untersagenVerb
untersagtehat untersagt
Wortzerlegung: ↗unter-sagen
Worttrennung: un-ter-sa-gen (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdm. etw. untersagenjmdm. etw. (von amtlicher Seite, offiziell) verbieten
Beispiele:
jmdm. etw. streng, ausdrücklich untersagen
jmdm. das Betreten des Geländes untersagen
der Arzt hat ihm das Rauchen untersagt
etw. ist gesetzlich, strengstens, bei Strafe untersagt
daß das Ministerium dabei war, das weitere Erscheinen von Liszts Zeitschrift zu untersagen [MoloEin Deutscher123]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären, (refl.) sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute bes. ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, bes. vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
ausschließen · nicht erlauben · nicht gestatten · prohibieren  geh. · unterbinden · verbieten · zensieren · zensurieren
Assoziationen
Antonyme
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wäre fahrlässig, westdeutschen Autoren die Beschreibung der untergegangenen ostdeutschen Wirklichkeit zu untersagen.
Die Welt, 06.11.2000
Nicht nur Studenten war das strengstens untersagt; doch nur sie unterstanden speziell der universitären Gerichtsbarkeit.
Der Tagesspiegel, 25.02.2000
Du hast mir auch strikt untersagt, davon zu sprechen, wie ich dahintergekommen bin.
Goldt, Max: Gespräch mit der Radiontrinkerin. In: ders., Ungeduscht, geduzt und ausgebuht, Berlin: a-verbal-Verl. 1988, S. 84
Die Verehrung ihrer einheimischen Götter hatten die weißen Herren ihnen meist untersagt.
Burkhardt, Werner: Jazz. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 39787
Das hatte offenbar keinen Sinn und hätte eigentlich für unschicklich gelten und untersagt werden müssen.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 157
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Androhung Ausübung Benutzung Betreten Betätigung Bundesgerichtshof Bundeskartellamt Demonstrationen Einfuhr Fusion Gericht Kartellamt Landgericht Nutzung Oberlandesgericht Rauchen Teilnahme Tragen Verkauf Vertrieb Verwaltungsgericht Verwendung Veröffentlichung Weiterfahrt Werbung Wettbewerbshüter Zusammenschluß Zutritt ausdrücklich Übernahme

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Wortbildung

mit untersagen als Erstglied Untersagung

Worthäufigkeit

selten häufig

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