auslassenVerb
lässt ausließ aushat ausgelassen
Aussprache:
Wortzerlegung: ↗aus-lassen
Worttrennung: aus-las-sen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. aus etw. herauslassen
Beispiele:
Wasser (aus dem Boiler) auslassen (herauslaufen lassen)
Gas, Dampf auslassen (entweichen lassen)
2.
seinen Ärger an jmdm. auslassenseinen Ärger über jmdm. entladen, jmdn. seinen Ärger deutlich fühlen lassen
Beispiele:
seinen Zorn, seine üble Laune an jmdm. auslassen
sie hat ihren Spott, Übermut an ihm ausgelassen
sag doch den beiden Verrückten, sie sollen ihre Wut an den Steinen auslassen [E. ClaudiusMenschen355]
3.
sich in einer bestimmten Art über jmdn., etw. auslassen abwertend sich in einer bestimmten Art über jmdn., etw. äußern
Beispiele:
sich breit, näher, folgendermaßen auslassen
er ließ sich missbilligend über seinen Neffen aus
sich in diesem Sinne, in bitteren Worten, in dunklen Andeutungen auslassen
daß der stud. med. sich häufig aggressiv und maßlos gegen Ihren Herrn Sohn ausläßt [Wasserm.Wahnschaffe2,18]
4.
umgangssprachlich etw., jmdn. weglassen
a)
etw. fortfallen lassen
Beispiele:
ein Wort, einen Satz auslassen
der Musiker hat ein paar Takte ausgelassen
etw. absichtlich, versehentlich auslassen
eine einmalige Chance, Gelegenheit auslassen (verpassen)
der Slalomläufer hat ein Tor ausgelassen
In unsern Jahren läßt man ja nicht gerne was aus [FalladaJeder stirbt202]
b)
die Reihenfolge nicht einhalten
Beispiele:
eine Bahn, einen Bus auslassen (überschlagen)
einen Kunden beim Bedienen auslassen (übergehen)
In Oderberg ließ er einen Zug aus [J. RothRadetzkymarsch183]
5.
etw. zum Schmelzen bringen
Beispiele:
ein Stück Butter auslassen
Fett, Speck auslassen
ausgelassener Talg
wo das gereinigte Bleierz ausgelassen wurde [MarchwitzaJugend115]
6.
Schneiderei etw. weiter, länger machen
Beispiele:
einen Anzug, eine Taille auslassen
die Nähte, den Saum auslassen
wir müssen die Ärmel ein paar Zentimeter auslassen
7.
süddeutsch, österreichisch (jmdn., etw.) loslassen
Beispiele:
geh weg, lass (mich) aus!
lass den Hund aus!
wie sie im Aberwitze des Schwindels das Geländer ausließ [Stifter1,308]
jmdn. in Ruhe, Frieden lassen
Beispiele:
Laßt mich doch aus! Was hab ich euch denn getan? [BecherAbschied4,91]
8.
süddeutsch, österreichisch nachlassen, versagen
Beispiele:
das Herz, Gedächtnis lässt aus
während bei den Füßen die Kraft ausläßt [WölfflinDürer96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lassen Vb. ‘dulden, erlauben, bitten, veranlassen, daß etw. geschieht, unterlassen, aufhören mit etw., überlassen, geben, aufgeben’. Das gemeingerm., ehemals reduplizierende Verb ahd. lāʒan (8. Jh.), Kurzform lān, mhd. lāʒen, lān, asächs. lātan, mnd. mnl. lāten, nl. laten, aengl. lǣtan, engl. to let, anord. lāta, schwed. låta, got. lētan ist mit den unter lasch und lässig (s. d.) angegebenen Formen und außergerm. mit griech. lēdé͞in (ληδεῖν) ‘träge, müde sein’, lat. lassus (aus *lədto-) ‘laß, matt, müde, abgespannt’, alban. lodh ‘er ermüdet jmdn.’ und lit. léisti ‘(los)lassen, freilassen’ auf eine Wurzelerweiterung ie. *lē(i)d-, *ləd- der Wurzel ie. *lē(i)- ‘nachlassen’ rückführbar. ablassen Vb. ‘von etw., jmdm. abstehen, aufgeben, entweichen lassen, herniederlassen, (käuflich) überlassen’, ahd. oblāʒan (für gewöhnliches aba-) ‘erlassen, Nachlaß gewähren’ (8. Jh.), mhd. abelāʒen, auch ‘aufgeben, Abstand nehmen, losgehen lassen, entweichen lassen, niederlassen’; s. Ablaß; unablässig Adj. ‘nicht ablassend, andauernd, ohne Unterbrechung’ (16. Jh.). anlassen Vb. ‘(Kleidung) nicht ablegen, eine Vorrichtung nicht ausschalten, einen Motor in Gang setzen’, refl. ‘beginnen, in Betrieb kommen’; vgl. ahd. analāʒan ‘hineinlassen, etw. über jmdn. (sich) kommen lassen’ (8. Jh.), mhd. anelāʒen ‘erfinden, angeben, loslassen, in Bewegung setzen’; Anlasser m. ‘Vorrichtung zum In-Gang-Setzen eines Motors, einer Maschine’ (älter Anlaßhebel, 19. Jh.), bei Elektromotoren ‘vorgeschalteter Widerstand, der ein langsames Anlaufen gewährleistet’ (um 1900); Anlaß m. ‘Ursache, Grund’, mhd. ane-, anlāʒ ‘Anfang, Beginn, Punkt, von dem ein Wettrennen ausgeht, Anreiz, Gelegenheit, Kompromiß’; anläßlich Präp. ‘bei Gelegenheit, aus Anlaß’ (19. Jh.), älter (selten) auch adjektivisch und adverbial (15. Jh.); veranlassen Vb. (schwach flektierend) ‘anregen, anordnen, bewirken’, frühnhd. ‘etw. auf jmdn. schieben, jmdn. für etw. auswählen’ (15. Jh.). auslassen Vb. ‘loslassen, weglassen, nicht beachten, (Kleider) verlängern, (Ärger, Zorn) Unschuldige entgelten lassen’, ahd. ūʒlāʒan ‘fortschicken, ausschütten, freilassen, nicht zurückhalten, vergießen, aussprechen, beenden’ (9. Jh.), mhd. ūʒlāʒen; ausgelassen Part.adj. ‘unbändig, hemmungslos’ (vgl. in älterer Sprache ausgelassener Trotz, ausgelassene Leidenschaft), ‘sehr fröhlich’, eigentl. ‘freigelassen’ (16. Jh.). einlassen Vb. ‘herein-, hineinlassen, einfügen’, refl. ‘auf etw. eingehen, mit jmdm. verkehren’, ahd. inlāʒan ‘hineinwerfen, einlassen’ (8. Jh.), mhd. īnlāʒen; Einlaß m. ‘das Hineinlassen, Öffnen, Eintritt, Tür’ (16. Jh., Einlaß begehren). entlassen Vb. ‘freigeben, verabschieden, (aus einem Amt) wegschicken, jmds. (Arbeits)vertrag aufkündigen’, ahd. intlāʒan ‘nachlassen, verzeihen, loslassen, lösen, entspannen, weichen’ (8. Jh.), mhd. entlāʒen ‘loslassen, fahrenlassen’, refl. ‘sich entfalten’; Entlassung f. ‘Freilassung, Verabschiedung, Entfernung aus einem Amt’ (17. Jh.). erlassen Vb. ‘in Kraft treten lassen, anordnen, von etw. befreien, eine Anordnung aufheben’, ahd. irlāʒan ‘unterlassen, befreien von’ (9. Jh.), mhd. erlāʒen ‘wovon freilassen’, refl. ‘auseinandergehen, sich enthalten, unterlassen’; Erlaß m. ‘Verfügung, Anordnung, Aufhebung’ (18. Jh.); unerläßlich Adj. ‘unbedingt erforderlich, nicht aufhebbar’ (17. Jh.). hinterlassen Vb. ‘(einem anderen) zurücklassen, etw. vererben’ (16. Jh.); Hinterlassenschaft f. ‘Zurückgelassenes, Erbe’ (19. Jh.). nachlassen Vb. ‘Spannung lockern, vermindern, schlechter werden, zurücklassen, Preise herabsetzen’, spätmhd. nāchlāʒen; Nachlaß m. ‘das Nachlassen’ (16. Jh.), ‘Hinterlassenschaft’ (18. Jh.), literarischer Nachlaß (19. Jh.); nachlässig Adj. ‘säumig, unzuverlässig, unordentlich’ (15. Jh.); vernachlässigen Vb. ‘nicht gehörig betreuen oder beachten’ (18. Jh., durch Lessing und Goethe verbreitet). niederlassen Vb. ‘von oben herunterlassen’, refl. ‘sich ansiedeln, einen festen Wohnsitz, ein Geschäft, eine Firma einrichten’, ahd. nidarlāʒan ‘sinken lassen, nach unten wenden, hinab-, herablassen, versenken’ (9. Jh.), mhd. niderlāʒen; Niederlassung f. ‘das Senken, Ansiedlung, Gründung eines geschäftlichen Unternehmens, Filiale’ (16. Jh.). überlassen Vb. ‘abtreten, übergeben, anheimstellen’ (15. Jh.). unterlassen Vb. ‘nicht tun, versäumen zu tun’, ahd. untarlāʒan (9. Jh.), mhd. underlāʒen ‘abstehen, nicht tun’; Unterlaß m. nur noch in der Fügung ohne Unterlaß ‘ohne Unterbrechung, unaufhörlich’, ahd. āno untarlāʒ, mhd. āne underlāʒ; vgl. ahd. untarlāʒ ‘Unterbrechung’ (9. Jh.), mhd. underlāʒ ‘das Innehalten, Unterbrechung, Beherbergen’, frühnhd. auch ‘Unterkunft, Lagerplatz’ (16. Jh.). verlassen Vb. ‘sich von einem Ort, von jmdm. entfernen, aufgeben, zurück-, alleinlassen’, refl. sich verlassen auf ‘vertrauen’, ahd. firlāʒan ‘entlassen, vorbei-, zurücklassen’ (8. Jh.), mhd. verlāʒen ‘fahrenlassen, fort-, loslassen, anbefehlen, verzeihen, zulassen, anvertrauen, hinterlassen, vertrauen’; Verlaß m. ‘Vertrauen, Zuverlässigkeit’ (19. Jh.), frühnhd. ‘Verabredung, Absprache’, auch ‘Hinterlassenschaft’, mhd. verlāʒ ‘Lässigkeit, Untätigkeit’; heute in der Wendung auf jmdn., etw. ist (kein) Verlaß, wohl aus dem Nd., vgl. dar is nien verlaat to (18. Jh.); verläßlich Adj. ‘zuverlässig’ (19. Jh.), dafür zuvor verlässig (18. Jh.). zulassen Vb. ‘gestatten, erlauben’, ahd. zuolāʒan ‘hinzulassen, zukommen lassen, zuschicken’ (10. Jh.), mhd. zuolāʒen; zulässig Adj. ‘erlaubt, gestattet’ (16. Jh.), ‘annehmbar, möglich’ (18. Jh.).
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) nicht machen · (etwas) nicht tun · bleiben lassen · bleibenlassen · ignorieren · unterlassen
Synonymgruppe
(sich) auslassen · (sich) ergehen (in) · (sich) verbreiten (über) · daherplappern · daherreden · faseln  ugs. · groß herumtönen  ugs. · labern  ugs. · plappern · quasseln · sabbeln  ugs. · salbadern · schwadronieren · schwafeln  ugs. · schwatzen · schwätzen
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (jemandem) entfahren  geh. · (jemandem) herausrutschen  ugs. · (jemandem) herausschlüpfen  ugs. · (sich) den Mund verbrennen  ugs. · (sich) vergaloppieren  ugs. · (sich) verplappern  ugs. · (sich) zu der Bemerkung hinreißen lassen (dass) · (ungewollt oder versehentlich) ausplaudern · in ein Wespennest stechen
  • Blech  ugs. · Blödsinn · Bockmist  ugs. · Bullshit  derb · Driss  ugs. · Fez  ugs. · Firlefanz  ugs. · Gefasel  ugs. · Gelaber  ugs. · Geschwafel  ugs. · Gewäsch  ugs. · Heckmeck  ugs. · Humbug · Kappes  ugs. · Kiki  ugs. · Kohl  ugs. · Kokolores  ugs. · Krampf  ugs. · Käse  ugs. · Mist  ugs. · Mumpitz  ugs. · Nonsens · Nonsense · Papperlapapp  ugs. · Pillepalle  ugs. · Pipifax  ugs. · Quark  ugs. · Quatsch  ugs. · Quatsch mit Soße  ugs. · Scheiß  derb · Scheiße  derb · Schmarren  ugs. · Schmarrn  ugs. · Schmonzes  ugs. · Schmu  ugs. · Schmäh  ugs. · Schwachfug  derb · Schwachsinn  ugs. · Sottise(n)  geh. · Stuss  ugs. · Tinnef  ugs. · Unfug · Unsinn · Widersinn · dummes Zeug  ugs. · dümmliches Gerede · geistiger Durchfall  derb · geistiger Dünnschiss  derb · gequirlte Scheiße  derb · saudummes Zeug  ugs.
  • herumsalbadern  ugs. · herumschwafeln  ugs. · lange um den heißen Brei herumreden  ugs. · nicht auf den Punkt kommen · salbadern  ugs. · sich (selbst) gerne reden hören · viele Worte machen · wortreich
  • Dorfratschn · Klatschbase · Klatschtante · Tratschtante · wandelnde Bildzeitung
  • (miteinander) reden · (sich) unterhalten · Konversation machen · Small Talk machen · Smalltalk machen · babbele (hessisch)  ugs. · babbeln  ugs. · klönen · konversieren · parlieren · plaudern · plauschen  ugs. · quasseln  ugs. · quatern  ugs. · quatschen  ugs. · ratschen  ugs. · schnacken  ugs.
  • (das) große Wort führen · (den) (großen) Zampano machen  ugs. · (den) Dicken markieren  ugs. · (den) Hermann machen  ugs. · (den) Larry machen  ugs. · (den) Lauten machen  ugs. · (den) Molli machen  ugs. · (den) Mund (sehr) voll nehmen  ugs. · (den) Mund zu voll nehmen  ugs. · (den) dicken Mann markieren  ugs. · (den) dicken Max machen  ugs. · (den) dicken Max markieren  ugs. · (die) (große) Welle reißen  ugs. · (die) Backen aufblasen  ugs. · (die) Schnauze aufreißen  ugs. · (die) Welle machen  ugs. · (eine) (dicke) Lippe riskieren  ugs. · (eine) Schau machen · (eine) Show abziehen  ugs. · (eine) große Fresse haben  derb · (eine) große Klappe haben  ugs. · (eine) große Schnauze haben  ugs. · (einen) auf dicke Hose machen  derb · (einen) auf großer Zampano machen  ugs. · (gewaltig) das Maul aufreißen  ugs. · (groß) herumtönen  ugs. · (sich) auf die Brust klopfen · (sich) aufblasen · (sich) aufführen wie der große Zampano · (sich) aufmandeln  ugs. · (sich) aufplustern · (sich) aufpupsen  derb · (sich) aufs hohe Ross setzen · (sich) aufspielen · (sich) großtun (mit)  ugs. · (sich) in die Brust werfen  geh. · (sich) wichtig machen  ugs. · Eindruck schinden · Sprüche klopfen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs. · auf die Kacke hauen  derb · auf die Pauke hauen  ugs. · auf die Pferde hauen  ugs. · blärzen  ugs. · den (...) raushängen lassen  ugs. · dicke Backen machen  ugs. · dicketun  ugs. · dicktun  ugs. · einen auf (...) machen  ugs. · groß rumtönen  ugs. · große Reden schwingen · große Töne spucken  ugs. · herumblärzen  ugs. · laut werden · pranzen  ugs. · strunzen  ugs. · wichtigtun  ugs.
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darüber hat sich kürzlich sogar die "New York Times" seitenlang lobend ausgelassen.
Die Welt, 20.07.2002
Diesmal ließ ich kein Wort aus; wenngleich ich nicht alles verstand, betonte ich das Wort "Gott" jedesmal besonders.
Der Tagesspiegel, 31.08.1999
Nur bei großen Essen mit mehreren Gängen, die vom Personal angeboten werden, kann man ruhig einmal einen Gang auslassen.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 213
Wir haben sie gleich ausgelassen und sie ist uns trotzdem wertvoll.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 28.10.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Auch dieser hatte es abgelehnt, sich auf die Frage auszulassen.
Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 15502
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absatz Aggressionen Chancen Fettnapf Fettnäpfchen Frust Gelegenheit Großchancen Hallensaison Klischee Laune Möglichkeit Nichts Party Peinlichkeit Qualifikation Riesenchance Stimmung Torchancen Unmut Weltcup Wut Zorn darüber fortfahre kaum läßt sonst ungern Ärger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auslassen‹.

Wortbildung

mit auslassen als Erstglied Auslassung · Auslassventil
mit auslassen als Grundform ausgelassen

Worthäufigkeit

selten häufig

Ältere Wörterbücher

Korpustreffer

Referenzkorpora
Zeitungskorpora
Spezialkorpora