backenVerb
bäcktbukhat gebacken
backtbacktehat gebacken
Worttrennung: ba-cken (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
eine unfertige Speise der Ofenhitze aussetzen, sodass sich eine Kruste bildet und sie essbar wird
a)
Teig im Ofen (in einer Form) hochgehen und locker, gar werden lassen
Beispiele:
Brot, Kuchen, Plätzchen, Pasteten backen
die Mutter hat gestern gebacken
der Duft des frisch gebackenen Brotes
Spreu, die man im Krieg ins Brot buk [SeghersSiebtes Kreuz4,89]
Schliff backen ostmitteldeutsch versehentlich klitschiges Gebäck herstellen
salopp, übertragen Misserfolg haben, scheitern
Beispiele:
mit einem solchen Vorschlag wirst du (bei ihm) Schliff backen
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
der frisch gebackene (= jung verheiratete) Ehemann
ein neu gebackener (= soeben ernannter) Doktor
sich [Dativ] etw., jmdn. backen lassendrückt Kritik an übergroßen Ansprüchen aus
Beispiele:
du musst dir eine passende Wohnung, deinen Zukünftigen erst backen lassen
Der ganze Herbert, wie er gebacken (= beschaffen) ist [G. Hauptm.AngermannIII]
b)
eine Speise im zerlassenen Fett in der Pfanne rösten, braten
Beispiele:
sie hatte das Hähnchen auf beiden Seiten knusprig braun gebacken
der Fisch war zu scharf gebacken
sie bäckt sich [Dativ] schnell einen Eierkuchen
gebackene Seezunge, Kartoffeln
ein gebackener Apfel
gebackener Reis
2.
etw. bäckt, backtetw. ist der Ofenhitze ausgesetzt, sodass es essbar wird
Beispiele:
der Kuchen bäckt schon
dieser Kuchen muss 45 Minuten backen
das Brot hat noch nicht genug gebacken
3.
etw. durch Ofenhitze dürr, haltbar machen
Beispiele:
Obst, Pilze backen
Torf, Ziegelsteine backen
daß sie Ziegel büken [Th. MannGesetz9,869]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

backen Vb. ‘durch Hitzeeinwirkung gar werden (lassen)’. Auf einem stark flektierenden Verbum germ. *bak- beruhen ahd. bahhan (9. Jh.), aengl. bacan und mnl. baken. Auf einem ursprünglich wohl schwach flektierenden geminierten Intensivum germ. *bakk- beruhen ahd. backan, asächs. bakkan, mnl. backen. Schon früh sind beide Verben vermischt worden. Ahd. bahhan, backan, mhd. bachen, backen haben starke Flexion, doch stehen vielfach starke und schwache Formen nebeneinander, vgl. nhd. backen, mnd. backen, nl. bakken. Nur schwache Formen zeigen engl. to bake und das abgeleitete ōn-Verb anord. baka ‘backen, braten, Hände und Füße wärmen’. Außergerm. verwandt sind griech. phṓgein (φώγειν) ‘rösten, braten’ und vielleicht russ. (älter) bažát’ (бажать) ‘wünschen, begehren, sich sehnen’, so daß Anschluß an ie. *bhōg- möglich ist, eine Gutturalerweiterung der unter Bad dargestellten Wurzel ie. *bhē-, *bhō-, tiefstufig *bhə- ‘wärmen, rösten’, wozu auch bähen ‘rösten’ (s. Bad). Bäcker m. ‘wer Brot u. dgl. bäckt’, ahd. beckeri (Hs. 12. Jh.), mhd. becker, asächs. bakkeri, mnd. becker, mnl. baker, backer, nl. bakker, aengl. bæcere, engl. baker, anord. bakari. Ehemals ein vornehmlich nordd. md. Wort gegenüber obd., bes. westobd. Pfister (ahd. phistur, 9. Jh., aus lat. pistor) und obd. Beck (ahd. brōtbecko, Hs. 12. Jh.); vgl. W. Braun in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 55 ff. Bäckerei f. ‘Werkstatt des Bäckers’ (15. Jh.). Gebäck n. ‘feines Backwerk’, anfangs ‘das auf einmal Gebackene’ (15. Jh.). altbacken Part.adj. ‘vor einiger Zeit gebacken, nicht mehr frisch’, mhd. altbacken. hausbacken Part.adj. ‘bieder, schwunglos’ (19. Jh.), ‘für den häuslichen Bedarf zu Hause gebacken’ (2. Hälfte 16. Jh.). Backfisch m. ‘junger, noch nicht ausgewachsener, nur zum Backen geeigneter frischer Fisch’ (16. Jh.), übertragen (studentensprachlich) ‘unreifer Student’ (vielleicht angelehnt an Bakkalaureus?) und ‘junges Mädchen in der Pubertät’ (Mitte 16. Jh.). Backstein m. ‘roter gebrannter Ziegelstein’ (17. Jh.), Kennzeichen norddeutscher Architektur, vgl. mnd. backstēn.
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche Köche backen sie in aufwendigen Saucen, lassen aber die Schale dran.
Der Tagesspiegel, 26.07.1999
Nie wurde so viel Brot gebacken wie in diesem Jahr.
Die Zeit, 10.02.1992, Nr. 06
Er hat vor, ein Brot mit eigener Note zu backen.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 21
Wie gern hätte ich einen Kuchen gebacken, aber der kommt nicht mehr an.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 12.10.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
So oft schicke ich doch wirklich keine Päckchen und Kuchen backe ich auch nicht oft.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 23.04.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apfelkuchen Backofen Blech Brot Brötchen Bäcker Eierkuchen Fladenbrot Kekse Kuchen Käsekuchen Lebkuchen Mehl Mittelhitze Ofen Pfannkuchen Pizza Plätzchen Sandkuchen Semmeln Torte Waffeln Weihnachtsplätzchen aufbacken ausbacken basteln gebraten goldbraun kochen zusammenbacken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›backen‹.

Wortbildung

mit backen als Erstglied Backapfel · Backaroma · Backautomat · Backblech · Backbrett · Backbuch · Backerei · Backfisch · Backform · Backgeld · Backhaube · Backhaus · Backhefe · Backhitze · Backhähnchen · Backmargarine · Backmaschine · Backmehl · Backmulde · Backobst · Backofen · Backpfanne · Backpflaume · Backprozess · Backpulver · Backraum · Backrezept · Backröhre · Backschaufel · Backschüssel · Backstein · Backstube · Backtag · Backtisch · Backtriebmittel · Backtrog · Backung · Backware · Backwerk · Backwunder · Backzeit · Backzutat · backfertig
mit backen als Letztglied abbacken · anbacken · aufbacken · ausbacken · durchbacken · einbacken · überbacken
mit backen als Binnenglied Brotbackautomat · Brotbackmaschine
Ableitungen von backen Gebäck · verbacken
formal verwandt mit Brezelbacken · Einback · Gebackene · Zwieback · altbacken · frischbacken · hausbacken · neubacken · selbst gebacken · selbstgebacken
backenVerb
Worttrennung: ba-cken (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

an etw. kleben, sich ballen
Beispiele:
der Schnee backt (an den Skiern), hat (an den Absätzen) gebackt
der Schnee backt heute besonders
frisches Brot backt am Messer
das blutige Hemd backte am Arm
das Haar backte an der Wunde
an schwarze Stämme gebackt. Viel viel Schnee [Borchert217]
rotbraune Erde blieb am Stiefel backen [A. ZweigJunge Frau272]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

backen Vb. ‘durch Hitzeeinwirkung gar werden (lassen)’. Auf einem stark flektierenden Verbum germ. *bak- beruhen ahd. bahhan (9. Jh.), aengl. bacan und mnl. baken. Auf einem ursprünglich wohl schwach flektierenden geminierten Intensivum germ. *bakk- beruhen ahd. backan, asächs. bakkan, mnl. backen. Schon früh sind beide Verben vermischt worden. Ahd. bahhan, backan, mhd. bachen, backen haben starke Flexion, doch stehen vielfach starke und schwache Formen nebeneinander, vgl. nhd. backen, mnd. backen, nl. bakken. Nur schwache Formen zeigen engl. to bake und das abgeleitete ōn-Verb anord. baka ‘backen, braten, Hände und Füße wärmen’. Außergerm. verwandt sind griech. phṓgein (φώγειν) ‘rösten, braten’ und vielleicht russ. (älter) bažát’ (бажать) ‘wünschen, begehren, sich sehnen’, so daß Anschluß an ie. *bhōg- möglich ist, eine Gutturalerweiterung der unter Bad dargestellten Wurzel ie. *bhē-, *bhō-, tiefstufig *bhə- ‘wärmen, rösten’, wozu auch bähen ‘rösten’ (s. Bad). Bäcker m. ‘wer Brot u. dgl. bäckt’, ahd. beckeri (Hs. 12. Jh.), mhd. becker, asächs. bakkeri, mnd. becker, mnl. baker, backer, nl. bakker, aengl. bæcere, engl. baker, anord. bakari. Ehemals ein vornehmlich nordd. md. Wort gegenüber obd., bes. westobd. Pfister (ahd. phistur, 9. Jh., aus lat. pistor) und obd. Beck (ahd. brōtbecko, Hs. 12. Jh.); vgl. W. Braun in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 55 ff. Bäckerei f. ‘Werkstatt des Bäckers’ (15. Jh.). Gebäck n. ‘feines Backwerk’, anfangs ‘das auf einmal Gebackene’ (15. Jh.). altbacken Part.adj. ‘vor einiger Zeit gebacken, nicht mehr frisch’, mhd. altbacken. hausbacken Part.adj. ‘bieder, schwunglos’ (19. Jh.), ‘für den häuslichen Bedarf zu Hause gebacken’ (2. Hälfte 16. Jh.). Backfisch m. ‘junger, noch nicht ausgewachsener, nur zum Backen geeigneter frischer Fisch’ (16. Jh.), übertragen (studentensprachlich) ‘unreifer Student’ (vielleicht angelehnt an Bakkalaureus?) und ‘junges Mädchen in der Pubertät’ (Mitte 16. Jh.). Backstein m. ‘roter gebrannter Ziegelstein’ (17. Jh.), Kennzeichen norddeutscher Architektur, vgl. mnd. backstēn.
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche Köche backen sie in aufwendigen Saucen, lassen aber die Schale dran.
Der Tagesspiegel, 26.07.1999
Nie wurde so viel Brot gebacken wie in diesem Jahr.
Die Zeit, 10.02.1992, Nr. 06
Er hat vor, ein Brot mit eigener Note zu backen.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 21
Wie gern hätte ich einen Kuchen gebacken, aber der kommt nicht mehr an.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 12.10.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
So oft schicke ich doch wirklich keine Päckchen und Kuchen backe ich auch nicht oft.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 23.04.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apfelkuchen Backofen Blech Brot Brötchen Bäcker Eierkuchen Fladenbrot Kekse Kuchen Käsekuchen Lebkuchen Mehl Mittelhitze Ofen Pfannkuchen Pizza Plätzchen Sandkuchen Semmeln Torte Waffeln Weihnachtsplätzchen aufbacken ausbacken basteln gebraten goldbraun kochen zusammenbacken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›backen‹.

Wortbildung

mit backen als Letztglied festbacken · zusammenbacken
Ableitung von backen verbacken

Worthäufigkeit

selten häufig

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