ablehnenVerb
Aussprache:
Wortzerlegung: ↗ab-lehnen1
Worttrennung: ab-leh-nen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

etw., jmdn. abweisen
Beispiele:
etw., jmdn. scharf, schroff, brüsk, leidenschaftlich, rundweg, (kurz) entschlossen, glatt ablehnen
etw., jmdn. von vornherein, mit Entschiedenheit, Nachdruck, nach reiflicher Überlegung ablehnen
sich ablehnend verhalten
ein ablehnendes Gesicht, eine ablehnende Miene, Haltung zeigen
einen ablehnenden Standpunkt einnehmen
a)
etw. zurückweisen
Beispiele:
einen Verdacht, eine Beschuldigung, einen Einwand ablehnen
jede Verantwortung (dafür), eine solche Zumutung ablehnen
b)
etw. verweigern
Beispiele:
einen Eid, eine Antwort ablehnen
jedes weitere Wort, die Diskussion darüber ablehnen
die Zahlung, Unterzeichnung ablehnen
jmdn., etw. nicht anerkennen
Beispiele:
einen Richter, Gutachter, Zeugen (als befangen) ablehnen
einen Schiedsspruch, die Zuständigkeit, Urheberschaft ablehnen
etw. nicht annehmen
Beispiele:
ein Amt, eine Ehrung, einen Vorschlag, eine Wahl, Einladung, ein Geschenk (dankend) ablehnen
c)
etw. abschlagen
Beispiele:
eine Bitte, Gesuch (höflich) ablehnen
d)
etw., jmdn. missbilligen, verurteilen
Beispiele:
einen Plan, Entwurf, ein Theaterstück, Kunstwerk, eine Philosophie (allgemein) ablehnen
diesen Künstler, Dichter lehne ich ab
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lehnen Vb. ‘an einen stützenden Gegenstand stellen’, refl. ‘sich an etw. stützen, gegen etw. stellen’. Zugrunde liegen zwei Verben, und zwar ein intrans. ahd. (h)linēn (8. Jh.), mhd. linen, lenen ‘lehnen, sich stützen’ mit asächs. hlinon, mnl. lenen, loenen, leunen, nl. leunen, aengl. hleonian, hlinian, engl. to lean und ein kausatives trans. ahd. (h)leinen (um 1000), mhd. leinen ‘lehnen’, nhd. leinen (bei obd. Schriftstellern noch bis zum 18. Jh.) mit mnl. leinen, aengl. hlǣnan. Die Vermischung von intrans. und trans. Gebrauch beginnt im Mhd., worauf beide Formen wohl in dem (neben mhd. leinen stehenden) md. lēnen zusammengefallen sind. Beide Verben führen mit ablautendem ahd. (h)lēo ‘Grabhügel, Grabmal’ (8. Jh.), asächs. hlēo, aengl. hlǣw, hlāw, got. hlaiw ‘Grab’, hlain ‘Hügel’ sowie mit aind. śráyatē ‘heftet an etw., lehnt sich an, befindet sich’, śráyati ‘lehnt, bringt an etw. an, legt auf etw.’, griech. klī́nein (κλίνειν) ‘(sich) neigen, (an)lehnen, niederlegen, beugen’ (s. Klinik, Klima, Klimakterium), spätlat. clīnāre ‘biegen, beugen, neigen’ (nach lat. acclīnāre ‘anlehnen’, dēclināre ‘abändern, abweichen’, s. deklinieren, inclīnāre ‘hinneigen, hinwenden’), lat. cliēns ‘der sich schutzeshalber an einen Patron Anlehnende, Schutzbefohlener einer Gens’ (s. Klient), lit. šliẽti ‘anlehnen, stützen’, šlýti ‘sich (zur Seite oder nach vorn) neigen’ auf ie. *k̑lei- ‘neigen, lehnen’, Erweiterung der Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’ (s. Halde). ablehnen Vb. ‘zurückweisen, verweigern, nicht annehmen, ausschlagen, mißbilligen’ (um 1500), daneben (bis ins 18. Jh.) ableinen. auflehnen Vb. ‘die Arme auf etw. stützen, auflegen’, (refl.) ‘sich empören, widersetzen’, mhd. ūfleinen ‘auf-, anlehnen, befestigen’, (refl.) ‘sich aufrichten, sich empören’, (md.) ūflēnen, obd. (bis ins 18. Jh.) aufleinen. Lehne f. ‘Stütze eines Sitzmöbels für Rücken oder Arme’, obd. ‘sanfter Berghang’, ahd. (h)lina ‘Rückenlehne, Lagerstätte’ (8. Jh.), (h)lena (10. Jh.), mhd. lene, lin(e), auch ‘Geländer, Galerie’.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) ablehnend gegenüber stehen · (sich) ablehnend äußern · (sich) stören an · abrücken von · Anstoß nehmen (an)  ugs. · böse Zungen (sagen) · dagegen sein · die Zustimmung versagen · gegen etwas sein · kritisieren · missbilligen · mit Verachtung strafen · nicht für richtig halten · Position beziehen gegen · Stellung beziehen gegen · verurteilen · wenig schmeichelhafte Worte finden (zu / über)  geh.
Assoziationen
  • (die) Nase rümpfen (über) · (sein) Missfallen bekunden  geh. · (sein) Missfallen äußern  geh. · (sich) wenig begeistert zeigen · missbilligen
Antonyme
Synonymgruppe
(eine) Abfuhr erteilen · (eine) Absage erteilen · (einen) abschlägigen Bescheid erteilen (Amtsdeutsch, veraltend) · (jemanden) abweisen · (jemanden) zurückweisen · abblitzen lassen  ugs. · abbügeln  ugs. · abschlägig bescheiden · auflaufen lassen  ugs. · die kalte Schulter zeigen  ugs. · einen Korb geben  ugs. · fortschicken · in die Wüste schicken  ugs. · kalt auflaufen lassen  ugs. · nicht eingehen auf · verschmähen · von der Bettkante stoßen  ugs. · wegschicken · wegweisen · zur Hölle schicken  ugs. · zurückstoßen
Assoziationen
  • (...) kann von mir aus dahin gehen, wo der Pfeffer wächst.  ugs. · (jemand) ist die längste Zeit (...) gewesen · (jemand) kann mir gestohlen bleiben · (jemanden) soll doch der Teufel holen · (mit jemandem) nichts zu schaffen haben (wollen) · von jemandem nichts mehr wissen wollen  ugs.
  • (den) Kontakt (zu jemandem) abbrechen · (für jemanden) gestorben sein  ugs. · (jeglichen) Kontakt mit jemandem (zu) vermeiden (suchen) · (jemandem) aus dem Weg gehen · (mit jemandem) keinen Kontakt mehr suchen · bei jemandem abgemeldet sein  ugs. · mit jemandem nichts mehr zu tun haben wollen  ugs.
  • (jemanden) (kaltschnäuzig) abfertigen (mit) · (jemanden) abfrühstücken  ugs. · (jemanden) abspeisen mit  ugs. · (jemanden) abwimmeln  ugs.
  • brüskieren · düpieren · verletzen · vor den Kopf stoßen  ugs.
Antonyme
Synonymgruppe
nichts zu tun haben wollen mit · von sich weisen
Synonymgruppe
(etwas) ablehnen · (etwas) verschmähen · (etwas) zurückweisen · (meine) Antwort ist nein · (sich einer Sache) verweigern · (sich) weigern zu · abschlägig bescheiden (Antrag) · ausschlagen (Angebot) · negativ reagieren · nicht eingehen (auf etwas) · nichts wissen wollen von
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn so kommt man nicht nur in keine Koalition, so kommt man nicht einmal in die Lage, sie mit Gewinn abzulehnen.
Die Zeit, 28.10.2013, Nr. 43
Das bedeutet nicht, daß man vielleicht nicht mehr will, aber man lehnt traditionellerweise etwa zweimal ab.
Schäfer-Elmayer, Thomas: Der Elmayer. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1991], S. 10274
Er lehnte ebenso die babylonischen wie die hellenischen Götter ab.
Altheim, Franz: Das alte Iran. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22555
Er lehnte hingegen die vier anderen amerikanischen Einreden mit starker Mehrheit ab.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1959]
Aber dann lehne ich ebenso freundlich wie entschieden ab und scheue auch nicht davor zurück, das zweite Glas einfach stehenzulassen.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 120
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angebot Antrag Begründung Bundesrat Bundesregierung Forderung Gericht Gewerkschaften Gründen Grünen Hinweis Kommentar Mehrheit Pläne Regierung Rücktritt Stellungnahme Stimmen Union Vorschlag aber entschieden er erneut es grundsätzlich jedoch kategorisch lehnte strikt

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Worthäufigkeit

selten häufig

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