zwarKonjunktion
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
korrespondiert gewöhnlich mit einer adversativen Konjunktion
bezeichnet eine Einräumung   wie man zugeben muss, allerdings, freilich
leitet einen Hauptsatz ein
Beispiele:
zwar ist er noch jung, aber er ist schon recht erfahren
zwar habe ich zugesagt, allein, ob ich kommen werde, steht noch dahin
zwar haben wir das schon geplant, jedoch müssen wir noch mit einigen Schwierigkeiten rechnen
zwar ist sein Vorschlag wirklich ausgezeichnet, nur kommt er viel zu spät
Zwar weiß ich viel, doch möcht ich alles wissen [GoetheFaustI 601]
steht im Satz verbindet zwei gleichartige Satzglieder
Beispiele:
ein eleganter, zwar nicht mehr ganz neuer Anzug
er hat meine Frage endlich, zwar sehr zögernd beantwortet
korrespondiert mit »aber«
Beispiele:
dies ist zwar ein guter, aber kein neuer Gedanke
der zwar kürzeste, aber dafür wichtigste Aufsatz
gehört habe ich das zwar, aber nicht verstanden
zwar liebe ich Goethe, aber nicht seine ›Natürliche Tochter‹
Aber es war nicht der Jonas – die Jutta erkannte ihn zwar, aber es war nicht der Jonas [SteinbergUhren339]
2.
und zwar
leitet eine Erläuterung des vorhergehenden Satzes ein
um es genauer zu sagen
Beispiele:
er ist ein Dichter, und zwar ein guter
das ist ein anderer Aspekt der Sache, und zwar ein völlig neuer
er stellte uns einen Verwandten vor, und zwar seinen Onkel
ich möchte gern verreisen, und zwar nach Australien
geben Sie mir bitte ein Kilo Tomaten, und zwar aus der rechten Kiste
wir möchten dich nächste Woche, und zwar am besten Dienstag, gern bei uns sehen
verstärkt eine Aufforderung, Behauptung   und das heißt, und dies
Beispiele:
schreib an die Großmama, und zwar noch heute!
das werde ich erledigen, und zwar sofort
dies müssen Sie mir erklären, und zwar genau
»Ich fordere Sie hiermit zum letztenmal auf, mein Haus zu verlassen, und zwar auf der Stelle.« [NossackNovember179]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zwar Konj. mit einräumender Funktion, gewöhnlich mit einer adversativen Konj. korrespondierend (vgl. zwar … aber, jedoch, doch); häufig in der Fügung und zwar als Einleitung einer Erläuterung von Vorausgegangenem (vgl. wir fahren morgen, und zwar früh). Die meist adverbiell gebrauchte präpositionale Fügung ahd. zi wāre ‘in Wahrheit, wahrhaftig, in der Tat, freilich’ (8. Jh.), mhd. ze wāre, zusammengezogen zewāre, zwāre ‘wahrlich, fürwahr’, frühnhd. zwar (15. Jh.), mnd. twār, tware(n) besteht aus der unter zu (s. d.) behandelten Präposition und dem substantivierten Neutrum des unter wahr (s. d.) dargestellten Adjektivs. Aus dem eine Bestätigung ausdrückenden Adverb entwickelt sich (zuerst im Mnd.) bei Anschluß eines Einwands, eines Widerspruchs (vgl. du spottest … — neyn zwar, ich spotte nicht, 16. Jh.) eine einräumende Konjunktion, die ein Satzglied einführt, „dessen Inhalt anerkannt wird, obwohl ein damit verknüpftes Satzglied gegen dessen Bestehen zu sprechen scheint“ (Behaghel Syntax 3 (1928) 354), vgl. man sagt zwar, die Gedancken seien zollfrei, aber nicht bei Gott (17. Jh.).
OpenThesaurus (05/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

begrüßte behauptet bemüht bereit besitzt bestätigte beteuert betont bleibt deutlich direkt einräumte ganz gelang gibt gilt grundsätzlich gut hält kennt leicht lobte offiziell richtig stimmt verfügt versichert versucht weiß zugibt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zwar‹.

Wortbildung

mit zwar als Letztglied obzwar · wennzwar

Worthäufigkeit

selten häufig

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