im Ofen gebratene Gans, die meist mit Zutaten wie Äpfeln, Maronen, Backpflaumen und Zwiebeln gefüllt ist und mit Beilagen wie Rotkohl, Klößen sowie einer Bratensoße traditionell zum Weihnachtsfest serviert wird
Für viele gehört die sprichwörtliche Gans mit Rotkraut zu Weihnachten wie die Kugeln an den Christbaum. Wer aber in älteren Texten stöbert, stellt erstaunt fest, dass die klassische Weihnachtsgans so traditionell gar nicht ist, häufiger belegt ist sie erst seit Ende des 19. Jh. Tatsächlich fand der große Gänseschmaus früher an St. Martin statt. Denn Martini war im agrarisch geprägten Deutschland Zahltag: Knechte und Mägde erhielten ihren Lohn, fällige Abgaben an den Grundherrn mussten (oft in Form von Naturalien) geleistet werden. Das führte dazu, dass reichlich Geflügel am Markt war, das gegessen werden „wollte“. Aber wie schon Corvinus 1715 im Frauenzimmerlexikon schrieb: „Martini schmecken sie am besten … wiewohl sie auch zur andern Zeit nicht zu verwerffen, absonderlich wenn sie in der Küche recht zubereitet werden“.