Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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beseichen

beseichen,
commingere, bepissen.
1)
mhd. der knabe gund beseichen
ouch frumer liute gewant,
und lief dannen wider ze hant.
Ls. 2, 591.
nhd. beseicht viel die schuh, das macht, er war gern im nassen (bei Rabelais nur: il pissoit sur ses souliers). Garg. 128ᵇ;
nun tanz du polnischer ochse
mit der französischen kuh,
zu Krakaw auf dem schlosse
und macht die fenster zu,
das euch der könig nit entweich,
und die französische kuh nit bseich.
Ambr. lb. 199, 48;
Simpl. 2, 255. 256.
2)
sich beseichen: sie sprechen, es seind gut schwenk, eins mecht sich beseichen. Keisersb. sünden des munds 49ᵇ; welchs (pferd) also ungezämet was, das es alle seine bereuter auf den quetschsack nidersetzt und warf, das sie sich wie die krotten beseichten. Garg. 139ᵇ; fieng demnach an zu lachen, den barchat zu reiszen, seinen latz zu entbreisen und sie so krotten- und katzenseichisch zu beseichen und zu beschmeiszen, dasz er zweihundert sechzigtausent vierhundert achzehen erseuft, ohn weiber und kinder, die gehen drein (lors en souriant destacha sa belle braguette et tirant sa mantule en l'air les compissa si aigrement, qu'il en noya deux cens soixante mille quatre cens dix et huit, sans les femmes et petits enfans). Garg. 148ᵇ; schneutzt inen den roten saft aus der nasen, das sie sich beseichten wie ein dieb am galgen. Garg. 205ᵇ (vgl. deutsch. myth. 1154).
3)
die kuh beseicht sich, hat sich besichen, sagt man in Österreich, Steier und Salzburg, wenn sie ungewöhnlich an der milch abnimmt; die milch beseicht sich, wenn sie keinen rahm absondert (Höfer 1, 78. 79). in Sachsen: der waizen beseicht sich, wird lehne, schrumpft ein, wenn man ihn vor völliger reife in die banse legt. Adelung u. lehne.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1612, Z. 54.

besiegen

besiegen,
vincere, superare, überwinden, ahd. uparsigirôn, mhd. übersigen, besiegen stellt zuerst Stieler 2017 auf, Dasypodius und Maaler haben es noch nicht: seinen feind besiegen; ein besiegter feind;
ihn hat ein höherer besiegt, nicht wir!
Schiller 472ᵃ;
viel hunde besiegen den wolf; den gegner im schach besiegen. oft bildlich, die schwermut, furcht, angst besiegen; er hat endlich ihr herz besiegt, erobert; den weindurst besiegen, löschen. Wieland 9, 64; ihre vorstellungen können mich quälen, aber meinen beschlusz nicht besiegen. Leisewitz im Jul. v. T. 4, 2; Egmont, scheint es, liesz sich von den vorstellungen der regen tin besiegen. Schiller 826; Wallenstein wollte nun auch die natur überwinden und das unmögliche besiegen. 916; ich konnte die wenigen zweifel, die meine freundin noch hegte, glücklich besiegen. Göthe 20, 182;
die höchsten höhen sind erstiegen,
und würden sie den pasz besiegen,
wir hätten einen schweren stand.
41, 279;
gerechter rache durst kann keine zeit besiegen.
Gotter 2, 371;
eine umwälzung (revolution) besiegen. Klinger 10, 202.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1621, Z. 39.

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Zitationshilfe
„beseichen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/?q=beseichen>, abgerufen am 25.11.2020.

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