wagenVerb
Aussprache:
Worttrennung: wa-gen (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. mutig, die Gefahr nicht scheuend, tun, etw. riskieren
a)
Beispiele:
einen Angriff wagen
wir müssen es wagen
er wagte es, ihm zu widersprechen
sie hatten nicht gewagt zu stören
er wagte kein Wort zu sagen
eine Bitte, einen Versuch wagen
er wagte den kühnen Sprung
eine gewagte (kühne) Behauptung
dann wagten auch die Alten mal wieder ein Tänzchen [BredelVäter402] umgangssprachlich, scherzhaft
sich irgendwohin wagensich mutig, die Gefahr nicht scheuend, irgendwohin begeben
Beispiele:
sich auf die Straße, aus dem Hause wagen
bildlich
Beispiele:
sich auf ein unbekanntes Gebiet wagen
er wagte sich an die schwierige Aufgabe
sich in die Höhle des Löwen wagen (beherzt, unerschrocken eine gefürchtete Person aufsuchen) umgangssprachlich
erst wägen, dann wagen (erst überlegen, dann handeln) sprichwörtlich
b)
etw. selbst auf die Gefahr des Verlustes hin daransetzen, um den Ausgang eines Unternehmens für sich zu entscheiden
Beispiele:
er hat dabei viel, alles gewagt
einen hohen Einsatz wagen
der Retter hat sein Leben für das Kind gewagt
es ist sehr gewagt (leichtsinnig), so schnell zu fahren
eine gewagte Operation
ein gewagtes Spiel spielen
wer wagt, gewinnt sprichwörtlich
frisch gewagt ist halb gewonnen (wer kühn wagt, hat schon fast sein Ziel erreicht) sprichwörtlich
bildlich
Beispiele:
seinen Hals, Kopf wagen (sein Leben aufs Spiel setzen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wagen Vb. ‘kühn unternehmen, etw. auf gut Glück riskieren, aufs Spiel setzen’, mhd. wāgen ‘in die Waagschale legen, aufs Geratewohl daransetzen oder tun, einem ungewissen Ausgang anheimgeben’, mnd. wāgen, mnl. wāghen, nl. wagen, abgeleitet von dem unter Waage (s. d.) dargestellten Substantiv. Vgl. Wendungen wie mhd. den līp ūf die wāge lān ‘sein Leben riskieren, es aufs Spiel setzen’, er gap sich in wāge ‘überließ sich dem ungewissen Ausgang’. Wagnis n. ‘Risiko, kühnes Unterfangen’ (16. Jh.), wohl in der obd. Kanzleisprache entstanden und erst nach 1800 allgemein gebräuchlich. Wagehals m. ‘Draufgänger, kühner, mutiger Mensch’ (15. Jh.), in der Art imperativischer Satznamen gebildet nach den Hals (‘das Leben’) wagen. Älter ist der urkundlich bezeugte Name Johan Waginhals (14. Jh.). wag(e)halsig Adj. ‘sich verwegen in Gefahr begebend, tollkühn’ (18. Jh.).
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Risiko auf sich nehmen · (ein) Risiko eingehen · (etwas) riskieren · (sein) Schicksal herausfordern · (sich) auf dünnem Eis bewegen · (sich) aus dem Fenster lehnen  ugs. · (sich) trauen · (sich) wagen (an) · auf schmalem Grat wandern · es auf einen Versuch ankommen lassen · es darauf ankommen lassen  ugs. · es wissen wollen · ganz schön mutig sein  ugs. · mit dem Feuer spielen · mutig sein · Risiken eingehen
Assoziationen
Synonymgruppe
(einen) Versuch wagen · (sich) herantrauen (an) · (sich) wagen (an) · antesten · auf die Probe stellen · auf einen Versuch ankommen · ausprobieren · erproben · es auf einen Versuch ankommen lassen · es versuchen mit · hineinschnuppern · probieren · sein Glück versuchen  ugs. · testen · versuchen
Assoziationen
Synonymgruppe
(all) seinen Mut zusammennehmen · (es) schaffen (zu) · (es) über sich bringen · (etwas) übers Herz bringen · (seinem) Herzen einen Stoß geben · (sich) ein Herz fassen · (sich) ein Herz nehmen (und) · (sich) einen Ruck geben (und) · (sich) ermannen · (sich) trauen · (sich) überwinden · über seinen (eigenen) Schatten springen
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die gegenwärtige Situation sei für sie aber nicht geeignet, ein Überlaufen zu wagen.
Die Zeit, 26.12.2012, Nr. 52
Noch vor wenigen Jahren hätte niemand diese Veränderungen vorauszusagen gewagt.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1964]
Ob er sich davon je wieder erholen würde, wagte ich nicht zu beurteilen.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 369
Es gehörte ein verzweifelter Mut dazu, sie überhaupt zu wagen.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 341
Wie hätte ich es jemals wagen sollen, zu hoffen, die schönen sorglosen Tage von einst könnten zurückkehren!
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 222
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alleingang Anlauf Behauptung Deckung Demokratie Experiment Gang Neuanfang Parkett Prognose Schritt Selbstständigkeit Selbständigkeit Sprung Terrain Tänzchen Versuch Voraussage Vorstoß dennoch einmal es heranwagt hervorwagt hinauswagt hineinwagt kaum mehr sogar vorwagt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wagen‹.

Wortbildung

mit wagen als Erstglied Wagehals · Wagemut · Wagestück · Waghals · Wagstück
mit wagen als Letztglied durchwagen · heranwagen · herauswagen · hervorwagen · hinaufwagen · hinauswagen · hineinwagen · hinunterwagen · hinüberwagen · vorwagen
mit wagen als Grundform gewagt

Worthäufigkeit

selten häufig

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