nachstellenVerb
Aussprache:
Wortzerlegung: ↗nach-stellen
Worttrennung: nach-stel-len (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. nach einer gewissen Zeit, Veränderung wieder genau einstellen
Beispiele:
die Kupplung nachstellen
2.
etw. hinter etw. stellen
a)
Sprachwissenschaft
Beispiele:
ein nachgestelltes Satzglied
b)
Gegenwort zu vorstellen
Beispiele:
die Uhr nachstellen (= die Zeiger der Uhr zurückdrehen)
3.
einem Tier, jmdm. nachstellenein Tier, jmdn. (mit List) verfolgen
Beispiele:
dem Wild, den Vögeln nachstellen
Die beiden Schwestern, denen nachgestellt wird, müssen fliehen [I. KurzVanadis149]
4.
einem Fernsehstar nachstellen umgangssprachlich ein Mädchen (in aufdringlicher Weise) umwerben
Beispiele:
Er stellt der Jungfer seit Jahren nach [FedererBerge284]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch Anstalt, Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. Stall). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentl. ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, refl. ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch refl. ‘sich verstellen’, eigentl. ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (refl.) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, refl. ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
nachregeln
Synonymgruppe
(jemandem) auf den Fersen bleiben · (jemandem) auf den Fersen sein  ugs. · (jemandem) auf den Hacken sein  ugs. · (jemandem) im Nacken sitzen  ugs. · (jemandem) wie ein Schatten folgen  ugs. · (sich) an die Fersen (von jemandem) heften  ugs. · (sich) an jemandes Fersen heften · (sich) an jemandes Hacken heften  ugs. · (sich) hängen an · beschatten · folgen · hinter jemandem her sein  ugs. · nachjagen · nachsetzen · nachsprengen  geh. · nachsteigen · verfolgen
Unterbegriffe
  • (sich) nahtlos anschließen · auf dem Fuß folgen · auf dem Fuße folgen · nicht lange auf sich warten lassen · prompt erfolgen · prompt kommen · unmittelbar folgen · unverzüglich erfolgen
Assoziationen
  • (jemanden) haben wollen · (jemanden) kriegen wollen · (sein) Interesse zeigen · (sich) interessieren für · (sich) interessiert zeigen an · Lust auf (jemanden) · geil auf (jemanden)  derb · heiß auf (jemanden)  ugs. · hinter jemandem her  ugs. · interessiert an · scharf auf (jemanden)  ugs.
  • hinter etwas her · hinter jemandem her · hinterdrein... · hinterher... · nach...
  • (jemandem) folgen wie sein Schatten · beschatten · unauffällig folgen
  • (jemandem) dicht auf den Fersen bleiben · (sich) nicht abschütteln lassen · dranbleiben
Synonymgruppe
(jemandem) den Hof machen · (jemanden) hofieren · (sich) bemühen um (jemanden) · (sich) heranmachen an · (sich) ranschmeißen  ugs. · (ständig) herumschleichen (um)  ugs. · buhlen (um)  geh. · freien (um)  geh. · hinter jemandem her sein  ugs. · nachlaufen · nachrennen · umschmeicheln · umwerben · werben (um)
Assoziationen
Synonymgruppe
hinter jemandem her sein · nachsteigen · verfolgen · werben um
Assoziationen
  • (einer Frau) nachsteigen · fensterln
  • (jemanden) haben wollen · (jemanden) kriegen wollen · (sein) Interesse zeigen · (sich) interessieren für · (sich) interessiert zeigen an · Lust auf (jemanden) · geil auf (jemanden)  derb · heiß auf (jemanden)  ugs. · hinter jemandem her  ugs. · interessiert an · scharf auf (jemanden)  ugs.
  • (es auf jemanden) abgesehen haben · (etwas) wollen von  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem) heimlich folgen · (jemandem) hinterherschleichen · (jemandem) hinterherspionieren · (jemandem) nachschleichen · (jemandem) nachspionieren · (jemandem) nachstellen · (jemanden) stalken · (jemanden) verfolgen
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Frauen schnitten sie meist, die Männer stellten ihr nach.
Die Zeit, 31.05.2013, Nr. 23
Gelang es ihm nicht, authentische Bilder zu filmen, stellte er die Szenen nach.
Der Tagesspiegel, 20.04.2003
Einmal stellte er einem Mädchen nach, das ihn floh und seinetwegen die Stellung wechselte.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8810
Diesmal stellten mir die Reporter nach, um mich zu fragen, wie ich mich vor dem ersten Länderspiel fühlen würde.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 58
Und schließlich galt es nicht mehr, als einem Deserteur nachzustellen.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 278
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abendmahl Bremsen Filmszenen Folterszenen Jäger Kreuzigung Labor Laiendarstellern Laienschauspielern Originalschauplätzen Playmobil-Figuren Posen Prüfen Puppen Robben Rollenspielen Schauspieler Schlacht Spielszenen Statisten Szenen Wild Zander Zinnsoldaten authentisch belästigt detailgetreu originalgetreu stellt unbefugt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachstellen‹.

Wortbildung

mit nachstellen als Erstglied Nachstellung

Worthäufigkeit

selten häufig

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