Jurakorpus

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Das Webkorpus Jura ermöglicht qualitative linguistische Untersuchungen der deutschen Sprache bezüglich juristischer Themen im Internet. Das Korpus umfasst momentan 589 331 Dokumente mit ca. 822 Millionen Wörtern und wird sukzessive erweitert.

Ziel bei der Zusammenstellung des Korpus war es, eine möglichst ausgeglichene Textsammlung herzustellen: Ein Fokus lag dabei auf der Experten-Laien-Kommunikation. So finden sich zahlreiche so genannte »Blawgs«, Jura-Blogs von Juristinnen, die von ihrer Arbeit berichten und juristische Themen für ein breites Publikum aufbereiten. Des Weiteren wurden Webseiten von Kanzleien – so sie Informationen vermitteln, die über das bloße Bewerben ihrer Kanzleien hinausgehen – aufgenommen. In die Kategorie der Vermittlung juristischen Wissens gehören auch Informations- und Nachrichtenseiten. Dies können allgemeine Informationsseiten zu juristischen Themen sein – etwa für Jurastudentinnen – oder Webseiten, die in Bezug auf spezielle juristische Themen und Probleme aufklären oder auch Nachrichtenseiten, die bspw. über aktuelle Rechtsprechungen berichten. Teil des Korpus sind außerdem staatliche Informationsseiten: Von der Judikative (etwa des Bundesverfassungsgerichts), der Legislative (Bundestag etc.) bis zur Exekutive (Bundesjustizministerium etc.).

Auch Inhalte zu juristischen Themen, mit denen sich nicht Laien, sondern Expertinnen auseinandersetzen, sind Teil des Jurakorpus: Etwa in Form von Webseiten von Verlagen, Zeitschriften, Magazinen oder als Ausschnitte aus Büchern.

Andere in das Jurakorpus aufgenommene Webseiten fallen in den Bereich politischer Arbeit und Aufklärung. Dies können etwa Vereine und Verbände sein, die sich für bestimmte Gruppen ein- oder mit bestimmten Rechtsbereichen auseinandersetzen. Hierzu gehören auch Interessenverbände und -zusammenschlüsse, wie etwa der Deutsche Anwaltverein oder das Feministische Rechtsinstitut und viele mehr.

Nebenbei: Bei diesem Korpus handelt es sich nur um eine zusammengestellte Auswahl, also um einen Ausschnitt aller theoretisch verfügbaren Texte. Darüber hinaus werden mit dem Jurakorpus zwangsläufig gesellschaftliche Vorstellungen – etwa davon, was als recht oder unrecht gilt – reproduziert. Doch diese Vorstellungen befinden sich im Wandel: Was heute noch als recht und gerecht gilt, wird eines Tages – und in manchen Fällen richtigerweise – anders betrachtet werden. Bei der Arbeit mit dem Jurakorpus sollte man sich daher dessen bewusst sein, dass das Korpus trotz des Bemühens um eine neutrale und ausgeglichene Textauswahl nicht neutral ist. Das Korpus wurde unter dem Einfluss der uns eigenen Vorannahmen aufgebaut und reproduziert das momentane Rechtsverständnis.

Dieses Korpus ist auch Teil des Metakorpus WebXL.

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