einer Drohung, Beleidigung h.; ich ließ mich hinreißen und fragte hart und unverbindlich, ob ... Schallück Reineke 129; wie konntest du dich h. lassen und ihn ohrfeigen; sie hat sich von ihren Gefühlen h. lassen; das Mädel läßt sich durch jeden Einfall gleich hinreißen, ohne zu überlegen, was daraus entstehen kann Nabl Ortliebsche Frauen 207;
-richten /Vb./ an jmdm. das Todesurteil vollstrecken: einen Schwerverbrecher (durch den Strang, elektrischen Stuhl) h.; er wurde im Morgengrauen hingerichtet;
-richtung, die Vollstreckung des Todesurteils: eine H. vorbereiten, vollziehen; an einer H. teilnehmen; die H. des Verbrechers; [ein] Todesurteil, das die Hin richtung durch den Strang anordnete Cramer Konzessionen 106; einen Aufschub der H. erwirken;
-sagen /Vb./ etw. unkontrolliert, achtlos äußern: sie sagte diese Worte nur leicht, beiläufig hin; das war nur so hingesagt (bedeutete nichts); umg. das sagt sich, sagt man (so) leicht hin (in Wirklichkeit ist es nicht so einfach);
-scheiden /Vb./ geh. verhüll. sterben: er mußte schon in frühester Jugend h.; die Kunde von seinem Hinscheiden verbreitete sich mit Windeseile; jmds. plötzliches, unerwartetes Hinscheiden betrauern; die Verdienste des Hingeschiedenen würdigen;
-schied, der /ohne Pl./ schweiz. geh. verhüll. Tod: erst zwei Jahre nach dem H. des Meisters wurde sein letztes Werk uraufgeführt; bis der junge Arzt mir ihren Hinschied meldete Frisch Stiller 574;
-schielen /Vb./ zu jmdm., etw. schielen: er schielte verstohlen zu dem Mädchen, nach der Tür hin; /bildl./ eine Satire auf das ... zum Adel hinschielende Bürgertum Forsch. u. Fortschr. 1955;
-schlachten /Vb./ abwertend Menschen massenweise morden: Tausende sind in diesem Kampf, Krieg sinnlos hingeschlachtet worden;
-schlagen /Vb./ 1. an eine bestimmte Stelle schlagen: er hat nur einmal hingeschlagen und gleich getroffen 2. hinfallen, stürzen: umg. auf dem Eis, lang, längelang, der Länge nach h.; er ist ohnmächtig, tot hingeschlagen; sie verfing sich in dem Draht und schlug hin; salopp da schlag (doch) einer lang hin! /Ausruf der Verwunderung, Verblüffung/;
-schleppen /Vb./ 1. umg. etw., jmdn., sich an einen bestimmten Ort schleppen: soll ich alles allein zu euch h.?; zwei Männer schleppten den Verunglückten zum Arzt hin; Ich habe mich noch halbtot zu ihr hingeschleppt Noll Holt 2,453 2. sich h. sich mühsam fortbewegen: der alte Mann schleppt sich am Stock hin; /bildl./ einsam, fast ohne Geld hat er sich über den Winter hingeschleppt; das Gespräch schleppte sich mühsam hin; /übertr./ sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, langsam verlaufen: dieser Prozeß, der Krieg schleppt sich schon lange hin;
-schludern /Vb./ abwertend etw. oberflächlich, nachlässig zu Papier bringen: einen Artikel schnell, hastig h.; ein fix hingeschludertes Aquarell Grass Blechtrommel 451;
-schmeißen /Vb./ salopp 1. vgl. -werfen 1: dem Hund einen Knochen h. 2. vgl. -werfen 2 b: mit einem Fluch schmiß er den Hörer hin; /bildl./ etw. (plötzlich) aufgeben: seine Arbeit, den ganzen Kram h.; Der weiße Klauschke wird den Konsum hinschmeißen Strittmatter Tinko 344;
-schmelzen /Vb./ weg-, zusammenschmelzen: wir bemerkten, wie schnell unser Proviant, die Barschaft hinschmolz; geh. vergehen: Sein Gefühl heftiger Zuneigung war noch nicht hingeschmolzen Jahnn Holzschiff 98; in Liebe h.;
-schreiben /Vb./ 1. etw. niederschreiben: sie wußte nicht, was sie h. sollte; wo soll ich meinen Namen h. (wo soll ich unterschreiben)? 2. umg. sich schriftlich an eine bestimmte Stelle wenden: die Fabrik hat schlechte Ware geliefert, ich werde h.;
-schwinden /Vb./ geh. schwinden, vergehen: er fühlte, wie sein Glauben, seine Liebe hinschwand; ihre Kräfte schwanden schnell hin; Sie drohte in Ohnmacht hinzuschwinden Th. Mann 2,796 (Zauberb.);
-sehen /Vb./ den Blick auf ein bestimmtes Ziel richten: sie kann nicht h., wenn er Grimassen schneidet; wenn man näher hinsieht, zeigt sich, daß ...; bei genauem, schärferem Hinsehen bemerkt man einen Fehler;
-sein /Vb./ s. hin 5 u. 6;
-setzen /Vb./ 1. etw., jmdn. an einen bestimmten Ort setzen: einen Korb vor die Tür h.; sie hat das Kind auf das Sofa hingesetzt; /bildl./ umg. in wenigen Jahren hat man hier ein riesiges Werk hingesetzt (gebaut); wo soll ich meinen Namen h. (wo soll ich unterschreiben)? 2. sich h. Platz nehmen, sich setzen: nach der Begrüßung setzen sich die Schüler hin; wollt ihr euch nicht h.?; umg. als ich das erfuhr, hätte ich mich bald hingesetzt (war ich äußerst überrascht); /bildl./ eine (geistige) Arbeit in Angriff nehmen: eines Tages setzten sie sich hin und schrieben an den Bürgermeister; Und dann heißt es, sich hinsetzen und lernen Baierl Flinz 13;
-sicht, die: /nur in festen Verbindungen/ in dieser, jeder H. in dieser, jeder Beziehung: in dieser H. gibt es keine Bedenken; er ist dazu in jeder H. geeignet; in vieler, mancher, gewisser H. hast du falsch entschieden; welche Auswirkungen hat dieser Konflikt in wirtschaftlicher, politischer H.?; in moralischer H. war sein Verhalten einwandfrei; in H. auf wegen, angesichts, hinsichtlich: in H. auf die ständige Bedrohung mußte das Land Sicherheitsvorkehrungen treffen; Er scheint sehr hoffnungslos in Hinsicht auf schweizerische Gerechtigkeit Frisch Stiller 23;
-sichtlich /Präp. mit Gen./ papierdt. in bezug auf: wir teilen Ihnen h. Ihrer Versetzung mit, daß ...; wir können Sie h. Ihrer Befürchtungen beruhigen; seine Prophezeiung h. des Wetters war falsch;
-siechen /Vb./ geh. langsam sterben: die unheilbar Kranke siechte allmählich hin;
-sinken /Vb./ geh. umsinken, zu Boden sinken: ohnmächtig, tot h.; er war zum Hinsinken müde; Halb zog sie ihn, halb sank er hin Goethe Fischer;
-sitzen /Vb./ österr. sich hinsetzen: Und schon saß sie wieder hin und erhob ihre klare Jungmädchenstimme Werfel Veruntreuter Himmel 56;
-spucken /Vb./ an eine bestimmte Stelle spucken: wer hat hier hingespuckt?; /bildl./ salopp wo man hinspuckt überall, an jeder beliebigen Stelle: Wo man hinspuckt, keimt es! Frisch Homo faber 61;
-stellen /Vb./ 1. etw., jmdn., sich an einen bestimmten Ort stellen a) etw. aufstellen: im Garten einen Tisch h.; sich /Dat./ ein Foto der Eltern h.; jmdm. das Essen h. b) jmdn., sich aufstellen, postieren: an Tor eine Wache h.; An eure Plätze, wo ich euch hingestellt! Storm 7,274 (Schimmelr.); sich (großspurig, breitbeinig) vor jmdm., jmdn. h.; stell dich gerade hin!; jeden Tag muß ich mich 10 Minuten h. und auf ihn warten!; ich stelle mich nun nicht länger hin 2. jmdn., sich, etw. h. als jmdn., sich, etw. bezeichnen, charakterisieren als: jmdn. als harmlosen Wirrkopf, schlechten Kerl, guten Arbeiter, naiv, faul h.; sie wird (uns) immer als Vorbild, Muster hingestellt; er stellte sich als völlig unschuldig, ahnungslos hin; eine Sache als ungeheuer wichtig, sehr dringend, unwesentlich h.; ein Schoppen Wein ... wurde aber bereits als Rarität hingestellt Klepper Schatten 1107; er stellte den Vorfall so hin, als ob ...;
-sterben /Vb./ geh. sterben: sie mußte schon in früher Jugend h.; an dieser Seuche starben Tausende hin;
-steuern /Vb./ auf ein bestimmtes Ziel zusteuern: wo steuert das Schiff hin?; /bildl./ umg. auf ein bestimmtes Ziel zugehen: Raschen Schrittes war sie zu dem Speisesaal I. Klasse hingesteuert Broch Die Schuldlosen 271; /übertr./ auf etw. h. eine bestimmte Absicht verfolgen: nach fünf Minuten wußte ich worauf er hinsteuerte; auf welches Ziel steuert diese Politik hin?;
-strecken /Vb./ 1. jmdm. etw. entgegenstrecken, reichen: er streckte ihr (zur Begrüßung, Versöhnung) die Hand hin; dem Hund einen Knochen h. 2. sich ausgestreckt hinlegen: sich müde auf dem Boden, zur Ruhe h.; er schlief, lag lang hingestreckt auf der Bank 3. dicht. jmdn. töten: feindliche Geschosse hatten ihn hingestreckt; sein bärtiges Gesicht ragte ... in die Luft wie das eines auf der Walstatt hingestreckten Kriegers Hesse 5,206 (Narziß) 4. sich räumlich erstrecken: ein Sumpf streckt sich am Gebirge hin; daß Lobellen ein Dorf ist, ziemlich lang hingestreckt Bobrowski Boehlendorff 73;
-streuen /Vb./ etw. ausstreuen: den Vögeln Futter h.; sie hatte überall Sand hingestreut; Das Antlitz der Landschaft wird ... von den wie bunte Tupfen hingestreuten Dörfern und Flecken bestimmt Natur u. Heimat 1957;
-stürzen /Vb./ 1. vgl. -fallen 1: er ist auf der Treppe hingestürzt 2. umg. an einen bestimmten Ort eilen: kaum hatte es an der Tür geläutet, stürzte er hin;
-treten /Vb./ 1. an einen bestimmten Ort treten: wo man hintritt, ist es naß; leise zu jmdm. h. 2. vor jmdn. h. mit einem Ansinnen vor jmdn. treten: als er herauskam, sei er vor seine Schwestern hingetreten und habe ihnen vieles über Menschenwürde gesagt R. Dehmel 7,21;
-tritt, der veralt. Tod: andererseits sei er bei so hohen Jahren, daß man sich auf seinen Hintritt gefaßt machen müsse Ric. Huch Dreißigjähr. Krieg 1,3;
-tun /Vb./ umg. etw. an einen bestimmten Ort tun /nur mit wo, da, hier, dort üblich/: wo soll ich das Geld h.?; wo hast du die Schere hingetan?;
-wärts /Adv./ umg. von hier nach dort, Ggs. herwärts: h. haben wir zwei Stunden gebraucht, herwärts schafften wir es schneller;
-weg, der vgl. -fahrt: der Herweg ist bequemer als der steil ansteigende H.;
-weis, der; -es, -e Wink, Fingerzeig: jmdm. einen H. geben; von niemandem war ein H. zu bekommen; Hinweise aus der Bevölkerung führten zur Festnahme des Täters; das war ein nützlicher, guter, kritischer, freundschaftlicher H.; am Ende des Buches sind biographische, methodische, stoffliche Hinweise (Angaben); gezielte Bemerkung: er schloß sein Referat mit einem H. auf die angespannte Finanzlage; Sie ... melden das Leutnant Wedelmann, mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß ich das bestimmt hätte Kirst Null-Acht Fünfzehn 289;
-weisen /Vb./ 1. auf etw., jmdn., in eine bestimmte Richtung zeigen, deuten: mit ausgestrecktem Arm wies er auf das Haus, den Polizisten, nach dem Fluß hin; an der langen, schnurgeraden Chaussee, die hinwies in die Ferne C. Hauptm. Einhart 2,27; Gramm. das hinweisende Fürwort (Demonstrativpronomen) 2. jmdn. auf etw. aufmerksam machen, jmds. Aufmerksamkeit auf etw. lenken: jmdn. auf seinen Fehler, eine Gefahr h.; es wurde schon öfter darauf hingewiesen, daß ...; es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß ...; politische Beobachter weisen darauf hin, daß ...;
-weisschild, das Schild, das einen Hinweis gibt: Hinweisschilder (für Kraftfahrer, Passanten) aufstellen, anbringen; das H. wurde nicht beachtet;
-welken /Vb./ geh. langsam verwelken: hegt man die Pflanze nicht, so welkt sie hin Wasserm. Gänsemännchen 240; /übertr./ Tonka war bei diesem Leben ohne Licht und voll Sorgen hingewelkt Musil Drei Frauen 82;
-wenden /Vb./ etw., sich in eine bestimmte Richtung wenden: den Kopf, seine Augen zu jmdm. h.; sie wandte sich zu ihm hin; /übertr./ umg. wo kann man sich mit dieser Frage h. (wohin, an wen kann man sich mit dieser Frage wenden)?;
-wendung, die /entsprechend der Bedeutung von -wenden/: in letzter Zeit ist bei diesem Dramatiker eine H. zu historischen Themen festzustellen;
-werfen /Vb./ 1. etw. an einen bestimmten Ort werfen, jmdm. etw. zuwerfen: soll ich dir den Ball h.?; einem Bettler ein paar Geldstücke h.; jmdm. den Fehdehandschuh h.; er warf dem Hund einen Knochen, den Vögeln Brotkrumen hin; den Raubtieren wird Fleisch zum Fraß hingeworfen 2. etw., sich h. a) umg. etw. fallen lassen: er hat die schöne Vase hingeworfen; wirf die Tasse nicht hin! b) etw. wegwerfen, von sich wer- fen: umg. wütend warf er den Federhalter hin; er wirft seine Jacke einfach hin (hängt sie nicht auf); /bildl./ etw. (plötzlich) aufgeben: seine Arbeit, den ganzen Kram h.; Sie darf ihren Beruf nicht hinwerfen Löscher Alles Getrennte 264; /übertr./ verhüll. daß er ... lieber das Leben hinwarf (sich das Leben nahm), als daß er der Nähe der Geliebten entsagt hätte Neue Rundschau 1956 c) umg. sich h. sich zu Boden werfen: als der Kugelhagel einsetzte, warf er sich lang, der Länge nach hin; flehend warf er sich vor ihr, sie hin; Oft, wenn der Rittmeister sich für ein paar Stunden zum Schlafen hingeworfen (hingelegt) hatte Doderer Lederbeutelchen 39 3. /übertr./ a) etw. beiläufig äußern: nachlässig, nebenbei ein paar Worte h.; er hatte nur ein paar kurze Sätze, eine Frage hingeworfen; launig und aufs Geratewohl warf er hin: »Sagen wir dreißigtausend.« H. Mann 1,272 (Schlaraffenland) b) etw. flüchtig anfertigen, zu Papier bringen: ein paar Zeilen, Verse h.; eine mit leichter Hand, schnell hingeworfene Pinselzeichnung;
-wirken /Vb./ auf etw. h. etw. zu erreichen suchen, anstreben: auf die Beseitigung aller Mängel h.; die Großmächte wirkten auf die Beilegung dieses Konflikts hin;
-zählen /Vb./ jmdm. etw. einzeln vorzählen: er zählte ihm ein paar Geldstücke, Kupfermünzen hin; am Schluß des Spieles wurden alle Karten hingezählt;
-zaubern /Vb./ umg. etw. Schönes, Ansprechendes mit wenig Mitteln zustande bringen: an diesem Hang ist in kurzer Zeit ein prächtiger Steingarten hingezaubert worden; Mit ein paar Wiesenblumen und Papierservietten zauberte sie einen Tafelschmuck hin, der sich sehen lassen konnte Fussenegger Antlitz 118;
-ziehen /Vb./ 1. geh. an einen bestimmten Ort, in eine bestimmte Richtung ziehen, gehen: Lasset mich heute noch hinziehen [in die Wildnis]! Rosegger 1,46 (Waldschulmeister) 2. dahinziehen, sich einherbewegen: Vogelschwärme, Wolken ziehen am Himmel hin 3. etw. zieht jmdn. zu jmdm., etw. hin jmd. wird durch etw. von jmdm., etw. angezogen: es zog ihn unwiderstehlich zu ihr hin; es zieht uns immer wieder, mit Gewalt zum Gebirge, nach dem Süden hin; tatsächlich gibt es Frauen, die nichts zu ihren Kindern hinzieht Gesundheit 1965; sich zu jmdm., etw. hingezogen fühlen: sie fühlte sich zu dem Fremden hingezogen; zu dieser Art von Musik fühlt er sich stark hingezogen 4. sich h. sich über eine längere Zeit erstrecken: diese Verhandlungen, Gespräche ziehen sich schon lange, über Wochen hin; der Prozeß hat sich über Jahre hingezogen; die Reparatur zog sich bis zum Abend hin; Ich hatte Leute zum Tee; das hat sich hingezogen Th. Mann 9,301 5. etw. verzögern, aufschieben: diese Sache, der Prozeß wurde immer wieder hingezogen; Vielleicht gelingt es mir, den Abmarsch bis zum Mittag-Alarm hinzuziehen Apitz Nackt unter Wölfen 489 6. sich h. sich langhin erstrecken: über die Höhen, auf dem Kamm zieht sich ein idyllischer Pfad hin; vor den Fenstern zieht sich eine Holzgalerie hin;
-zielen /Vb./ auf etw. h. eine bestimmte Absicht verfolgen: seine Kritik zielte darauf hin, daß ...; worauf zielt deine Frage hin?
zu -richtung: Massenhinrichtung zu -weis: Literatur-, Programmhinweis
fällig /Adj./ etw., jmd. ist f. a) etw. ist zu einem bestimmten Zeitpunkt zu bezahlen: d. Miete, Ratenzahlung, Lohn ist f.; die Zinsen sind morgen f.; den f. Wechsel, Schuldschein einlösen; die f. Summe bezahlen b) etw. müßte zum bestimmten Zeitpunkt geschehen, wird zum bestimmten Zeitpunkt erwartet: der Zug ist in zehn Minuten f.; war doch ... der Abflug in drei Tagen fällig Dürrenmatt Versprechen 25; das Urteil ist morgen f.; Die Frühjahrssaat ist fällig und das Pflanzen Remarque Zeit zu leben 374; da war eine Betriebsfeier f.; die Aussprache war längst f. (hätte längst geschehen müssen); umg. da war wieder einiges, was f. (da war wieder etwas los, da war wieder etwas zu erwarten); ich bin schon lange f. (bin schon lange dran, an der Reihe), mal Urlaub zu machen
zu a u. b. nächst-, überfällig dazu ab-, all-, an-, auf-, augen-, aus-, bau-, bei-, fuß-, ge-, hin-, knie-, miß-, ohren-, rück-, schwer-, sinn-, straf-, zufällig
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| Automatisch berechnete semantische Relationen aus dem WDG
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Trefferanzahl: 60
(frei), nach Anmeldung 326.
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| ... gezogenen Folgerungen | hinfällig | . Die Sätze beider Tarife ... | | ... zugleich, wie überflüssig und | hinfällig | die unablässigen Abhandlungen ... | | ... alle diese Gründe als | hinfällig | . Da er von Magdeburg nach ... | | ... des Etats - ausreichten, sei | hinfällig | -, denn diese Ueberschüsse - ... | | ... der Rechtseinheit seien | hinfällig | ; auch die Bedenken des ... | | ... der Rechtseinheit sei | hinfällig | ; auch die Bedenken des ... | | ... Reformwerk illusorisch und | hinfällig | werden, und das es immer ... | | ... werde, hat sich als | hinfällig | erwiesen. Die Lage ist ... | | ... Tor - Opernplatz) | hinfällig | zu machen. Man darf gespannt ... | | ... - Freilich, das machte alles | hinfällig | , was ich vorgebracht hatte. ... | | ... direkten Wahl doppelt | hinfällig | zu machen durch die Aufrichtung ... | | ... Entstehung des Sonnensystems | hinfällig | oder wenigstens in der Fassung, ... |
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