Neue Webseite

Die dritte Version der DWDS-Webseite geht heute (23.8.2016) offiziell in Betrieb. Die etwas in die Jahre gekommene Panel-Version des DWDS (weiterhin erreichbar unter eins.dwds.de) wird nun durch ein wortzentriertes Auskunftssystem ersetzt.

Dies bedeutet im Einzelnen:

  • Aggregrierte Ansicht: Alle Wörterbuchartikel verfügen über einen einheitlichen Aufbau. Diese umfassen Angaben zur Form und zur Bedeutung, zur Etymologie und Thesaurusinformationen. Hinzu kommen „gute“ Verwendungsbeispiele aus Korpora sowie typische Wortverbindungen („Kollokationen“). Alle Informationstypen sind mit einer Quellenangabe versehen, so dass jederzeit Quellenherkunft, das Datum und der Status (lexikografisch erstellt oder automatisch erzeugt) nachvollzogen werden kann.
  • Vergrößerung des lexikografischen Wortbestands um 70 000 Einträge: Dieser gewaltige Zuwachs war aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Bibliographischen Institut und der BBAW möglich. Dadurch stehen dem Nutzer Bedeutungserläuterungen zu knapp 70 000 Wörtern aus dem Großen Wörterbuch der deutschen Sprache in 10 Bänden („Duden 1999“) zur Verfügung. Beispielsweise können dadurch gängige Gegenwartswörter wie Crash oder geil recherchiert werden, die bislang noch über keine Wörterbuchinformationen verfügten. Diese 70 000 Bedeutungsbeschreibungen stehen dem Nutzer zusätzlich zu den bereits verfügbaren ca. 90 000 Einträgen (davon 73 000 mit Bedeutungserläuterung) aus dem Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache zur Verfügung. Insgesamt bieten wir dem Nutzer somit knapp 145 000 gegenwartssprachliche Wörter mit Bedeutungsbeschreibung zur Recherche. Dazu kommen noch 298 000 Einträge aus dem Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm sowie weitere 22 000 Einträge aus dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer. Zusammen ergibt dies eine Gesamtzahl von 465 000 Wörterbucheinträgen.
  • Wortinformation für „unbekannte Wörter“: Durch die automatische morphologische Zerlegung des Suchworts können komplexe Wörter auf einfache Wörter, die im Wörterbuch bereits beschrieben sind, zurückgeführt werden. Zu Wörtern wie Machtgleichgewicht, Dauerthema, Pariastaat oder Auftragsplus gibt es somit bereits interessante Wortinformationen, obwohl diese (noch) gar nicht lexikografisch in unseren Wörterbüchern beschrieben wurden.
  • Täglich wechselnde Inhalte: Für jeden Tag des Jahres gibt es ein „Wort des Tages“. Dieses wird von unserem Lexikografenteam ausgewählt. Darüber hinaus stellen wir Ihnen in der Rubrik „Neueste Wörter“ auch die interessantesten Wörterbucheinträge vor, die in letzter Zeit vom DWDS-Team erstellt wurden. Wörter wie Kinderarbeit oder schwul sind daher in dieser Rubrik eher zu finden als Tasse oder lang.
  • Zeitnahe Änderungen der Wörterbuchbasis: Durch eine Straffung des technischen Workflows, der mittlerweile komplett über oXygen und eXist erfolgt, können wir zeitnah neue Artikel im Web publizieren. Grundlage der neuen Wörterbuchartikel ist jedoch nach wie vor die qualitativ hochwertige lexikografische Arbeit. Dies betrifft alle Etappen vom „Wortskelett“ bis zum voll ausgearbeiteten Wörterbuchartikel.
  • Etymologische Beschreibungen zu mehr als 22 000 Wörtern: Das Etymologische Wörterbuch des Deutschen wurde in den 1980er-Jahren an der Akademie der Wissenschaften der DDR von einer Gruppe von Lexikografen unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer erarbeitet. Wolfgang Pfeifer hat in den letzten zwei Jahren etwa 1 000 Wörter des Etymologischen Wörterbuchs neu beschrieben. Ein regelmäßiger Blick ins DWDS lohnt daher auch aus diesem Grunde.
  • Zugriff auf das „Grimmsche Wörterbuch“ und das Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG): Nach wie vor ist der Zugriff auf das Deutsche Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (DWB) möglich. Allerdings nicht direkt über die Wortinformationsansicht, sondern über die „rechte“ Spalte der Ergebnisseite, z. B. für dichtung. Die Suche im DWB wird nun durch die Autovervollständigung erleichtert. Ebenso ist die Suche im WDG möglich: https://www.dwds.de/wb/wdg, z. B. für Dichtung.
  • Wortkarrieren über mehr als 400 Jahre: Auf der Grundlage des Deutschen Textarchivs und dem Referenzkorpus der deutschen Sprache des 20./21. Jh. können zeitliche Verlaufskurven für das Suchwort dargestellt werden. So sieht man beispielsweise, dass ein Wort wie Tatsache sich erst zu Mitte des 18. Jh. in der deutschen Sprache etabliert hat, das Wort wohlfeil einen Aufstieg bis 1800 vernahm und danach stetig abstieg oder der Gewinner bereits seit 1628 in den Korpora verzeichnet ist, aber erst ab dem 20. Jh. „aufstieg“. All diese Informationen können über die Textkorpora nachrecherchiert werden.
  • Typische Wortverbindungen: Den Zugriff auf die Überblicksseite des DWDS-Wortprofils erhält man bei Eingabe eines Suchworts als Teil der aggregierten Ansicht. Zum ausführlichen Wortprofil gelangt man von dort aus per Klick. Mit dem ausführlichen Wortprofil erhält man auf einer Bildschirmseite die wichtigsten typischen Verbindungen (genauer: die statistisch salienten) nach syntaktischen Relationen geordnet. Eine besondere Zusatzfunktion des Wortprofils ist der „Wortprofil-Vergleich“. Damit lassen sich die Kollokationen von zwei verschiedenen Wörtern vergleichen. Welche Kollokationen haben zwei Wörter gemeinsam und welche Kollokationen sind besonders unterschiedlich? Ein Beispiel: man kann einen Rücktritt, eine Entscheidung oder einen Rückzug sowohl bekanntgeben als auch verkünden. Einzelheiten oder Details werden jedoch eher bekanntgegeben, wohingegen Botschaften oder Urteile eher verkündet werden. Dies und viele andere Befunde sind ausschließlich aus den Korpora „errechnet“, d. h. sie lassen sich jederzeit empirisch anhand der Korpusbelege zurückverfolgen.
  • Textkorpora: Die Recherche in den Textkorpora ist nach wie vor genauso möglich wie auf unserer alten Seite (erreichbar unter eins.dwds.de). Jedoch wird die mittlerweile in die Jahre gekommene Panel-Ansicht durch eine modernere und übersichtlichere ersetzt, bei der insbesondere der gesamte Seitenplatz für die Trefferseite zur Verfügung steht (statt wie auf eins.dwds.de nur das maximierte Panel). Zwischen Korpora kann nun über die rechte Leiste navigiert werden. Dabei stehen auf die Trefferanzahlen für ein Wort oder eine Phrase auf der rechten Spalte der Ergebnisseite in Klammern hinter den jeweiligen Korpusnamen. Derzeit können folgende Korpora öffentlich recherchiert werden: Kernkorpus des 20./21. Jh., Deutsches Textarchiv, Die ZEIT, Tagesspiegel, Berliner Zeitung sowie ein Blog-Korpus, ein Korpus von Filmuntertiteln, das Polytechnische Journal, ein Korpus zur gesprochenen Sprache und das DDR-Korpus.
  • Responsives Design: Das DWDS ist nun über ein und dieselbe Seite in verschiedenen Auflösungen recherchierbar, d. h. Sie können im DWDS auch über das Smartphone oder das Tablet recherchieren.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit der neuen Seite immer freuen wir uns über Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder auch Fehlerhinweise über das Kontaktformular.