fallenVerb
fälltfielist gefallen
Aussprache:
Worttrennung: fal-len (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

siehe auch Gefallene
1.
infolge der Schwerkraft in eine (mäßig) schnelle, abwärts gerichtete Bewegung geraten
a)
Beispiele:
ein Gegenstand fällt langsam, schnell, senkrecht, steil, lautlos, geräuschvoll (zu Boden)
(der) Regen fällt
die Tropfen fielen dicht, einzeln
es ist Schnee gefallen
die Blätter fallen
die reifen Äpfel fallen vom Baum
Sternschnuppen fallen
ein fallender Stein
im luftleeren Raum fallen alle Körper gleich schnell
ein frei fallender Körper
der Fallschirmspringer ließ sich 4 000 Meter fallen
es ist so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte
die Menschen standen so dicht gedrängt, dass kein Apfel zur Erde fallen konnte umgangssprachlich
der Junge ist von der Leiter gefallen
fall nicht vom Stängel! (= falle nicht hinunter!) umgangssprachlich, scherzhaft
der junge Vogel ist aus dem Nest gefallen
jmdm. fällt etw. aus der Hand
eine Masche fallen lassen Handarbeit
er hat seinen Bleistift fallen lassen (= der Bleistift ist ihm versehentlich entglitten)
lass die Tasse nicht fallen!
der Vogel hat was fallen lassen (= hat Kot ausgeschieden) umgangssprachlich, scherzhaft, verhüllend
der Vorhang fällt (= senkt sich)
die Klappe fällt (= Signal bei Dreharbeiten) Film
die Tür, das Tor fällt ins Schloss (= schließt sich)
die Gebäude fielen in Schutt und Asche (= wurden zerstört)
Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht [Volkslied]
etw. fällt von etw.etw. löst sich ab
Beispiele:
der Putz fiel von den Wänden
eine Masche fällt von der Nadel Handarbeit
b)
unwillkürlich aus einer aufrechten in eine liegende Stellung geraten, hinfallen
Beispiele:
das Kind fällt
ein Pferd fällt
er hat sich beim Fallen verletzt
er ist unglücklich, günstig, weich, sanft, hart, mit großer Heftigkeit gefallen
sie fiel mit dem Kopf auf das Pflaster
jmd. fällt über einen Stein, gegen eine Tischkante
er fiel auf den, zu Boden, auf die Erde
er ist nach vorn, auf das Gesicht, nach hinten, auf den Rücken gefallen
über seine eigenen Beine fallen (= stolpern)
in, auf etw. fallenvor Müdigkeit, Erschöpfung niedersinken, sich niedersetzen
Beispiele:
todmüde, erschöpft ins Bett, in die Kissen, den Sessel, auf den Stuhl fallen
Er entkleidete sich, fiel aufs Bett ... schlief ein [JahnnHolzschiff92]
c)
herabhängen, sich legen
Beispiele:
jmdm. fällt eine Haarsträhne ins Gesicht, über die Stirn
ihr fällt das Haar (in Locken) über die Schultern
das Haar fällt locker, weich
der Stoff, die Falte fällt leicht
die Gardinen fallen gut
weit fallende Gewänder
der Rock fällt gerade, schmal, elegant
meine Hand, über die die Spitzenmanschette fiel [RilkeBrigge5,125]
d)
bildlich
Beispiele:
die Würfel sind gefallen (= es ist entschieden) gehoben
endlich ist bei ihm der Groschen gefallen (= endlich hat er es verstanden) salopp, scherzhaft
die Ermahnungen fallen bei jmdm. auf fruchtbaren Boden (= die Ermahnungen werden von jmdm. beherzigt)
der Vorschlag fiel auf harten Boden (= der Vorschlag stieß auf Widerstand)
etw. fällt unter den Tisch (= etw. bleibt absichtlich unberücksichtigt)
es wird dir keine, nicht gleich eine Perle aus der Krone fallen, wenn du mit zufasst (= du wirst dir nichts vergeben, wenn du mit zufasst)
jmdm. fällt die Butter vom Brot (= jmd. ist entsetzt) salopp
jmdm. fällt die Decke, Bude auf den Kopf (= jmdm. wird sein Zuhause zu eng, bedrückend) salopp
jmdm. fällt das Herz in die Hose, Hosentasche (= jmdm. wird es angst und bange) salopp, scherzhaft
jmdm. fällt ein Stein, eine Zentnerlast vom Herzen, von der Seele (= jmd. fühlt sich erleichtert, von einer großen Sorge befreit)
jmdm. fällt es wie Schuppen von den Augen (= jmd. sieht plötzlich klar, erkennt die Zusammenhänge)
jmd. fällt (immer wieder) auf die Beine (= geht aus allen Wechselfällen des Lebens unbeschadet hervor) umgangssprachlich
er ist nicht auf den Kopf gefallen (= ist nicht dumm, weiß sich zu helfen) umgangssprachlich
sie ist nicht auf den Mund gefallen (= hat immer eine Antwort bereit) umgangssprachlich
jmd. fällt auf die Nase (= scheitert) salopp
ich bin fast auf den Rücken, vom Stuhl gefallen (= war sehr erstaunt) umgangssprachlich
jmd. fällt (wie) aus allen Wolken (= ist sehr überrascht) umgangssprachlich
der Apfel fällt nicht weit vom Stamm (= die Kinder werden wie die Eltern) sprichwörtlich
kein Baum fällt auf den ersten Hieb (= große, schwere Arbeit erfordert Ausdauer) sprichwörtlich
es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen (= alles will gelernt sein) sprichwörtlich
etw. fällt (schwer) ins Gewicht, (schwer) in die Waagschaleetw. ist von Bedeutung
Beispiele:
jmds. Urteil, Meinung fällt ins Gewicht, fällt (schwer) in die Waagschale
für ihn fallen derartige Ausgaben kaum ins Gewicht
etw. fällt ins Wasser umgangssprachlich etw. zerschlägt sich
Beispiele:
das Vorhaben, der Plan, Ausflug ist ins Wasser gefallen
etw. fällt jmdm. in den Schoßetw. wird jmdm. zuteil, ohne dass er sich darum zu bemühen braucht
Beispiele:
das Ergebnis fiel ihm (wie eine reife Frucht) in den Schoß
das Glück ist ihm nicht in den Schoß gefallen
jmd. fällt mit der Tür ins Hausjmd. sagt sein Anliegen plump, ohne Umschweife
Beispiele:
jmd. fällt (völlig) aus der Rolle (= verstößt gegen Anstand und Takt)
Ich bin nicht dafür, daß die Besucher gleich mit der Tür ins Haus fallen [KästnerJunge5]
etw., jmd. fällt aus dem Rahmenetw., jmd. weicht von seiner Umgebung ab, passt nicht dazu
Beispiele:
diese Darbietung fiel ganz aus dem Rahmen
er fällt völlig aus dem Rahmen
übertragen
Beispiele:
jmds. Augen, Blicke fallen auf etw., jmdn. (= richten sich auf etw., jmdn.)
jmd., etw. fällt jmdm. lästig
er will niemandem zur Last fallen (= niemandem Unkosten, Umstände verursachen)
etw. fällt jmdm. ins Auge, in den Blick, ins Blickfeldetw. lenkt sofort die Aufmerksamkeit auf sich
Beispiele:
die grellen, leuchtenden Farben, die Ordnung und Sauberkeit fielen mir ins Auge
ein ins Auge fallender Unterschied
etw. fällt jmdm. (schwer) aufs Herz, die Seeleetw. bedrückt jmdn.
Beispiele:
es fiel ihm schwer aufs Herz, ihr das sagen zu müssen
etw., jmd. fällt jmdm. auf die Nerven umgangssprachlich etw., jmd. wird jmdm. lästig, unangenehm
Beispiele:
der Lärm, jedes Geräusch fiel ihr auf die Nerven
wie er durch lärmende Prahlerei gerade denen auf die Nerven fällt, die ihn am ehrlichsten bewundern wollen [St. ZweigBalzac171]
etw., jmd. fällt jmdm. auf den Wecker salopp
jmd., etw. fällt jmdm. in die Hände, Hand, fällt in jmds. Händejmd., etw. gerät in jmds. Gewalt
Beispiele:
der General, die Stadt, Festung fiel dem Gegner in die Hände
jmd., etw. fällt in jmds. Hand gehoben
etw. fällt jmdm. in die Hände, Handetw. gelangt gegen den Willen des Besitzers zufällig in jmds. Verfügungsgewalt
Beispiele:
die Akten fielen der Polizei in die Hände
dem Gericht waren sämtliche Briefe des Angeklagten in die Hand gefallen
etw. fällt jmdm. in die Hände, Handjmd. findet etw. zufällig
Beispiele:
beim Aufräumen fiel mir dein Schreiben in die Hände
jmd., etw. fällt einer Sache zum Opfer gehoben jmd., etw. wird das Opfer von etw.
Beispiele:
er fiel einer Intrige, einem Irrtum zum Opfer
einem Verkehrsunfall zum Opfer fallen
die Gebäude fielen dem Brand zum Opfer
daß ... das Hotel zur Krone in Bad Salzbrunn der Spitzhacke zum Opfer fällt [G. Hauptm.4,276]
veraltend, süddeutsch, österreichisch
Beispiele:
vom Fleisch fallen (= abmagern)
2.
in der Höhe, im Niveau niedriger werden
a)
Gegenwort zu steigen
Beispiele:
das Hochwasser, der Wasserstand fällt
der Wasserspiegel des Flusses ist um zehn Zentimeter gefallen
die Quecksilbersäule fällt
die Temperatur, das Fieber ist gefallen
das Barometer, Thermometer fällt (= zeigt eine Verringerung des Luftdruckes, der Temperatur an)
das Barometer zeigte ein unheimlich schnelles Fallen des Luftdruckes an [JahnnHolzschiff104]
bildlich
Beispiele:
die Melodie fällt (= bewegt sich abwärts)
der fallende (= hereinbrechende, sinkende) Abend, die fallende Dämmerung gehoben
b)
übertragen an Wert verlieren, im Wert sinken
Gegenwort zu steigen
Beispiele:
die Aktien, Kurse fallen
der Dollar fiel
die Preise fallen, zeigen eine fallende Tendenz
die Waren fallen im Preis (= werden billiger)
Die Papiere des Syndikats fielen nicht, sie stürzten [Kellerm.Tunnel241]
abnehmen, sich verringern
Beispiele:
die Aussichten fallen
jmds. Ansehen fällt
c)
meist im Part. Prät.
gehoben aus Glück in Verderben sinken
Beispiele:
ein tief gefallener Mensch (= ein gestrauchelter Mensch)
ein gefallenes Mädchen (= Frau, die vor-, außereheliche Beziehungen gehabt hat) veraltet
wer sich lässt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, dass er nicht falle biblisch
ein gefallener Engel biblisch
3.
zugrunde gehen
a)
im Kampf sein Leben lassen
Beispiele:
viele Soldaten fielen in der Schlacht
ihr Sohn ist (im Krieg, im Feld) gefallen
ein Denkmal für die gefallenen Widerstandskämpfer
die Nachricht, daß Arthur »auf dem Felde der Ehre fürs Vaterland gefallen« war [BredelVäter425]
gehoben sein Leben durch Gewalt verlieren
Beispiele:
durch das Beil, Schafott fallen
er fiel durch, von des Henkers Hand
Die Bewohner fanden sich ... im Gotteshause ein und an heiliger Stätte fielen sie durch Schwert und Flamme [BrodTycho Brahe386]
Sterben soll sie! / Er soll sie fallen sehn und nach ihr fallen [SchillerStuartIV 5]
vom Vieh   sterben
Beispiele:
da vor Jahren hier die Seuche in das Vieh gekommen, so sei in seinem Stalle ihm kein Stück gefallen [Storm5,26]
b)
übertragen
Beispiele:
die belagerte Festung, Stadt fällt (= wird erobert)
der Minister, die Regierung fällt (= wird gestürzt)
Hindernisse, trennende Schranken, die Grenzen, Ketten fallen (= werden aufgehoben, beseitigt)
die Zensur, Geschwindigkeitsbegrenzung ist gefallen
ein Vertrag, Verbot, Gesetz, Recht, eine Verordnung fällt
ein Vorschlag, Antrag fällt (= wird abgelehnt)
eine Prophezeigung ... Roma könne nur durch die Gewalten der Elemente fallen [le FortPapst5]
Wenn die Republik fallen sollte, wird er wieder dem König Treue halten [BrechtDreigroschenroman283]
etw. steht und fällt mit etw. umgangssprachlich etw. ist einzig und allein von etw. abhängig
Beispiele:
die Wirkung des Stückes steht und fällt mit der Darstellungskunst der Schauspieler
unser Vorhaben steht und fällt mit seiner Teilnahme
4.
schräg in einer Neigung nach unten verlaufen, abfallen
Beispiele:
der Weg, die Strecke, das Gelände fällt leicht, allmählich, stark, jäh
die Ebene fällt sanft nach Westen, gegen Norden, zum See hin
eine fallende Linie, Kurve
Wir ... traten aus dem hohen Walde auf eine fallende Wiese [RennKrieg300]
Doch über den fallenden Schultern hob sich hübsch ... das volle Gesicht [Feuchtw.Füchse22]
5.
sich schnell, ungestüm auf ein Ziel hin bewegen
a)
vor jmdm. auf die Knie, das Knie fallen, jmdm. zu Füßen fallenvor jmdm. niederknien
Beispiele:
er fiel auf das Knie, ihm zu Füßen und flehte ihn an
der Bittsteller fiel dem König zu Füßen
jmdm. um den Hals, in die Arme fallenjmdn. umarmen
Beispiele:
jmdm. (vor Freude) um den Hals fallen
jmdm. zur Begrüßung, Versöhnung in die Arme fallen
Monsieur Larue wäre dem Schauspieler Höfgen fast um den Hals gefallen, so sehr freute er sich [K. MannMephisto257]
Jubelnd richtete Lene sich auf und fiel Goldmund ans Herz [HesseNarziß5,220]
so müßten die Feinde zu Brüdern werden und sich in die Arme fallen, einander umhalsen [SchaumannZwiebel52]
b)
durch raschen Zugriff etw. in seinem Lauf aufzuhalten, zu hindern suchen
Beispiele:
jmdm. in den Arm fallen
dem durchgehenden Pferd in die Zügel fallen
dem Rad in die Speichen fallen
[er erhob die Faust] Nello Gennari fiel ihm in den Arm [H. Mann3,265]
bildlich
Beispiele:
er fiel der Gerechtigkeit in den Arm
dem Schicksal in die Speichen fallen
Kein Zensor fällt der Wahrheit in die Zügel [HerweghGedichte eines Lebendigen49]
übertragen
Beispiele:
jmdm. in die Rede, ins Wort fallen (= jmdn. unterbrechen, am Sprechen hindern) umgangssprachlich
c)
mit schnellem Angriff gewaltsam in etw. eindringen
Beispiele:
die feindlichen Truppen fielen ins Land
gleich den Dieben oder Mördern, die bei der Nacht in ein Haus fallen [le FortPapst227]
jmdm. in den Rücken fallen übertragen jmdm. die zugesagte Unterstützung im entscheidenden Augenblick versagen, jmdn. verraten
Beispiele:
er wollte seinem Freund nicht in den Rücken fallen
d)
Gymnastik
Beispiele:
in den Hockstand fallen (= schnell in die Knie gehen)
e)
Beispiele:
der Wind fällt (voll) in die Segel (= erfasst die Segel)
6.
in etw. fallenunvermittelt von einem Zustand in einen anderen geraten
a)
Beispiele:
in Ohnmacht fallen (= ohnmächtig werden)
er fiel in (ein) Fieber, in Krämpfe
in tiefen Schlaf, in Schwermut, Lethargie, Angst, Erregung fallen
in Schmach, Schande fallen
bei jmdm. in Ungnade fallen (= jmds. Gunst verlieren)
er fiel in Verdacht (= wurde verdächtigt), das Geld genommen zu haben
in Sünde, Anfechtung, Versuchung fallen biblisch
in eine Tätigkeit fallen
Beispiele:
plötzlich fielen die Pferde in Galopp, Trab (= begannen zu galoppieren, traben)
in Grübelei, Nachsinnen, Untätigkeit fallen
von einem Extrem ins andere fallen (= unmittelbar nacheinander etwas völlig Gegensätzliches tun)
in einen sanfteren Ton fallen (= einen sanfteren Ton anschlagen)
Sobald die Pferde in langsame Gangart fielen [JahnnHolzschiff140]
Ich rannte zwei Schritte, sah, daß die Leute nicht mehr rennen konnten, und fiel auch wieder in Schritt [RennKrieg73]
in einen Dialekt, in eine andere Sprache fallenplötzlich in einem Dialekt, in einer anderen Sprache weitersprechen
Beispiele:
in seine Heimatmundart fallen
Sie fiel vom halbwegigen Hochdeutsch immer wieder in den Dialekt [O. M. GrafBolwieser20]
daß ich französisch begann, und ... mitten im Satz ins Deutsche fiel [Th. Mann12,17]
7.
Licht fällt auf, in, durch, über etw., auf jmdn.Licht trifft auf etw., jmdn., scheint auf, in, durch, über etw., auf jmdn.
Beispiele:
das (Tages)licht fällt (un)günstig, von der Seite auf das Gemälde
In das Dunkel fiel ein Lichtstreifen aus einer Blendlaterne [KafkaSchloß305]
Das Licht der untergehenden Sonne fiel gerade durch ein Fenster in den Dom [WeismantelRiemenschneider33]
bildlich
Beispiele:
dadurch fällt Licht in diese Angelegenheit (= dadurch wird diese Angelegenheit geklärt, klargestellt)
auf jmdn. fällt ein schlechtes Licht (= man bekommt einen schlechten Eindruck von jmdm.) umgangssprachlich
ein Schatten fällt auf etw.ein Schatten wird auf etw. geworfen
Beispiele:
ein Schatten fiel auf den sonnenbeschienenen Weg, an die Wand
die feuchten Schatten ... welche weithin über die Wiesen fielen [Storm1,109]
bildlich
Beispiele:
durch die Abwesenheit des Sohnes fiel ein Schatten auf die allgemeine Freude (= wurde die Freude getrübt)
8.
etw. fällt auf, in, unter etw., etw. fällt auf, an jmdn.etw. ist verbunden mit etw., jmdm.
a)
etw. fällt auf einen Termin, in eine Zeitetw. ist an einem bestimmten Termin, zu einer bestimmten Zeit, fällt mit einem Termin, einer Zeit zusammen
Beispiele:
das Fest, ihr Geburtstag fällt auf einen Sonntag
Ostern fällt dieses Jahr in den April
dieses Ereignis fällt in die Zeit der Reformation
die Werke des Dichters fallen in diesen Zeitraum
man muss die Feste feiern, wie sie fallen (= wie sich die Gelegenheit dazu ergibt) umgangssprachlich
jmdn. anfahren, dass er denkt, Ostern und Pfingsten fallen auf einen Tag (= jmdn. sehr anfahren) salopp
Ostern fiel früh [BredelSöhne172]
b)
etw. fällt unter einen Bereichetw. gehört zu einem Bereich
Beispiele:
das fällt unter den Begriff Hochverrat
das fällt unter, in dieselbe Kategorie, Gruppe
das fällt in mein Fachgebiet
der Witz fällt ins Gemeine (= tendiert zum Gemeinen) umgangssprachlich
jmd., etw. fällt unter eine Maßnahmefür jmdn., etw. gilt eine Maßnahme
Beispiele:
er fiel unter die Amnestie
sie fällt nicht unter die Maßnahmen, die mit dem Evakuierungsprogramm in Zusammenhang stehen [KlepperSchatten1028]
c)
etw. fällt auf jmdn.jmd. muss etw. tun
Beispiele:
auf dich fällt dabei die meiste Arbeit
alle Sorgen des Hausstandes fielen auf sie [Th. MannBuddenbrooks1,458]
d)
etw. fällt auf jmdn.etw. trifft jmdn.
Beispiele:
auf jmdn. fällt der Verdacht
die Wahl fiel auf ihn
das Große Los ist auf mich gefallen
e)
etw. fällt an jmdn.etw. geht in jmds. Eigentum über
Beispiele:
das Erbe der Eltern fiel an die Kinder
Die Güter fallen an die Stadt [BrechtKaukas. Kreidekreis6]
9.
ein Wort fälltein Wort wird gesprochen, geäußert
Beispiele:
kein Wort war gefallen
dieses Wort hätte nicht fallen dürfen
scharfe, bissige, beleidigende, harte, grausame Worte fielen
Schmähungen, Schimpfwörter, Drohungen fielen von allen Seiten
Andeutungen, Äußerungen, Bemerkungen, Fragen fallen (von jmds. Seite, von jmdm.)
im Gespräch fiel dieser Name, Satz, Witz
eine Entscheidung, ein Urteilsspruch fällt in ein paar Tagen (= wird getroffen)
Schicksalsschläge fallen (= treten ein)
ein Tor fällt (= wird geschossen) Sport
der Ausgleich fiel kurz nach Beginn des Spiels Sport
so wie man aus Achtung schweigt, nachdem ein großes Wort gefallen ist [MusilMann584]
Schüsse fallenes wird geschossen
Beispiele:
Kein Schuß fiel weit und breit [RennKrieg201]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fallen Vb. ‘sich nach unten bewegen (durch die eigene Schwere), stürzen, sinken, (im Kampf als Soldat) sterben’, ahd. fallan ‘(herab)stürzen, zu Fall kommen, einstürzen, sinken, zuteil werden, umfallen, verfallen’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. vallen, asächs. fallan, aengl. feallan, fallan, engl. to fall, anord. schwed. falla. Mit dem ehemals ein präsensbildendes n aufweisenden Verb (ll aus ln) sind höchstens vergleichbar armen. p ̔ul ‘Einsturz’, p ̔lamin ‘ich falle ein’ und (dehnstufig) lit. pùlti ‘fallen’, vielleicht (als Variante mit anlautendem s-) auch griech. sphállein (σφάλλειν) ‘zu Fall bringen, zugrunde richten, täuschen’, so daß von einer Wurzel ie. *phō̌l- bzw. *pō̌l- ‘fallen’ (d. h. ‘sich nach dem Gesetz der Schwerkraft abwärts bewegen’) ausgegangen werden kann. fällig Adj. ‘für einen bestimmten Termin vorgesehen, zur Zahlung anstehend’ (15. Jh.), mhd. (rechtssprachlich) vellic ‘der Zahlung, der Buße, der Strafe verfallen, verurteilt’, wohl abgeleitet vom Verb mhd. fallen im Sinne von ‘fällig sein, werden’. Vgl. ahd. fellīg ‘fallend, stürzend, baufällig, eingestürzt’ (10. Jh.), mhd. vellec, vellic ‘zu Fall kommend, fallend (bes. im Kampf), vor Gericht überwunden’; häufig suffixartig als zweites Glied in Komposita wie bau-, hin-, rückfällig. auffallen Vb. ‘hervorstechen, ins Auge springen’ (18. Jh.), älter ‘(sich) fallend öffnen’ (um 1700), ‘auf etw. fallen’ (16. Jh.); auffallend Part.adj. ‘hervorstechend, in die Augen springend, die Aufmerksamkeit auf sich lenkend’ (18. Jh.); damit gleichbed. auffällig Adj. (Anfang 19. Jh.). ausfallen Vb. ‘herausfallen, angreifen, enden, unterbleiben’, mhd. ūʒvallen ‘ausrenken’ (den Fuß); ausfallend Part.adj. ‘herausfordernd, beleidigend’ (18. Jh.), aus älterem ‘einen militärischen Ausbruch, Angriff unternehmend’ (16. Jh.); gleichbed. jüngeres ausfällig Adj. ‘beschimpfend, beleidigend’ (19. Jh.), zuvor (bei Zahlungen) ‘seinen Verpflichtungen nicht nachkommend’ (16. Jh.); ausgefallen Part.adj. ‘nicht alltäglich’ (um 1900). einfallen Vb. ‘zusammenstürzen, eindringen, in den Sinn kommen’, ahd. infallan ‘aus etw. auf etw. fallen, Eingang finden’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īnvallen ‘Eingang finden, eindringen, als Besitz zufallen, in den Sinn kommen, beginnen’; Einfall m. ‘das Einbrechen, feindliches Eindringen, plötzlicher Gedanke’, mhd. īn-, inval ‘das Einfallen, Einbruch, Eingriff in jmds. Recht, Zwischenfall, zufälliger Gedanke, Einrede’. Fall m. ‘Sturz, Untergang, Ereignis, (Rechts)angelegenheit’, auch (seit 17. Jh.) ‘grammatischer Kasus’ (s. Kasus), ahd. fal ‘(Ein)sturz, Ärgernis, Kränkung’ (8. Jh.), mhd. val (Gen. valles) ‘das Fallen der Würfel, des Wassers, der Töne, Sturz, Niederlage, Straffall, Abgabe bei Todesfall an den Lehnsherrn’ (germ. *falla-). Die Verwendungsweisen sind beeinflußt vom Bild der gefallenen Würfel, von lat. cāsus ‘das Fallen, Sturz, Vorfall, Zufall, Gelegenheit, Unfall, grammatischer Kasus’, das bereits in ahd. Zeit durch fal übersetzt wird, und von frz. cas ‘Fall’, vgl. Wendungen wie setzen wir den Fall (frz. posons le cas), auf alle Fälle (frz. en tout cas), das ist ganz mein Fall (frz. c’est là mon cas). Fallbeil n. ‘Hinrichtungsmaschine’ (17. Jh.), seit dem 19. Jh. neben Guillotine. Fallreep n. ‘Treppe (Strickleiter), die an der Schiffswand heruntergelassen wird’ (18. Jh.), aus nd. Valreep, vgl. nd. Reep ‘Tau, Seil, mit dessen Hilfe man sich vom Schiffsbord schwingend ins Boot fallen läßt’, s. Reif. Gefälle n. ‘Höhenunterschied, Bodenneigung’, ahd. gifelli ‘Einsturz, Unfall, Verfall’ (um 1000), mhd. gevelle ‘Sturz, Ein-, Absturz, abschüssiges tiefes Tal, guter Würfelfall, Glück, Schicksal, das Gefallen’, kollektive ja-Ableitung zu ahd. fal. Falle f. ‘Tierfanggerät, Hinterhalt’, ahd. falla ‘Falle, Fallstrick’ (8. Jh.), mhd. valle ‘Falle, Türklinke’.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(den) Weg allen Fleisches gehen  geh. · (die) Augen für immer schließen · (die) Reihen lichten sich · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs. · ableben · abtreten · dahingehen  geh. · dahingerafft werden (von)  ugs. · dahinscheiden · das Zeitliche segnen · davongehen · den Geist aufgeben  ugs. · den Tod erleiden · die Hufe hochreißen  derb · dran glauben (müssen)  ugs. · draußen bleiben · entschlafen · erlöschen · fallen (mil.) · gehen · in den letzten Zügen liegen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · in die Grube fahren  ugs. · ins Gras beißen  ugs. · sanft entschlafen · sein Leben aushauchen · sein Leben lassen · seinen Geist aufgeben  ugs. · seinen Geist aushauchen · seinen letzten Gang gehen · sterben · über die Klinge springen (lassen) · uns verlassen · verdämmern · verscheiden · versterben · von der Bühne des Lebens abtreten · von uns gehen · wegsterben
Unterbegriffe
  • eines natürlichen Todes sterben · keines gewaltsamen Todes sterben
  • absaufen  ugs. · den nassen Tod erleiden · den nassen Tod finden · ersaufen · ertrinken · in den Fluten umkommen · untergehen · versaufen  derb
  • an Nahrungsmangel zugrunde gehen · bei/in einer Hungersnot umkommen · hungers sterben  geh. · verhungern · vor Hunger sterben
  • (den) Arsch zukneifen  vulg. · (den) Löffel abgeben  ugs. · abkratzen  derb · abnippeln  derb · elendig sterben  derb · elendig verrecken  derb · hopsgehen  derb · krepieren  ugs. · verrecken  derb
  • aus dem Leben gerissen werden · aus der Mitte des Lebens gerissen werden · in Schönheit sterben · jung sterben · mit wehenden Fahnen untergehen
  • ersticken
  • abkacken  derb · abkratzen  derb · abnibbeln  derb · abnippeln  derb · abschrammen  derb · den Arsch zukneifen  derb · hopsgehen  ugs.
  • (den) Tod finden · (ein) Opfer (des / der ...) werden · (jemanden) dahinraffen  geh. · (jemanden) das Leben kosten · (sein) Leben lassen · (sein) Leben verlieren · dahingerafft werden  geh. · draufgehen  ugs. · getötet werden · hopsgehen  ugs. · tödlich verunglücken · umkommen · ums Leben kommen · vor die Hunde gehen  derb · zu Tode kommen · über den Deister gehen  ugs. · über den Jordan gehen  ugs. · über die Wupper gehen  ugs.
  • an Blutverlust sterben · verbluten
  • (den) Kältetod erleiden · erfrieren
  • über den Deister gehen (norddt.)  ugs. · über den Jordan gehen  ugs. · über die Klinge springen  ugs.
  • (sein) Leben geben · (sein) Leben opfern · (sich) opfern
  • (seinen Verletzungen, einem Leiden) erliegen · dahingerafft werden (von) · sterben an
  • an Wassermangel zugrunde gehen · verdursten
  • (ur)plötzlich sterben · plötzlich tot sein · tot umfallen
Assoziationen
  • auf dem Feld der Ehre gefallen (pathetisch) · auf dem Feld der Ehre sein Leben gelassen · den Heldentod gestorben (pathetisch) · draußen geblieben  ugs. · gefallen · getötet worden
  • (jemand) hat es hinter sich  derb · (seinen Verletzungen) erlegen · aus dem Leben geschieden · dahingegangen · dahingeschieden · draufgegangen (bei)  ugs. · draußen geblieben · gefallen (mil.) · gehimmelt  ugs. · gestorben · mausetot  ugs. · mit jemandem ist es aus · nicht mehr sein · nicht mehr unter den Lebenden · nicht mehr unter uns (weilen) · selig (nachgestellt) · seligen Angedenkens (nachgestellt) · seligen Gedenkens (nachgestellt) · tot · tot und begraben (Verstärkung) · unterm Torf  ugs. · verblichen  geh. · verschieden · verstorben · weg vom Fenster  ugs.
  • (den) Freitod wählen · (die) (letzte) Konsequenz ziehen · (sein) Leben wegwerfen · (sich selbst) (den) Garaus machen  geh. · (sich) (selbst) richten · (sich) (selbst) töten · (sich) (selbst) umbringen · (sich) das Leben nehmen · (sich) ein Leid antun (lit.)  geh. · (sich) ein Leids antun (lit.)  geh. · (sich) entleiben  geh. · (sich) etwas antun · (sich) vom Leben zum Tode befördern · Hand an sich legen · Selbstmord begehen · Suizid begehen · seinem Leben ein Ende machen · seinem Leben ein Ende setzen
  • (jemandem) den Garaus machen  ugs. · abmurksen  ugs. · abservieren  ugs. · ausknipsen  ugs. · auslöschen · entleiben  geh. · ermorden · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs. · ins Gras beißen lassen  ugs. · ins Jenseits befördern · kaltmachen  ugs. · killen · meucheln · tot... · totmachen  ugs. · töten (absichtlich) · um die Ecke bringen  ugs. · umbringen · umlegen  ugs. · ums Leben bringen · vom Leben zum Tode befördern  geh. · zum Schweigen bringen · zur Strecke bringen · über die Klinge springen lassen  ugs.
  • arbeiten bis zum Schluss · in Ausübung seiner Tätigkeit sterben · in den Sielen sterben · in treuer Pflichterfüllung sterben · jemand arbeitet, bis er tot umfällt
  • (bald) gehen · (es) geht zu Ende (mit jemandem) · (jemandem) wachsen schon Flügel (sarkastisch) · es bald hinter sich haben · es nicht mehr lange machen  derb · im Sterben liegen · in den letzten Zügen liegen · mit dem Tode kämpfen
  • (jemandes) Tod · Abberufung · Ableben · Abschied · Exitus · Hinschied · Lebensende · Sterben · Terminalphase  fachspr. · Versterben
  • absterben (Pflanzen) · eingehen (Pflanzen) · kaputtgehen  ugs. · verdorren · vertrocknen
  • eingehen (Tiere) · krepieren · sterben · verenden
  • Leiche · Leichnam · Toter · sterbliche Hülle · sterbliche Überreste · toter Körper
  • in Massen sterben · in Massen umkommen · massenhaft sterben · sterben wie die Fliegen
  • Abgelebter · Dahingegangener · Dahingeschiedener · Entschlafener · Ermordeter · Gefallener · Getöteter  geh. · Leiche · Toter · Verblichener · Verschiedener  geh. · Verstorbener
Synonymgruppe
(sich) (lang) hinlegen  ugs. · (sich) nicht länger auf den Beinen halten (können) · auf den Boden knallen  ugs. · aus den Latschen kippen  ugs. · fallen (Person) · hinfallen · hinfliegen  ugs. · hinknallen  ugs. · hinschlagen · stürzen · zu Boden gehen · zu Fall kommen  geh.
Unterbegriffe
  • (sich) auf die Fresse legen  derb · (sich) auf die Schnauze legen  derb · (sich) lang hinlegen  ugs. · auf die Fresse fliegen  derb · auf die Schnauze fliegen  derb · der Länge nach hinfallen · der Länge nach hinschlagen · lang hinfliegen  ugs. · lang hinknallen  ugs.
  • auf den Rücken fallen · hinten(r)überfallen · nach hinten fallen · nach hinten kippen
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dann lässt er sich nach hinten fallen und sagt nichts mehr.
Die Zeit, 06.11.2013, Nr. 44
Ein Packen fiel einer alten Frau direkt vor die Füße.
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 94
Das Rauschen des Brunnens fiel aus; es fiel aus der Zeit.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 455
Diese Bindung an ein anderes Gesetz wurde nunmehr fallen gelassen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1953]
Ich versuchte darin zu lernen; es fiel über Erwarten leicht.
Carossa, Hans: Eine Kindheit, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1992 [1922], S. 89
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Boden Dollar Entscheidung Euro Gewicht Himmel Hände Kurs Mauer Opfer Prozent Punkte Schüsse Wort abfällt anfallen auffällt ausfällt dann durchfiel einfällt es herfallen leicht schwer umfällt wegfallen zufällt zurückfiel zusammenfällt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fallen‹.

Wortbildung

mit fallen als Erstglied Fallstart · fallen lassen · fallenlassen
mit fallen als Letztglied abfallen · anfallen · anheimfallen · aufeinanderfallen · auffallen · auseinanderfallen · ausfallen · beifallen · dahinfallen · danebenfallen · durchfallen · einfallen · flachfallen · fortfallen · gegeneinanderfallen · heimfallen · herabfallen · herauffallen · herausfallen · hereinfallen · herfallen · herniederfallen · herunterfallen · hinauffallen · hinausfallen · hineinfallen · hinfallen · hintenüberfallen · hintüberfallen · hinunterfallen · hinwegfallen · leichtfallen · missfallen · nachfallen · niederfallen · rausfallen · reinfallen · runterfallen · schwerfallen · trockenfallen · umfallen · vorfallen · vorfallen · vornüberfallen · wegfallen · zufallen · zurückfallen · zusammenfallen · übereinanderfallen · übereinfallen · überfallen
Ableitungen von fallen befallen · entfallen · verfallen · zerfallen

Worthäufigkeit

selten häufig

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