BornSubstantiv
Maskulinum, -s/-es, -e
Aussprache:
eWDG, 1967

Bedeutung

dichterisch Wasserquelle, Brunnen
Beispiele:
an einem kühlen, frischen, tiefen, rauschenden Born Wasser schöpfen, trinken
Da kam des Gärtners Tochter zum Born [Mörike3,105]
der Born singt ein dunkles Lied [Löns2,301]
übertragen
Beispiele:
ein unerschöpflicher Born des Wissens, Glaubens, der Gnade, Liebe, Güte
der lebendige Born der Sprache
der ewige Born des Lebens
der Born seiner Erfahrung (seine reiche Erfahrung)
Wie sie nun gar in den Born dieser wunderbaren Augen blickte [C. F. Meyer1,270]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brunnen m. ‘Förderanlage für Grundwasser, mineralisches Quellwasser’. Ahd. brunno ‘Quellwasser, Quelle’ (9. Jh.), mhd. brunne, asächs. brunno, nl. bron, got. brunna, anord. brunnr sind mit griech. phréār (φρέαρ, aus *φρῆϜαρ) ‘Brunnen’, lit. br(i)áutis ‘mit Gewalt vordringen’, russ. (älter) brujá (бруя) ‘Strömung’ von der Erweiterung ie. *bhrē̌u-, *bhrū̌- der unter brennen (s. d.) behandelten Wurzel ie. *bher(ə)- herzuleiten. Die Doppelkonsonanz im Germ. beruht darauf, daß die germ. bzw. vorgerm. Formen nacheinander verschiedenen Deklinationstypen von n-Stämmen folgen. Wie es neben brennen Formen mit r-Metathese gibt (s. Bernstein), steht im Westgerm. neben Brunnen, Bronnen und seinen Entsprechungen nhd. Born m. mhd. burn(e), born, mnd. born(e), aengl. burna, burne.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Unterbegriffe
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Born trifft in wunderbarer Weise den schaurig-schönen Ton der Geschichten.
Süddeutsche Zeitung, 28.10.2004
Nun hört man den 1979 gestorbenen Born noch einmal selber reden.
Die Zeit, 15.09.2008, Nr. 37
Freilich, sie scharen sich durstig um jeden kleinsten Born des Wissens.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2493
Als sie von neuem sprachen, kam der Farmer Born an die Reihe.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 6212
In gleichem Sinne schrieben Sonnenfels, Denis, Blumauer, D. E. von Born.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 28743

Wortbildung

mit Born als Letztglied Glaubensborn · Gnadenborn · Kraftborn · Lebensborn · Leidensborn · Wissensborn · Zauberborn

Worthäufigkeit

selten häufig

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