pflegenVerb
Aussprache:
Worttrennung: pfle-gen (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

jmdn., etw. pflegenfür jmdn., etw. sorgen, jmdn., etw. mit liebevoller Fürsorge umgeben
Beispiele:
einen Kranken, das Kind pflegen
jmdn. gesund pflegen
die Eltern liebevoll, aufopfernd pflegen
der Gärtner pflegt die Blumen, den Rasen
er pflegte seine Tiere selbst
jmdn., etw. hegen und pflegen
Beispiele:
die Pflegemutter hatte das Kind mit Aufopferung gehegt und gepflegt
sich pflegen
Beispiele:
sie hat sich immer sehr gepflegt (= sehr für ihr Äußeres gesorgt)
Denn, war man faul, ... man legte sich / Hin auf die Bank und pflegte sich (= schonte sich) [KopischinBalladenbuch198]
etw. so halten, dass es sauber und ansprechend aussieht
Beispiele:
die Haare, seine Zähne, Nägel pflegen
du musst dein Äußeres mehr pflegen
oft im Part. Prät.
Beispiele:
sie hatte eine gepflegte Frisur
er hatte ein gepflegtes Äußeres
sie war eine gepflegte Erscheinung
eine gepflegte Wohnung
ein gepflegter Garten
jmd. hat einen gepflegten (= sehr guten) Stil
sie hat eine gepflegte Sprache
gepflegte (= richtig temperierte und klar aussehende) Getränke
mit Gen.
veraltet
Beispiele:
daheim labt er sich mit süßem köstlichem Wein und pflegt seiner morschen Glieder [SchillerRäuberI 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pflegen Vb. ‘für jmdn., etw. sorgen, etw. anhaltend ausüben, betreiben, sich etw. angelegen sein lassen, die Gewohnheit haben, etw. zu tun’, ahd. phlegan (8. Jh.), mhd. phlegen ‘sich für etw. einsetzen, sorgen für, Verantwortung tragen für, Aufsicht führen, ausüben, betreiben, leiten’, asächs. plegan ‘sich verbürgen, für etw. verantwortlich sein’, mnd. plēgen, mnl. plēghen, nl. plegen und (entsprechend dem grammatischen Wechsel) aengl. plēon ‘sich einer Gefahr aussetzen’ führen auf eine Ausgangsbedeutung ‘sich einsetzen’. Die weitere Herkunft des nur im Westgerm. bezeugten Verbs (westgerm. *plegan) ist ungeklärt, sichere außergerm. Beziehungen fehlen; vgl. eine Zusammenstellung der Herleitungsversuche bei Trier in: PBB 67 (1945) 110 ff. Die ehemals starke Flexion ist teilweise noch erhalten für pflegen (pflog, gepflogen) in der Bedeutung ‘etw. anhaltend ausüben, betreiben’; dazu die Ableitung Gepflogenheit f. ‘Brauch, Gewohnheit’ (19. Jh.), in der öst. Kanzleisprache gebildet. Pflege f. ‘Fürsorge, Obhut, Versorgung’, ahd. phlega (11. Jh.), mhd. phlege ‘Fürsorge, Obhut, Vormundschaft, Umgang, Amt, Zins, Abgabe, Lebensart, Gewohnheit, Beschäftigung’. Pfleger m. ‘wer für jmdn., etw. sorgt’, ahd. phlegāri ‘Beschützer, Hüter, Aufseher, Vorsteher, Verwalter’ (um 1000), mhd. phlegære, phleger ‘Beschützer, Aufseher, Vormund, Verwalter, Oberer’. pfleglich Adj. ‘sorgsam’, mhd. phlegelich ‘gewöhnlich’. verpflegen Vb. ‘jmdn. verköstigen’, mhd. verphlegen; Verpflegung f. ‘Verköstigung, Nahrung’ (17. Jh.).
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
in Stand halten · instand halten
Synonymgruppe
aufpflegen · aufziehen · bemuttern · großziehen · heranziehen
Synonymgruppe
(sich) kümmern um · bemuttern · hegen · umsorgen
Assoziationen
  • (sich) intensiv kümmern um · hegen und pflegen · intensiv pflegen · liebevoll umsorgen
Synonymgruppe
(sich einer Sache) widmen · in Schuss halten  ugs. · unterhalten
Synonymgruppe
Unterbegriffe
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihr Mann will sie nicht in ein Heim geben, sondern pflegt sie selbst.
Die Zeit, 20.05.2012 (online)
Eben diesen Stil will sie auch mit den kritischen Nachbarn pflegen.
Süddeutsche Zeitung, 12.12.2003
Wenn du krank bist, pflegen sie dich mit allen Mitteln.
Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 93
Man pflegte sich früher den Satz etwa so plausibel zu machen.
Hausdorff, Felix: Grundzüge der Mengenlehre, Leipzig: Veit 1914, S. 125
Wenn ich sie sah, pflegte ich schon von weitem kehrtzumachen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 4982
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angehörige Austausch Beziehungen Brauch Dialog Erbe Freundschaften Garten Grab Hobby Image Kontakte Kranke Kultur Lebensstil Mythos Partnerschaft Rituale Stil Tradition Umgang Verbindungen Verhältnis Vorurteile gehegt liebevoll man sonst stets weiterpflegt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pflegen‹.

Wortbildung

mit pflegen als Erstglied Pfleger · Pflegling
Ableitung von pflegen Pflege
pflegenVerb
pflegtehat gepflegt
pfloghat gepflogen
Aussprache:
Worttrennung: pfle-gen (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
pflegte
pflog veraltet, gespreizt
eine Beschäftigung oder Tätigkeit anhaltend ausüben, sich etw. angelegen sein lassen
Beispiele:
er pflegte geselligen Verkehr, Umgang mit alten Bekannten
sie waren bemüht, Freundschaften nach allen Seiten zu pflegen
es wurden Kontakte, Beziehungen gepflegt
Musik pflegen (= betreiben)
Künste und Wissenschaften pflegen (= fördern)
die beiden Damen pflogen freundschaftliche Unterhaltung
die Verhandlungen, welche Sachsen mit Österreich und Rußland ... pflog [Th. Mann11,91]
mit Gen.
veraltend
Beispiele:
der Liebe pflegen
sie pflegten der Ruhe, des Schlafs
Da pflogen denn die Würzburger geheimen Rats [WeismantelRiemenschneider17]
2.
etw. zu tun pflegen
pflegte
die Gewohnheit haben, etw. zu tun
Beispiele:
er pflegte zu sagen: ...
sie pflegte im Bett zu lesen, mittags eine Stunde zu schlafen
ich pflege die Mahlzeiten im Restaurant einzunehmen
etw. pflegt in einer bestimmten Art zu seinetw. ist gewöhnlich von einer bestimmten Art
Beispiele:
dieses Plakat war noch unwahrscheinlicher als Plakate sonst zu sein pflegen [KafkaAmerika357]
etw. pflegt zu geschehenetw. geschieht gewöhnlich
Beispiele:
wie es zu gehen pflegt
Sie wechselten jedoch nur wenige Worte, wie zu geschehen pflegt, wenn ... [G. KellerVerlor. Lachen6,518]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pflegen Vb. ‘für jmdn., etw. sorgen, etw. anhaltend ausüben, betreiben, sich etw. angelegen sein lassen, die Gewohnheit haben, etw. zu tun’, ahd. phlegan (8. Jh.), mhd. phlegen ‘sich für etw. einsetzen, sorgen für, Verantwortung tragen für, Aufsicht führen, ausüben, betreiben, leiten’, asächs. plegan ‘sich verbürgen, für etw. verantwortlich sein’, mnd. plēgen, mnl. plēghen, nl. plegen und (entsprechend dem grammatischen Wechsel) aengl. plēon ‘sich einer Gefahr aussetzen’ führen auf eine Ausgangsbedeutung ‘sich einsetzen’. Die weitere Herkunft des nur im Westgerm. bezeugten Verbs (westgerm. *plegan) ist ungeklärt, sichere außergerm. Beziehungen fehlen; vgl. eine Zusammenstellung der Herleitungsversuche bei Trier in: PBB 67 (1945) 110 ff. Die ehemals starke Flexion ist teilweise noch erhalten für pflegen (pflog, gepflogen) in der Bedeutung ‘etw. anhaltend ausüben, betreiben’; dazu die Ableitung Gepflogenheit f. ‘Brauch, Gewohnheit’ (19. Jh.), in der öst. Kanzleisprache gebildet. Pflege f. ‘Fürsorge, Obhut, Versorgung’, ahd. phlega (11. Jh.), mhd. phlege ‘Fürsorge, Obhut, Vormundschaft, Umgang, Amt, Zins, Abgabe, Lebensart, Gewohnheit, Beschäftigung’. Pfleger m. ‘wer für jmdn., etw. sorgt’, ahd. phlegāri ‘Beschützer, Hüter, Aufseher, Vorsteher, Verwalter’ (um 1000), mhd. phlegære, phleger ‘Beschützer, Aufseher, Vormund, Verwalter, Oberer’. pfleglich Adj. ‘sorgsam’, mhd. phlegelich ‘gewöhnlich’. verpflegen Vb. ‘jmdn. verköstigen’, mhd. verphlegen; Verpflegung f. ‘Verköstigung, Nahrung’ (17. Jh.).
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
in Stand halten · instand halten
Synonymgruppe
aufpflegen · aufziehen · bemuttern · großziehen · heranziehen
Synonymgruppe
(sich) kümmern um · bemuttern · hegen · umsorgen
Assoziationen
  • (sich) intensiv kümmern um · hegen und pflegen · intensiv pflegen · liebevoll umsorgen
Synonymgruppe
(sich einer Sache) widmen · in Schuss halten  ugs. · unterhalten
Synonymgruppe
Unterbegriffe
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihr Mann will sie nicht in ein Heim geben, sondern pflegt sie selbst.
Die Zeit, 20.05.2012 (online)
Eben diesen Stil will sie auch mit den kritischen Nachbarn pflegen.
Süddeutsche Zeitung, 12.12.2003
Wenn du krank bist, pflegen sie dich mit allen Mitteln.
Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 93
Man pflegte sich früher den Satz etwa so plausibel zu machen.
Hausdorff, Felix: Grundzüge der Mengenlehre, Leipzig: Veit 1914, S. 125
Wenn ich sie sah, pflegte ich schon von weitem kehrtzumachen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 4982
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angehörige Austausch Beziehungen Brauch Dialog Erbe Freundschaften Garten Grab Hobby Image Kontakte Kranke Kultur Lebensstil Mythos Partnerschaft Rituale Stil Tradition Umgang Verbindungen Verhältnis Vorurteile gehegt liebevoll man sonst stets weiterpflegt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pflegen‹.

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