KlamotteSubstantiv
Femininum, -, -n
Aussprache:
Herkunft: Herkunft unsicher
Worttrennung: Kla-mot-te (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

salopp
1.
meist im Plural
Kleidungsstück
Beispiele:
Tag und Nacht nicht aus den Klamotten kommen
du hast immer noch die nassen Klamotten am Leibe
Man schläft länger, verdient mehr, trägt bessere Klamotten [KirstNull-Acht Fünfzehn236]
Nicht in dem großen Hotel mit Kurbetrieb ... Dazu hätte ich ja auch die Klamotten gar nicht gehabt [NellFischer156]
abwertend altes, abgetragenes Kleidungsstück
Beispiele:
alte, zerlumpte, schäbige, verdreckte, speckige Klamotten
Hast du eine anständige Kluft? In den Klamotten kannst du doch nicht heiraten [RemarqueZeit zu leben256]
wertloser Gegenstand, Kram
Beispiele:
was bringst du da für Klamotten?
was soll ich mit den Klamotten?
diese alten Klamotten kannst du wegwerfen
pack, nimm deine Klamotten (= deine Sachen) und hau ab!
such deine Klamotten zusammen und verschwinde!
2.
meist im Plural
landschaftlich, berlinisch, abwertend zerbrochener Mauerstein
Beispiele:
die wertlosen Klamotten auf dem Bauplatz beiseiteräumen
die Kinder bewarfen sich mit Klamotten (= Dreck)
3.
abwertend derbes, schwankhaftes Unterhaltungsstück, das nur alberne Späße aneinanderreiht
Beispiele:
eine alte, urkomische, pantomimische Klamotte
Das bedeutet nicht, daß billige Klamotte gespielt wird [Tageszeitung1953]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klamotte f. ‘zerbrochener Ziegelstein, alter Kram, veraltetes bzw. auf grober Komik beruhendes Theaterstück’ breitet sich in der 1. Hälfte des 20. Jhs. von Berlin her aus; häufig ist der Plur. Klamotten ‘alte Kleider, ärmliche Möbel’. Die Herkunft des Wortes, das der Berliner Gaunersprache (um 1900) entstammt, ist nicht bekannt. Verbindungen zu tschech. (älter) klamol ‘Bruchstück’, zu Schamott (s. d.), zu rotw. Klabot ‘Kleidung’ oder zu jidd. k’le umonos ‘Handwerksgerät’ sind ungesichert.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Blödelei · grotesker Gag · Kintopp (im Film) · Klamauk · platte Komik · Situationskomik · Slapstick
Assoziationen
Synonymgruppe
Anziehsache(n)  ugs. · Klamotte(n) (leicht salopp)  ugs. · Kleidungsstück
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das läßt auf eine schwankhafte Deutung nahe der Klamotte schließen.
Die Welt, 06.08.2005
Sein Herz ist aus Stein, aber es schlägt noch immer für die Klamotte.
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003
In diesem Buch endet die Aufklärung immer wieder in der Klamotte.
Die Zeit, 11.10.1985, Nr. 42
So erlebte die Klamotte von der entgleisten guten Sitte noch eine unverhoffte Weltpremiere.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 120
Die Gefahr der Klamotte und einer aufgepappten Aktualisierung liegt natürlich nahe.
Fath, Rolf: Werke - C. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 615
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Accessoires Flohmarkt Frisuren Groteske Klamauk Klamotten Kosmetik Leib Make-up Melodram Schminke Schmuck Schuhe Spielzeug albernen anhat anprobiert coole derbe draufgehe eindecken entledigt grelle lärmende nähen schicke schneidere schrille turbulente verkommt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klamotte‹.

Wortbildung

mit Klamotte als Letztglied Filmklamotte · Zivilklamotte

Worthäufigkeit

selten häufig

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