vermerkenVerb
Aussprache:
Ableitung von: ↗merken
Worttrennung: ver-mer-ken (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. aufzeichnen, notieren
Beispiele:
er hatte den Einfall, die Äußerung sofort in seinem Notizbuch vermerkt
auf dem Zettel war ein Datum vermerkt
er wollte wissen, ob man die neue Entdeckung schon in der Literatur vermerkt habe
das sei nur am Rande vermerkt (gesagt)
2.
etw. bemerken, wahrnehmen
Beispiele:
sein Fleiß wurde mit Wohlgefallen vermerkt
er hatte ihre Geschwätzigkeit übel vermerkt (mit Mißfallen bemerkt)
er hat uns unsere Offenheit übel vermerkt (mit Mißfallen bemerkt und übelgenommen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

merken Vb. ‘wahrnehmen, entdecken, spüren, mit dem Verstand auffassen und im Gedächtnis festhalten’, ahd. merken ‘bezeichnen, angeben, abgrenzen’ (11. Jh.), mhd. merken ‘beachten, beobachten, wahrnehmen, sich einprägen, mit einem Zeichen versehen’, asächs. merkian, mnd. mnl. nl. merken ‘markieren, bezeichnen, spüren’, anord. merkja ‘kenntlich machen, bezeichnen’, schwed. märka (germ. *markjan) sind abgeleitet von den unter Marke f. (s. d.) angeführten neutralen Substantiven. Ebenfalls dazu sind gebildet ahd. markōn ‘begrenzen, kennzeichnen’ (um 800), asächs. markon ‘bestimmen, bemerken’, aengl. mearcian ‘bezeichnen’, engl. to mark, anord. marka ‘kennzeichnen, bekanntmachen, verstehen’. Als Ausgangsbedeutung ist anzusetzen ‘mit einem Zeichen versehen’, woraus ‘das Gekennzeichnete wahrnehmen und beachten’. merklich Adj. ‘deutlich, wahrnehmbar’, mhd. merklich ‘wohl zu beachten, bemerkbar, deutlich, bedeutend, wichtig’. merkwürdig Adj. ‘seltsam, verwunderlich’ (19. Jh.), ‘bemerkenswert, bedeutsam’ (17. Jh.); Merkwürdigkeit f. (18. Jh.). anmerken Vb. ‘eine (ergänzende) Bemerkung machen, anzeichnen, be-, vermerken’ (16. Jh.); vgl. ahd. anamerken (9./10. Jh.), mhd. anemerken ‘angrenzen’; Anmerkung f. ‘Vermerk, (kurze) Erläuterung’ (15. Jh.), auch ‘Fußnote’ (17. Jh.), nach lat. observātio ‘Wahrnehmung, Beobachtung’. aufmerken Vb. ‘seine Gedanken konzentriert auf etw. richten, aufpassen’ (15. Jh.); aufmerksam Adj. ‘gut aufpassend, konzentriert folgend, höflich’ (17. Jh.); Aufmerksamkeit f. (17. Jh.). bemerken Vb. ‘wahrnehmen, ergänzen, seine Meinung zu etw. äußern’, ahd. bimerken ‘aufzeichnen, kennzeichnen’ (11. Jh.), mhd. bemerken ‘beobachten, prüfen’; Bemerkung f. ‘kurze Meinungsäußerung zu etw., Wahrnehmung, Beobachtung’ (17. Jh.). vermerken Vb. ‘notieren, merken’, spätmhd. vermerken ‘(be)merken, gewahr werden’; Vermerk m. ‘Notiz, Eintragung’, älter ‘Bemerkung’ (17. Jh.).
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Notiz nehmen (von) · zur Kenntnis nehmen
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Äußerung tätigen  geh. · äußern · bemerken · berichten · das Maul aufmachen  derb · den Mund aufmachen  ugs. · die Schnauze aufmachen  ugs. · erläutern · erzählen · mitteilen · reden · sagen · schildern
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darin ist vermerkt, wer wie viele "Damen" als Präsent zu Weihnachten erwarten darf.
Süddeutsche Zeitung, 02.08.2002
Mit Stolz vermerkt er, daß sich unter seiner Führung das politische Bewußtsein der Beamten sehr gewandelt habe.
Die Zeit, 03.03.1975, Nr. 09
Und das habe ich in meinen persönlichen Aufzeichnungen vermerkt auch mit dem Datum.
o. A.: Zehnter Tag. Samstag, 1. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 24531
Der Herr vermerkte am Rande des Schreibens, man mißverstehe ihn sehr.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 252
Was ich sonst an Literatur benützt habe, ist an den betreffenden Stellen vermerkt.
Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 130
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akten Anschrift Bedauern Befriedigung Bitterkeit Chronik Chronist Erstaunen Fußnote Genugtuung Kalender Polizeibericht Programmheft Protokoll Rückseite Sitzungsprotokoll Spielbericht Spielberichtsbogen Stolz Tagebuch Totenschein Uhrzeit akribisch ausdrücklich dankbar handschriftlich lakonisch lapidar stolz süffisant

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vermerken‹.

Wortbildung

formal verwandt mit unvermerkt

Worthäufigkeit

selten häufig

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