bescheidenVerb
beschiedhat beschieden
Aussprache:
Ableitung von: ↗scheiden
Worttrennung: be-schei-den (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich (mit etw.) bescheiden gehoben sich mit etw. zufriedengeben, sich mit etw. begnügen
Beispiele:
mit dieser Antwort musste er sich bescheiden
wir bescheiden uns nicht mit diesem Ergebnis
sie musste sich bescheiden, bei den Wettkämpfen den zweiten Platz einzunehmen
nach Erreichung des Schulbildungszieles, mit dem ich mich beschied [Th. Mann12,386]
keine Ansprüche stellen, sich einschränken
Beispiele:
sie lernte sich bescheiden
Mittel waren wenig da, sie mußten sich in allem bescheiden [Wasserm.Wahnschaffe1,116]
2.
jmdn. zu sich, an einen bestimmten Ort bescheiden gehoben jmdn. zu sich, an einen bestimmten Ort kommen lassen
Beispiele:
ich beschied ihn zu mir, ließ ihn zu mir bescheiden
er beschied seinen Stellvertreter zu sich
ich wurde hierher beschieden
Vor einigen Monaten hatte ihn der Justizminister höchstpersönlich zu sich beschieden [WerfelAbituriententag13]
3.
ohne Inf. und Präs. Akt.
gehoben jmdm. etw. zuteilwerden lassen
Beispiele:
Gott hat ihnen keine Kinder beschieden
Für jedes Jahr, / Das mir beschieden wird an seiner Seite [HebbelSiegfrieds TodIV 8]
jmdm. ist etw. beschieden
Beispiele:
möge dir Glück und Frieden beschieden sein!
das Los, das mir beschieden war
diesem Unternehmen ist keine lange Dauer beschieden
es war ihm nicht beschieden, das Werk zu vollenden
4.
papierdeutsch
Beispiele:
sein Antrag, Gesuch wurde abschlägig beschieden (wurde abgelehnt)
jmdn. abschlägig bescheiden (jmds. Gesuch, Antrag ablehnen)
jmdn. bescheiden veraltet jmdm. Auskunft geben
Beispiele:
Eine alte Frau beschied die Fremde auf ihre Frage ... die Kirche links gehöre den Protestanten [HeyseIII 1,531]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bescheiden Vb. ‘eine Nachricht geben, eine Entscheidung mitteilen, etw. zuteilen, an einen bestimmten Ort bestellen’, (refl.) ‘sich begnügen, zufriedengeben’. Mhd. bescheiden ‘trennen, unterscheiden, erzählen, benachrichtigen, entscheiden, bestimmen, zu-, anweisen’, (refl.) ‘sich entscheiden, sich einrichten’, mnd. beschēden, bescheiden, ein geläufiges Wort der alten Rechtssprache (vgl. noch amtssprachliches abschlägig bescheiden), ist gebildet mit dem Präfix be- (s. d.) zu dem unter scheiden ‘trennen’ (s. d.) behandelten Verb. Die alte Form des Part. Prät. bleibt erhalten in bescheiden Part.adj. ‘genügsam, anspruchslos, nicht eingebildet, einfach, gering, mäßig’, mhd. bescheiden (den verschiedenen Bedeutungen des Verbs folgend) ‘bestimmt, festgesetzt, deutlich, einsichtsvoll, verständig, mäßig, rücksichtsvoll’; vgl. mhd. der bescheiden (‘festgesetzte’) tac, bescheidene (‘entschiedene’) worte, frühnhd. mein bescheiden (‘zugewiesener’) teil. Danach entwickelt sich bescheiden einerseits zu ‘unscheinbar, gering’ (16. Jh.), z. B. ein bescheiden Kleid, ein bescheidener (‘geringer’) Anteil, andrerseits (im Anschluß an ‘sich begnügen’) zu ‘genügsam, schlicht, mäßig’, oft mit dem Nebensinn ‘rücksichtsvoll, höflich’. Dazu Bescheidenheit f. ‘Genügsamkeit, Anspruchslosigkeit’, mhd. bescheidenheit ‘Verständigkeit, Vernunft, Mündigkeit, richterliche Entscheidung’, dann ‘das für die Bedürfnisse Ausreichende’ (15. Jh.). Bescheid m. ‘(amtliche) Mitteilung, Auskunft’, häufig Bescheid geben, sagen ‘etw. mitteilen, Auskunft geben’, Bescheid wissen ‘sich auskennen, unterrichtet sein’, mhd. bescheit m. n. ‘Bestimmung, Verabredung, Bedingung’; vgl. auch mhd. bescheide f. ‘Auseinandersetzung, Bedingung’.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) dareinfinden  geh. · (sich) ergeben in · (sich) fügen · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · (sich) schicken (in) · ertragen · gleichmütig ertragen · hinnehmen · keinen Aufstand machen  ugs. · nehmen, wie es kommt  ugs. · schlucken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) bescheiden  geh. · (jemanden etwas) wissen lassen · (jemanden etwas) wissenlassen · Aufschluss geben · Auskunft geben · in Kenntnis setzen · informieren
Assoziationen
Assoziationen
  • (klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) dareinfinden  geh. · (sich) ergeben in · (sich) fügen · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · (sich) schicken (in) · ertragen · gleichmütig ertragen · hinnehmen · keinen Aufstand machen  ugs. · nehmen, wie es kommt  ugs. · schlucken  ugs.
  • (den) Gürtel enger schnallen · (die) Ansprüche zurückschrauben  ugs. · (seine) Ansprüche herunterschrauben  ugs. · (sich) einschränken · (sich) kleiner setzen  ugs. · Abstriche machen · kürzertreten  ugs.
  • (einer Sache) nichts hinzuzufügen (sein) · (es) belassen bei · (es) ist gut (mit)  ugs. · (etwas) soll (mal) genug sein  ugs. · es bewenden lassen (mit / bei) · sein Bewenden haben (mit / bei)
Synonymgruppe
bescheiden (Summe, Lohn) · dünn  ugs. · gering · kaum · klein · marginal · mickerig  ugs. · mickrig  ugs. · überschaubar  ugs. · unbedeutend · wenig · winzig
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
beschissen  derb · mau  ugs. · mies  ugs. · nicht (so) rosig  ugs. · prekär  geh. · schlecht · schwach · übel
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mann war bescheiden, hat sein Geld immer selbst verdient.
Die Zeit, 15.11.2004, Nr. 46
Da nimmt sich der Cent, den die Studenten für eine SMS bezahlen, geradezu bescheiden aus.
Die Welt, 02.10.2004
Wie diese bedauernswerte Frau selbst es von früh auf geahnt hatte, sollte Erfüllung ihrem Leben nicht beschieden sein.
Hildesheimer, Wolfgang: Marbot, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 185
In anderen Fällen ist ihr jedoch ein längeres Leben beschieden!
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 245
Ich hatte sie vor einigen Tagen zu mir beschieden ", fuhr er fort.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 178
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfang Ansprüche Auftreten Auskommen Ausmaß Budget Dasein Erfolg Etat Mitteln Niveau Rahmen Summe Umfang Verhältnissen Wohlstand auftretende ausfällt ausnimmt eher geradezu höchst ohnehin relativ sehr still vergleichsweise zurückhaltend äußerst

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bescheidenAdjektiv
Aussprache:
Worttrennung: be-schei-den (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nicht anmaßend, nicht überheblich
Gegenwort zu unbescheiden
Beispiele:
er hat ein bescheiden Auftreten
er klopfte bescheiden an
sie erwiderte bescheiden
sich bescheiden zurückziehen
bescheiden um etw. bitten
er stand bescheiden einige Schritte entfernt
trotz seines Erfolges blieb er bescheiden
er ist ein äußerst bescheidener Mensch
er ist spartanisch bescheiden (anspruchslos)
er ist bescheiden in seinen Ansprüchen
bescheidene Forderungen
ein bescheidener Wunsch
eine bescheidene Bemerkung
ein bescheidener Zweifel
seine bescheidene (unmaßgebliche) Meinung äußern umgangssprachlich
2.
a)
einfach, schlicht
Beispiele:
in bescheidenen Verhältnissen leben
ein bescheidener Raum
eine bescheidene Wohnung
ein bescheidenes Frühstück
wenn er ... die sehr bescheidene Auslage im Fenster musterte [ViebigDie vor d. Toren5]
b)
klein, unbedeutend
Beispiele:
ein bescheidenes Vermögen, Einkommen
eine bescheidene Rente
eine ziemlich bescheidene Summe
sein bescheidenes Auskommen haben
mein bescheidener Anteil, Beitrag
sie hat sich nur in bescheidenem Maße beteiligt
nach meinen bescheiden Kräften
ich habe mal eine bescheidene Frage umgangssprachlich
eine bescheidene Stellung haben
bescheidene Erfolge
das ist ein bescheidener Anfang
ein bescheidenes Geschenk
denn außer ihrem angeborenen Französisch hatte sie nicht die bescheidenste Bildung genossen [HeyseI 4, 470]
c)
salopp, verhüllend
anderes Wort für beschissen
Beispiele:
das Leben ist bescheiden
etw. ist bescheiden schön (sehr schlecht)
das Leben ist ... einem Kinderhemde [nicht unähnlich] : kurz und bescheiden [Löns7,439]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bescheiden Vb. ‘eine Nachricht geben, eine Entscheidung mitteilen, etw. zuteilen, an einen bestimmten Ort bestellen’, (refl.) ‘sich begnügen, zufriedengeben’. Mhd. bescheiden ‘trennen, unterscheiden, erzählen, benachrichtigen, entscheiden, bestimmen, zu-, anweisen’, (refl.) ‘sich entscheiden, sich einrichten’, mnd. beschēden, bescheiden, ein geläufiges Wort der alten Rechtssprache (vgl. noch amtssprachliches abschlägig bescheiden), ist gebildet mit dem Präfix be- (s. d.) zu dem unter scheiden ‘trennen’ (s. d.) behandelten Verb. Die alte Form des Part. Prät. bleibt erhalten in bescheiden Part.adj. ‘genügsam, anspruchslos, nicht eingebildet, einfach, gering, mäßig’, mhd. bescheiden (den verschiedenen Bedeutungen des Verbs folgend) ‘bestimmt, festgesetzt, deutlich, einsichtsvoll, verständig, mäßig, rücksichtsvoll’; vgl. mhd. der bescheiden (‘festgesetzte’) tac, bescheidene (‘entschiedene’) worte, frühnhd. mein bescheiden (‘zugewiesener’) teil. Danach entwickelt sich bescheiden einerseits zu ‘unscheinbar, gering’ (16. Jh.), z. B. ein bescheiden Kleid, ein bescheidener (‘geringer’) Anteil, andrerseits (im Anschluß an ‘sich begnügen’) zu ‘genügsam, schlicht, mäßig’, oft mit dem Nebensinn ‘rücksichtsvoll, höflich’. Dazu Bescheidenheit f. ‘Genügsamkeit, Anspruchslosigkeit’, mhd. bescheidenheit ‘Verständigkeit, Vernunft, Mündigkeit, richterliche Entscheidung’, dann ‘das für die Bedürfnisse Ausreichende’ (15. Jh.). Bescheid m. ‘(amtliche) Mitteilung, Auskunft’, häufig Bescheid geben, sagen ‘etw. mitteilen, Auskunft geben’, Bescheid wissen ‘sich auskennen, unterrichtet sein’, mhd. bescheit m. n. ‘Bestimmung, Verabredung, Bedingung’; vgl. auch mhd. bescheide f. ‘Auseinandersetzung, Bedingung’.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) dareinfinden  geh. · (sich) ergeben in · (sich) fügen · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · (sich) schicken (in) · ertragen · gleichmütig ertragen · hinnehmen · keinen Aufstand machen  ugs. · nehmen, wie es kommt  ugs. · schlucken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) bescheiden  geh. · (jemanden etwas) wissen lassen · (jemanden etwas) wissenlassen · Aufschluss geben · Auskunft geben · in Kenntnis setzen · informieren
Assoziationen
Assoziationen
  • (klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) dareinfinden  geh. · (sich) ergeben in · (sich) fügen · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · (sich) schicken (in) · ertragen · gleichmütig ertragen · hinnehmen · keinen Aufstand machen  ugs. · nehmen, wie es kommt  ugs. · schlucken  ugs.
  • (den) Gürtel enger schnallen · (die) Ansprüche zurückschrauben  ugs. · (seine) Ansprüche herunterschrauben  ugs. · (sich) einschränken · (sich) kleiner setzen  ugs. · Abstriche machen · kürzertreten  ugs.
  • (einer Sache) nichts hinzuzufügen (sein) · (es) belassen bei · (es) ist gut (mit)  ugs. · (etwas) soll (mal) genug sein  ugs. · es bewenden lassen (mit / bei) · sein Bewenden haben (mit / bei)
Synonymgruppe
bescheiden (Summe, Lohn) · dünn  ugs. · gering · kaum · klein · marginal · mickerig  ugs. · mickrig  ugs. · überschaubar  ugs. · unbedeutend · wenig · winzig
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
beschissen  derb · mau  ugs. · mies  ugs. · nicht (so) rosig  ugs. · prekär  geh. · schlecht · schwach · übel
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mann war bescheiden, hat sein Geld immer selbst verdient.
Die Zeit, 15.11.2004, Nr. 46
Da nimmt sich der Cent, den die Studenten für eine SMS bezahlen, geradezu bescheiden aus.
Die Welt, 02.10.2004
Wie diese bedauernswerte Frau selbst es von früh auf geahnt hatte, sollte Erfüllung ihrem Leben nicht beschieden sein.
Hildesheimer, Wolfgang: Marbot, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 185
In anderen Fällen ist ihr jedoch ein längeres Leben beschieden!
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 245
Ich hatte sie vor einigen Tagen zu mir beschieden ", fuhr er fort.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 178
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Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfang Ansprüche Auftreten Auskommen Ausmaß Budget Dasein Erfolg Etat Mitteln Niveau Rahmen Summe Umfang Verhältnissen Wohlstand auftretende ausfällt ausnimmt eher geradezu höchst ohnehin relativ sehr still vergleichsweise zurückhaltend äußerst

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Wortbildung

mit bescheiden als Letztglied unbescheiden

Worthäufigkeit

selten häufig

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