daAdverb
Aussprache:
eWDG, 1967

Bedeutungen

I.
räuml.
1.
bezeichnet einen vom Standort des Sprechers entfernt liegenden Ort; weniger nachdrücklich als »dort«
Beispiele:
da draußen, drüben, hinten, unten, vorn
von da (ab, aus)
bald da, bald dort
da hinab, herunter, hinauf, heraus, herein, hinüber
a)
der Ort ist in der Sprechsituation gegenwärtig und meist wird auf ihn durch eine Geste hingewiesen
α)
Beispiele:
wo liegt meine Brille? (Sie liegt) da
wo geht dein Vater? Da (geht er)
wo ist die Haltestelle? (Sie ist) da am Denkmal, bei der Post
da, in diesem Hause, wohnt mein Freund
guck, da fährt die Straßenbahn
wer kommt denn da?
die einen üben hier, die andern da
da steht das Holz, da liegen die Steine
halt, wer da? (Anruf des Postens)
die schrille Stimme seiner Frau rief aus dem Badezimmer: »Wer ist denn da [BöllWort21]
β)
attributiv, stets unbetont einem Nomen oder Pronomen nachgestellt
umgangssprachlich
Beispiele:
der Mann, die Blume, das Auto da
der, die da (ist es gewesen)
das da (will ich kaufen)
welche Bluse gefällt dir am besten? Diese da
du da salopp
he, Sie da, Sie haben Ihren Handschuh verloren salopp
b)
der Ort ist im vorangehenden Text genannt
Beispiele:
das Buch liegt auf dem Stuhl. Da kann es nicht liegenbleiben
er geht am Walde entlang. Da ist es nicht so windig
bei der Post ist eine Haltestelle. Meist stehen da viele Leute
mein Freund wohnt auf Rügen. Ich bin da oft zu Besuch
da an der Küste ist es in heißen Sommern sehr angenehm umgangssprachlich
im Hafen, da liegen viele Schiffe umgangssprachlich
sie war im Krankenhaus und ist da am Blinddarm operiert worden
er wohnt in L oder da in der Nähe, da herum (in der Gegend von L) umgangssprachlich
er fährt jeden Tag nach Berlin, denn er wohnt hier und arbeitet da
er schlug im Lexikon nach und las da Folgendes
kennen Sie die Familie Meier? Da ist ein Baby angekommen
in Korrelation mit »wo« der Ort ist im folgenden oder vorangehenden Text genannt
Beispiele:
die Tickets bekommen Sie da, wo die vielen Leute stehen
der Schlüssel hängt da, wo er hingehört
wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder sprichwörtlich
2.
bezeichnet den Standort des Sprechers   hier
Beispiele:
da bin ich!
da wären wir!
3.
umgangssprachlich begleitet die Bewegung vom Sprecher weg, wenn man jmdm. etw. reicht
Beispiele:
da, nimm das Geld!
da hast du die Zeitung!
da! (da nimm es!) (da hast du es!) salopp
4.
Platz da!, weg da! salopp Aufforderung, beiseite zu treten
hier und da, da und dortstellenweise
Beispiele:
hier und da liegt noch Schnee
da und dort trifft man noch die alten Windmühlen
da und daan einer bestimmten Stelle, die hier nicht genauer bezeichnet zu werden braucht
Beispiele:
ich hörte, dass er da und da wohne
5.
räuml.
übertragen
Beispiele:
da liegt der Hund begraben (das ist der Kern der Sache) salopp
da hast du's, haben wir's (es ist das eingetreten, was ich schon immer erwartet hatte) umgangssprachlich
da schau her! (Ausruf, der Erstaunen ausdrückt) landschaftlich
6.
mit Bezug auf Abstrakta, die räuml. gesehen werden
Beispiele:
ich bin zum Geburtstag eingeladen. Da gibt es Kaffee und Kuchen
im Deutschen ist er sehr gut, aber leider nicht in Mathematik. Da sind seine Leistungen nur sehr mittelmäßig
er leitete eine Reihe menschlicher Eigenschaften nicht aus der Natur des Menschen, sondern aus seinen Umweltsbedingungen und da wieder aus den Eigentumsverhältnissen ab
II.
zeitl.
zu diesem Zeitpunkt
1.
bezeichnet einen Zeitpunkt, zu dem ein Geschehen einsetzt, das auf ein vorhergehendes unmittelbar folgt   in diesem Augenblick
Beispiele:
der Schauspieler war gerade aufgetreten, da geschah das Unerwartete
kaum ist das Flugzeug gelandet, da ist es schon von einer Menschenmenge umringt
eben ertönte der Startschuss, da waren die Schwimmer schon im Wasser
fast hatte er das Ziel erreicht, da verließen ihn die Kräfte
Branzner wollte sich wehren, aber da traf ihn schon eine schallende Ohrfeige [NollHolt1,310]
bezeichnet außerdem die Folge
siehe auch da1 (Lesart III 1 c)
Beispiele:
er schalt das Kind. Da fing es an zu weinen
plötzlich stolperte er über seine eigenen Beine. Haben wir da gelacht!
2.
bezeichnet eine Zeitangabe, die im vorangehenden Text genannt ist
Beispiele:
nächstes Jahr geht er nicht mehr zur Schule, da ist er schon im Beruf
in ihrer Jugend war sie sehr schön, da hatte sie viele Bewunderer
bald ist es 22 Uhr, von da an muss Ruhe herrschen
er kam 2005 nach Berlin, das von da ab sein ständiger Wohnsitz war
vor zehn Jahren, da sah es hier noch anders aus umgangssprachlich
gestern, da war hier ein Krach umgangssprachlich
in Korrelation mit temporalen Konjunktionen
Beispiele:
als es schließlich soweit war, da sank ihm der Mut
als er noch im tiefsten Schlaf lag, da klingelte schon der Wecker
nachdem alle zugestimmt hatten, da mochte auch sie sich nicht mehr länger weigern
bevor Sie sich beschweren, da erkundigen Sie sich erst einmal genau umgangssprachlich
3.
hie(r) und dahin und wieder
Beispiele:
hie und da brachte er einen Sonntag mit ihr zu [FedererBerge184]
III.
modal
1.
bezeichnet die Umstände
a)
unter diesen Umständen
Beispiele:
es regnete. Da hätte uns ein Baum Schutz bieten können
so ist es nicht richtig und so auch nicht. Wie soll man sich da noch auskennen?
ohnmächtig fiel sie nieder. Was war da zu tun?
trotz der Kälte ist er ohne Mantel gegangen. Da braucht man sich ja nicht zu wundern, wenn er krank wird
b)
bezeichnet außerdem die Bedingung   in diesem Falle
Beispiele:
hoffentlich regnet es morgen nicht. Da können wir nicht spazierengehen
du glaubst wohl, ich entschuldige mich bei dir? Da kannst du lange warten
man muss sehr streng bei ihnen sein, und da gehorchen sie auch
bei Sonnenschein, da braucht man keinen Schirm umgangssprachlich
in Korrelation mit »wenn«
umgangssprachlich
Beispiele:
wenn du weiter so unverschämt bist, da wirst du noch dein blaues Wunder erleben
wenn ich schon bezahlen muss, da bezahle ich lieber gleich
wenn du das tust, da bist du schön dumm
c)
bezeichnet außerdem den Grund, die Folge
siehe auch da1 (Lesart II 1)
Beispiele:
es regnet stark. Da sind die Wege unpassierbar
sie hatte lange warten müssen. Es ist verständlich, dass sie da sehr böse war
er hatte mich mehrfach unfreundlich empfangen. Da bin ich einfach nicht mehr zu ihm gegangen
sie sind beide sehr selbstbewusst. Da kommt es oft zu Auseinandersetzungen
d)
bezeichnet außerdem die Einräumung
Beispiele:
er ist zwar ein guter Fachmann, da ist er aber noch lange kein Meister
er arbeitet Tag und Nacht, und da gibt es noch Leute, die behaupten, er sei nicht fleißig genug
2.
bezeichnet eine allgemeine Beziehung   in dieser Hinsicht
Beispiele:
noch als Siebzigjähriger konnte er sich für das Neue begeistern. Es ging ihm da wie seinen Studenten
haben wir uns nicht schon einmal irgendwo gesehen? Da (daran) kann ich mich nicht erinnern
wir wollen verreisen. Du glaubst gar nicht, was da (dabei) alles zu bedenken ist
wollen wir zusammen ein Glas Bier trinken? Da (damit) bin ich einverstanden
3.
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
da hört doch alles auf (nun ist es aber genug) (das ist ja unglaublich)
da brat mir einer 'nen Storch (das ist ja kaum zu glauben) salopp
IV.
ohne eigentliche Bedeutung
1.
steht meist, der Funktion von »es« angenähert, am Satzanfang
rückt die Aussage näher und verleiht ihr Anschaulichkeit, Vertraulichkeit
Beispiele:
da wohnt in einem thüringischen Dorf eine Frau, die ist bald hundert Jahre alt
da ängstigen sich die Eltern nun, und dem Kind geht es ausgezeichnet
man glaubt gar nicht, was alles passiert. Da komme ich von meinem Freund und denke an nichts Böses, plötzlich werde ich hinterrücks überfallen
bei dem Vorhaben ist vielerlei zu bedenken. Da ist zunächst die Frage, wer daran teilnehmen soll
Da streiten sich die Leut' herum / Oft um den Wert des Glücks [RaimundVerschwenderIII 10]
2.
siehe dadrückt aus, dass etwas Erwartetes eingetreten ist
Beispiele:
ich hatte das schon vermutet und, siehe da, so kam es auch
nichts da! umgangssprachlich das kommt nicht in Frage, nein!
als da sind altertümelnd zum Beispiel
Beispiele:
düstere Ämter ... als da sind Einsegnungen, Begängnisse, Grabreden und Seelenmessen [WerfelVeruntreuter Himmel38]
3.
nach Rel. pron. und gewissen Indef.pron.
altertümelnd
Beispiele:
was da kreucht und fleucht
wer da hat, dem wird gegeben biblisch
Meister Martin Opitz ... der da schreibt [WeiskopfVerteidigung8,450]
V.
Ausruf; macht auf ein Geräusch aufmerksam
Beispiele:
da, horch!
da, es klingelt!
VI.
1.
umgangssprachlich als Ankündigung
Beispiele:
da habe ich nichts dagegen
da ist er nicht dran schuld
da werde ich nicht draus klug
da kann sich auch jeder darunter vorstellen, was er will [NollHolt1, 406]
2.
als Teil eines mit ›da(r)-‹ zusammengesetzten Pronominaladverbs
,
die mit ›da‹ zusammengesetzten Pronominaladverbien werden getrennt, zum Beispiel ›dabei‹, ›dafür‹, ›dazu‹ zu ›da ... bei‹, ›da ... für‹, ›da ... zu‹
norddeutsch, umgangssprachlich
Beispiele:
da kann man nichts bei machen
da bin ich auch für
da kommt noch etwas anderes zu
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

da Adv. das auf einen (vom Standort des Sprechers entfernten) Punkt im Raume hinweist (‘dort, an jenem Ort’), aber auch allgemeinere, kaum noch räumlich aufzufassende Beziehungen innerhalb einer Aussage herstellt. Ahd. thār (8. Jh.), asächs. thā̌r, mhd. dā(r), mnd. dār, mnl. daer, dare, nl. daar, aengl. þǣr, engl. there und mit gekürztem Vokal got. anord. þar, schwed. där sind (wie das Richtungsadverb ahd. thara, mhd. dare, dar, s. dar-) mit r-Erweiterung zu dem auch in der (s. d.) vorliegenden Pronominalstamm ie. *te-, *to- gebildet; vgl. außerhalb des Germ. aind. tárhi ‘damals’. Vom Spätmhd. an kommt es zum formalen Zusammenfall mit da (s. d.), denn das auslautende -r schwindet im Mhd. (vorübergehende Neubelebung von dar allerdings im 15. bis 18. Jh.) und bleibt nur in zusammengesetzten Pronominaladverbien vor vokalischem Anlaut erhalten (z. B. daran, darauf, darüber, hier aber schon im Ahd. Vermischung mit den entsprechenden Bildungen von ahd. thara ‘dorthin’, s. dar-). Seit Beginn seiner Bezeugung im Dt. wird da auch als Konjunktion verwendet. Es leitet bis ins 18. Jh. konditionale, konzessive und adversative Gliedsätze ein, in den älteren Sprachstufen außerdem Temporalsätze, doch geht diese Funktion im Nhd. an da über.

da Adv. zur Angabe eines bestimmten Zeitpunktes (‘zu jener Zeit, in diesem Augenblick’) und Konj.; ahd. (8. Jh.), asächs. thō, mhd. mnd. , mnl. doe, afries. thā, aengl. þā. Diese für das Westgerm. bezeugte Bildung (anders got. þan ‘dann’ sowie anord. þā ‘da, damals’ aus *þan, s. dann) schließt sich wie da (s. d.) an den Pronominalstamm ie. *te-, *to- an; sie ist ursprünglich wohl Akk. Sing. Fem. des Demonstrativpronomens (vgl. got. þō, aind. tā́m, ie. *tām), neben dem vielleicht ein feminines Substantiv mit der Bedeutung ‘Zeit’ weggefallen ist. Seit dem 14. Jh. erscheint mhd. auch in der (Mitte des 16. Jhs. allgemein geltenden) Form da. Die nun lautlich gleichen, ohnehin durch inhaltliche Gemeinsamkeiten (die Darstellung von Zeitverhältnissen basiert oft auf räumlichen Vorstellungen) verbundenen Adverbien da und da werden nicht mehr klar geschieden. Als Konjunktion hat da zunächst temporalen Sinn (so schon ahd., jedoch nach Ende 18. Jh. nur noch in gehobener Ausdrucksweise); in Konkurrenz zu weil (s. d.) setzt Mitte des 17. Jhs. kausaler Gebrauch ein.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
alldieweil  ugs. · also · da ja · da obendrein · denn · ergo · indem · insofern · mithin · nachdem · nämlich · weil · wo
Assoziationen
Synonymgruppe
a. a. O. · a.a.O. · am (genannten) Ort · am angeführten Ort · am angegebenen Ort · am aufgeführten Ort · an gleicher Stelle · daselbst · dort · dortselbst · ebd. · ebenda · ebendort · genau dort · hier · ib. · ibd.  fachspr. · ibid.  fachspr. · ibidem  fachspr.
Synonymgruppe
da ja · da nämlich · dabei (hauptsatzeinleitend)  ugs. · denn · doch (mit Verb + Subj. davor; literarisch) · ja · nämlich · schließlich · sintemal · sintemalen · umso eher als · umso mehr als · umso weniger als · wenn sogar · wo doch · wo ja  ugs. · wo schließlich · wo sogar · zumal · zumal da · zumal ja
Assoziationen
  • alldieweil  ugs. · also · da · da ja · da obendrein · denn · ergo · indem · insofern · mithin · nachdem · nämlich · weil · wo
  • bekanntermaßen · bekannterweise · bekanntlich · was (ja) allgemein bekannt ist · was allgemein bekannt sein dürfte · was wir (hier) als bekannt voraussetzen dürfen  geh. · wie (bereits) bekannt · wie du (sicherlich) weißt · wie gesagt · wie jeder weiß · wie man weiß
Synonymgruppe
(wieder) da (sein) · (wieder) da haben · (wieder) reinbekommen  ugs. · (wieder) reinkriegen  ugs. · (wieder) vorrätig
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›da‹.

Wortbildung

mit da als Erstglied da sein · dahinterher · darin
mit da als Letztglied Dingsda · allda · ebenda
Ableitung von da da-
daKonjunktion
Aussprache:
eWDG, 1967

Bedeutungen

I.
leitet einen kausalen Gliedsatz ein
1.
auf der Begründung liegt kein, zumindest kein besonderer Nachdruck
a)
anderes Wort für weil
Beispiele:
die Zeitung ging ein, da die Auflage zu niedrig war
da die Auflage zu niedrig war, ging die Zeitung ein
die Mutter bestrafte das Kind, da es gelogen hatte
da schönes Wetter war, fuhren sie ins Grüne
da die Sonne am Himmel einen Bogen beschreibt, glaubte man früher, sie kreise um die Erde
erst nach längeren Beobachtungen erkannten die Ärzte den Erreger der Krankheit, da er nur unter bestimmten Bedingungen auftritt
er muss seiner Sinne nicht mächtig gewesen sein, da er nichts von dem Vorfall gesehen hat
Thiel, der den Tag über nicht dazu gekommen war, sich niederzulegen, kroch, da er die folgende Woche Tagdienst hatte, bereits gegen neun Uhr abends ins Bett [G. Hauptm.Bahnw. Thiel4,47]
b)
auf der Begründung liegt kein Nachdruck
α)
es wird die Begründung eines anderen referiert
anderes Wort für weil
Beispiele:
er sagte mir, er könne nicht mitkommen, da er keine Zeit habe
da dieser Begriff zu unklar sei, habe man ihn nicht verwendet
Dieser Schluß leuchtet angeblich vielen Menschen ein. Andere fürchten ihn, da er solche Vorstellungen erwecke wie, Roboter könnten sich selbständig machen [KlausKybernetik64]
in Korrelation mit »ja«, »doch«, »bekanntlich«
die Begründung wird als bekannt vorausgesetzt
Beispiele:
von dieser kleinen Ungenauigkeit kann man absehen, da das Ergebnis dadurch ja nicht beeinflusst wird
da er es doch selbst zugegeben hat, können wir uns einen umständlichen Beweis ersparen
das Kabel ist mit Gummi isoliert, da Gummi elektrischen Strom bekanntlich nicht leitet
Da, wie schon vorher bemerkt, nicht bloß ein guter deutscher Stil existiert, wird man dem Autor einer Stilkunde das Recht zubilligen müssen, unter mehreren zulässigen Ausdrucksweisen eine für schöner als die übrigen zu halten [WeiskopfVerteidigung8,447]
oft in Verbindung mit einer Konjunktion in einem dem Hauptsatz voraufgehenden Gliedsatz zum flüssigen Anschluß an den vorhergehenden Satz
Beispiele:
Diese Antwort ist aber wiederum offensichtlich zu einfach, denn da ein und dieselbe Information ein System von Schallwellen, ein System elektrischer Wellen ... sein kann, ist die materielle Seite einer Information offensichtlich sekundär [KlausKybernetik70]
β)
»da« kann nicht durch »weil« ersetzt werden
der Hauptsatz wird durch »so« eingeleitet, das mit »da« korrespondiert
Beispiele:
Die Literatur bleibt, wie je, eine Macht; und da die Macht sich allgemein faßlich in Geld ausdrückt, so fällt ihr Geld zu [H. Mann11,437]
und da Du schon die Selbstironie zur Hilfe herangezogen hast, so gestatte mir, daß ... [Becher5,33]
in Verbindung mit »zumal«
Beispiele:
dieser Roman ist heiß umstritten, zumal da er in einer ungewöhnlichen sprachlichen Form geschrieben ist
Auch der Name des Verfassers spielte keine Rolle, zumal da alles Geschriebene allmählich in den Zustand der Anonymität gelangte [KasackStadt413]
die Begründung bezieht sich auf einen Fragesatz, der inhaltlich ein verneinter Aussagesatz ist
Beispiele:
was sollte er antworten, da er genau wusste, dass es darauf keine Antwort gibt
wohin sollte ich mich noch wenden, da mir alle Wege versperrt waren?
2.
auf der Begründung liegt besonderer Nachdruck
»da« kann anstelle des üblicheren »weil« stehen, wenn die Begründung sich auf das dem Gliedsatz unmittelbar voraufgehende Wort bezieht
Beispiele:
es war seine Tragik, unlösbar, da sie nur lösbar gewesen wäre durch eine Wende der Zeit [Becher5,293]
in anderen Fällen, zum Beispiel wenn im Hauptsatz durch Wörter wie »darum«, »deshalb«, »deswegen« auf den Begründungssatz hingewiesen wird, ist der Gebrauch von »da« unmöglich
siehe auch weil
II.
leitet einen temporalen Gliedsatz ein
gehoben
1.
bezeichnet die Gleichzeitigkeit   als, während
Beispiele:
Ich gedachte heute morgen der Verse, die Tonio Kröger nicht fertig zu schmieden wußte, da sein Herz lebte [Th. Mann10,531]
Als die Geschwister am andern Morgen im Frühstückszimmer des Gasthauses Platz nahmen, lächelten beide, da sie die Serviette entfalteten [AndresHochzeit394]
meist geht dem »da«-Satz eine Zeitbestimmung voraus
siehe auch da2 (Lesart IV)
Beispiele:
an dem Tage, da er zum ersten Mal das Meer erblickte, beschloss er, Seemann zu werden
Der Künstler schafft nicht nur in dem Augenblick, da er den Pinsel oder den Meißel in die Hand nimmt oder sich an den Schreibtisch setzt [Becher5,281]
2.
veraltend bezeichnet die Vorzeitigkeit   nachdem
Beispiele:
Erst da auch das Gesetz-Nachspiel abgetan, wird mir die Neuheit und Fragwürdigkeit der Lage bewußt [Th. Mann12,189]
da ich die vorliegenden Treppen hinaufgestiegen war ... fiel mir das reizendste Schauspiel in die Augen, das ich jemals gesehen habe [GoetheWerther6,23]
III.
leitet einen konzessiven, adversativen Gliedsatz ein
veraltet obwohl, während
Beispiele:
Du wirst ein Sklave eines Edelmanns werden, da du Herr von Fürsten sein könntest [GoetheGötzII]
Warum ... ließet [Ihr] es nicht zu, daß sie mir die Hand gab, da Ihr doch bemerken mußtet, wie innig wir uns liebten? [E. T. A. Hoffm.6,40]
IV.
leitet einen Relativsatz ein
gehoben
siehe auch da2 (Lesart II 1)
Beispiele:
er besuchte die ehrwürdigen Stätten, da (wo) sein Vater gewirkt hatte
Es gab Fälle, da (in denen) das Bett fünfzehn-, auch zwanzigmal am Tage gebaut worden war [NollHolt1,351]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

da Adv. das auf einen (vom Standort des Sprechers entfernten) Punkt im Raume hinweist (‘dort, an jenem Ort’), aber auch allgemeinere, kaum noch räumlich aufzufassende Beziehungen innerhalb einer Aussage herstellt. Ahd. thār (8. Jh.), asächs. thā̌r, mhd. dā(r), mnd. dār, mnl. daer, dare, nl. daar, aengl. þǣr, engl. there und mit gekürztem Vokal got. anord. þar, schwed. där sind (wie das Richtungsadverb ahd. thara, mhd. dare, dar, s. dar-) mit r-Erweiterung zu dem auch in der (s. d.) vorliegenden Pronominalstamm ie. *te-, *to- gebildet; vgl. außerhalb des Germ. aind. tárhi ‘damals’. Vom Spätmhd. an kommt es zum formalen Zusammenfall mit da (s. d.), denn das auslautende -r schwindet im Mhd. (vorübergehende Neubelebung von dar allerdings im 15. bis 18. Jh.) und bleibt nur in zusammengesetzten Pronominaladverbien vor vokalischem Anlaut erhalten (z. B. daran, darauf, darüber, hier aber schon im Ahd. Vermischung mit den entsprechenden Bildungen von ahd. thara ‘dorthin’, s. dar-). Seit Beginn seiner Bezeugung im Dt. wird da auch als Konjunktion verwendet. Es leitet bis ins 18. Jh. konditionale, konzessive und adversative Gliedsätze ein, in den älteren Sprachstufen außerdem Temporalsätze, doch geht diese Funktion im Nhd. an da über.

da Adv. zur Angabe eines bestimmten Zeitpunktes (‘zu jener Zeit, in diesem Augenblick’) und Konj.; ahd. (8. Jh.), asächs. thō, mhd. mnd. , mnl. doe, afries. thā, aengl. þā. Diese für das Westgerm. bezeugte Bildung (anders got. þan ‘dann’ sowie anord. þā ‘da, damals’ aus *þan, s. dann) schließt sich wie da (s. d.) an den Pronominalstamm ie. *te-, *to- an; sie ist ursprünglich wohl Akk. Sing. Fem. des Demonstrativpronomens (vgl. got. þō, aind. tā́m, ie. *tām), neben dem vielleicht ein feminines Substantiv mit der Bedeutung ‘Zeit’ weggefallen ist. Seit dem 14. Jh. erscheint mhd. auch in der (Mitte des 16. Jhs. allgemein geltenden) Form da. Die nun lautlich gleichen, ohnehin durch inhaltliche Gemeinsamkeiten (die Darstellung von Zeitverhältnissen basiert oft auf räumlichen Vorstellungen) verbundenen Adverbien da und da werden nicht mehr klar geschieden. Als Konjunktion hat da zunächst temporalen Sinn (so schon ahd., jedoch nach Ende 18. Jh. nur noch in gehobener Ausdrucksweise); in Konkurrenz zu weil (s. d.) setzt Mitte des 17. Jhs. kausaler Gebrauch ein.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
alldieweil  ugs. · also · da ja · da obendrein · denn · ergo · indem · insofern · mithin · nachdem · nämlich · weil · wo
Assoziationen
Synonymgruppe
a. a. O. · a.a.O. · am (genannten) Ort · am angeführten Ort · am angegebenen Ort · am aufgeführten Ort · an gleicher Stelle · daselbst · dort · dortselbst · ebd. · ebenda · ebendort · genau dort · hier · ib. · ibd.  fachspr. · ibid.  fachspr. · ibidem  fachspr.
Synonymgruppe
da ja · da nämlich · dabei (hauptsatzeinleitend)  ugs. · denn · doch (mit Verb + Subj. davor; literarisch) · ja · nämlich · schließlich · sintemal · sintemalen · umso eher als · umso mehr als · umso weniger als · wenn sogar · wo doch · wo ja  ugs. · wo schließlich · wo sogar · zumal · zumal da · zumal ja
Assoziationen
  • alldieweil  ugs. · also · da · da ja · da obendrein · denn · ergo · indem · insofern · mithin · nachdem · nämlich · weil · wo
  • bekanntermaßen · bekannterweise · bekanntlich · was (ja) allgemein bekannt ist · was allgemein bekannt sein dürfte · was wir (hier) als bekannt voraussetzen dürfen  geh. · wie (bereits) bekannt · wie du (sicherlich) weißt · wie gesagt · wie jeder weiß · wie man weiß
Synonymgruppe
(wieder) da (sein) · (wieder) da haben · (wieder) reinbekommen  ugs. · (wieder) reinkriegen  ugs. · (wieder) vorrätig
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