angebenVerb
gibt angab anhat angegeben
Aussprache:
Wortzerlegung: ↗an-1geben
Worttrennung: an-ge-ben (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. mitteilen, etw., jmdn. nennen
Beispiele:
seinen Namen, seine Adresse, sein Alter, Vermögen angeben
den Inhalt, Wortlaut, die Quellen angeben
am angegebenen Ort
zur angegebenen Zeit
wie oben angegeben
einen Grund, etw. als Grund angeben
den Preis, Bedarf angeben
die Richtung angeben (zeigen)
etw. falsch, richtig angeben
etw. nicht genau angeben können
Dann gebe ich selbst einen Zeugen an [BrechtDreigroschenroman375]
2.
jmdn. anzeigen
Beispiele:
den Täter (bei der Polizei) angeben
jmdn. verraten
Beispiele:
einen Mitschüler (beim Lehrer) angeben
den Komplizen angeben
3.
umgangssprachlich prahlen, aufschneiden
Beispiele:
sie gibt gern ein bisschen an
der gibt aber eine Stange an! salopp
4.
etw. bestimmen
Beispiele:
den Takt, das Tempo angeben
einen Ton auf dem Klavier angeben (anschlagen)
übertragen
Beispiele:
(in der Gesellschaft) den Ton angeben
5.
etw. durch Striche, Punkte andeuten, kennzeichnen
Beispiele:
eine Linie, die Umrisse angeben
den Schnitt des Kleides (auf einem Blatt Papier), den Ort des Zeltlagers (auf der Karte) angeben
6.
Kartenspiel
Gegenwort zu abgeben
Beispiele:
du gibst an (teilst die Karten für das erste Spiel aus)
Ballspiel den Ball als Erster ins Spiel bringen
7.
veraltet etw. anstellen, machen
Beispiele:
Dummheiten, Streiche, Späße angeben
was hast du wieder angegeben?
sie habe einmal als blutjunges Ding ein dummes Stückl angegeben [Anzengr.3,308]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geҍan, mnd. gēven, mnl. ghēven, nl. geven, aengl. giefan (engl. to give ist aus dem Nord. entlehnt), anord. gefa, schwed. giva, got. giban wird im allgemeinen mit lat. habēre ‘halten, haben, besitzen’, habilis ‘handlich, geeignet’, air. gaibid ‘nimmt, ergreift, erhält’, lit. gabénti ‘fördern, transportieren, herbei-, fortschaffen’, aruss. gabati ‘bedrängen, verfolgen (?)’, tschech. (älter) habati ‘raffen’, poln. gebać ‘anfechten, reizen, beunruhigen’ zu der in mehreren Varianten vorliegenden Wurzel ie. *ghabh-, *ghab-, *ghap- ‘fassen, nehmen’ (die letzte Variante wohl unter Einfluß der Wurzel ie. *kap- ‘fassen’, s. heben) gestellt. Der auffallende Bedeutungsunterschied zwischen den germ. Vertretern und dem ie. Wurzelansatz (‘geben’ – ‘nehmen’) wird damit erklärt, daß hier eine germ. Eigenbildung als Ersatz für ie. *dō- ‘geben’ vorliegt, die sowohl lautlich (im Vokalismus der Stammsilbe) wie inhaltlich unter dem Einfluß von germ. *neman (s. nehmen) als Gegenwort steht (was man hat, auswählend ergreift, „nimmt“, kann man darreichen, schenken, „geben“). Die reiche Bedeutungsentfaltung des Verbs führt zu zahlreichen Präfixbildungen mit weiteren Ableitungen. abgeben Vb. ‘(einen Teil) hergeben, abtreten, überlassen, darstellen, sein’ refl. ‘sich beschäftigen, befassen’, frühnhd. ab(e)geben, vgl. ahd. abageban ‘verlassen, im Stich lassen’ (9. Jh.); Abgabe f. ‘zu entrichtende Leistung, Überlassung’ (2. Hälfte 17. Jh.). angeben Vb. ‘(aus)sagen, anzeigen, verraten, bestimmen, prahlen, aufschneiden’, mhd. an(e)geben, auch ‘(ein Kleid) anlegen’; Angabe f. ‘Aussage, Prahlerei, Aufschneiderei’ (Anfang 16. Jh.); Angeber m. ‘Denunziant, Aufschneider’, frühnhd. angeber ‘Anfänger, Anstifter’; angeblich Adj. ‘vermeintlich’ (1. Hälfte 18. Jh.). aufgeben Vb. ‘zur Weiterleitung übergeben, erledigen lassen, verzichten, zurücktreten’, mhd. ūfgeben; Aufgabe f. ‘Übergabe zur Weiterleitung, Auftrag, Verzicht’, mhd. ūfgābe. ausgeben Vb. ‘austeilen, aushändigen, verkünden, Geld verbrauchen, spendieren’, refl. ‘seine Kräfte verbrauchen, verausgaben’, ahd. ūʒgeban ‘(her)ausgeben, ausschütten’ (9. Jh.), mhd. ūʒgeben; Ausgabe f. ‘Austeilung, Aushändigung, Verkündigung, Verbrauch an Geld, Edition, Nummer einer Zeitung, Zeitschrift’, spätmhd. ūʒgābe; ausgiebig Adj. ‘reichlich’ (Mitte 18. Jh.). begeben Vb. refl. ‘sich aufmachen, gehen, sich ereignen, geschehen’, sich einer Sache begeben ‘auf etw. verzichten’, ahd. bigeban ‘verlassen, aufgeben’ (10. Jh.), mhd. begeben; Begebenheit f. ‘Ereignis, Geschehen’ (1. Hälfte 17. Jh.). beigeben Vb. ‘mitgeben, hinzufügen, zur Verfügung stellen, nachgeben, sich fügen’ (1. Hälfte 16. Jh.); Beigabe f. (1. Hälfte 19. Jh.). eingeben Vb. ‘einflößen, einreichen’, mhd. īngeben ‘übergeben, überweisen’; Eingabe f. ‘das Einflößen, schriftlicher Vorschlag, Gesuch’, spätmhd. ingābe; Eingebung f. ‘plötzlich auftauchender Gedanke, Intuition’ (1. Hälfte 15. Jh.). ergeben Vb. ‘als Ergebnis hervorbringen’, refl. ‘zustande kommen, sich hingeben, widmen, die Waffen strecken, sich dem Feind ausliefern’, ahd. irgeban ‘(von sich) geben, heraus-, übergeben, sich jmdm. ausliefern, Rechenschaft ablegen’ (8. Jh.), mhd. ergeben ‘zeigen, herausgeben, übergeben, anheimgeben, einträglich sein’, refl. ‘sich in jmds. Gewalt geben, sich fügen’; Ergebung f. ‘das Sichergeben, Unterwerfung, Ergebenheit’ (Anfang 16. Jh.); ergeben Part.adj. ‘gefügig, hingebungsvoll, wohlgeneigt’, in frühnhd. Zeit aus dem Part. Prät. mhd. ergeben ‘sich durch Gelübde dem Mönchsleben ergeben habend’; Ergebenheit f. ‘demütige Hingabe, Fügsamkeit’, mhd. ergebenheit ‘Klostergelübde’; Ergebnis n. ‘Resultat’ (um 1800); ergiebig Adj. ‘ertragreich, fruchtbar’ (um 1600). freigebig Adj. ‘gern gebend, großzügig’, Freigebigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.). hingeben Vb. ‘weg-, fortgeben, verschenken’ (15. Jh.), refl. ‘sich aufopfern, sich widmen’ (18. Jh.); vgl. schon ahd. hinageban ‘hingeben, übergeben, preisgeben’ (um 1000); Hingabe f. ‘Opferbereitschaft, Leidenschaft’ und gleichbed. Hingebung f. (1. Hälfte 19. Jh.), älter im Sinne von ‘das Weg-, Fortgeben’ (Hingebung seit dem 17. Jh., Hingabe seit dem 18. Jh.); hingebungsvoll Adj. ‘voll Eifer, Aufopferung’ (1. Hälfte 19. Jh.). nachgeben Vb. ‘nicht standhalten, Widerstand aufgeben, sich fügen, erschlaffen, locker werden’, spätmhd. nāchgeben ‘zulassen, einräumen’; nachgiebig Adj. ‘nicht standhaltend, keinen Widerstand entgegensetzend, schlaff, leicht umzustimmen, fügsam’ (18. Jh.). übergeben Vb. ‘aushändigen, überantworten, ausliefern, für etw. freigeben’, refl. ‘sich erbrechen’, mhd. übergeben ‘übertreffen, beeinträchtigen, verletzen, verzichten’, refl. ‘sich aufgeben, schuldig bekennen’; Übergabe f. ‘Aushändigung, Auslieferung’ (Ende 15. Jh.). umgeben Vb. ‘ein-, umschließen’, ahd. umbigeban ‘umgeben, umstellen’ (8. Jh.), mhd. umbegeben; Umgebung f. ‘einen Ort umgebende Landschaft, jmdn. umgebender Kreis von Menschen’ (um 1800; vorher dafür Environs, nach gleichbed. frz. environs Plur.), älter im Sinne von ‘das Herumgeben, Umhängen’ (Ende 15. Jh.). Untergebener m. ‘wer einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt ist’ (um 1600), substantivierte Form zum Part.adj. untergeben ‘einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt’, eigentl. Part. Prät. zu heute nicht mehr üblichem untergeben ‘unter Aufsicht stellen’, ahd. untargeban ‘unterwerfen, unterstellen’ (um 800), spätmhd. undergeben. vergeben Vb. ‘weggeben, austeilen, verschenken, verzeihen’, meist refl. ‘seinem Ansehen schaden’, nur refl. ‘sich beim Austeilen (der Spielkarten) irren, falsch geben’, ahd. firgeban ‘vergeben, schenken, einräumen’ (8. Jh.), mhd. vergeben; Vergebung f. ‘das Vergeben, Vergabe, Verzeihung’, spätmhd. vergebunge ‘Verzeihung’; vergebens Adv. ‘vergeblich, erfolglos, umsonst, nutzlos’, spätmhd. vergeben(e)s, mit sekundärem s für gleichbed. mhd. vergebene ‘geschenkweise, unentgeltlich, umsonst, unnütz, vergeblich’, Adverb zum Part. Prät. mhd. vergeben; vgl. ahd. firgebano Adv. ‘umsonst, ohne Gegenleistung’ (um 1000). vergeblich Adj. ‘erfolglos, nutzlos, umsonst’, zuerst md. vergebelich (15. Jh.), vgl. mhd. frühnhd. vergebenlich (wohl gekürzt aus vergebendlich). zugeben Vb. ‘hinzufügen, dazugeben, für richtig erklären, einräumen, gestehen’ (15. Jh.), vgl. schon ahd. zuogeban ‘hinzufügen, zuteilen, verteilen’ (9. Jh.), dagegen mhd. zuogeben ‘tapfer auf jmdn. eindringen, jmdm. zusetzen’; Zugabe f. ‘was zusätzlich über die pflichtgemäße Leistung oder Menge hinaus gegeben wird’, spätmhd. zuogābe ‘Zugabe, Mitgift’.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
(mächtig) angeben · (sich) brüsten (mit) · (sich) rühmen · angeben wie ein Sack Seife  ugs. · angeben wie ein Sack Sülze  ugs. · angeben wie ne Tüte Mücken  ugs. · aufschneiden · bramarbasieren  geh. · herumprotzen · prahlen · protzen · renommieren
Assoziationen
  • (der) Held vom Erdbeerfeld  ugs. · (großer) Zampano · Angeber · Aufschneider · Blender · Gernegroß  ugs. · Graf Koks von der Gasanstalt (Ruhrdeutsch veraltend)  ugs. · Graf Rotz von der Backe  ugs. · Großkotz  derb · Großmaul  derb · Großschnauze  ugs. · Großsprecher · Großtuer · Kneipenkaiser  ugs. · Maulheld  derb · Maulhure  derb · Muchtprinz  ugs. · Möchtegern · Prahler · Prahlhans  ugs. · Profilneurotiker  ugs. · Renommist · Schaumschläger  ugs. · Selbstdarsteller · Sprücheklopfer · Sprüchemacher · Stammtischexperte  ugs. · Wichtigtuer · Windbeutel  ugs. · aufgeblasener Gimpel  ugs. · große Klappe und nichts dahinter  ugs. · jemand, der viel erzählt, wenn der Tag lang ist  ugs. · nichts dahinter (sein)
  • (die) Aufmerksamkeit auf sich ziehen · (seine) Show abziehen  ugs. · (sich) (selbst) darstellen · (sich) aufspielen · (sich) in den Vordergrund schieben · (sich) in den Vordergrund spielen · (sich) produzieren · (sich) wichtig machen  ugs. · angeben
  • (das) große Wort führen · (den) (großen) Zampano machen  ugs. · (den) Dicken markieren  ugs. · (den) Hermann machen  ugs. · (den) Larry machen  ugs. · (den) Lauten machen  ugs. · (den) Molli machen  ugs. · (den) Mund (sehr) voll nehmen  ugs. · (den) Mund zu voll nehmen  ugs. · (den) dicken Mann markieren  ugs. · (den) dicken Max machen  ugs. · (den) dicken Max markieren  ugs. · (die) (große) Welle reißen  ugs. · (die) Backen aufblasen  ugs. · (die) Schnauze aufreißen  ugs. · (die) Welle machen  ugs. · (eine) (dicke) Lippe riskieren  ugs. · (eine) Schau machen · (eine) Show abziehen  ugs. · (eine) große Fresse haben  derb · (eine) große Klappe haben  ugs. · (eine) große Schnauze haben  ugs. · (einen) auf dicke Hose machen  derb · (einen) auf großer Zampano machen  ugs. · (gewaltig) das Maul aufreißen  ugs. · (groß) herumtönen  ugs. · (sich) auf die Brust klopfen · (sich) aufblasen · (sich) aufführen wie der große Zampano · (sich) aufmandeln  ugs. · (sich) aufplustern · (sich) aufpupsen  derb · (sich) aufs hohe Ross setzen · (sich) aufspielen · (sich) großtun (mit)  ugs. · (sich) in die Brust werfen  geh. · (sich) wichtig machen  ugs. · Eindruck schinden · Sprüche klopfen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs. · auf die Kacke hauen  derb · auf die Pauke hauen  ugs. · auf die Pferde hauen  ugs. · blärzen  ugs. · den (...) raushängen lassen  ugs. · dicke Backen machen  ugs. · dicketun  ugs. · dicktun  ugs. · einen auf (...) machen  ugs. · groß rumtönen  ugs. · große Reden schwingen · große Töne spucken  ugs. · herumblärzen  ugs. · laut werden · pranzen  ugs. · strunzen  ugs. · wichtigtun  ugs.
  • (sich) (selbst) applaudieren · (sich) (selbst) auf die Schulter klopfen · (sich) (selbst) beweihräuchern · (sich) (selbst) loben · (sich) ganz toll finden
  • (Leute) verrückt machen  ugs. · (überflüssigerweise) Angst einjagen · Wellen auf den Pudding hauen  ugs. · die Pferde scheu machen  ugs. · unnötig für Aufregung sorgen
Synonymgruppe
andeuten · entwerfen · skizzieren · Überblick geben · umreißen
Synonymgruppe
(die) Aufmerksamkeit auf sich ziehen · (seine) Show abziehen  ugs. · (sich) (selbst) darstellen · (sich) aufspielen · (sich) in den Vordergrund schieben · (sich) in den Vordergrund spielen · (sich) produzieren · (sich) wichtig machen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
(die) Behauptung aufstellen · aussagen · behaupten · erklären · geltend machen · vortragen (vor Gericht)
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darin sollten diese selbst angeben, wie viel Geld sie an potenzielle Investoren zurückzahlen würden.
Die Zeit, 27.02.2013 (online)
Darum wird auch oft bei Witzen die Quelle mit angegeben.
Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 47
Ich habe mit irgendwelchen Teilen von ihnen niemals persönlich Verbindung gehabt, kann über ihre Tätigkeit daher weiter nichts angeben.
o. A.: Einhundertsechsundneunzigster Tag. Dienstag, 6. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 25912
Er gibt an, daß er lediglich als privater Schriftsteller gearbeitet habe.
o. A.: Einhundertsiebenundsiebzigster Tag. Freitag, 12. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 13403
Er gibt an, die Tat begangen zu haben, weil seine Tochter sich verloben wollte.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 11.03.1924
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adresse Befragten Befragung Begründung Beruf DM Drittel Grund Kursziel Liter Milliarden Millionen Motiv Namen Personalien Prozent Richtung Steuererklärung Stärke Takt Telefonnummer Ton Umfrage Verbrauch Vernehmung Wert Zahl Zeugen gibt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›angeben‹.

Wortbildung

mit angeben als Erstglied Angeber · Angeberei · angebbar · angeblich
Ableitung von angeben Angabe
mit angeben als Grundform angebend

Worthäufigkeit

selten häufig

Ältere Wörterbücher

Korpustreffer

Referenzkorpora
Zeitungskorpora
Spezialkorpora