fickenVerb
ficktehat gefickt
Worttrennung: fi-cken (computergeneriert)
DWDS (Vollartikel), 2016

Bedeutungen

1.
(jmdn., mit jmdm.) ficken vulgär mit jmdm. geschlechtlich verkehren
Beispiele:
Ein Soldat bedroht mich, dass ich verschwinden soll, oder er ficke mich in den Arsch. Ich bin angewidert, kann das nicht in Worte fassen. [Die Zeit, 09.12.2013, Nr. 50]
»Mann, Alter, ich bin übelst geil!« – »Ich ficke jetzt nicht mehr mit dir.« – »Aber warum denn nicht?« [Die Zeit, 08.03.2010, Nr. 10]
Er beteuerte, nicht zu einem Mädchen zu wollen, sondern zu seiner Mutter, er wolle nicht ficken, sondern einfach nur Weihnachten zu Hause sein. [Ingo Schulze, Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 310]
Ich legte gleich das Geld auf den Tisch, er schrie, du warst wohl ficken, er war schon besoffen, und dann gabʼs die erste Ohrfeige. [Die Zeit, 17.01.1986, Nr. 4]
Kollokationen:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: in den Arsch ficken
mit Adverbialbestimmung: gern, gut ficken
mit Akkusativobjekt: eine Frau, einen Mann ficken
Ausdruck der drastischen Ab- oder Zurückweisung
Phrasem:
Fick dich (ins Knie)!
Beispiele:
Bushido rät: Fick dich ins Knie. [Die Zeit, 17.10.2008, Nr. 42]
Nach zehn Jahren Haft wird die Sprache vulgärer, brutaler. »Du Sau«, »Du Schwein« und »Fick dich« gehören zum Alltagsumgang wie draußen das »Guten Tag«. [Die Zeit, 21.07.1995, Nr. 30]
2.
jmdn. ficken vulgär jmdn. betrügen, hereinlegen, zum Narren halten, verspotten
Beispiele:
Der Händler hat mich echt gefickt bei dem Kauf!
Der Wallraff und der Heiner Müller glaubten beide, die Stasi über den Tisch ziehen zu können, aber sie wurden von der Stasi gefickt, wie das im Deutschen heißt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2003]
Vorne hält Vinz […] einen Revolver im Anschlag, zielt auf jemanden, der nicht zu sehen ist, und schreit: »Redest du mit mir? Willst du mich ficken?« »Ficken« bedeutet im Jargon soviel wie »verarschen«, was das Publikum freilich versteht und mit heiterem Johlen quittiert, obwohl die Szene eigentlich gar nicht komisch ist. [Süddeutsche Zeitung, 22.02.2000]
3.
jmdn. ficken vulgär jmdn. hart herannehmen, schikanieren
Beispiele:
Beim Bund haben sie uns ordentlich gefickt.
Meine Hobbys sind Fahrrad fahren und Rekruten ficken, aber mein Fahrrad habe ich verkauft. [Bild, 12.03.2003]
4.
(von jmdm.) gefickt werden vulgär bei etwas Unerlaubtem erwischt und bestraft werden
Beispiele:
So ein Mist, ich bin heute von den Bullen gefickt worden, als ich über Rot gefahren bin!
Ey, Uli und Kalle, wie ist das, wenn man von der Justiz gefickt wird? Ein Transparent in der Kurve der Leverkusen-Fans, das etwa eine halbe Minute lang zu sehen war. [Die Zeit, 07.10.2013, Nr. 41]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ficken Vb. ‘miteinander schlafen’, mhd. ficken ‘reiben’, frühnhd. ‘reiben, jucken, kratzen’, nhd. (mundartlich) ‘reiben, kurze und rasche Bewegungen machen, mit Ruten schlagen’. Seit dem 16. Jh. ist für das in den Mundarten überall verbreitete Verb auch die Bedeutung ‘miteinander schlafen’ nachzuweisen, die im gesamten dt. Sprachgebiet üblich wird. Diese metaphorische Verwendungsweise, die auf Grund der Ausgangsbedeutung wohl von Anfang an anstößig gemeint ist, macht ficken im Nhd. zu einem äußerst derben Ausdruck mit nur geringer literarischer Bezeugung. Als Verwandte können gelten nl. figgelen ‘hin und her bewegen’, engl. (mundartlich) to fidge ‘unruhig sein’, schwed. (mundartlich) fickla ‘ungeschickt sein’. Die Etymologie ist ungeklärt; wahrscheinlich ist das Verb als eine Bildung affektischer Lautmalerei anzusehen. Die alte Bedeutung ‘unruhig hin und her fahren’ ist erhalten in fickerig Adj. ‘unruhig’. Als ablautende Reduplikationsbildungen (vgl. Singsang) erscheinen landschaftlich fickfacken Vb. ‘hin und her laufen, Ausflüchte machen’, auch ‘mürrisch reden, Possen treiben’; Fickfack m. ‘Schlag mit der Rute’ (17. Jh.), ‘Ausflucht’; Fickfacker m. ‘unruhiger Mensch’.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
(den) Lachs buttern  derb · (ein) Rohr verlegen  derb · (eine) Nummer schieben  ugs. · (es) treiben (mit)  ugs. · (jemanden) flachlegen  ugs. · (jemanden) vernaschen  ugs. · (seinen) ehelichen Pflichten nachkommen · (sich) lieben · begatten  fachspr. · bimsen  derb · bumsen  ugs. · den Beischlaf vollführen · erkennen · Geschlechtsverkehr haben · intim werden (mit) · kohabitieren  geh. · koitieren  geh. · kopulieren  fachspr. · Liebe machen  ugs. · mit jemandem schlafen · nageln  derb · pimpern  derb · poppen  ugs. · pudern  ugs. · rammeln  ugs. · schnackseln  ugs. · Sex haben · Sex machen  ugs. · Verkehr haben · verkehren · vögeln  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Reste ficken  vulg. · nehmen, was übrig bleibt (für Sex)
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arsch Babys Fische Knie Mutter alle du eigentlich euch ficken gern ich shoppen tanzen trinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ficken‹.

Wortbildung

mit ficken als Erstglied Ficker · Fickerei
mit ficken als Letztglied durchficken · rumficken

Worthäufigkeit

selten häufig

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