einbildenVerb
bildete einhat eingebildet
Aussprache:
Wortzerlegung: ↗ein-bilden
Worttrennung: ein-bil-den (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich [Dativ] etw. einbildensich eine unbegründete, falsche Vorstellung von etw. machen
Beispiele:
du bildest dir nur ein, krank zu sein
sie hatte sich eingebildet, verfolgt zu werden
ich bildete mir ein, dass unüberwindliche Schwierigkeiten bestünden
bilde dir keine Schwachheiten ein! (mache dir keine falschen Hoffnungen!) salopp
Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen, / Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren [GoetheFaustI 371]
eingebildet
häufig im Part. Prät.
in Wirklichkeit nicht vorhanden
Beispiele:
eine eingebildete Gefahr
er leidet an eingebildeten Zwangsvorstellungen
ihre eingebildete Krankheit
er ist ein eingebildeter Kranker (ist gar nicht krank)
2.
sich [Dativ] etw. einbilden umgangssprachlich etw., jmdn. unbedingt haben wollen
Beispiele:
das Kind hatte sich zum Geburtstag eine elektrische Eisenbahn eingebildet
wenn ich mir etwas einbilde, setze ich auch alle Energie daran
3.
sich [Dativ] etwas, viel auf etw., jmdn. einbildenauf etw., jmdn. ungerechtfertigt stolz sein, über etw., jmdn. eine zu hohe Meinung haben
Beispiele:
er bildet sich etwas, viel, allerhand auf seinen Titel, seine Gelehrsamkeit, seinen Vater ein
darauf, auf ihn brauchst du dir gar nichts einzubilden!
sie bildet sich nicht wenig, nichts auf ihre Schönheit, Erfolge ein
sie bildet sich ein, hübsch zu sein, gut zu tanzen, klug zu reden
auf diese Leistung darfst du dir wirklich etwas einbilden!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bilden Vb. ‘formen, gestalten, hervorbringen, darstellen, sein’, übertragen ‘erziehen, die geistigen Anlagen entwickeln’, ahd. biliden ‘formen, gestalten, zum Beispiel geben, nachahmen’ (9. Jh.) und bilidōn ‘abbilden, nachahmen, Vorbild sein, gestalten’ (8./9. Jh., vom 10. Jh. an vorherrschend), postnominale Ableitungen von ahd. bilidi (s. Bild), fallen zusammen in mhd. bilden ‘mit Bildern verzieren, gestalten, nachbilden, vorstellen’ (vgl. gleichbed. mnd. bē̌lden, bilden und nl. beelden ‘bilden, abbilden, malen’). Das bis heute ein Formen realer Gegenstände, namentlich ein Gestalten visuell erfaßbarer Kunstwerke (bildende Kunst, 18. Jh., anfangs im Plur.) bezeichnende Verb findet im Sprachgebrauch der Mystiker auch Anwendung auf den geistig-seelischen Bereich; von der Mitte des 18. Jhs. an und bes. in der Klassik wird bilden zum Ausdruck für die Bestrebungen der bürgerlich-humanistischen Pädagogik; gleichzeitig werden daher auch das Part.adj. gebildet, das das Erziehungsergebnis kennzeichnet, und dessen Substantivierung der Gebildete üblich. Sich anschließende Präfixbildungen sind abbilden Vb. ‘im Bilde darstellen’ (16. Jh.; dazu Abbildung f. ‘bildliche Wiedergabe’, 2. Hälfte 16. Jh.); ausbilden Vb. ‘mit bestimmten Kenntnissen und Fertigkeiten versehen’, auch ‘entwickeln, formen’, mhd. ūʒbilden ‘eine Nachbildung zeigen’ (dazu Ausbildung f. ‘Schulung, Entwicklung’, 1. Hälfte 17. Jh.); einbilden Vb. refl. ‘sich der Wirklichkeit widersprechende Vorstellungen machen, sich etw. in den Kopf setzen’, mhd. īnbilden ‘einprägen, in der Seele abbilden’ (bei den Mystikern), im älteren Nhd. (refl.) noch allgemein ‘sich etw. vorstellen’, dann ‘sich falsche Vorstellungen machen’ (auch hinsichtlich des eigenen Wertes); dazu gehören Einbildung f. ‘falsche Vorstellung, Überheblichkeit’, mhd. īnbildunge ‘das Einbilden, In-die-Seele-Senken’, das Kompositum Einbildungskraft f. ‘Phantasie’ (1. Hälfte 17. Jh., vereinzelt im 16. Jh.) sowie das in jüngerer Zeit sich verselbständigende eingebildet Part.adj. ‘überheblich’ (17. Jh.). Bildner m. ‘Gestalter, Former’, ahd. bilidāri, bilideri ‘Bildner, Gestalter, Schöpfer’ (9. Jh.?), mhd. bildære, bildenære ‘Bildner, Schöpfer’, auch ‘Vorbild, Muster’, nhd. Bilder ‘Schöpfer’ noch bis ins 18. Jh. neben sich schließlich durchsetzendem Bildner, das jetzt auf die gehobene Ausdrucksweise beschränkt ist oder als zweites Kompositionsglied z. B. in Bühnen-, Kostüm-, Maskenbildner vorkommt. bildsam Adj. ‘formbar’, übertragen auch ‘für Lehren empfänglich, erziehbar’, vereinzelt spätmhd. bildsam ‘vorbildhaft’, nhd. in den heutigen Verwendungen seit Mitte des 18. Jhs. Bildung f. ‘der Vorgang des Entfaltens der geistigen Anlagen, des Erziehens sowie dessen Ergebnis’, auch ‘Schaffung, Formung’ und ‘Gestalt’, ahd. bilidunga ‘Widerschein, Abbild’ (11. Jh.), bei Notker (für lat. imāginātio) ‘Vorstellung, Vorstellungskraft’ (vgl. asächs. unbiliðunga ‘Unförmigkeit’, 11. Jh.), mhd. bildunge ‘Bildnis, Gestalt, Muster’, in der Mystik ‘Phantasie’; nhd. zunächst vor allem ‘bildliche Darstellung, Abbild’ und (sehr verbreitet im 18. Jh.) ‘Gestalt’, seit Mitte des 18. Jhs. (dem Verb bilden entsprechend, s. oben) auch ‘geistig-seelische Formung des Menschen, Erziehung’.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
(fälschlicherweise) denken, dass · (irrigerweise) annehmen · (sich etwas) einbilden · (sich) halten für · (sich) wähnen · halten für · in dem Wahn leben, dass · vermeinen  geh. · wähnen
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (sich) in (trügerischer) Sicherheit wiegen · (sich) in Sicherheit wähnen · glauben, dass man in Sicherheit ist  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich etwas) einbilden · an Wahnvorstellungen leiden · Gespenster sehen  ugs. · spinnen  ugs.
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wahrscheinlich bildet sie es sich nur ein, aber der Mann lächelt, während er das anbietet, auf widerliche Art.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 272
Darauf bildet sich der junge Mann aber gar nichts ein.
Süddeutsche Zeitung, 07.02.2002
Danach ist sie schwanger, und vier potentielle Väter können sich was darauf einbilden - haben aber keine Rechte.
Der Tagesspiegel, 26.05.1998
Ich bilde mir immer ein, Du wärst Weihnachten wieder bei uns.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 14.10.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aber da habe ich mir wohl richtig eingebildet, ich wäre seine Mutter geworden.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 612
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kerl Krankheiten Leute Symptome allzuviel bildet bloß darauf denn dir drauf eigentlich euch gern gerne ich jedenfalls man manchmal nur nämlich soviel viel vielleicht was wenigstens wir womöglich zumindest zuviel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einbilden‹.

Wortbildung

mit einbilden als Grundform eingebildet

Worthäufigkeit

selten häufig

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