petzenVerb
Aussprache:
Worttrennung: pet-zen (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

Schülersprache, abwertend einen Schüler bei einem Erwachsenen angeben, etw. verraten
Beispiele:
petzen gehen
er hat es dem Lehrer gepetzt
wehe, wenn du petzt!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

petzen Vb. ‘angeben, verraten’ (bei Lehrern, Eltern), studentensprachlich (Ende 18. Jh.), zunächst auf Halle beschränkt, dann über md. Universitätsstädte (seit Mitte 19. Jh.) allenthalben in der Sprache der Studenten und Schüler verbreitet; Herkunft unsicher. Vielleicht aus rotw. petzen, pezetten ‘bei der Polizei angeben, anzeigen, verraten’ (zu jidd. Peizaddik, Pezet ‘Polizei’, das aus pe, der jidd. Bezeichnung für p, und zadik, der Bezeichnung für z, entstanden ist, vgl. Wolf Rotw. 241); oder zu Petze ‘Hündin’ (unbekannter Herkunft), eigentl. wohl ‘Verbellerin’ (Ende 15. Jh.), unter dessen Einfluß auch Petze f. ‘Verräter(in), Angeber’ (Ende 19. Jh.) entstanden sein kann. Am ehesten aber ist das Verb wohl als eine Bedeutungsvariante von pfetzen, petzen (s. d.) aufzufassen, indem sich dort genanntes ‘übel reden, beschimpfen, schmähen, tadeln’ in der Schüler- und Studentensprache zu ‘angeben, anzeigen, verraten’ weiterentwickelt und eine überlandschaftliche Verbreitung erfahren hat. verpetzen Vb. ‘verraten, anzeigen’ (Ende 18. Jh.).

pfetzen petzen Vb. westd. (mit wechselndem Anlaut in breiter Bedeutungsentfaltung), mit den Fingern ‘zusammendrücken, zwicken, kneipen, klemmen, stechen, ritzen’, (von Hunden, Ameisen) ‘beißen’, (mit einer Zange) ‘kneifen, zwacken’, (einen Fahrschein) ‘knipsen, lochen’, (mit glühender Zange) ‘foltern’, (bildlich) ‘belästigen, necken, übel reden, ärgern, tadeln, schmähen, verspotten, strafen’, mhd. phetzen ‘berühren, kitzeln’. Herkunft ungewiß. Die Lautverschärfung (im Wortinneren -tz- und im Anlaut oft pf-) legt nahe, das Verb lautmalend an einen expressiven Wortstamm *pīnts- (auch *pīts-, *pits-) ‘greifen, kneifen’ anzuschließen (s. auch Pinzette).
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) petzen  ugs. · (etwas) weitergeben · (jemanden / etwas) verraten · anscheißen  derb · anschwärzen  ugs. · denunzieren · melden · vernadern  ugs. · verpetzen  ugs. · verpfeifen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) verpfeifen · in die Pfanne hauen  ugs. · verpetzen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Irgendwer hat sie dazu gebracht, und jetzt wollen sie nicht petzen.
Die Zeit, 18.08.2008, Nr. 33
Ich bin nett zu allen, mache jeden Fez mit und petze nie.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 130
Dann fragten sie ihn, ob er denn auch mal für sie petzen würde.
Der Tagesspiegel, 05.10.1999
Denn er pöbelt nicht, er petzt nicht, er haut nicht unter die Gürtellinie, er verletzt nicht.
Die Welt, 04.11.2003
Kim drohte zu petzen, daß die anderen nach Florida abhauen wollten.
Bild, 30.01.1999
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Horn

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›petzen‹.

Wortbildung

mit petzen als Erstglied Petzer
Ableitung von petzen Petze
petzen
Worttrennung: pet-zen (computergeneriert)
DWDS (Minimalartikel), 2015

Bedeutung

vergleiche pfetzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

petzen Vb. ‘angeben, verraten’ (bei Lehrern, Eltern), studentensprachlich (Ende 18. Jh.), zunächst auf Halle beschränkt, dann über md. Universitätsstädte (seit Mitte 19. Jh.) allenthalben in der Sprache der Studenten und Schüler verbreitet; Herkunft unsicher. Vielleicht aus rotw. petzen, pezetten ‘bei der Polizei angeben, anzeigen, verraten’ (zu jidd. Peizaddik, Pezet ‘Polizei’, das aus pe, der jidd. Bezeichnung für p, und zadik, der Bezeichnung für z, entstanden ist, vgl. Wolf Rotw. 241); oder zu Petze ‘Hündin’ (unbekannter Herkunft), eigentl. wohl ‘Verbellerin’ (Ende 15. Jh.), unter dessen Einfluß auch Petze f. ‘Verräter(in), Angeber’ (Ende 19. Jh.) entstanden sein kann. Am ehesten aber ist das Verb wohl als eine Bedeutungsvariante von pfetzen, petzen (s. d.) aufzufassen, indem sich dort genanntes ‘übel reden, beschimpfen, schmähen, tadeln’ in der Schüler- und Studentensprache zu ‘angeben, anzeigen, verraten’ weiterentwickelt und eine überlandschaftliche Verbreitung erfahren hat. verpetzen Vb. ‘verraten, anzeigen’ (Ende 18. Jh.).

pfetzen petzen Vb. westd. (mit wechselndem Anlaut in breiter Bedeutungsentfaltung), mit den Fingern ‘zusammendrücken, zwicken, kneipen, klemmen, stechen, ritzen’, (von Hunden, Ameisen) ‘beißen’, (mit einer Zange) ‘kneifen, zwacken’, (einen Fahrschein) ‘knipsen, lochen’, (mit glühender Zange) ‘foltern’, (bildlich) ‘belästigen, necken, übel reden, ärgern, tadeln, schmähen, verspotten, strafen’, mhd. phetzen ‘berühren, kitzeln’. Herkunft ungewiß. Die Lautverschärfung (im Wortinneren -tz- und im Anlaut oft pf-) legt nahe, das Verb lautmalend an einen expressiven Wortstamm *pīnts- (auch *pīts-, *pits-) ‘greifen, kneifen’ anzuschließen (s. auch Pinzette).
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) petzen  ugs. · (etwas) weitergeben · (jemanden / etwas) verraten · anscheißen  derb · anschwärzen  ugs. · denunzieren · melden · vernadern  ugs. · verpetzen  ugs. · verpfeifen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) verpfeifen · in die Pfanne hauen  ugs. · verpetzen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Irgendwer hat sie dazu gebracht, und jetzt wollen sie nicht petzen.
Die Zeit, 18.08.2008, Nr. 33
Ich bin nett zu allen, mache jeden Fez mit und petze nie.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 130
Dann fragten sie ihn, ob er denn auch mal für sie petzen würde.
Der Tagesspiegel, 05.10.1999
Denn er pöbelt nicht, er petzt nicht, er haut nicht unter die Gürtellinie, er verletzt nicht.
Die Welt, 04.11.2003
Kim drohte zu petzen, daß die anderen nach Florida abhauen wollten.
Bild, 30.01.1999
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Horn

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›petzen‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

Ältere Wörterbücher

Korpustreffer

Referenzkorpora
Zeitungskorpora
Spezialkorpora