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Wörterbuchartikel aus dem WDG Info Vollansicht

zurụ̈ck-, Zurụ̈ck-:
-behalten /Vb./
   1. (sich /Dat./) etw. z. etw. nicht weggeben, für eine gewisse Zeit oder für immer behalten: etw. als Pfand z.; der Mann ... behielt sich nur einen kleinen Teil der Glasperlen zurück Bergengr. Pelageja 69; jmdn. z. jmdn. nicht weggehen lassen, um eine bestimmte Maßnahme einleiten zu können: Der Arzt ... empfahl dem Polizisten, das Lokal zu schließen, die Gäste zurückzubehalten und die Kriminalpolizei zu alarmieren Diggelm. Hinterlassenschaft 243
   2. einen bleibenden Schaden davontragen: er behielt von der Krankheit einen Herzfehler zurück;
-bekommen /Vb./
   1. etw., von dem man getrennt war, bekommen, so daß man es wieder in seinem Besitz hat: endlich habe ich das verliehene Buch z.
   2. Wechselgeld zurückgezahlt bekommen: ich bekomme noch eine Mark zurück;
-beugen /Vb./ einen Körperteil, sich nach hinten beugen: den Kopf z.; er beugte sich weit zurück;
-bilden, sich /Vb./
   1. nach einer besonderen Beanspruchung oder Erkrankung allmählich wieder zu dem früheren Stadium zurückkehren: nach der Geburt bildet sich die Gebärmutter zurück; die Schwellungen, diese Symptome können sich z. (allmählich schwinden); Die meisten Lähmungen bilden sich gut zurück Gesundheit 1969
   2. verkümmern: denn jedes Glied des menschlichen Körpers, das in seiner freien Bewegung durch irgendeine Stütze eingeschränkt wird, verliert mit der Zeit seine natürliche Straffheit und bildet sich zurück Gesundheit 1960;
-bleiben /Vb./
   1. an einer Stelle, einem Ort bleiben, während ein anderer, etw. anderes die Stelle, den Ort verläßt: er ist allein (zu Hause) zurückgeblieben; bei dem Patienten muß jemand als Wache z.; dieser Koffer kann im Hotel z., bis ich wiederkomme; /bildl./ als ihr Mann starb, blieb sie mit vier kleinen Kindern zurück
   2. hinter jmdm. bleiben, weil man sich langsamer als dieser fortbewegt: wir blieben ein wenig (hinter den anderen) zurück, um uns ungestört unterhalten zu können
   3. etw. bleibt zurück etw. bleibt an der Stelle, von der man sich entfernt, bleibt hinter einem sich Vorwärtsbewegenden: wir wanderten weiter, das Dorf blieb hinter uns zurück; Die öffentlichen Gärten blieben zurück Th. Mann 9, 494 (Tod in Venedig)
   4. als dauernder Schaden bleiben: von, nach seiner Krankheit blieb ein Herzfehler zurück
   5. nicht den Entwicklungsstand von jmdm., etw. erreichen, weniger Fortschritte als jmd., etw. machen: hinter jmdm., etw. z.: er ist hinter den Leistungen der anderen zurückgeblieben; seine Leistungen blieben hinter den Erwartungen zurück (waren schlechter als erwartet), blieben hinter den Anforderungen zurück; [es] zeigte sich noch immer ein Zurückbleiben gegenüber den hochentwickelten imperialistischen Ländern in bezug auf den Stand der Arbeitsproduktivität Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung 14,15; in seinen Leistungen z.; nicht den normalen geistigen, körperlichen Entwicklungsstand erreichen: er ist in seiner geistigen Entwicklung (hinter seinen Altersgenossen) zurückgeblieben; in der Schule z. (nicht den Anforderungengenügen); /oft im Part. Prät./ ein (körperlich, geistig, sprachlich) zurückgebliebenes Kind; das Kind macht einen zurückgebliebenen Eindruck; nicht einen allgemeinen fortgeschrittenen ideologischen, ökonomischen, gesellschaftlichen Entwicklungsstand erreichen: daß diese Genossen in der politischen Entwicklung zurückgeblieben waren Thälm. Reden 2,159; /oft im Part. Prät./ zurückgeblieben rückständig: vor der Revolution war die Mongolei eines der zurückgebliebensten Länder; ein industriell zurückgebliebenes Land;
-blicken /Vb./ sich umblicken und auf die hinter einem zurückgebliebene Sache, Person blicken: der Wanderer blickte zurück; er ging fort, ohne noch einmal zurückzublicken; /übertr./ die Gedanken auf etw. Vergangenes richten: er blickte auf die letzten Wochen zurück; denn nach mehr als fünfzig Jahren kann ich zurückblickend sagen, daß ... Brugsch Arzt 141; er blickt auf ein reiches Leben zurück (hat ein reiches Leben gehabt);
-bringen /Vb./ etw. zum Ausgangspunkt bringen, dem Besitzer wiederbringen: ich bringe heute alle entliehenen Bücher in die Bibliothek zurück; jmdn. zum Ausgangsort bringen: nach dem Tanz brachte er sie an ihren Platz zurück; die Tram, die ihn ... zur Stadt zurückbringen sollte Th. Mann 9,456 (Tod in Venedig); /bildl./ Erst ein Seufzer des Kindes brachte sie in die Wirklichkeit zurück H. M. Rauchfuss Schles. Himmelreich 94;
-datieren /Vb./
   1. ein Schriftstück mit dem Datum eines zurückliegenden Zeitpunktes versehen: einen Brief z.; den Zeitpunkt der Entstehung von etw. bestimmen: [der Vulkan] dessen Erstausbruch sich in die Zeit vor 200 bis maximal 500 Jahren zurückdatieren läßt Urania 1973; den Zeitpunkt der Entstehung von etw. auf einen noch früheren Zeitpunkt verlegen: so datierte man Werke des 13. Jahrhunderts, namentlich das sogenannte Nibelungenlied, um Jahrhunderte zurück Natur u. Heimat 1960
   2. etw. datiert zurück etw. stammt von einem zurückliegenden Zeitpunkt: Seine Gegnerschaft zur Kirche datiert bis zum Fünfzehnjährigen zurück Zech Rimbaud 58;
-denken /Vb./ an etw., jmdn. z. an etw. Zurückliegendes, an jmdn., den man gekannt hat, denken: sie dachte gern an diese schöne Zeit, an ihn zurück; so weit ich z. (mich erinnern) kann, hat sich ein solcher Fall noch nicht ereignet;
-drängen /Vb./
   1. jmdn. in Richtung auf den Ausgangsort drängen, schieben: [er] befahl der ... ihm treu gebliebenen Landsknechtkompanie, die Menge zurückzudrängen Klabund Bracke 139; sie wollte ihn begleiten, aber er drängte sie sanft zurück; den Feind z. (kämpfend erreichen, daß der Feind zurückweicht); /übertr./ mit Mühe drängte sie das Lachen, ihre Tränen zurück; einen Wunsch, diese Frage z.
   2. die (negative) Wirksamkeit von etw. immer mehr einschränken: Die ... Regierung ließ den bürgerlichen Staatsapparat unangetastet und tat fast nichts, um die Konterrevolution zurückzudrängen Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung 7,30; die Kriminalität z.;
-drehen /Vb./ etw. nach hinten, rückwärts, auf einen überschrittenen Punkt drehen: d. Zeiger, Uhr z. (nachstellen); /bildl./ geh. das Rad der Geschichte läßt sich nicht z. (historisch überlebte Zustände lassen sich nicht wiederherstellen);
-erhalten /Vb./ geh. etw. zurückbekommen: ich habe das verliehene Buch z.;
-erinnern, sich /Vb./ sich etw. seit langem Vergangenes ins Gedächtnis rufen: Man muß sich zurückerinnern, um anhand des damaligen Standes der Physik Bedeutung und Gewicht des Experiments ... zu verstehen Urania 1972; so weit ich mich z. (erinnern) kann, ist das so gewesen;
-erstatten /Vb./ jmdm. etw. erstatten, rückerstatten: jmdm. die Kosten z.; die Auslagen wurden (ihm) bereits zurückerstattet;
-erstattung, die Rückerstattung: die Z. der Reisekosten;
-erwarten /Vb./ jmdn. z. mit jmds. Rückkehr (zu einem bestimmten Zeitpunkt) rechnen: Der Kahlwicht hat den Pfarrer zurückerwartet Strittmatter Tinko 199; /meist im Pass./ er wird erst in einer halben Stunde, schon heute zurückerwartet; der Minister wird am Donnerstag von seiner Reise zurückerwartet;
-fahren /Vb./
   1. zum Ausgangsort fahren: ich fuhr (von N) mit der Bahn, dem Auto zurück; wir sind früher als vorgesehen zurückgefahren; um die Einfahrt frei zu machen, mußte er (mit seinem Wagen) ein paar Meter z. (rückwärts fahren)
   2. jmdn. zum Ausgangsort fahren: er hat uns (mit dem Wagen) zurückgefahren
   3. bes. vor Schreck eine plötzliche, schnelle Körperbewegung nach hinten machen, plötzlich, schnell zurückweichen: vor Schreck z.; vor der Schlange war sie entsetzt zurückgefahren; sie sah ihn und fuhr zurück; Er merkt auf dem Hof an allen Fenstern zurückfahrende Köpfe Fallada Bauern 21;
-fallen /Vb./
   1. auf die Stelle fallen, von der man sich erhoben, aufgerichtet hat: der Kandidat, der sich ... mehrmals aufzustellen suchte und mehrmals in den Sitz zurückfiel Kafka Amerika 328; erschöpft auf das Sofa z.; /meist in der Wendung/ sich z. lassen: sie ließ sich (auf den Stuhl, in den Sessel) z.; etw. fällt zurück etw. fällt nach hinten: beim Spielen [auf dem Klavier] fielen die Tüllärmel zurück, so daß man die vollen Arme sah Brecht Dreigroschenroman 351
   2. bei einem sportlichen Wettkampf immer mehr hinter den Gegnern zurückbleiben: N hatte einen Reifendefekt und fiel (weit) zurück; in einer (sportlichen) Wertung von einem vorderen Platz auf einen weiter hinten liegenden gelangen: diese Mannschaft ist (auf Platz drei) zurückgefallen; beim Wettbewerb ist diese Brigade vom vierten auf den sechsten Platz zurückgefallen
   3. etw. fällt an jmdn. zurück etw. geht wieder in jmds. Eigentum, Besitz über: das Grundstück ist an ihn zurückgefallen
   4. in etw. z. wieder in einen früheren (negativen) Zustand geraten, wieder eine frühere Gewohnheit annehmen: er ist in seinen alten Fehler zurückgefallen; kaum jedoch war er wieder gesund, fiel er in seine frühere Lebensweise zurück Bredel Väter 181; »Wie meinen Sie das ...?« fragte Lutz verwirrt, unwillkürlich wieder in das Sie zurückfallend Dürrenmatt Richter 61
   5. etw. Negatives fällt auf jmdn. zurück etw. Negatives trifft den, von dem es ausgegangen ist: Alle Verdächtigungen gegen mich werden in ein paar Tagen nur auf die Köpfe derer zurückfallen, die sie ausstreuen Brecht Dreigroschenroman 267; sein schlechtes Benehmen fällt auf seine Eltern zurück (wird seinen Eltern als Fehler, Schuld angelastet);
-finden /Vb./ den Weg zum Ausgangsort finden: du kannst umkehren, ich finde jetzt allein zurück, ich finde mich jetzt allein zurück, ich finde jetzt den Weg allein zurück; zu jmdm. z. sich wieder mit jmdm., von dem man getrennt war, verbinden: nach einigen Jahren hat er wieder zu seiner geschiedenen Frau zurückgefunden; Die Mehrzahl der mit den »Jungen« verbundenen Arbeiter fand nach einigen Jahren zur Partei zurück Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung 3,134; /übertr./ (sich) in etw. z.: es kostete ihn Mühe, (sich) ins normale Leben zurückzufinden;
-fluten /Vb./ in Richtung auf den Ausgangspunkt fluten: [der] Hut, der mit jeder Welle etwas näher kam und mit der zurückflutenden Welle wieder hinausschwamm H. W. Richter Spuren 138; /bildl./ Menschen fluten zurück Menschen bewegen sich (auf der Flucht) in Richtung auf den Ausgangsort: Die Front hat sich aufgelöst, die Armee flutet zurück Welk Morgennebel 392;
-fordern /Vb./ etw. (von jmdm.) z. von jmdm. fordern, daß er etw. zurückgibt: verliehene Bücher, verliehenes Geld z.; nach der Auflösung der Verlobung forderte sie ihre Briefe von ihm zurück;
-führen /Vb./
   1. jmdn. zum Ausgangsort, etw. zum Ausgangspunkt führen: nach dem Tanz führte er sie an ihren Platz zurück; ich führte ihn denselben Weg zurück, den wir gekommen waren; die Vorteile des automatischen Vorschubs einer modernen Bohrmaschine ... der sich beim Erreichen einer vorher eingestellten Bohrtiefe selbsttätig ausschaltet und den Bohrer zurückführt Werkunterricht 1958
   2. etw. auf etw. z. die Ursache für etw. in etw. sehen, etw. durch etw. erklären: er führte den Unfall auf einen Reifendefekt zurück; der Brand ist auf Fahrlässigkeit zurückzuführen; ich führe diese Tatsache darauf, auf den Umstand zurück, daß ...
   3. etw. auf etw., jmdn. z. etw. verfolgen, bis man zu seinem Ursprung gelangt, etw. von etw., jmdm. ableiten, herleiten: etw. auf seinen Ursprung z.; seine Herkunft auf Hugenotten z.; der Name der Stadt läßt sich auf ein lateinisches Wort z.; etw. auf etw. z. etw. verfolgen, bis man zu einer ihm zugrunde liegenden einfacheren Form, bis zu seinem Kern gelangt, etw. auf etw. reduzieren: die Lösung dieser mathematischen Aufgabe ist auf eine einfache Gleichung zurückzuführen;
-geben /Vb./
   1. jmdm. etw., was man von ihm bekommen hat, was man ihm weggenommen hat, geben, so daß er es wieder in seinem Besitz hat, jmdm. etw. wiedergeben: er hat mir mein Buch, das Geld noch nicht zurückgegeben; der Lehrer gab (den Schülern) die Aufsätze zurück; umg. ich habe mir die Auslagen z. (zurückerstatten) lassen⌉; /übertr./ jmd., etw. gibt jmdm. etw. zurück jmd., etw. veranlaßt, daß jmd. etw. wieder hat: er, dieses Erlebnis gab mir mein Selbstvertrauen zurück
   2. auf eine Aussage oder mündliche Frage sofort mündlich etw. zur Antwort geben: »Liebst du mich, Oskar?« Unwirsch gab ich zurück: »Bedaure, nicht die Spur!« Grass Blechtrommel 296;
-gehen /Vb./
   1. zum Ausgangsort gehen: ich habe etw. vergessen, ich muß noch einmal (nach Hause, ins Hotel) z.; der Schüler ging auf seinen Platz zurück; wir gehen denselben Weg zurück; nach dem Studium ging (kehrte) sie nach D zurück; nach hinten, in Richtung auf den Ausgangsort gehen: sie ging zwei Schritte zurück; der Feind ging (wich) bis N zurück; /bildl./ Ich müßte [um meine Geschichte zu erzählen] ... noch viel weiter zurückgehen, bis in die allerersten Jahre meiner Kindheit Hesse 3,101 (Demian); man muß weit in die Geschichte z., um etw. Ähnliches zu finden; etw. geht zurück etw. geht, gelangt zum Ausgangspunkt: [der] Kieszug, der mit geleerten Loren zurückging G. Hauptm. 4,57 (Bahnw.Thiel); eine Sendung z. lassen (ihre Annahme verweigern und sie an den Absender schicken); im Restaurant eine Speise z. lassen
   2. sinken: das Hochwasser geht zurück; d. Temperatur, Fieber ist zurückgegangen; die Lederwaren sind im Preis zurückgegangen; die Säuglingssterblichkeit ist zurückgegangen; allmählich schwinden, vergehen: d. Geschwür, Schwellung, Entzündung, Schmerz geht zurück
   3. etw. geht auf etw. zurück etw. hat seinen Ursprung in etw.: diese Meinung geht auf einen Irrtum zurück; dieser Name geht auf ein lateinisches Wort zurück; etw. geht auf jmdn. zurück etw. stammt von jmdm.: diese Verordnung geht noch auf Napoleon zurück; dieser Flußname geht auf die Kelten zurück; jmd. geht auf jmdn. zurück jmd. ist jmds. Nachkomme: Der Sage nach gingen die Maltravers ... auf niemand Geringeren zurück als auf Merowech Lernet-Holenia Maltravers 21
   4. der Wissenschaftler ging in seiner Arbeit auf die ältesten Quellen zurück (zog die ältesten Quellen heran);
-gezogen /part. Adj.; vgl. -ziehen 5/ z. leben den Kontakt mit den Menschen seiner Umgebung, gesellschaftlichen Umgang meiden, ganz für sich leben: wenn du die Gesellschaft zu meiden wünschest, so kannst du dort besser als anderswo zurückgezogen leben, denn das Häuschen liegt weitab Noll Holt 2,255; ein z. Leben führen;
-gezogenheit, die; /entsprechend der Bedeutung von -gezogen/: in Z. (zurückgezogen) leben; ein Leben in Z. führen;
-greifen /Vb./
   1. auf etw., jmdn. z. im Bedarfsfall etw., jmdn. zu etw. verwenden: auf seine Ersparnisse z.; als die Stelle besetzt werden mußte, griff man auf ihn zurück
   2. beim Erzählen in der Vergangenheit beginnen, ausholen: bevor ich dazu meine Meinung äußere, muß ich etwas weiter z.;
-haben /Vb./ umg. zurückbekommen: ich will das Buch z.;
-halten /Vb.; vgl. -haltend/
   1. jmdn. festhalten und ihn so daran hindern, sich vorwärtszubewegen, wegzubegeben: sie hielt das Kind am Arm, Mantel zurück; jmdn. an der Tür z.; jmdn. daran hindern, sich wegzubegeben: hat sie Herrn von Hanski, der auf seine Güter heimkehren will, noch bis zum Frühjahr unter allerhand Vorwänden in Wien zurückhalten können St. Zweig Balzac 303; eine dringende Angelegenheit hielt mich in N zurück; etw. bewußt noch nicht weg-, herausgeben: Was gestern verschenkt worden war, wurde heute sorgsam zurückgehalten Steinberg Uhren 234; eine Sendung z. (noch nicht ab-, weitersenden); den Atem z. (nicht ausatmen)
   2. etw., mit etw. z. etw., bes. eine Gefühlsäußerung, ein Gefühl, eine Meinung, nicht laut werden, sichtbar werden, erkennen lassen: wir hatten Mühe, das Lachen zurückzuhalten; er konnte seinen Ärger, mit seinem Unwillen nicht länger z.; mit seiner Meinung, seinem Urteil z.; sie hielt nicht zurück mit dem, was sie wußte; sich z. sich dazu zwingen, etw. nicht zu tun, bes. eine Gefühlsäußerung, seine Meinung nicht erkennen zu lassen: er wollte ihr folgen, hielt sich aber gewaltsam zurück; sich beim Trinken z. (mäßigen); sie konnte sich nicht mehr z., sie sagte ihm deutlich ihre Meinung
   3. jmdn. (von einer Handlung) z. jmdn. an einer Handlung hindern, von einer Handlung abhalten: jmdn. von einem unüberlegten Schritt z.; ich wollte zu ihm gehen, aber sie hat mich (davon) zurückgehalten; mit etw. z. etw. noch nicht tun, mit etw. noch warten: er hielt mit dem Verkauf, der Bestellung noch zurück;
-haltend /part. Adj.; vgl. -halten/
   1. sich anderen nicht so leicht anschließend, bescheiden im Hintergrund bleibend, reserviert, unaufdringlich: sie ist sehr z., hat ein z. Wesen; ein z. junger Mann; sie verhält sich uns gegenüber, gegen uns sehr z.; sich über etw. nur z. äußern
   2. abwartend, zögernd: er stand einer zweiten Operation z. gegenüber; Da für den Einzelhandel das Sommerwetter nicht besonders günstig war, sind viele Einkäufer zurückhaltend Tageszeitung 1962; das Publikum nahm das neue Theaterstück sehr z. (mit sehr mäßigem Beifall) auf
   3. /Adv./ nicht auffällig, dezent: ein z. gemustertes Kleid; Wegen des dekorativ bedruckten Materials wurde das Modell betont zurückhaltend gestaltet Sibylle 1970;
-haltung, die
   1. zurückhaltendes Wesen, Verhalten: er ist von vornehmer Z.; seit Ulrich ihre erste Andeutung davon abgewiesen hatte, legte sie sich gewaltsam Zurückhaltung auf Musil Mann 273; geh. Z. üben, beobachten; während des Wahlkampfes, in dem die Führer der Labour Party hinsichtlich der außenpolitischen Fragen im allgemeinen größte Zurückhaltung übten Tageszeitung 1964⌉; jmdn. mit Z. begrüßen
   2. zögerndes, abwartendes Verhalten: das Publikum nahm das Theaterstück mit größter Z. auf;
-kehren /Vb./ zum Ausgangsort, an den Ort, an dem man zuvor gelebt hat, kommen, gelangen: nach Hause, in die Heimat z.; sie ist aus dem Ausland zurückgekehrt; wir sind gerade von der Reise, einem Spaziergang, aus dem Urlaub zurückgekehrt; zu jmdm. z. sich wieder mit jmdm., von dem man getrennt war, verbinden: sie hoffte lange Zeit, daß er zu ihr z. würde; /übertr./ zu etw., in etw. z. sich wieder einer Sache, von der man sich abgewendet hatte, zuwenden: geh. er ist in den Schoß der Familie zurückgekehrt⌉; es fiel ihm schwer, ins normale Leben, zum normalen Leben zurückzukehren; ich möchte zum Thema z.; das Bewußtsein kehrt zurück (jmd. erlangt wieder das Bewußtsein);
-kommen /Vb./
   1. zum Ausgangsort kommen: wann kommst zu zurück?; von einer Reise, aus dem Urlaub z.; er lief weg und kam mit dem Buch zurück; sie kam noch einmal zurück, um den Schirm zu holen; etw. kommt zurück: der Brief ist als unzustellbar zurückgekommen (wieder an den Absender gelangt)
   2. auf etw., jmdn. z. noch einmal, erneut von etw., jmdm. sprechen: auf diese Frage, dieses Argument werde ich später noch z.; um auf den Jungen zurückzukommen, so ...; ich werde zu gegebener Zeit auf Ihr Angebot z. (mich wieder darauf beziehen); bei Besetzung dieser Stelle werden wir auf Sie z.;
-können /Vb./ umg.
   1. zurückgehen, zurückfahren können, vgl. zurück 1: es ist zu spät, wir können heute nicht mehr zurück
   2. nicht mehr z. etw. nicht mehr rückgängig machen können: ich habe nun einmal zugesagt, ich kann nicht mehr zurück;
-kriegen /Vb./ umg. etw. zurückbekommen;
-lassen /Vb./
   1. etw., jmdn. an der Stelle, dem Ort lassen, von dem man sich entfernt: das Gepäck im Hotel z.; hat er keine Nachricht zurückgelassen?; /bildl./ er ließ (bei seinem Tod) seine Frau und drei kleine Kinder zurück
   2. etw. läßt etw. zurück etw. bleibt als Folge von etw.: die Wunde ließ eine tiefe Narbe zurück; dieses Erlebnis hat bei ihm ein tiefes Glücksgefühl zurückgelassen;
-lassung, die; /entsprechend der Bedeutung 1 von -lassen/ das Zurücklassen: papierdt. unter Z. hoher Schulden verzog er nach N;
-legen /Vb./
   1. etw. an seinen früheren Platz legen: sie legte den Schmuck in das Etui zurück
   2. einen Körperteil, sich nach hinten legen: der Zahnarzt forderte ihn auf, den Kopf zurückzulegen; das Pferd legte die Ohren zurück; sie legte sich im Sessel zurück
   3. jmdm., für jmdn. etw. z. etw. nicht verkaufen, sondern für jmdn., der es bestellt hat, liegen lassen: können Sie mir, für mich das Buch bis morgen z., ich habe jetzt nicht genug Geld bei mir; ich habe mir zwei Konzertkarten z. lassen; Geld, umg. etwas⌉ z. Geld (über längere Zeit hin) sparen: ich lege jeden Monat für meine Urlaubsreise etwas Geld zurück; umg. daß wir ein gutes und sicheres Auskommen hatten und uns was zurücklegen konnten Welk Grambauer 253
   4. eine Strecke von Anfang bis Ende gehen, fahren, hinter sich bringen: [der Weg von ihrer Haustür bis zur Schule] den ihr Gatte Hagauer viermal des Tags zurücklegte Musil Mann 966; er legte den Weg zu Fuß zurück; die letzte Strecke legten wir mit der Eisenbahn zurück; wir haben täglich 25 Kilometer zurückgelegt; /übertr./ es war ein schwerer Weg, der zurückgelegt werden mußte, um dieses Ziel zu erreichen
   5. österr. eine Funktion, das Amt z. (niederlegen);
-lehnen /Vb./ sich, den Kopf nach hinten lehnen: sich (im Sessel, in den Sessel) z.; den Kopf z.;
-liegen /Vb./
   1. in der Vergangenheit liegen, in der Vergangenheit geschehen sein: dieses Ereignis liegt schon einige Jahre zurück; Von einem bestimmten Zeitpunkt an, der jetzt mehr als sieben Jahre zurückliegt Steinberg Uhren 12
   2. Sport in einer sportlichen Wertung um eine bestimmte Zeit, Distanz hinter einem weiter vorn Plazierten, bes. hinter dem Führenden, liegen: N lag mit 2 : 43 Minuten nicht weit hinter dem Sieger zurück; der Fahrer lag drei Runden zurück; die Mannschaft lag 2 : 3, mit 2 : 3 Toren, schon mit drei Toren zurück;
-melden /Vb./ sich z. melden, daß man zurückgekehrt ist: der Soldat meldete sich beim Diensthabenden zurück; Der junge Mann wird sich innerhalb einer Woche zurückmelden, wo Bargeld und eine vorzügliche Küche seiner warten Rehfisch Hexen 225; jmdn. z.: Herr Oberleutnant, melde meinen Zug vom Schanzen in vorderer Linie zurück Renn Krieg 207;
-müssen /Vb./ umg. zurückgehen, zurückfahren müssen, vgl. zurück 1: es ist schon spät, wir müssen zurück;
-nahme, die; -, -n /Pl. ungebräuchl.; entsprechend der Bedeutung 4 von -nehmen/ das Zurücknehmen: jmdn. zur Z. seines Antrags, einer Äußerung bewegen;
-nehmen /Vb./
   1. etw., was man weggegeben hat, einem weggenommen worden ist, nehmen, so daß man es wieder in seinem Besitz hat: nimm das Geld zurück, ich brauche es nicht; Stets von neuem nahm er mit der Linken zurück, was er mit der Rechten gab Feuchtw. Füchse 640; eine verkaufte Ware wieder annehmen und das beim Verkauf erhaltene Geld zurückzahlen: können Sie diese Schuhe wieder z.?
   2. einen Körperteil nach hinten, in die Ausgangsstellung bewegen: Er fuhr hastig fort, den Arm zurücknehmend Brecht Dreigroschenroman 90; die Knie gestreckt, die Schultern zurückgenommen Benedix-Mügge Gymnastik 18
   3. Mil. Truppen z. Truppen nach hinten verlegen, zurückziehen: eine Stellung, die Front z.; Sport der Trainer hat den Stürmer zurückgenommen (der Hintermannschaft hinzugefügt)
   4. etw. rückgängig machen, für nichtig, nicht mehr gültig erklären: e. Klage, Verbot, Auftrag z.; eine (beleidigende) Äußerung (auf Verlangen des Beleidigten hin) für nicht zutreffend erklären: er mußte die Beleidigung öffentlich z.; e. Behauptung, Verdacht, Äußerung, seine Worte z.; ich nehme von dem, was ich gesagt habe, kein Wort zurück; Es war mir so herausgefahren, es war zu spät, es zurückzunehmen Nossack Spätestens im November 50; Brettspiele einen Zug z. einen Zug für ungeschehen erklären: darf ich diesen Zug z.?; Vater, zurücknehmen gibt's nicht, und hier, diesen Springer hast du berührt, du mußt damit ziehen Becher 4,209 (Abschied);
-neigen /Vb./ sich, den Kopf nach hinten neigen: er neigte sich weit zurück; den Kopf z.;
-pfeifen /Vb./ einen Hund durch Pfeifen auffordern zurückzukommen: ein großer Hund [fiel] mich an, der von einem Fenster her zurückgepfiffen wurde Hesse 2,45 (Gertrud); /übertr./ salopp jmdn. z. jmdm. befehlen, von einem (zunächst in seinem Interesse durchgeführten) Vorhaben abzulassen: da sahen sich die Führer durch die Entrüstung der Welt gezwungen, ihre Leute zurückzupfeifen Feuchtw. Oppermann 221; Aber das Angefangene muß zu Ende geführt werden. Ich kann die Schupo nicht zurückpfeifen Fallada Bauern 198;
-prallen /Vb./
   1. gegen etw., jmdn., an etw., jmdn. prallen und sich danach heftig von dort in Richtung auf den Ausgangspunkt, Ausgangsort bewegen: der Ball prallte von der Wand zurück; Dabei war ich ... in zwei Pferde hineingelaufen und prallte zurück Renn Kindheit 66
   2. bes. vor Schreck eine plötzliche, schnelle, heftige Körperbewegung nach hinten machen, plötzlich, schnell, heftig einige Schritte nach hinten machen: sie prallte (entsetzt, erschrocken) zurück, als sie ihn erblickte, als sie das hörte; als er die Tür öffnete, prallte er zurück; sie prallte vor ihm, vor diesem Anblick zurück;
-reichen /Vb./
   1. geh. jmdm. etw. zurückgeben: Der junge Mann reichte ... das Dokument in den Wagen zurück Werfel Musa Dagh 631
   2. sich bis zu einem in der Vergangenheit liegenden Zeitpunkt, Zeitraum, Ereignis erstrecken: aus unserem Stammbaum, der ... weit ins sechzehnte Jahrhundert zurückreicht Becher 4,104 (Abschied); diese Tradition reicht weit zurück; die Anfänge unseres Briefwechsels reichen bis ins Jahr 1957 zurück;
-reißen /Vb./ jmdn. nach hinten, in Richtung auf den Ausgangsort reißen: jmdn. von einem Abgrund z.; Zwei Uniformierte packten Quangel und rissen ihn roh gegen die Zellenwand zurück Fallada Jeder stirbt 543;
-rufen /Vb./
   1. jmdn. mit lauter Stimme auffordern umzukehren, zurückzukommen: ich war schon auf der Straße, als er mich zurückrief; jmdn. auffordern zurückzukommen, zurückzukehren: er wurde aus dem Urlaub zurückgerufen; der Botschafter wurde aus N zurückgerufen; /übertr./ einen Bewußtlosen wieder ins Leben z. (erreichen, daß er aus seiner Bewußtlosigkeit erwacht); durch das Klingeln wurde ich in die Wirklichkeit zurückgerufen (war ich mir wieder der Wirklichkeit bewußt)
   2. jmdm., der einem etw. zugerufen hat oder der sich hinter einem befindet, etw. zurufen: er hat noch zurückgerufen, daß er auf mich warte; sie rief zurück: »Ich komme morgen wieder!«; sich mit jmdm., von dem man angerufen worden ist, wieder telefonisch in Verbindung setzen: sobald ich etw. erfahren habe, rufe ich zurück; österr. jmdn. z.: ich habe im Moment keine Zeit, ich rufe dich in zehn Minuten zurück
   3. sich /Dat./ etw. (ins Gedächtnis) z. sich etw. aus der Vergangenheit wieder vorzustellen suchen, sich an etw. erinnern: sie versuchte, sich seine Abschiedsworte (ins Gedächtnis) zurückzurufen; der Besuch hatte mir manche Kindheitserlebnisse ins Gedächtnis zurückgerufen;
-schalten /Vb./ bei einem Kraftfahrzeug auf einen niedrigeren Gang schalten: Noch mehr Einfühlungsvermögen erfordert das Zurückschalten Lehrbuch f. Fahrschüler 160; vom vierten auf den dritten Gang z.;
-schaudern, schauderte zurück, ist zurückgeschaudert
   1. schaudernd zurückfahren: bei diesem Anblick schauderte sie unwillkürlich zurück
   2. vor etw. z. schaudernd von etw. Abstand nehmen, vor etw. zurückschrecken: er schauderte vor dieser furchtbaren Tat nicht zurück;
-schauen /Vb./ landsch. zurückblicken: er ging fort, ohne noch einmal zurückzuschauen; /übertr./ wenn ich auf meine Jugend zurückschaue, so muß ich sagen ...;
-scheuen, scheute zurück, ist zurückgescheut
   1. vor jmdm., etw. z. aus Angst, vor Schreck (vor jmdm., etw. zurückweichen und) jmdn., etw. zu meiden suchen: [ihr Junge] scheut vor dem Doktor zurück Hochhuth Stellvertreter V 2, Regiebemerkung
   2. vor etw. z. aus Ängstlichkeit, wegen möglicher Unannehmlichkeiten von etw. Abstand nehmen: Die Anschaffung war kostspielig -- Onkel Franz scheute lange davor zurück Böll in: Erkundungen 153; Um sein Ziel, die Errichtung seiner Weltherrschaft, zu erreichen, scheute er [der faschistische Imperialismus] nicht vor der Versklavung und Ausrottung ganzer Völker zurück Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung 11,13;
-schieben /Vb./ etw. nach hinten schieben: die Mütze, seinen Stuhl z.; etw. zum Ausgangspunkt schieben: sie schob den Sessel in die Ecke zurück; den Teller z. (wegschieben); den Riegel z. (aufschieben); einen Vorhang z. (zur Seite schieben); die Nagelhaut z.;
-schlagen, schlug zurück, hat/ist zurückgeschlagen
   1. etw. in Richtung auf den Ausgangspunkt schlagen (hat): den Ball z.; sich heftig in die entgegengesetzte Richtung bewegen (ist): das Pendel schlägt zurück; Beim Andrehen ließ er die Kurbel zu früh los, so daß sie zurückschlug Renn Krieg ohne Schlacht 128
   2. jmd. schlägt zurück jmd. schlägt jmdn., der ihn geschlagen hat, wieder (hat): Hans schlug Peter ins Gesicht, Peter schlug zurück; /übertr./ einen Vergeltungsschlag führen, eine Vergeltungs-, Gegenmaßnahme treffen: Abgesehen von Kriegen, bei denen man mir nichts, dir nichts überrannt werden soll. Da schlägt man zurück H. M. Rauchfuss Lämmer 348
   3. etw. Bedeckendes (teilweise) auf die Seite, in die entgegengesetzte Richtung wenden (hat): einen Vorhang, die Bettdecke z.; das Verdeck des Autos war zurückgeschlagen; Als die Frau die Läden zurückschlug (öffnete) und sich nach dem hellen Zimmer zurückdrehte Seghers 4,349 (Siebtes Kreuz); den Deckel des Koffers z. (aufschlagen, -klappen)
   4. den Feind, Gegner, einen Angriff abwehren (hat): den Feind z. (kämpfend erreichen, daß der Feind zurückweicht); den Angriff der gegnerischen Elf z.;
-schneiden /Vb./ Triebe und Zweige sachgerecht durch Schneiden kürzen: die überwinterten Pelargonien auf ein Drittel der Länge z.; eine Hecke z.; die Seitentriebe der Stachel-, Johannisbeeren um die Hälfte z.;
-schnellen /Vb./ sich plötzlich und schnell in die entgegengesetzte Richtung bewegen: einen Ast z. lassen; Er wischte die Klinge ... ab, darauf ließ er sie zurückschnellen und steckte das Messer wieder ein Uhse Söhne 89;
-schrauben /Vb./ etw. reduzieren, einschränken: seine Erwartungen, Ansprüche z.; Forderungen aufs rechte Maß z.; den Versuch ... das Organistengehalt auf die Bezüge des letzten der beiden Ahles zurückzuschrauben H. Franck J. S. Bach 208;
-schrecken1 /Vb./ jmdn. in Schrecken versetzen (und von etw. abhalten, abbringen): dieser Gedanke hat ihn zurückgeschreckt; seine Drohung schreckte mich nicht zurück; Das sei kein guter Soldat ... der sich durch den Gedanken des Todes von der Schlacht zurückschrecken lasse Ric. Huch Dreißigjähr. Krieg 1,445;
-schrecken2 (er schreckt / schrickt zurück), schrak / schreckte zurück, ist/hat zurückgeschreckt
   1. / er schreckt, schrickt zurück, schrak, schreckte zurück, ist zurückgeschreckt / erschrecken und zurückfahren: sie schrak zurück, als sie die Schlange sah; Einmal berührte sein Knie das der Micelli, und er spürte, wie sie zurückschreckte Fürnberg Mozart-Novelle 45
   2. /er schreckt zurück, schreckte zurück, ist/hat zurückgeschreckt/ vor etw. z. von etw. aus Furcht Abstand nehmen, etw. nicht wagen: vor einer Aufgabe, Arbeit z.; im letzten Augenblick schreckte sie (davor) zurück, die Einladung anzunehmen; Sie hatte damals davor zurückgeschreckt, den Namen Erwin vorzuschlagen Seghers 6,123 (Die Toten); Die Militaristen schreckten nicht davor zurück, neue Waffen zuerst gegen den »inneren Feind« aufzubieten Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung 4,145;
-schwingen, schwang zurück, hat / ist zurückgeschwungen in die entgegengesetzte Richtung schwingen (ist): das Pendel ist zurückgeschwungen; Turnen mit dem Körper nach hinten schwingen (hat/ist): aus dem Hang z.; etw. z. (hat): er hat den rechten Arm zurückgeschwungen;
-sehnen /Vb./ sich nach etw. z. sich nach etw. Vergangenem, Verlorenem sehnen: sie sehnte sich nach der Geborgenheit ihres Elternhauses, nach der Heimat zurück; geh. etw. z.: er sehnte die schöne Zeit seiner Jugend zurück;
-setzen /Vb./
   1. sich, jmdn., etw. an seinen früheren Platz setzen: sie stand auf, setzte sich dann aber auf den Sessel zurück; Marie setzte das Kind ... in das Klappbett zurück Seghers 3,303 (Rettung); die Vase auf den Tisch z.
   2. sich, jmdn., etw. nach hinten setzen: sie setzte sich etwas weiter, eine Reihe zurück; den Stuhl ein Stück z.; ein Bein z.; etw. nach hinten versetzen: Damenpumps ... moderner zurückgesetzter Steilabsatz Sibylle 1966; Des besseren Lichteinfalles wegen mußten das vierte und fünfte Obergeschoß zurückgesetzt werden Tageszeitung 1956
   3. ein Auto z. mit dem Auto ein kleines Stück rückwärts fahren: [um auf die linke Fahrbahn überwechseln zu können] mußten sie aber nun erst unter Schwierigkeiten und Behinderung des nachfolgenden Verkehrs zurücksetzen Tageszeitung 1966; der Fahrer hat inzwischen (seinen Wagen) zurückgesetzt
   4. landsch. etw. im Preis z. den Preis von etw. senken, herabsetzen: zweimal ist er [der Trenchcoat] schon im Preis zurückgesetzt worden Fallada Kleiner Mann 120
   5. jmdn. benachteiligen, schlechter als andere behandeln: sie hat ihn den Geschwistern gegenüber zurückgesetzt; habe ich dich nicht behandelt wie meinen Sohn? Hab ich dich je zurückgesetzt? Frisch Andorra 4; sich zurückgesetzt fühlen;
-setzung, die; /entsprechend der Bedeutung 5 von -setzen/;
-sinken /Vb./
   1. auf die Stelle sinken, von der man sich erhoben, aufgerichtet hat: sie sank auf das Sofa, in den Sessel zurück; sich nach hinten fallen lassen: sie sank erschöpft, mit einem Seufzer (in den Sessel) zurück
   2. in etw. z. wieder in einen früheren (negativen) Zustand geraten: sie sank in Hoffnungslosigkeit zurück; Sie ... sinkt mit einem Seufzer in ihren Schlaf zurück Bergengr. Feuerprobe 34;
-springen /Vb./
   1. nach hinten springen: als plötzlich ein Auto kam, sprang sie zurück; heftig nach einem Aufprall in Richtung auf den Ausgangspunkt springen: der Ball sprang zurück
   2. etw. springt zurück etw. unterbricht eine Linie dadurch, daß es (im rechten Winkel) hinter ihr liegt, etw. ist nach hinten versetzt: das Obergeschoß springt etwa einen Meter zurück; dieser Häuserblock springt etwas zurück; an dieser Stelle sprang die Mauer zurück;
-stecken /Vb./
   1. etw. an seinen früheren Platz stecken: er steckte das Geld (in das Portemonnaie) zurück; die Zeitung in die Tasche z.
   2. umg. seine Forderungen, Ansprüche einschränken, mäßigen: wirst zurückstecken müssen, Schwarze, dreie sind einer mehr als wir zwei Sakowski Steine 3; du mußt auch mal z. können;
-stehen /Vb./
   1. etw. steht zurück etw. unterbricht eine Linie dadurch, daß es hinter ihr steht, etw. ist nach hinten versetzt: sein Haus steht etwas zurück
   2. hinter jmdm., etw. z. weniger leisten, schlechter sein als ein anderer: er steht (in seinen Leistungen, an Opferbereitschaft) nicht hinter den anderen zurück; alle halfen, keiner wollte (hinter den anderen) z.; Als Dichter steht Lessing hinter Goethe und Schiller ... zurück Mehring Lessing-Legende 64
   3. anderen den Vortritt lassen, zugunsten von anderen auf etw. verzichten: nehmt es euch, ich stehe gern zurück; er wird nie lernen, daß er auch einmal (hinter seiner Schwester) z. muß; Auch du mußt jetzt bald ein hübsches Kleid bekommen, du stehst immer zurück Marchwitza Jugend 233;
-stellen /Vb./
   1. etw. an seinen früheren Platz stellen: stell bitte das Buch in den Schrank zurück!; die Stühle an ihren Platz z.
   2. die Zeiger z. (rückwärts, auf einen überschrittenen Punkt stellen, zurückdrehen); die Uhr (um) eine Stunde z.
   3. jmdm., für jmdn. etw. z. etw. nicht verkaufen, sondern für jmdn., der es bestellt hat, stehenlassen: können Sie mir, für mich das Rad bis morgen z., ich habe jetzt nicht genug Geld bei mir
   4. österr. jmdm. etw. zurückgeben, zurückschicken: unverlangt eingesendete Manuskripte, denen kein Rückporto beiliegt, werden nicht zurückgestellt
   5. etw. (zugunsten von etw. anderem) verschieben, vorläufig nicht realisieren, in Angriff nehmen: einen Plan, die Regelung einer Angelegenheit z.; dieses Projekt muß zurückgestellt werden; nach dem Tode von Karl Marx stellte Engels diese Arbeit zurück Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung 3,54; seine Wünsche, privaten Interessen, Bedenken z.
   6. jmdn. (von etw.) z. jmdn. vorläufig nicht zu etw. zulassen: /meist im Pass./ er wurde wegen seines Studiums, aus gesundheitlichen Gründen (vom Wehrdienst) zurückgestellt (vorläufig nicht einberufen); ein Kind (von der Schule) z. (vorläufig nicht einschulen); der Direktor teilte den Eltern mit, daß ihr Sohn (für ein Jahr) zurückgestellt werden muß;
-stellung, die; /entsprechend den Bedeutungen 4. 5. 6 von -stellen/;
-stoßen /Vb./
   1. etw., jmdn. nach hinten stoßen: Sie stand auf, wobei sie den Stuhl geräuschvoll mit den Kniekehlen zurückstieß Wasserm. Gänsemännchen 76; er stieß die kleine Schwester jäh zurück
   2. jmd. stößt jmdn. zurück jmd. erregt bei jmdm. Anstoß und bewirkt dadurch, daß er von ihm gemieden wird: er hat ihn (durch sein Verhalten) zurückgestoßen; etw. stößt jmdn. zurück: sein schroffes Auftreten stieß viele zurück;
-strahlen /Vb./ Strahlen zurück- werfen: [sechs Kerzen brannten in sechs Leuchtern] auf dem schneeweißen Tischtuch, dessen gestärkter Glanz die sechs Flammen zurückstrahlte J. Roth Hiob 269;
-streichen /Vb./ (sich /Dat./, jmdm.) das Haar, die Haare z. (nach hinten streichen);
-strömen /Vb./ in Richtung auf den Ausgangspunkt strömen: das Wasser strömt zurück; /bildl./ Menschen strömen zurück Menschen bewegen sich zum Ausgangsort: nach der großen Pause strömten die Kinder ins Schulgebäude zurück;
-stufen /Vb./ jmdn. in eine niedrigere Stufe versetzen
   a) jmdn. in eine niedrigere Gehaltsstufe, Lohngruppe einstufen: er mußte (in eine niedrigere Lohngruppe) zurückgestuft werden
   b) der Student wurde wegen langer Krankheit zurückgestuft (in ein niedrigeres Semester versetzt);
-stufung, die; /entsprechend den Bedeutungen a u. b von -stufen/;
-taumeln /Vb./ nach hinten taumeln: er bekam einen Schlag und taumelte (mehrere Schritte) zurück; sie taumelte zurück und stürzte zu Boden;
-treten /Vb./
   1. nach hinten treten: einen Schritt z.; sie trat vom Fenster zurück; z. von der Bahnsteigkante!
   2. Das Tor war in die Mauer so eingesetzt, daß es um einen weiteren halben Meter zurücktrat (nach hinten versetzt war, zurücksprang) Steinberg Uhren 236; der Wald trat zu beiden Seiten des Pfades zurück (es entstand an beiden Seiten des Pfades ein immer größer werdender Abstand zum Wald)
   3. das Hochwasser tritt zurück (sinkt)
   4. jmd. tritt (von seinem Amt) zurück jmd. gibt sein Amt auf, legt sein Amt nieder /bes. von Mitgliedern einer bürgerl. Regierung/: die italienische Regierung ist zurückgetreten; der Minister trat aus Gesundheitsgründen zurück; jmd. tritt von etw. zurück jmd. nimmt von etw. Abstand, gibt etw. auf: zu meinem Bedauern muß ich von der gestern getroffenen Abmachung z. (muß ich sie wieder rückgängig machen); von e. Plan, Forderung z.
   5. etw. tritt (hinter einer Sache, gegenüber etw.) zurück etw. tritt gegenüber anderem in den Hintergrund: dieser Vorfall tritt hinter, gegenüber den wichtigen Ereignissen zurück; die Unterschiede müssen jetzt hinter den Gemeinsamkeiten z.; jmd. tritt (hinter etw.) zurück: Ein solcher Arbeitsstil, in dem der Mensch schließlich völlig hinter die Sache zurücktritt Steenbeck Wissen 223;
-tun /Vb./ umg. etw. an seinen früheren Platz tun: sie tat den Karton in den Schrank zurück;
-verfolgen /Vb./ etw. in die Vergangenheit in Richtung auf seine Entstehung, seinen Ursprung verfolgen: [es ist] mir gelungen, unsere Familie in ihren Verzweigungen noch über die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückzuverfolgen Th. Mann 7,501 (Lotte);
-verlangen /Vb./
   1. etw. (von jmdm.) z. von jmdm. verlangen, daß er etw. zurückgibt, etw. zurückfordern: er verlangte sein Buch zurück
   2. nach etw. z. nach etw. Vergangenem, Verlorenem verlangen: es wäre albern gewesen, nach einer Sonne zurückzuverlangen, der, als sie übermütig waltete, so mancher Seufzer gegolten hatte Th. Mann 9,723 (Mario);
-versetzen /Vb./
   1. jmdn. an seinen Ausgangsort versetzen: obgleich er aus dem Spital wieder zur Truppe zurückversetzt worden war Musil Mann 1554
   2. DDR veraltend jmdn. in eine niedrigere Stufe versetzen: der Schüler mußte wegen seiner langen Krankheit zurückversetzt werden (mußte in die nächst niedrige Klasse eingestuft werden)
   3. sich (in eine vergangene Zeit) z. sich in eine vergangene Zeit versetzen: Vor einer Anzahl von Bildern fühlte man sich in die Zeit um 1930 zurückversetzt Bild. Kunst 1955;
-versetzung, die; /entsprechend den Bedeutungen 1 u. 2 von -versetzen/;
-weichen /Vb./
   1. einige Schritte von jmdm., etw. weg nach hinten machen: als er auf sie zuging, wich sie erschrocken (einige Schritte) zurück; Karl wich zurück, denn aus Robinsons Mund kam ein unerträglicher Branntweingeruch Kafka Amerika 213; der Feind wich zurück (gab dem Druck des Gegners nach und entfernte sich nach hinten, in Richtung auf seinen Ausgangsort)
   2. vor einer Schwierigkeit z. eine Schwierigkeit, mit der man konfrontiert ist, aus Furcht zu meiden suchen: vor einer Anstrengung, Auseinandersetzung z.; nachgeben: in der Diskussion keinen Fußbreit z.; Die Koalitionsregierungen ... waren vor der Reaktion zurückgewichen (haben der Reaktion gegenüber nachgegeben) Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung 9,33
   3. eine zurückweichende (schräg nach hinten gehende, fliehende) Stirn;
-weisen /Vb./
   1. jmdn. an den Ausgangsort weisen: da sein Paß nicht gültig war, wurde er an der Grenze zurückgewiesen; /übertr./ jmdn. in seine Schranken z.
   2. jmdn., etw. abweisen, mit Entschiedenheit erklären, daß man nicht gewillt ist, auf jmdn., etw. einzugehen, jmds. Anliegen stattzugeben, jmds. Angebot anzunehmen: viele Einlaßbegehrende mußten wegen Überfüllung des Saales zurückgewiesen werden; als er zudringlich wurde, wies sie ihn zurück; jmds. Anliegen, Wunsch, Bitte, Forderung, e. Zumutung, Ansinnen, Antrag, Beschwerde, Einmischung z.; e. Einspruch, Berufung z.; sie weist jeden Gedanken an eine Heirat zurück; jmds. Angebot, Hilfe, Einladung, Ehrung, Entschuldigung z.; einen Vorschlag scharf, schroff z.; eine Beschuldigung z. mit Entschiedenheit erklären, daß eine gegen einen erhobene Beschuldigung nicht zutrifft: e. Verdacht, Vorwurf entrüstet, empört, energisch z.;
-weisung, die; /entsprechend den Bedeutungen 1 u. 2 von -weisen/;
-wenden /Vb./ sich, den Kopf nach jmdm., der sich hinter einem befindet, wenden: in der Tür wandte sie sich, wandte sie den Kopf noch einmal nach ihm zurück;
-werfen /Vb./
   1. etw. in Richtung auf den Ausgangspunkt werfen: den Ball z.
   2. Strahlen, Wellen in die (bis zu einem gewissen Grad) entgegengesetzte Richtung lenken, reflektieren: der Spiegel wirft die Lichtstrahlen zurück; jeder Lichtstrahl, der das Elektron trifft und von demselben zurückgeworfen wird Planck Weltbild 33; Riesenspiegel, die in ihrem kristallenen Schliff den Glanz von Hunderten von Flämmchen zurückwarfen Viebig Tägl. Brot 352; die Wand wirft den Schall zurück
   3. etw., sich nach hinten werfen: den Kopf (stolz) z.; sie warf mit einem Ruck ihr Haar zurück; er warf sich in seinen Stuhl, in die Kissen zurück
   4. den Feind z. (ihn kämpfend erreichen, so daß er weit zurückweicht); [die Rote Armee] warf die faschistischen Truppen stellenweise bis zu 700 Kilometer zurück Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung 11,104
   5. etw. wirft jmdn. zurück etw. verursacht bei jmdm. einen Rückschritt, etw. verursacht, daß jmd. in seiner Entwicklung, seinen Leistungen auf einen schlechteren, längst überwundenen Stand gelangt: das Mißlingen dieses Experiments warf den Forscher (in seiner Arbeit) um Jahre zurück; die Krankheit hat ihn beruflich weit zurückgeworfen; der Herzanfall hat die Kranke wieder zurückgeworfen; etw. wirft etw. zurück: Daß aber diese einmalige Kunst als beispielgebend galt ... das warf Theater und Kritik um ein Jahrhundert zurück Brecht Schriften z. Theater 1,166;
-wirken /Vb./ etw. wirkt auf etw. zurück eine Sache wirkt wieder auf etw., das seinerseits zuvor auf diese Sache gewirkt hat: Daß die Technik Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften und aus der Produktionstätigkeit verarbeitet und auch auf diesen Bereich aktiv zurückwirkt Urania 1963;
-wollen /Vb./ umg. zurückgehen, zurückfahren wollen, vgl. zurück 1: wir wollen noch heute zurück;
-wünschen /Vb./ etw., jmdn. z. wünschen, daß man etw. Vergangenes, Verlorenes wieder hat, daß jmd. zurückkommt, zurückkehrt: sie wünschte ihre Unabhängigkeit zurück; sie haben jene abtrünnigen Verbrecher ins Land zurückgewünscht Werfel Musa Dagh 527; sich zu jmdm. z. wünschen, daß man wieder bei jmdm. ist: Zu seiner Mutter wünschte er sich nicht zurück Noll Holt 1,133;
-zahlen /Vb./ jmdm. Geld z. jmdm. Geld, das man von ihm erhalten hat, geben, so daß er es wieder (in seinem Besitz) hat: Schulden, einen Betrag (mit Zinsen) z.; jmdm. ein Darlehen z.; /übertr./ jmdm. etw. heimzahlen: diese Gemeinheit werde ich ihm z.; jmdm. etw. mit gleicher Münze z.;
-ziehen /Vb.; vgl. -gezogen/
   1. etw., jmdn. nach hinten, in Richtung auf den Ausgangspunkt, Ausgangsort ziehen: den Stuhl z.; seine Hand, das Bein z. (nach hinten, in die Ausgangsstellung ziehen); als ich gehen wollte, hielt sie mich fest und zog mich zurück; die Vorhänge z. (zur Seite ziehen)
   2. Mil. Truppen z. Truppen nach hinten, in Richtung auf den Ausgangsort verlegen, zurücknehmen: Die weiter vorgeschobenen Teile des Regiments werden jetzt zurückgezogen Renn Krieg 267⌉; die Regierung zog ihre Diplomaten aus N zurück (veranlaßte sie wegen eines politischen Konfliktes mit dem betreffenden Land, ins Heimatland zurückzukehren); sich z.: der Feind zog sich zurück
   3. zum Ausgangsort ziehen: sie sind nach Leipzig zurückgezogen; sie ist zu ihrer Mutter zurückgezogen
   4. etw., bes. einen Antrag, eine Aussage offiziell rückgängig machen, für nichtig, nicht mehr gültig erklären: eine Klage z.; e. Auftrag, Bestellung, Bewerbung z.; e. Aussage, Geständnis, seinen Einspruch, eine Zusage z.; [er] erklärte, daß er ... die mißverstehbare Wendung bedaure und zurückziehe (zurücknehme) Kisch Marktplatz 136
   5. sich z. sich aus einem Kreis Anwesender, von jmdm. entfernen und an einen einsamen Ort begeben, bes. um ungestört und allein zu sein: sie erhob sich, bat um Entschuldigung und zog sich zurück; sie hatte Schmerzen und zog sich nach Tisch zurück; das Gericht zog sich zur Beratung zurück; sich auf, in sein Zimmer z.; den Kontakt mit den Menschen seiner Umgebung (vorübergehend) aufgeben (und sich an einen einsamen Ort begeben), um ungestört leben zu können: in dem alten Schlosse ... in welches der Graf Brahe sich erst spät zurückgezogen hatte Rilke 5,32 (Brigge); sich in sich z. unzugänglich, verschlossen werden, sich abkapseln: Soviel er sich aber auch mühte, der Junge zog sich nur immer mehr in sich selbstzurück G. Hauptm. 1,29 (Quint); sich (von jmdm.) z. den Kontakt zu jmdm. aufgeben: nach meiner Scheidung haben sich die Freunde meiner Frau von mir zurückgezogen; ich darf mich jetzt nicht z., er braucht mich; sich von, aus etw. z. eine öffentliche Wirksamkeit, Tätigkeit, Stellung aufgeben: Er war krank, er wollte sich von den Geschäften zurückziehen Th. Mann 7,194 (Königl. Hoheit); sich alterswegen aus dem Berufsleben, von der Bühne z.; der Weltmeister will sich vom aktiven Sport z.; sich ins Privatleben z.
   6. sich auf eine bestimmte Position z. von einer anfechtbaren Position abgehen und (wieder) eine bestimmte, unanfechtbare Position einnehmen: er zog sich auf seinen früheren Standpunkt zurück;
-ziehung, die; /entsprechend den Bedeutungen 2 u. 4 von -ziehen/;
-zucken, zuckte zurück, ist zurückgezuckt vor Schreck eine ruckartige Bewegung machen, zusammenzucken und zurückfahren: als sie sah, wer vor der Tür stand, zuckte sie zurück; als sie den heißen Topf berührte, zuckte sie (mit der Hand) zurück


geben (er gibt), gab, hat gegeben /vgl. gegeben/
   1. jmdn. zum Eigentümer von etw. machen
   a) jmdm. etw. schenken: jmdm. (Trink)geld, eine milde Gabe, ein Geschenk g.; jmdm. etw. zu eigen g.; jeder muß sein Scherflein g.; mit offenen Händen g.; der gebende Teil sein; niemand gab etw.; /sprichw./ ein Schelm gibt mehr, als er hat; wer gerne gibt, fragt nicht lange; doppelt gibt, wer schnell gibt; den Seinen gibt's der Herr im Schlafe⌉; bibl. Geben ist seliger denn Nehmen; /bildl./ jmdm. einen Kuß g.; jmdm. seine ganze Liebe g.; jmdm. ist etw. gegeben jmd. hat die Eigenschaft, Gabe: es ist mir nicht gegeben, die Dinge leicht, schwer, tragisch zu nehmen; so gern ich einräume, daß es großen Schauspielern gegeben war, in den Rollen solcher Stücke eine gewisse Heiterkeit zu verbreiten K. Kraus 2,208 (Sprache); Singe, wem Gesang gegeben Uhland 1,32
   b) jmdm. etw. aushändigen: jmdm. seinen Lohn, einen Vorschuß, sein Zeugnis g.; sich seine Papiere g. lassen; der Überfallene mußte dem Räuber seine Brieftasche g.; /bildl./ jmdm. einen Korb g. (jmdn. abweisen); jmdm. den Laufpaß g. (jmdn. fortjagen); ich kann dir Brief und Siegel darauf g. (versichere dir, daß es wahr ist); die Besucher gaben sich die Tür, Klinke in die Hand (es kamen viele Besucher); das Heft (die Leitung) nicht aus der Hand g.; /übertr./ etw. ist in jmds. Hand gegeben; jmdm. etw. an die Hand g.; jmdm. gute Lehren mit auf den Weg g.
   c) etw. verkaufen: der Kaufmann kann die Ware nicht billiger g.; etw. auf Kredit, salopp auf Pump⌉ g.; veralt. der Händler gibt seine Ware nur um einen hohen Preis
   d) etw. bezahlen: umg. ich habe drei Mark für die Blumen gegeben⌉; er hat einen Scheck in Zahlung gegeben (mit einem Scheck bezahlt); /bildl./ umg. ich gebe keinen Pfennig, Pfifferling dafür (etw. ist mir keinen Pfennig, Pfifferling wert); ich gäbe viel darum, wenn (wünschte sehr, daß) ich dabeisein könnte, wenn er gesund würde; Ich gäb was drum, wenn ich nur wüßt, / Wer heut der Herr gewesen ist Goethe Faust I 2678
   2. jmdm. etw. reichen: gib mir meinen Mantel; dem Kind die Flasche, Nahrung, Brust g.; dem Kranken leichte Speisen g.; dem Vieh Futter g.; jmdm. etw. zu essen, trinken, verzehren g.; es gibt Kohl zu Mittag; eine Flasche Wein zum besten g.; jmdm. die Hand g.; /sprichw./ wenn man ihm den kleinen Finger gibt, nimmt er gleich die ganze Hand (ein Entgegenkommen nutzt er aus); jmdm. Feuer (für eine Zigarette) g.; /bildl./ g. Sie mir bitte Herrn N (verbinden Sie mich bitte telefonisch mit Herrn N)
   3. jmdm. etw. versetzen: jmdm. einen Schlag, Stoß, Tritt, umg. Klaps, salopp eins hinter die Ohren, eins aufs Dach⌉ g.; jmdm. einen Verweis, umg. einen Denkzettel g.; salopp es jmdm. ordentlich, feste, tüchtig g. (jmdn. verprügeln; jmdn. mit Worten zurechtweisen); gib's ihm!; gut gegeben!; das hat ihm den Rest gegeben⌉; einem kranken Tier den Gnadenstoß g. (es töten)
   4. jmdm. etw., jmdn. zu einem bestimmten Zweck überlassen, übergeben: jmdm. etw. in Verwahrung g.; ein Paket zur Post g.; jmdm. etw. zum, als Pfand g.; den Jungen in Obhut, Pflege, in die Lehre, in Kost, Pension g.; jmdm. seine Tochter zur Frau g.; den Aufsatz in Druck, Satz g.; die Aussage zu Protokoll, zu den Akten g.; /bildl./ jmdm. eine harte Nuß zu knacken g.; jmdn. mit etw. beauftragen: einen Anzug in Arbeit g.
   5. etw. hervorbringen: der Baum gibt Schatten; der Ofen gibt Wärme; landsch. die Sonne gab warm Frisch Stiller 408⌉; die Lampe gab schwaches, helles Licht; die Kühe g. Milch; Jägerspr. die Hunde gaben Hals, Laut (bellten)⌉; /sprichw./ Kleinvieh gibt auch Mist; etw. ergeben: das gibt eine gute Suppe; dieser Most wird einen guten Wein g.; zwei mal zwei gibt vier; zwei Hälften g. ein Ganzes; der Aufsatz wird zwei Druckbogen g.; das gibt ein schiefes Bild, kein richtiges Bild; ein Wort gab das andere; etw. werden: der Junge wird einen guten Kaufmann g.; /sprichw./ rauhe Füllen g. gute Pferde
   6. etw. veranstalten: e. Fest, Essen, Frühstück, Bankett, Abend, Gesellschaft, Ball g.; mit etw. auftreten: e. Konzert, Gastspiel g.; eine Vorstellung g.; sein Debüt g.; etw. aufführen: welches Stück, was wird heute im Theater gegeben?; etw. darstellen: der Schauspieler gab den Faust, Tell
   7. landsch. etw. an, in etw. tun: an das Essen Salz g.; eine Soße über den Braten g.; Kräuter unter die Rühreier g.; indem er sich einen Berg Kartoffelsalat auf seinen Teller gab Hausm. Abel 59; Im Gestrüpp sitzen und warten, bis eine Person an einem heißen Tag das Bein in den Fluß gibt Brecht Kaukas. Kreidekreis 2
   8. etw. von sich g.
   a) etw. äußern: abwertend er gibt nur Unsinn, Gemeinplätze von sich; Sie stehen hier nicht, um geistreiche Zynismen von sich zu geben Nossack Spirale 209⌉; er gab Schmerzenslaute, keinen Ton von sich; umg. er kann es nicht so recht von sich g. (sich nicht ausdrücken)
   b) umg. er mußte alles wieder von sich g. (sich erbrechen)
   9. etw. auf etw. g. Wert auf etw. legen: sie gibt viel auf gute Kleidung; ich gebe viel, wenig auf sein Urteil, diese Behauptung; auf eine Verleumdung, jmds. Worte nichts g.; ich gebe nichts auf ihn (halte nichts von ihm)
   10. jmdm., einer Sache etw. zukommen lassen
   a) jmdm. etw. erteilen: jmdm. (Nachhilfe)stunden g.; Unterricht g.; eine Lektion g.; der Lehrer gab Physik und Mathematik; ein Aufsatzthema g. (stellen); jmdm. Verhaltungsmaßregeln g.; jmdm. Aufschluß, Auskunft über etw. g.; jmdm. einen Auftrag g.; jmdm. das Wort g.
   b) sich, jmdm. Rechenschaft g. (ablegen)
   c) jmdm., einer Sache etw. zuteil werden lassen: jmdm. einen Hinweis, guten Rat, Wink, umg. Tip⌉ g.; jmdm. Hilfe g.; dem Kind eine gute Erziehung g.; geh. der Wahrheit die Ehre g. (die Wahrheit sagen)⌉; jmdm. das Nachsehen g.; jmdm. Schuld, Recht, Unrecht g.; jmdm. etw. zu verdienen, wissen, verstehen g.; »Das Blut dieser Frau komme über Sie und Ihre Kinder«, gab der Baron ihm noch zu schlucken A. Zweig Junge Frau 203; Kaufm. (jmdm.) Rabatt g. (zugestehen)
   d) jmdm. etw. vermitteln: jmdm. Bescheid, Nachricht, Kunde von etw. g.; jmdm. einen Vorgeschmack, Begriff von etw. g.; jmdm. Aufklärung, einen Überblick g.
   e) jmdm. etw. gewähren: ein Interview g.; jmdm. eine Genehmigung, seinen Segen g.; er gab seine Einwilligung; jmdm. einen Freibrief g.; dem Beleidigten Genugtuung g.; jmdm. eine (letzte) Frist g.; dem Kranken noch ein halbes Jahr (zu leben) g.; jmdm. Einblick in etw. g.
   f) jmdm. etw. bieten: jmdm. e. Chance, Perspektive, Rückhalt, Handhabe g.; jmdm. Gelegenheit, Grund, Anlaß, Veranlassung zu etw. g.; ein schlechtes, gutes Beispiel g.
   g) jmdm., einer Sache etw. verleihen: dem Werk letzte Vollendung g.; etw. gibt dem Kleid eine festliche, sportliche Note; seinem Dasein, Leben einen Sinn g.; einer Sache einen geheimnisvollen Anstrich g.; seinen Worten Nachdruck g.; seiner Stimme Festigkeit g.; jmdm., jmds. Arbeit neue Impulse, Anregungen g.; jmdm. neuen Ansporn, Auftrieb, Schwung, neue Hoffnung g.; sein Auftreten gab allen anderen Mut; die Liebe zur schönen Gamaheh ... gab mir Riesenkraft E. T. A. Hoffm. 6,66
   h) etw. erlassen: Gesetze g.; (An)weisung, Order g.; daß der Herr General Befehl gegeben habe, jeden Morgen um zehn Uhr anzurufen Musil Mann 789; eine Anordnung, papierdt. Auflage g.
   11. etw. auslösen: ein Ärgernis g.; jmdm. gibt es einen Stich; sich /Dat./ einen Ruck g.; einen Anstoß zu etw. g.; einer Angelegenheit eine glückliche Wendung g.; etw. veranlassen: sein Verhalten gibt zu denken; jmdm. etw. zu bedenken g.; Stoff zum Lachen g.
   12. /g. + abhängiges Subst. dient in abgeblaßter Bedeutung häufig zur Umschreibung eines Verbalbegriffes/ dem Kind einen Namen g. (es benennen); jmdm. den Vorzug g. (jmdn. vorziehen); jmdm. die Versicherung, e. Zusage, Beschreibung, Erklärung, Versprechen g. (jmdm. etw. versichern, zusagen, beschreiben, erklären, versprechen); jmdm. sein (Ehren)- wort g. (jmdm. etw. versichern, versprechen); jmdm. einen Bericht, seine Zustimmung g. (jmdm. berichten, zustimmen); jmdm. einen Beweis seiner Reue, Liebe g. (jmdm. seine Reue, Liebe beweisen); umg. jmdm. gute Worte g. (jmdm. gut zureden)⌉; jmdm. den Abschied g. (jmdn. verabschieden, aus einem Dienstverhältnis entlassen); geh. jmdm. das letzte Geleit g. (jmdn. zur letzten Ruhe geleiten); veraltend Herr und Frau M geben sich /Dat./ die Ehre (beehren sich)⌉; sich ein Stelldichein g. (sich treffen); ich gebe mir den Anschein, geh. das Ansehen⌉, daß ... (tue so, als ob ...); du hast dir viel Mühe gegeben (dich sehr bemüht); sich /Dat./ eine Blöße g. (sich blamieren, eine Schwäche zeigen); Obacht g. (aufpassen); umg. scherzh. Fersengeld g. (fliehen)⌉; Frieden, Ruhe g. (sich beruhigen); die Kompanie gab Feuer (feuerte); Alarm g. (jmdn. alarmieren); ein Signal g. (signalisieren); Gas g. (die Fahrt des Autos beschleunigen); den Ausschlag g. (entscheidend sein)
   13. sich g.
   a) sich ergeben: sich besiegt, gefangen, geschlagen g.; sich jmdm. hingeben: dicht. sich jmdm. zu eigen g.⌉; sich in jmds. Hände g.; daß sie einem Würdigen sich gegeben und versprochen hat St. Zweig Balzac 292; aus jener ersten Nacht, da sie sich ihm gegeben hatte H. Mann 8,330
   b) sich benehmen: sich natürlich, steif g.; sie gibt sich sehr weiblich; seine Art, sich zu g.; er gibt sich, wie er ist; sich zeigen: sich witzig, leichtsinnig g.; er gibt sich gern als Sachverständiger; Ob Toinette sich stolz gab oder freundlich, sie durfte ihrem Gefühl nicht nachgeben Feuchtw. Füchse 589; Ich gebe mich hin und wieder herzlich Nossack Spirale 94; sich (ver)stellen: sich nach außen hin gelassen g.; sie gab sich unbefangen
   c) nachlassen: nach dieser Medizin wird sich das Fieber bald g.; die Schmerzen haben sich schon gegeben; das wird sich schon noch g. (legen)
   d) sich finden: wenn die Gelegenheit sich gibt; das übrige, Weitere wird sich schon g.
   14. es gibt
   a) es ist, sind vorhanden: in diesem Fluß gibt es viele Fische; hier gibt es Mäuse; Es muß auch solche Käuze geben Goethe Faust I 3483; gibt es einen Gott?; es gab bei der Premiere viele Vorhänge; das gibt es (kommt vor); das gab es damals noch nicht; umg. was es nicht alles gibt!; was gibt es (ist) da zu reden⌉; /bezeichnet in der Verneinung häufig eine Unmöglichkeit/ es gibt kein Entweichen, kein Zurück mehr; es gab kein Halten mehr; da gibt es keine Widerrede
   b) es kommt, wird sein: umg. es gibt Sturm, Regen, Schnee, ein Gewitter; heute wird's noch etwas (Regen oder Gewitter) g.; morgen gibt es schönes Wetter⌉; es wird eine gute Ernte g.; es entsteht, tritt ein: es gibt Streit, Händel, Scherereien, umg. Krach, ein Malheur⌉; wenn du das tust, gibt es ein Unglück; es gab Krieg
   c) es wird bei Tisch gereicht, vgl. 2: heute gibt es Kohl
zu 1 wieder-, zugeben zu 1 a freigebig, freigiebig zu 1.2.3.4.7 dazugeben zu 1.2.4.5 hergeben zu 1.2.4.13 a hingeben zu 1.2.5 ausgeben zu 1.2.10 d weitergeben zu 1.2.10 h herausgeben zu 1 u. 3 drauf-, zurückgeben zu 1.3.4.8 b. 13 a übergeben zu 1. u. 4 fort-, weggeben zu 1.4.5.12.14. abgeben zu 2 herüber-, vorgeben zu 2 u. 4 eingeben zu 4 vergeben zu 4 u. 7 aufgeben zu 4 u. 10 c mitgeben zu 5.13 a.d ergeben zu 10 d bekannt-, durch-, kundgeben zu 10 f beispielgebend zu 10 g formgebend; Farb-, Formgebung zu 10 h gesetz-, verfassunggebend; gesetzgeberisch; Gesetzgebung zu 12 achtgeben; ausschlaggebend; Namen(s)gebung zu 13 a anheim-, be-, dahin-, zufriedengeben dazu an-, bei-, d(a)ran-, drein-, frei-, nach-, preis-, statt-, umgeben; untergeben; maß-, richtunggebend; maßgeblich

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Retourkutsche Rückgabe
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... einige preußische Trophäen zurückgegeben. Gleichwie Bayern, so ...
... unglückliche Frau ihrer Familie zurückzugeben, sobald diese einige ...
... werden wieder - der Kunst zurückgegeben. - Wertner - schüttelte den ...
... noch einmal an den Ausschuß zurückgegeben worden. Der Ausschuß ...
... wurde, den Eigentümern zurückgeben werde, wofür die chinesische ...
... die Mandschurei an China zurückzugeben, während China die ...
... die muß er dem Fiskus zurückgeben. Und um, sage vierzehn Mark ...
... und ihnen ihre Pässe zurückzugeben, doch ging Trepow - darauf ...
... der chinesischen Regierung zurückgegeben habe. In diesen Tagen wird ...
... Yingkon - wurde an China zurückgegeben, die militärische Verwaltung ...
... gebessert - der Gesellschaft zurückgegeben werden kann. Zum Schluß nahm ...
... Beratung an den Ausschuß zurückgegeben worden, da sich über die ...
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