befassenVerb
befasstehat befasst
Ableitung von: ↗fassen
Worttrennung: be-fas-sen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

sich mit etw., jmdm. befassensich mit etw., jmdm. beschäftigen, auseinandersetzen
Beispiele:
sich (gern, oft, eingehend, ausgiebig, wenig) mit einer Angelegenheit, einem Problem befassen
sich mit Literatur, Kunst, wissenschaftlichen Untersuchungen, gegnerischen Anschauungen, Naturbeobachtungen befassen
sich mit jmdm., jmds. Charakter, Schicksal befassen
er befasste sich nicht mit Kleinigkeiten
das Gericht, die Polizei muss sich mit diesem Fall befassen
die Kritik befasst sich mit der Aufführung des Dramas
die Zeitung befasste sich mit den neuesten Tagesereignissen
jmdn. mit etw. befassenjmdn. veranlassen, sich mit etw. zu beschäftigen
Beispiele:
das Gericht mit einer Anklage befassen
eine mit Atomphysik befasste (sich beschäftigende) Gruppe
Wenn Sie die Berichte abgegeben haben, werden Sie ja mit dieser Sache nicht mehr befaßt werden [FalladaJeder stirbt212]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fassen Vb. ‘(mit der Hand) ergreifen, in Gewahrsam nehmen, enthalten, eine Fassung, Umrahmung geben, sich innerlich zu eigen machen, begreifen’, refl. ‘die Selbstbeherrschung (wieder)erlangen’, ahd. faʒʒōn ‘in ein Gefäß füllen, gießen, beladen, bepacken, mit etw. bekleiden’ (9./10. Jh.), mhd. vaʒʒen ‘ergreifen, zusammenpacken, aufladen, überziehen mit etw., rüsten, kleiden, schmücken’, mnd. mnl. vāten, vatten, nl. vatten, anord. fata ‘lose zusamenfügen’ ist wohl zu einem in ahd. faʒʒa ‘Bündel, Bürde, Gepäck, Last’ (um 800), anord. fata ‘Kanne, Bütte’ belegten Substantiv gebildet und gehört daher etymologisch zu Faß (s. d.); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 12. Ausgangsbedeutung ist ‘(in ein Gefäß) füllen, umhüllen, bekleiden’, die in den heute vielfältigen Verwendungsweisen sowie in den meisten Ableitungen und Komposita noch erkennbar ist. faßlich Adj. (17. Jh.), faßbar Adj. (19. Jh.) ‘gut verständlich, einprägsam, konkret’; unfaßlich Adj. (16. Jh.), unfaßbar Adj. (17. Jh.) ‘das geistige Fassungsvermögen übersteigend, absurd’; gefaßt Part.adj. ‘innerlich gerüstet, beherrscht, gelassen’ (16. Jh.). Fassung f. ‘Umrahmung, Vorlage, Version, Selbstbeherrschung’, ahd. faʒʒunga ‘Last, Ladung’ (Hs. 12. Jh.), mhd. vaʒʒunge ‘Faß, Bekleidung, Schmuck’; fassungslos Adj. ‘bestürzt, außer sich’ (19. Jh.). abfassen Vb. ‘in Schriftform bringen, konzipieren’ (17. Jh.), ‘abfangen, festnehmen’ (19. Jh.). befassen Vb. mhd. bevaʒʒen ‘besetzen, befestigen’, später (bis zum 17. Jh.) ‘mit den Händen begreifen, umfassen, einschließen, erfassen’, heute meist refl. sich mit etw. befassen ‘beschäftigen’ (18. Jh.). erfassen Vb. ‘ergreifen, begreifen, registrieren’ (17. Jh.). einfassen Vb. ‘umgeben, umschließen, einfüllen’, mhd. īnvaʒʒen; Einfassung f. ‘Einrahmung’ (16. Jh.). umfassen Vb. ‘(mit den Armen) umfangen, einschließen’ (15. Jh.); umfassend Adj. ‘weitreichend, universal’ (18. Jh.). Ferner s. verfassen.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) behandeln · (sich mit etwas) auseinander setzen · (sich) abgeben (mit) · (sich) befassen (mit) · eingehen (auf) · thematisieren
Assoziationen
Synonymgruppe
adressieren · angehen · befassen (mit) · behandeln · in Angriff nehmen
Synonymgruppe
(an etwas) dran sein  ugs. · (et)was tun  ugs. · (sich) befassen (mit) · (sich) kümmern · (sich) umtun · aktiv sein · aktiv werden (in einer Angelegenheit) · arbeiten an · befasst sein (mit) (Verwaltungsdeutsch) · nicht untätig sein
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer den Tod eines anderen plant, muss sich mit seinem Leben befassen.
Die Zeit, 10.09.2007, Nr. 37
Jedenfalls ist weder die Regierung damit befaßt noch gar die Opposition ins Vertrauen gezogen worden.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 39
Vielleicht befassen wir uns lieber Montag früh mit diesen Dingen.
o. A.: Einhundertsiebenundsechzigster Tag. Samstag, 29. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 12055
Auch mit politischen Problemen hat er sich in keiner Weise befaßt.
o. A.: Einhundertsechsundvierzigster Tag. Dienstag, 4. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23170
Außerdem hat sie sich mit der Planung kommender Operationen zu befassen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1943]
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angelegenheit Antrag Arbeitsgruppe Aufsichtsrat Ausschuß Bundeskabinett Bundesrat Bundestag Fall Frage Gremium Kabinett Kommission Landtag Mittwoch Parlament Problemen Sicherheitsrat Sitzung Sondersitzung Thema UN-Sicherheitsrat Untersuchungsausschuß ausführlich ausschließlich eingehend erneut ernsthaft intensiv voraussichtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›befassen‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

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