lautAdjektiv
Aussprache:
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
weithin hörbar, stark im Ton
Gegenwort zu leise
Beispiele:
ein lautes Gelächter, lauter Beifall, Gesang
eine laute Unterhaltung, Musik
man hörte einen lauten Schrei, lautes Weinen, kein lautes Wort
eine laute Straße (Straße mit vielem Verkehr)
alle lachten, sangen laut
sie schrie vor Schreck laut auf
laut lesen (vorlesen, den Text beim Lesen sprechen)
laut denken (vor sich hin sprechen) umgangssprachlich
der Hund bellte laut
laut dröhnten die Flugzeuge über der Stadt
nicht so laut!
nebenan wurde es immer lauter
er ist laut geworden (hat zornig und unbeherrscht gesprochen)
er ist laut, hat ein lautes Wesen (verursacht Lärm)
ein lauter (Lärm verursachender) Mensch
bildlich
Beispiele:
das darf man nicht laut (nicht zu Außenstehenden) sagen
im Wald ist es laut (durch Reisig, trockenes Laub, harschen Schnee verursacht der menschliche Tritt beim Pirschen Geräusche) Jägersprache
2.
etw. wird lautetw. wird bekannt
Beispiele:
der Vorfall durfte auf keinen Fall laut werden
das darfst du nicht laut werden lassen
nachdem diese Tatsachen laut geworden waren ...
der Wunsch wurde, einige Stimmen wurden laut (die Meinung wurde geäußert), dass ...
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laut Präp. ‘gemäß, entsprechend, auf Grund von’, im 15. Jh. verkürzt aus der Verbindung mhd. nāch lūt bzw. nāch lūte (der briefe) ‘nach dem Wortlaut (der Briefe)’ (s. Laut). In der Regel mit Gen., auch mit Dat. (laut dem Vorbericht, Goethe).

laut Adj. ‘weithin hörbar, geräuschvoll’, ahd. (h)lūt ‘vernehmlich, dröhnend, schallend, bekannt’ (8. Jh.), mhd. lūt ‘helltönend, hell für das Auge, klar, deutlich’, asächs. hlūd, mnd. lūt, mnl. luut, nl. luid, aengl. hlūd, engl. loud (germ. *hlūda-) führt wie aind. śrutá- ‘gehört, genannt, berühmt’, griech. klytós (κλυτός) ‘berühmt’, lat. inclutus ‘berühmt’ auf ein mit dem Suffix ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv, gehört jedoch zu einer anderen Ablautstufe der unten genannten Wurzel als die außergerm. Formen; vgl. die zugehörigen Verben aind. śṛṇṓti ‘hört, erfährt, merkt auf’, griech. klýein (κλύειν) ‘hören’, lat. cluēre ‘heißen’. Vergleichbar sind ferner die unter Leumund (s. d.) genannten Formen sowie got. hliuþ oder hliuþs ‘Stille’, anord. hljóð ‘Gehör, Schweigen, Laut, Ton’ sowie aslaw. slovo, russ. slóvo (слово) ‘Wort’, (ablautend) aslaw. slava, russ. sláva (слава) ‘Ruhm, Ehre’. Auszugehen ist von ie. *k̑lēu- ‘hören’, auch ‘wovon man viel hört, berühmt, Ruhm’. Laut m. ‘Ton, (kaum wahrnehmbares) Geräusch’, ahd. (h)lūt m. ‘Schall, Klang’ (9. Jh.), mhd. lūt m., mnd. lūt m. n., mnl. luut m. n. ist wie ahd. (h)lūta f. ‘Ton, Geräusch, Stimme’ (10. Jh.), (h)lūtī f. ‘Lautstärke’ (8. Jh.) Abstraktbildung zum Adjektiv. Es bezeichnet das dem Ohr Hörbare, Wahrnehmbare, zum Unterschied vom Adj. seit frühnhd. Zeit ohne besondere Betonung der Lautstärke. Im Vergleich zu bedeutungsnahen Wörtern wie Ton und Klang insgesamt weniger gebräuchlich, dringt Laut im 18. Jh. als Ausdruck der Sprachwissenschaft im Sinne von ‘kleinstes akustisch-artikulatorisches Element’ schnell durch; vgl. die zahlreichen Bildungen und Zusammensetzungen wie Mitlaut (s. mit), Selbstlaut (s. selb), ferner Ablaut (s. d.), Umlaut (18. Jh.), Lautgesetz, Lautlehre, Verschlußlaut (19. Jh.). Lautsprecher m. Übersetzung (20. Jh.) von engl. loudspeaker. Lautverschiebung f. lautgesetzliche Veränderung von Konsonanten (J. Grimm 1822). Wortlaut m. ‘Klang des Wortes’ (17. Jh.), bald danach ‘wörtlicher Inhalt, wörtliche Wiedergabe eines Textes’. vorlaut Adj. vom Jagdhund ‘zu früh Laut gebend’ (16. Jh.), dann von Menschen, bes. Kindern, ‘ungefragt redend, naseweis’ (18. Jh.). lauten Vb. ‘einen bestimmten Wortlaut, Inhalt haben’, ahd. (h)lūtēn ‘ertönen, erschallen’ (8. Jh.), mhd. lūten ‘einen Laut von sich geben, ertönen, heißen, bedeuten’. Im Nhd. treten die zahlreichen alten Verwendungen zurück; in der Bedeutung ‘erklingen’ (von Glocken) wird lauten nach 1800 durch intrans. läuten abgelöst (s. unten). Seitdem nur noch übertragen: das Urteil lautet auf drei Jahre Gefängnis, der Befund lautet ungünstig. verlauten Vb. ‘bekanntwerden, verkünden’ (15. Jh.). verlautbaren Vb. ‘bekanntmachen, bekanntwerden’, mhd. verlūtbæren; zu mhd. lūtbære ‘laut, öffentlich’. läuten Vb. ‘ertönen lassen, erklingen’ (von Glocken), ahd. (h)lūten (8. Jh.), (h)liuten (9. Jh.) ‘läuten, schallen, tönen’, mhd. liuten, Faktitivum (germ. *hlūdjan) zum Adj. laut. Der Gebrauch ist im Nhd. weitgehend auf das Läuten der Glocken (intrans. und trans.) eingeschränkt; landschaftlich auch vom Ertönen der Türklingel und des Telefons. Geläut(e) n. ‘Glockenklang, mehrere aufeinander abgestimmte Glocken’, mhd. geliute n.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
(...) nach zu urteilen · entsprechend · gemäß · getreu · im Sinne · in Anlehnung an · je nach · nach · qua · zufolge
Assoziationen
Synonymgruppe
(deutlich) hörbar · laut und deutlich · mit kräftiger Stimme · unüberhörbar · vernehmlich · weithin hörbar
Assoziationen
  • (die) Backen aufblasen(d)  ugs. · (sehr) von sich überzeugt · im Brustton der Überzeugung · vollmundig
  • aus Leibeskräften · aus voller Brust · aus voller Kehle · dass es nur so eine Art hat(te) · in Megaphonlautstärke · laut genug, dass man es bis (...) hören kann  ugs. · lauthals · lautstark · mit lauter Stimme · schallend · so laut jemand kann · so laut, dass jeder (...) es mitbekommt  ugs. · so laut, dass man es bis (...) hört  ugs.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Befürchtungen Beifall Forderungen Gelächter Geräusch Geschrei Getöse Jubel Knall Kritik Lachen Musik Protest Ruf Schreie Stimmen Töne Vorwürfe Zweifel auflachte aufschrie brüllen lacht leise nachdenkt rufen schreien vernehmlich vorliest ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›laut‹.

Wortbildung

mit laut als Letztglied halblaut · kleinlaut · vorlaut · überlaut
Ableitung von laut Lautheit
lautPräposition
Aussprache:
eWDG, 1969

Bedeutung

papierdeutsch nach, gemäß
Beispiele:
laut Befehl, Gesetz, Vorschrift, Rechnung, Schreiben vom ..., Anfrage, Artikel 4, Fahrplan, Katalog
wie dieser Piper im Leben steht: stockblind, laut Hanna, ohne Kontakt [FrischHomo faber177]
mit Dat.
Beispiele:
laut unserem Schreiben vom ...
laut ärztlichem Gutachten, beiliegendem Brief
Laut den erhobenen polizeilichen Nachforschungen kamen sie aus Schwaben [G. KellerGr. Heinrich4,759]
mit Gen.
Beispiele:
laut (des, eines) amtlichen Nachweises
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laut Präp. ‘gemäß, entsprechend, auf Grund von’, im 15. Jh. verkürzt aus der Verbindung mhd. nāch lūt bzw. nāch lūte (der briefe) ‘nach dem Wortlaut (der Briefe)’ (s. Laut). In der Regel mit Gen., auch mit Dat. (laut dem Vorbericht, Goethe).

laut Adj. ‘weithin hörbar, geräuschvoll’, ahd. (h)lūt ‘vernehmlich, dröhnend, schallend, bekannt’ (8. Jh.), mhd. lūt ‘helltönend, hell für das Auge, klar, deutlich’, asächs. hlūd, mnd. lūt, mnl. luut, nl. luid, aengl. hlūd, engl. loud (germ. *hlūda-) führt wie aind. śrutá- ‘gehört, genannt, berühmt’, griech. klytós (κλυτός) ‘berühmt’, lat. inclutus ‘berühmt’ auf ein mit dem Suffix ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv, gehört jedoch zu einer anderen Ablautstufe der unten genannten Wurzel als die außergerm. Formen; vgl. die zugehörigen Verben aind. śṛṇṓti ‘hört, erfährt, merkt auf’, griech. klýein (κλύειν) ‘hören’, lat. cluēre ‘heißen’. Vergleichbar sind ferner die unter Leumund (s. d.) genannten Formen sowie got. hliuþ oder hliuþs ‘Stille’, anord. hljóð ‘Gehör, Schweigen, Laut, Ton’ sowie aslaw. slovo, russ. slóvo (слово) ‘Wort’, (ablautend) aslaw. slava, russ. sláva (слава) ‘Ruhm, Ehre’. Auszugehen ist von ie. *k̑lēu- ‘hören’, auch ‘wovon man viel hört, berühmt, Ruhm’. Laut m. ‘Ton, (kaum wahrnehmbares) Geräusch’, ahd. (h)lūt m. ‘Schall, Klang’ (9. Jh.), mhd. lūt m., mnd. lūt m. n., mnl. luut m. n. ist wie ahd. (h)lūta f. ‘Ton, Geräusch, Stimme’ (10. Jh.), (h)lūtī f. ‘Lautstärke’ (8. Jh.) Abstraktbildung zum Adjektiv. Es bezeichnet das dem Ohr Hörbare, Wahrnehmbare, zum Unterschied vom Adj. seit frühnhd. Zeit ohne besondere Betonung der Lautstärke. Im Vergleich zu bedeutungsnahen Wörtern wie Ton und Klang insgesamt weniger gebräuchlich, dringt Laut im 18. Jh. als Ausdruck der Sprachwissenschaft im Sinne von ‘kleinstes akustisch-artikulatorisches Element’ schnell durch; vgl. die zahlreichen Bildungen und Zusammensetzungen wie Mitlaut (s. mit), Selbstlaut (s. selb), ferner Ablaut (s. d.), Umlaut (18. Jh.), Lautgesetz, Lautlehre, Verschlußlaut (19. Jh.). Lautsprecher m. Übersetzung (20. Jh.) von engl. loudspeaker. Lautverschiebung f. lautgesetzliche Veränderung von Konsonanten (J. Grimm 1822). Wortlaut m. ‘Klang des Wortes’ (17. Jh.), bald danach ‘wörtlicher Inhalt, wörtliche Wiedergabe eines Textes’. vorlaut Adj. vom Jagdhund ‘zu früh Laut gebend’ (16. Jh.), dann von Menschen, bes. Kindern, ‘ungefragt redend, naseweis’ (18. Jh.). lauten Vb. ‘einen bestimmten Wortlaut, Inhalt haben’, ahd. (h)lūtēn ‘ertönen, erschallen’ (8. Jh.), mhd. lūten ‘einen Laut von sich geben, ertönen, heißen, bedeuten’. Im Nhd. treten die zahlreichen alten Verwendungen zurück; in der Bedeutung ‘erklingen’ (von Glocken) wird lauten nach 1800 durch intrans. läuten abgelöst (s. unten). Seitdem nur noch übertragen: das Urteil lautet auf drei Jahre Gefängnis, der Befund lautet ungünstig. verlauten Vb. ‘bekanntwerden, verkünden’ (15. Jh.). verlautbaren Vb. ‘bekanntmachen, bekanntwerden’, mhd. verlūtbæren; zu mhd. lūtbære ‘laut, öffentlich’. läuten Vb. ‘ertönen lassen, erklingen’ (von Glocken), ahd. (h)lūten (8. Jh.), (h)liuten (9. Jh.) ‘läuten, schallen, tönen’, mhd. liuten, Faktitivum (germ. *hlūdjan) zum Adj. laut. Der Gebrauch ist im Nhd. weitgehend auf das Läuten der Glocken (intrans. und trans.) eingeschränkt; landschaftlich auch vom Ertönen der Türklingel und des Telefons. Geläut(e) n. ‘Glockenklang, mehrere aufeinander abgestimmte Glocken’, mhd. geliute n.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
(...) nach zu urteilen · entsprechend · gemäß · getreu · im Sinne · in Anlehnung an · je nach · nach · qua · zufolge
Assoziationen
Synonymgruppe
(deutlich) hörbar · laut und deutlich · mit kräftiger Stimme · unüberhörbar · vernehmlich · weithin hörbar
Assoziationen
  • (die) Backen aufblasen(d)  ugs. · (sehr) von sich überzeugt · im Brustton der Überzeugung · vollmundig
  • aus Leibeskräften · aus voller Brust · aus voller Kehle · dass es nur so eine Art hat(te) · in Megaphonlautstärke · laut genug, dass man es bis (...) hören kann  ugs. · lauthals · lautstark · mit lauter Stimme · schallend · so laut jemand kann · so laut, dass jeder (...) es mitbekommt  ugs. · so laut, dass man es bis (...) hört  ugs.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Befürchtungen Beifall Forderungen Gelächter Geräusch Geschrei Getöse Jubel Knall Kritik Lachen Musik Protest Ruf Schreie Stimmen Töne Vorwürfe Zweifel auflachte aufschrie brüllen lacht leise nachdenkt rufen schreien vernehmlich vorliest ziemlich

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