bitte
Aussprache:
Worttrennung: bit-te (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

Höflichkeitsformel
siehe auch bitten
a)
drückt einen Wunsch aus
Beispiele:
bitte, treten Sie näher!
nehmen Sie bitte Platz!
Achtung bitte!
beginnen Sie bitte!
bitte wenden!
»Wünschen Sie noch ein Glas Tee?« »Bitte (sehr)!« (ja)
b)
Aufforderung einzutreten nach vorhergegangenem Klopfen an der Tür
c)
antwortet auf ein mündliches Dankeswort
Beispiele:
»Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen.« »Bitte (schön)«
d)
drückt die Bitte um Wiederholung von etw. nicht (richtig) Verstandenem aus
Beispiele:
(wie) bitte?
e)
Kindersprache drückt eine Bitte aus, wobei die Handflächen mehrfach leicht zusammengeschlagen werden
Beispiele:
bitte, bitte machen
f)
umgangssprachlich
Beispiele:
na bitte! (da siehst duʼs!)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bitten Vb. ‘höflich auffordern’, ahd. bitten ‘(er)bitten, flehen, (an)beten’ (8. Jh.), mhd. bitten, auch ‘(vor Gericht) laden, wünschen, heißen, befehlen’, asächs. biddian, mnd. mnl. nl. bidden, anord. biðja, schwed. bedja, got. bidjan. Die Etymologie ist umstritten. Denkbar ist Verwandtschaft mit aind. bā́dhatē ‘drückt, drängt, zwingt’, für das unter Berufung auf aind. jñubā́dh- ‘die Knie beugend’ eine ältere Bedeutung ‘beugt (nieder)’ erschlossen wird. Dazu stellt man toch. B peti ‘Achtung, Verehrung’. Damit ergäbe sich für bitten Zugehörigkeit zu einer Wurzel ie. *bhedh- ‘krümmen, beugen, drücken, plagen’. Doch auch Zusammenhang mit ahd. mhd. beiten ‘vorwärtsdrängen, Zwang ausüben’, aengl. bǣdan ‘dringend bitten, drängen, zwingen’, anord. beiða ‘fordern, verlangen’, got. baidjan ‘antreiben, zwingen’ ist möglich. Dann wäre mit aslaw. běditi ‘nötigen, zwingen’, russ. (älter) bedít’ (бедить) ‘Leid antun’, russ. pobedít’ (победить) ‘(be)siegen’, griech. pé͞ithein (πείθειν) ‘überreden, überzeugen’, medial ‘(ver)trauen, sich überreden lassen’ an die Wurzel ie. *bheidh- ‘zureden, zwingen’, medial ‘sich einreden lassen, vertrauen’ anzuknüpfen. Die germ. Grundform von bitten gehört in diesem Fall zur Schwundstufe der Wurzel und wäre sekundär in die Ablautreihe anderer starker j-Präsentien (wie sitzen, liegen) übergetreten. Auf Grund der These, daß anlautendes ie. gṵh- zu b- geworden sei, tritt Seebold 93 für eine dritte Möglichkeit ein und geht von einer Kontamination der Wurzeln ie. *bheidh- (s. oben) und ie. *gṵhedh- ‘bitten, verlangen’ aus, wozu griech. pothé͞in (ποθεῖν, aus *gṵhodh-) ‘ersehnen’, air. guidid ‘bittet’, lit. gedáuti ‘wünschen, begehren, heischen’, aslaw. žędati ‘dürsten, verlangen, ersehnen’, russ. (älter) žadát’ (жадать) ‘begehren, dürsten, lechzen’, russ. žádnyj (жадный) ‘gierig, unersättlich, habsüchtig, geizig’. S. auch Gebet, betteln. Die adverbial gebrauchte Höflichkeitsformel bitte ist eine im 18. Jh. aufkommende (in gesprochener Sprache wohl ältere) Verkürzung aus ich bitte. verbitten Vb. ‘mit Nachdruck verlangen, daß etw. unterbleibt, entschieden zurückweisen’, bes. sich etw. verbitten (18. Jh.), zuvor ‘etw. erbitten, für jmdn. eintreten’ (16. Jh.). Bitte f. ‘inständig oder höflich vorgetragener Wunsch’, Neubildung des 15. Jhs. zum Verb, ahd. beta ‘Bitte, Gebet’ (9. Jh.), mhd. bet(e), auch ‘Gebot, Abgabe’ (wozu asächs. beda, mnd. bēde, mnl. bede, aengl. bedu, got. bida) ablösend. Abbitte f. ‘Bitte um Verzeihung’, vgl. Abbitte tun, leisten (16. Jh.). Fürbitte f. ‘Bitte (bes. im Gebet) für einen anderen’ (16. Jh.). Bittschrift f. (16. Jh.), für gleichbed. lat. supplicātio. Bittsteller m. ‘wer (an höherer Stelle) eine Bitte um Hilfe vorträgt’ (18. Jh.).
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
bitte (Aufforderung) · freundlicherweise · ich wäre Ihnen (sehr) verbunden (wenn) · ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie (...) · könnten Sie (...) (vielleicht) · könntest du (...) (vielleicht) · sei ein braves Mädchen und (...)  ugs. · sei ein guter Junge und (...)  ugs. · sei so gut und (...) · sei so nett und (...) · sind Sie so nett (und)  ugs. · tu mir die Liebe (und) · wenn Sie (mir) bitte (...) würden · wenn Sie (mir) freundlicherweise (...) · wenn's Ihnen nichts ausmacht · wie wär's, wenn (...)
Assoziationen
Synonymgruppe
(Das) geht (schon) in Ordnung.  ugs. · (Ist) nicht der Rede wert  ugs. · Aber bitte gerne! · Aber gerne (doch)! · Aber nicht doch! (höflich) · bitte schön · Bitte sehr · bitte! (Reaktion auf 'danke!') · Da nicht für  ugs. · Das war (doch) (ganz) selbstverständlich. · Es war mir ein Vergnügen!  geh. · Gern geschehen · Gerne wieder · Gerne!  ugs. · immer wieder gerne! · Ist okay  ugs. · Jederzeit! · kein Ding  ugs. · kein Problem  ugs. · kein Thema  ugs. · keine Ursache · Komm schon  ugs. · Lass (mal) gut sein  ugs. · Lass stecken  ugs. · Nichts zu danken · Passt schon  ugs. · Schon gut  ugs. · Schon okay  ugs. · Wofür?  ugs.
Assoziationen
  • Firma dankt!  ugs. · besten Dank  ugs. · danke · danke Ihnen! · danke dir! · danke schön  ugs. · danke sehr  ugs. · danke vielmals · heißen Dank  ugs. · herzlichen Dank  ugs. · ich habe zu danken · lieben Dank  ugs. · man dankt  ugs. · merci  ugs. · verbindlichsten Dank  geh. · vergelts Gott  ugs. · vielen Dank · vielen lieben Dank · wir haben zu danken
  • anstandslos · bereitwillig · freilich · freudig · gern · gerne · gewiss · natürlich  ugs. · no na  ugs. · selbstredend · selbstverfreilich  ugs. · selbstverständlich · sicher · sicherlich
  • (jemandem) Dank aussprechen · (jemandem) Dank sagen · (seinen) Dank ausdrücken · (seinen) Dank bekunden · (seinen) Dank äußern · (sich) bedanken · Dank abstatten · Dank zollen · danken
Antonyme

Worthäufigkeit

selten häufig

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