steckenVerb
stecktehat gesteckt
Aussprache:
Worttrennung: ste-cken (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
in, an etw. steckenin, an etw. fest haften, festsitzen
Beispiele:
der Schlüssel steckt (im Schloss)
der Stein hat in der Erde gesteckt
der Ring steckt am Finger
der Splitter steckte noch in der Wunde
die Füße stecken in derben Schuhen
der Wagen steckt im Schlamm (= ist im Schlamm steckengeblieben, kann nicht weiter)
ich stecke bis zu den Knien im Schnee
du schreist, als ob du am Spieße stäkst, stäkest (= du schreist sehr) umgangssprachlich
Der eine [Zahn] stak sehr fest [MörikeHutzelmännlein3,134]
bildlich
Beispiele:
der Frost steckte noch tief im Boden
der Schreck steckt ihm in allen Gliedern
eine unheilbare Krankheit steckt in ihm
2.
sich irgendwo befinden, sein
a)
an einem bestimmten Platz, in einer bestimmten Lage sein
Beispiele:
der Brief steckt im Kasten
das Geld steckt in der Tasche
das Haus steckte unter schattigen Bäumen umgangssprachlich
er hat hinter dem Vorhang gesteckt umgangssprachlich
im Bett stecken (= im Bett liegen) umgangssprachlich
Walter stak in seinem Arbeitszeug [BredelSöhne331] umgangssprachlich
bildlich
Beispiele:
er steckt voller Pläne (= hat viele Pläne)
sie steckt immer hinter den Büchern (= liest, lernt immer)
tief in der Arbeit stecken (= sehr viel Arbeit haben)
das Musizieren steckt ihm im Blut (= er ist musikbegabt)
dieses Unternehmen steckt noch in den Kinderschuhen (= in den Anfängen der Entwicklung)
ich möchte nicht in seiner Haut stecken (= nicht in seiner Lage sein)
in der Patsche stecken (= in großen Schwierigkeiten sein)
er steckt bis über die Ohren in Schulden (= er ist sehr verschuldet)
mit jmdm. unter einer Decke stecken (= mit jmdm. gemeinsame Sache machen)
Ich weiß nicht, wer hinter dem heutigen Projekt steckt (= wer sich dahinter verbirgt) [Feuchtw.CapetI 7]
b)
etw. steckt in etw., jmdm. umgangssprachlich etw. ist in etw., jmdm. enthalten, vorhanden
Beispiele:
sein ganzes Geld steckt in seinem Grundstück
in diesem Sprichwort steckt viel Wahrheit
es steckt viel Mühe in einem solchen Werk
in ihm stecken gute Anlagen, Fähigkeiten
wenn in anderen etwas Tüchtiges stecke [MusilMann126]
c)
umgangssprachlich sich oft oder lange an einem bestimmten Ort aufhalten
Beispiele:
wo hast du so lange gesteckt?
ich weiß nicht, wo sie steckt
er steckte immer bei seinen Bekannten
in der Wohnung stecken (= immer zu Hause sein)
im Gefängnis stecken (= eine Gefängnisstrafe verbüßen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stecken Vb. (trans.) ‘stechend befestigen, an einen bestimmten Platz bringen, unterbringen’, (intrans.) ‘haftenbleiben, festsitzen’ vereint in seiner mhd. Lautform zwei ehemals eigenständige Verben, einerseits das Kausativum ahd. stecken ‘anheften, annageln’ (9. Jh.), mhd. stecken ‘einstechend befestigen’ bzw. mnd. nd. mnl. sticken (mit älterer Vokalstufe, dadurch lautlich mit sticken ‘feine Muster einnähen’ zusammenfallend), andrerseits (mit expressiver Konsonantendoppelung) das Durativum ahd. steckōn (8. Jh.), mhd. stecken ‘eingestochen festhaften, sich befinden’, das seit dem 16. Jh. unter Einfluß von stechen zuweilen stark flektiert (vgl. der Brief stak im Kasten). Beide sind zu dem unter stechen (s. d.) behandelten Verb gebildet. Stecker m. ‘wer oder was steckt’ (17. Jh.), ‘Geräteteil zur Herstellung elektrischer Kontakte’ (20. Jh.). Steckling m. ‘zum Anwurzeln in die Erde gestecktes Reis’ (18. Jh.), gebildet nach älterem Setzling (s. setzen). Steckbrief m. ‘öffentliche Aufforderung zur Mithilfe bei der Ergreifung eines flüchtigen Täters mit dessen genauer Personenbeschreibung’ (16. Jh.), eigentl. wohl ‘Haftbefehl’, d. h. Anweisung, jmdn. ins Gefängnis zu stecken. Steckrübe f. Rübensorte, die als junge Pflanze verpflanzt (gesteckt) wird (16. Jh.). abstecken Vb. ‘abgrenzen (mit Pfählen), loslösen’ (16. Jh.), ‘mit Stecknadeln anpassen’ (20. Jh.). anstecken Vb. ‘an etw. befestigen, einen Brandsatz anbringen und dadurch in Brand setzen, ein Faß öffnen’, ahd. anasteckōn (11./12. Jh.), mhd. anestecken ‘anzünden, ein Faß öffnen’ (mnd. ansticken, s. oben); bildlich ‘(Krankheiten) zündstoffartig mitteilen, (sich) infizieren’ (16. Jh.); ansteckend Part.adj. ‘infizierend’ (17. Jh.); Ansteckung f. ‘Infektion’ (17. Jh.), älter ‘Entzündung von Feuer’ (15. Jh.). aufstecken Vb. ‘hochstecken, oben anbringen, aufsetzen’, mhd. ūfstecken; übertragen ‘etw. aufgeben, auf etw. verzichten’ (19. Jh.), jmdm. ein Licht aufstecken ‘jmdm. etw. klarmachen, ihn aufklären’ (17. Jh.). bestecken Vb. ‘steckend mit etw. versehen, hineinstecken’, ahd. bistecken ‘hineinstecken’ (11. Jh.), mhd. bestecken ‘bedecken, festsetzen, steckenbleiben’. Besteck n. ‘was zusammengesteckt ist’, z. B. ‘(zur Zierde) Aufgestecktes’ am Helm oder Degen (16. Jh.), ‘Messer, Gabel, Löffel’ als zusammengehörender (ehemals in einem Futteral befindlicher) Satz (17. Jh.), ‘Futteral, Etui für Werkzeuge und sein Inhalt’ (18. Jh.). verstecken Vb. ‘verbergen’ (16. Jh.); vgl. ahd. firstecken ‘verstopfen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. verstecken ‘ersticken machen’; Versteck n. ‘heimlicher Aufbewahrungsort’ (18. Jh.), mnd. (in der Seemannssprache) vorstecke ‘Hinterhalt, geheime Absicht’.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
anfügen · anhängen · befestigen · festhaften · festhängen
Synonymgruppe
(Geheimnis) lüften · (intime) Details preisgeben · (jemandem etwas) stecken  ugs. · aus dem Nähkästchen plaudern  ugs. · ausplaudern · durchstechen  geh. · enthüllen · offenbaren · preisgeben · spoilern  ugs. · verraten
Assoziationen
Synonymgruppe
anlegen · investieren · pumpen  ugs. · reinbuttern  ugs. · reinstecken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Feld räumen (müssen) · (das) Handtuch schmeißen  ugs. · (das) Handtuch werfen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die Hoffnung) aufgeben · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs. · (die) Segel streichen  ugs. · (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · (es) aufgeben · (es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (etwas) stecken  ugs. · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · (sich mit etwas) abfinden · (sich) beugen · (sich) geschlagen geben · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh. · abbrechen  ugs. · aufgeben · aufhören zu kämpfen · aufstecken  ugs. · einpacken (können)  ugs. · hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · passen · passen müssen · resignieren · schmeißen  ugs. · zurückrudern  ugs.
Assoziationen
  • (den) Kopf einziehen · (ein) Einsehen haben · (einen) Rückzieher machen  ugs. · (sich) beugen · (sich) ducken · (sich) einsichtig zeigen · (sich) fügen · Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.  ugs. · den Schwanz einziehen  ugs. · einknicken  ugs. · einlenken · kein Rückgrat haben · klein beigeben · kleine Brötchen backen (müssen) · kuschen  ugs. · nachgeben · weichen · zu Kreuze kriechen  geh. · zurückrudern · zurückweichen
  • dem freien Spiel der Kräfte überlassen · den Dingen ihren Lauf lassen · geschehen lassen · hinnehmen · nicht eingreifen
  • drauf geschissen!  derb · du kannst mich (mal) am Arsch lecken!  vulg. · du kannst mich (mal) kreuzweise!  derb · du kannst mich mal gerne haben!  ugs. · du kannst mich mal!  derb · du kannst mir mal den Buckel runterrutschen!  ugs. · du kannz mir ma den Nachen deuen  ugs. · fick dich!  derb · geh mir doch weg!  ugs. · leck mich (doch) am Arsch!  derb · macht doch euren Scheiß alleine!  derb
  • (die) Hoffnung verlieren · (es) aufstecken · (sich) aufgeben · (sich) verlorengeben · aufgeben · den Kopf hängen lassen  ugs. · den Mut sinken lassen · den Mut verlieren · den Schwanz einziehen  ugs. · hoffnungslos sein · klein beigeben · nicht mehr an sich glauben · schwarzsehen  ugs. · verzagen · verzweifeln
  • (die) Füße stillhalten  ugs. · (sich etwas) bieten lassen · (sich etwas) gefallen lassen · (sich) nicht wehren (gegen) · (sich) nicht widersetzen · Nachsicht üben · dulden · einstecken · erdulden · ertragen · hinnehmen · in Kauf nehmen  ugs. · konnivieren  geh. · leisetreten · nicht protestieren · schlucken · stillhalten · tolerieren · verschmerzen
  • (den) Glauben an die Menschheit verlieren · alle Hoffnung fahren lassen · vom Glauben abfallen
  • (darauf) verzichten (zu) · (einer Sache) nicht weiter nachgehen · (es) belassen bei · (es) bewenden lassen (mit) · auf sich beruhen lassen · nicht weiterverfolgen
  • (einen Plan) verwerfen · (es sich) anders überlegen · (sich etwas) abschminken  ugs. · (sich etwas) aus dem Kopf schlagen  ugs.
  • (sich etwas) abschminken  ugs. · (sich etwas) in die Haare schmieren können  ugs. · (sich) aus dem Kopf schlagen (können) · abhaken (können)  ugs. · knicken können  ugs. · nicht weiter d(a)rüber nachdenken  ugs. · nicht weiterverfolgen · vergessen (können)
  • (davon) Abschied nehmen  ugs. · (einen) Schlussstrich ziehen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · an den Nagel hängen  ugs. · aufgeben · beenden · beerdigen · den Rücken kehren  ugs. · einstampfen  ugs. · fallen lassen · fallenlassen · hinter sich lassen · sausen lassen · sterben lassen  ugs. · stoppen · vergessen · zu Grabe tragen  ugs. · über Bord werfen  ugs.
  • (sich) hängen lassen · (sich) in Selbstmitleid ergehen · die Ohren hängen lassen  ugs. · herumjammern  ugs. · jammern und picheln  ugs.
  • kleingläubig  geh. · kleinmütig · mutlos · ohne Zuversicht · ohne rechten Glauben an die Zukunft · verzagt
  • (den Kram) hinschmeißen  ugs. · (den) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) Dienst quittieren · (den) Job an den Nagel hängen · (ein Unternehmen) verlassen · (eine) neue Herausforderung suchen (Bewerbungssprache) · (sein) Bündel schnüren · (seinen) Abschied nehmen · (sich) was anderes suchen  ugs. · aufhören (bei)  ugs. · ausscheiden · das Handtuch werfen  ugs. · gehen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · künden · kündigen · seinen Hut nehmen · was Besseres finden · weggehen  ugs.
Synonymgruppe
Assoziationen
  • (sein) Zuhause haben · hausen · jemandes Zuhause sein · leben · wohnen · zu Hause sein
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Radioaktive Stäbe steckten an vielen Orten der Welt in der Erde.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 393
Das klingt selbstverständlich, doch steckt dahinter für Militärs gewiß ein Problem.
Die Zeit, 10.03.1978, Nr. 11
Es wurde aber immer weiter in der Umgebung geschossen und wir blieben endgültig stecken.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 360
Bei guter Feuchtigkeit steckten die Pflanzen vorschriftsmäßig die Köpfe ihrer zarten Blätter empor.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 176
Die Mutter hatte sie mir hinter den Hut gesteckt - und ich sah sie erst jetzt.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18100
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brand Detail Dilemma Gefängnis Geld Kinderschuhen Klemme Knochen Kopf Krise Mund Sand Schwierigkeiten Tasche Teufel Zwickmühle absteckt ansteckt dahinter dahintersteckt darin drinsteckt einsteckte feststeckt mitten noch tief wegsteckt zusammenstecken zusteckt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stecken‹.

Wortbildung

mit stecken als Erstglied Steckbrief · stecken bleiben · stecken lassen · steckenbleiben · steckenlassen
mit stecken als Letztglied dahinterstecken · drinstecken · feststecken · herausstecken
steckenVerb
stecktehat gesteckt
Aussprache:
Worttrennung: ste-cken (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. fest haften machen, festmachen
a)
etw. in, (an) etw. stecken
Beispiele:
den Schlüssel ins Schloss stecken
die Nadel ins Kissen stecken
die Bauarbeiter steckten Pfähle in die Erde
sie steckte den Ring an den Finger
sich [Dativ] eine Blume ins Knopfloch, Watte in die Ohren stecken
er hat sich [Dativ] eine Feder an den Hut gesteckt
bildlich
Beispiele:
das kannst du dir an den Hut stecken (= darauf lege ich keinen Wert) salopp
b)
etw. mit Nadeln befestigen
Beispiele:
den Saum stecken
sich [Dativ] die Haare stecken
Ich stecke den Schleier allein [FrischDon JuanII]
2.
etw., jmdn. irgendwo unterbringen
a)
etw., jmdn. an einen bestimmten Platz, in eine bestimmte Lage bringen
Beispiele:
den Brief in den Kasten stecken
er steckte die Hände in die Taschen
den Kopf aus dem Fenster, durch die Tür stecken umgangssprachlich
jmdn. in neue Kleider stecken (= neu einkleiden) umgangssprachlich
das Kind wurde ins Bett gesteckt (= zu Bett gebracht) umgangssprachlich
sich [Dativ] einen Bissen, eine Zigarre in den Mund stecken umgangssprachlich
Geld zu sich stecken umgangssprachlich
der Vogel steckte den Kopf unter die Flügel
Bohnen, Kartoffeln stecken (= zum Keimen in die Erde bringen)
bildlich
Beispiele:
einen Brief nicht hinter den Spiegel stecken (= niemandem zeigen) umgangssprachlich
sich hinter jmdn. stecken (= jmdn. als Fürsprecher zu gewinnen suchen) umgangssprachlich
den Kopf in den Sand stecken (= vor den Tatsachen die Augen verschließen) umgangssprachlich
er steckt seine Nase in alles (= er kümmert sich um Dinge, die ihn nichts angehen) salopp
du solltest deine Nase lieber ins Buch stecken (= du solltest lieber lernen) umgangssprachlich
stecke nicht immer bloß die Hände in die Taschen (= stehe nicht müßig herum) umgangssprachlich
jmdn. in die Tasche stecken (= jmdn. übertreffen, jmdm. überlegen sein) salopp
jmdn. in den Sack stecken (= jmdn. betrügen) (= jmdm. überlegen sein) salopp
die Beine unter den Tisch stecken (= sich bedienen lassen) umgangssprachlich
Du weißt, daß ich da zehn Studierte in den Sack stecke [FontaneII 1,203] salopp
übertragen
Beispiele:
sich [Dativ] Grenzen stecken (= bestimmen)
das gesteckte Ziel erreichen
b)
etw. in etw. stecken umgangssprachlich etw. für etw. verwenden
Beispiele:
viel Arbeit in eine Sache stecken
Geld ins Geschäft stecken
gewaltige Mittel in die Forschung stecken
c)
umgangssprachlich jmdn. für längere Zeit, zwangsweise an einen bestimmten Ort bringen
Beispiele:
jmdn. in eine Anstalt stecken
der Dieb wurde ins Gefängnis gesteckt (= gefangengesetzt)
Schlimmstenfalls stecken sie dich wieder in ein Lager [A. ZweigGrischa58]
d)
Beispiele:
ein Haus in Brand stecken (= anzünden)
3.
salopp jmdm. etw. mitteilen
Beispiele:
jmdm. eine Neuigkeit stecken (= heimlich hinterbringen)
er hat es ihm aber tüchtig gesteckt (= ihm unverblümt die Meinung gesagt)
Ich weiß nicht, welche meiner Äußerungen sie eines Tages der Schwiegertochter gesteckt hatte [G. Hauptm.3,221]
Erst hab ich's dem Wulf gesteckt, daß er ein Schwätzer ist [NollHolt2,246]
4.
jmdm. eine, ein paar stecken landschaftlich, salopp jmdm. eine Ohrfeige, ein paar Ohrfeigen geben
Beispiele:
Der faßt den groben Zolgen ... und steckt ihm ein paar [H. KurzSonnenwirt76]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stecken Vb. (trans.) ‘stechend befestigen, an einen bestimmten Platz bringen, unterbringen’, (intrans.) ‘haftenbleiben, festsitzen’ vereint in seiner mhd. Lautform zwei ehemals eigenständige Verben, einerseits das Kausativum ahd. stecken ‘anheften, annageln’ (9. Jh.), mhd. stecken ‘einstechend befestigen’ bzw. mnd. nd. mnl. sticken (mit älterer Vokalstufe, dadurch lautlich mit sticken ‘feine Muster einnähen’ zusammenfallend), andrerseits (mit expressiver Konsonantendoppelung) das Durativum ahd. steckōn (8. Jh.), mhd. stecken ‘eingestochen festhaften, sich befinden’, das seit dem 16. Jh. unter Einfluß von stechen zuweilen stark flektiert (vgl. der Brief stak im Kasten). Beide sind zu dem unter stechen (s. d.) behandelten Verb gebildet. Stecker m. ‘wer oder was steckt’ (17. Jh.), ‘Geräteteil zur Herstellung elektrischer Kontakte’ (20. Jh.). Steckling m. ‘zum Anwurzeln in die Erde gestecktes Reis’ (18. Jh.), gebildet nach älterem Setzling (s. setzen). Steckbrief m. ‘öffentliche Aufforderung zur Mithilfe bei der Ergreifung eines flüchtigen Täters mit dessen genauer Personenbeschreibung’ (16. Jh.), eigentl. wohl ‘Haftbefehl’, d. h. Anweisung, jmdn. ins Gefängnis zu stecken. Steckrübe f. Rübensorte, die als junge Pflanze verpflanzt (gesteckt) wird (16. Jh.). abstecken Vb. ‘abgrenzen (mit Pfählen), loslösen’ (16. Jh.), ‘mit Stecknadeln anpassen’ (20. Jh.). anstecken Vb. ‘an etw. befestigen, einen Brandsatz anbringen und dadurch in Brand setzen, ein Faß öffnen’, ahd. anasteckōn (11./12. Jh.), mhd. anestecken ‘anzünden, ein Faß öffnen’ (mnd. ansticken, s. oben); bildlich ‘(Krankheiten) zündstoffartig mitteilen, (sich) infizieren’ (16. Jh.); ansteckend Part.adj. ‘infizierend’ (17. Jh.); Ansteckung f. ‘Infektion’ (17. Jh.), älter ‘Entzündung von Feuer’ (15. Jh.). aufstecken Vb. ‘hochstecken, oben anbringen, aufsetzen’, mhd. ūfstecken; übertragen ‘etw. aufgeben, auf etw. verzichten’ (19. Jh.), jmdm. ein Licht aufstecken ‘jmdm. etw. klarmachen, ihn aufklären’ (17. Jh.). bestecken Vb. ‘steckend mit etw. versehen, hineinstecken’, ahd. bistecken ‘hineinstecken’ (11. Jh.), mhd. bestecken ‘bedecken, festsetzen, steckenbleiben’. Besteck n. ‘was zusammengesteckt ist’, z. B. ‘(zur Zierde) Aufgestecktes’ am Helm oder Degen (16. Jh.), ‘Messer, Gabel, Löffel’ als zusammengehörender (ehemals in einem Futteral befindlicher) Satz (17. Jh.), ‘Futteral, Etui für Werkzeuge und sein Inhalt’ (18. Jh.). verstecken Vb. ‘verbergen’ (16. Jh.); vgl. ahd. firstecken ‘verstopfen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. verstecken ‘ersticken machen’; Versteck n. ‘heimlicher Aufbewahrungsort’ (18. Jh.), mnd. (in der Seemannssprache) vorstecke ‘Hinterhalt, geheime Absicht’.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
anfügen · anhängen · befestigen · festhaften · festhängen
Synonymgruppe
(Geheimnis) lüften · (intime) Details preisgeben · (jemandem etwas) stecken  ugs. · aus dem Nähkästchen plaudern  ugs. · ausplaudern · durchstechen  geh. · enthüllen · offenbaren · preisgeben · spoilern  ugs. · verraten
Assoziationen
Synonymgruppe
anlegen · investieren · pumpen  ugs. · reinbuttern  ugs. · reinstecken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Feld räumen (müssen) · (das) Handtuch schmeißen  ugs. · (das) Handtuch werfen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die Hoffnung) aufgeben · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs. · (die) Segel streichen  ugs. · (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · (es) aufgeben · (es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (etwas) stecken  ugs. · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · (sich mit etwas) abfinden · (sich) beugen · (sich) geschlagen geben · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh. · abbrechen  ugs. · aufgeben · aufhören zu kämpfen · aufstecken  ugs. · einpacken (können)  ugs. · hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · passen · passen müssen · resignieren · schmeißen  ugs. · zurückrudern  ugs.
Assoziationen
  • (den) Kopf einziehen · (ein) Einsehen haben · (einen) Rückzieher machen  ugs. · (sich) beugen · (sich) ducken · (sich) einsichtig zeigen · (sich) fügen · Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.  ugs. · den Schwanz einziehen  ugs. · einknicken  ugs. · einlenken · kein Rückgrat haben · klein beigeben · kleine Brötchen backen (müssen) · kuschen  ugs. · nachgeben · weichen · zu Kreuze kriechen  geh. · zurückrudern · zurückweichen
  • dem freien Spiel der Kräfte überlassen · den Dingen ihren Lauf lassen · geschehen lassen · hinnehmen · nicht eingreifen
  • drauf geschissen!  derb · du kannst mich (mal) am Arsch lecken!  vulg. · du kannst mich (mal) kreuzweise!  derb · du kannst mich mal gerne haben!  ugs. · du kannst mich mal!  derb · du kannst mir mal den Buckel runterrutschen!  ugs. · du kannz mir ma den Nachen deuen  ugs. · fick dich!  derb · geh mir doch weg!  ugs. · leck mich (doch) am Arsch!  derb · macht doch euren Scheiß alleine!  derb
  • (die) Hoffnung verlieren · (es) aufstecken · (sich) aufgeben · (sich) verlorengeben · aufgeben · den Kopf hängen lassen  ugs. · den Mut sinken lassen · den Mut verlieren · den Schwanz einziehen  ugs. · hoffnungslos sein · klein beigeben · nicht mehr an sich glauben · schwarzsehen  ugs. · verzagen · verzweifeln
  • (die) Füße stillhalten  ugs. · (sich etwas) bieten lassen · (sich etwas) gefallen lassen · (sich) nicht wehren (gegen) · (sich) nicht widersetzen · Nachsicht üben · dulden · einstecken · erdulden · ertragen · hinnehmen · in Kauf nehmen  ugs. · konnivieren  geh. · leisetreten · nicht protestieren · schlucken · stillhalten · tolerieren · verschmerzen
  • (den) Glauben an die Menschheit verlieren · alle Hoffnung fahren lassen · vom Glauben abfallen
  • (darauf) verzichten (zu) · (einer Sache) nicht weiter nachgehen · (es) belassen bei · (es) bewenden lassen (mit) · auf sich beruhen lassen · nicht weiterverfolgen
  • (einen Plan) verwerfen · (es sich) anders überlegen · (sich etwas) abschminken  ugs. · (sich etwas) aus dem Kopf schlagen  ugs.
  • (sich etwas) abschminken  ugs. · (sich etwas) in die Haare schmieren können  ugs. · (sich) aus dem Kopf schlagen (können) · abhaken (können)  ugs. · knicken können  ugs. · nicht weiter d(a)rüber nachdenken  ugs. · nicht weiterverfolgen · vergessen (können)
  • (davon) Abschied nehmen  ugs. · (einen) Schlussstrich ziehen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · an den Nagel hängen  ugs. · aufgeben · beenden · beerdigen · den Rücken kehren  ugs. · einstampfen  ugs. · fallen lassen · fallenlassen · hinter sich lassen · sausen lassen · sterben lassen  ugs. · stoppen · vergessen · zu Grabe tragen  ugs. · über Bord werfen  ugs.
  • (sich) hängen lassen · (sich) in Selbstmitleid ergehen · die Ohren hängen lassen  ugs. · herumjammern  ugs. · jammern und picheln  ugs.
  • kleingläubig  geh. · kleinmütig · mutlos · ohne Zuversicht · ohne rechten Glauben an die Zukunft · verzagt
  • (den Kram) hinschmeißen  ugs. · (den) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) Dienst quittieren · (den) Job an den Nagel hängen · (ein Unternehmen) verlassen · (eine) neue Herausforderung suchen (Bewerbungssprache) · (sein) Bündel schnüren · (seinen) Abschied nehmen · (sich) was anderes suchen  ugs. · aufhören (bei)  ugs. · ausscheiden · das Handtuch werfen  ugs. · gehen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · künden · kündigen · seinen Hut nehmen · was Besseres finden · weggehen  ugs.
Synonymgruppe
Assoziationen
  • (sein) Zuhause haben · hausen · jemandes Zuhause sein · leben · wohnen · zu Hause sein
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Radioaktive Stäbe steckten an vielen Orten der Welt in der Erde.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 393
Das klingt selbstverständlich, doch steckt dahinter für Militärs gewiß ein Problem.
Die Zeit, 10.03.1978, Nr. 11
Es wurde aber immer weiter in der Umgebung geschossen und wir blieben endgültig stecken.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 360
Bei guter Feuchtigkeit steckten die Pflanzen vorschriftsmäßig die Köpfe ihrer zarten Blätter empor.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 176
Die Mutter hatte sie mir hinter den Hut gesteckt - und ich sah sie erst jetzt.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18100
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brand Detail Dilemma Gefängnis Geld Kinderschuhen Klemme Knochen Kopf Krise Mund Sand Schwierigkeiten Tasche Teufel Zwickmühle absteckt ansteckt dahinter dahintersteckt darin drinsteckt einsteckte feststeckt mitten noch tief wegsteckt zusammenstecken zusteckt

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Wortbildung

mit stecken als Erstglied Steckdose · Steckkissen · Steckkontakt · Steckling · Stecknadel · Steckreis · Steckrübe · Steckschach · Steckschlüssel · Steckschuss · Steckschwert · Stecktuch · Steckverbinder · Steckverbindung · Steckvorrichtung · Steckzwiebel
mit stecken als Letztglied abstecken · anstecken · aufstecken · ausstecken · bestecken · dazwischenstecken · durchstecken · einstecken · feststecken · hereinstecken · hineinstecken · hochstecken · reinstecken · umstecken · verstecken · vorstecken · wegstecken · zurückstecken · zusammenstecken · zustecken
mit stecken als Grundform gesteckt

Worthäufigkeit

selten häufig

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