Das DWDS-Wörterbuch

Einleitung

Das DWDS-Wörterbuch umfasst Informationen zu Form und Bedeutung von über 230 000 Wörtern. Es setzt sich aus verschiedenen Wörterbuchquellen zusammen, die weiter unten beschrieben werden. Das DWDS-Wörterbuch wird vom Projektteam fortlaufend aktualisiert und erweitert. Eine Übersicht über die neuesten, im DWDS veröffentlichten Wörter finden Sie in der Rubrik „Neueste Artikel“ auf der Startseite.

Das DWDS-Wörterbuch bildet den Kernbestandteil des DWDS-Wortinformationssystems. Letzteres bietet über das DWDS-Wörterbuch hinaus den Zugriff auf weitere retrodigitalisierte Wörterbücher (u. a. das Grimmsche Wörterbuch), umfangreiche gegenwartssprachliche und historische Textsammlungen sowie verschiedene Wortstatistiken. Mehr zum DWDS-Wortinformationssystem finden Sie hier.

Quellen des DWDS-Wörterbuchs

Das DWDS-Wörterbuch basiert auf der digitalisierten Fassung des Wörterbuchs der deutschen Gegenwartssprache sowie auf Teilen des Großen Wörterbuchs der deutschen Sprache. Beide Quellen werden fortlaufend ergänzt und überarbeitet. Darüber hinaus erstellt das Projektteam Artikel für Wörter, die in beiden Wörterbüchern nicht als Stichwörter vorkommen, gleichzeitig aber in den Korpusquellen des DWDS häufig belegt sind.

Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache

Das Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (kurz: WDG) wurde an der Deutschen Akademie der Wissenschaften (später: Akademie der Wissenschaften der DDR) zwischen 1952 und 1977 erarbeitet. Es umfasst über 4 500 Seiten in sechs Druckbänden und enthält ca. 120 000 Stichwörter, wovon ca. 90 000 in Artikeln beschrieben sind.

Im Jahr 2002 wurde das WDG durch das Kompetenzzentrum der Universität Trier retrodigitalisiert. Es wurde zwischen 2004 und 2009 von der DWDS-Projektgruppe weiter inhaltlich erschlossen. Die Bearbeitung erfolgte dabei stets unter der Maßgabe der zeichengetreuen Rekonstruierbarkeit des ursprünglichen Druckbildes und beinhaltete keine inhaltlichen Veränderungen. Mehr zur Digitalisierung dieses Wörterbuchs finden Sie hier. Das retrodigitalisierte WDG ist in der zeichengetreu rekonstruierten Form auf der DWDS-Webseite unter dem Namen Elektronisches Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (eWDG) veröffentlicht und abfragbar.

Gleichzeitig dient das eWDG aber auch als Grundlage für das DWDS-Wörterbuch. Über die rechtlichen Grundlagen hierfür verfügt die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) als Rechtsnachfolgerin der Akademie der Wissenschaften der DDR. In diesem Zusammenhang wurde eine Kopie des WDG in das DWDS-Wörterbuch überführt und an das Format des DWDS-Wörterbuchs angepasst. Da die Substanz der Artikel aus den 1960er und 1970er Jahren stammt, müssen alle Wörterbuchartikel einer Prüfung unterzogen werden und ggf. überarbeitet werden. Dies ist aufgrund der großen Anzahl der Einträge und der im Projekt zur Verfügung stehenden Mittel eine Langzeitaufgabe des DWDS. Für die Veröffentlichung der WDG-Substanzen im DWDS-Wörterbuch erfolgten und erfolgen folgende Überarbeitungen:

  • Die Rechtschreibung wurde und wird im Formteil, in den Definitionen und bei den Beispielen an den aktuell gültigen Stand angepasst. Die Belege werden weiterhin in der vom jeweiligen Autor / von der jeweiligen Autorin verwendeten Schreibweise dargestellt.
  • Angaben zur Aussprache von Wörtern oder Wortteilen (in Lautschrift) wurden entfernt und durch eine Audiodatei, durch eine eigene lautschriftliche Repräsentation (IPA) oder beides ersetzt.
  • Angaben zur Grammatik (Pluralbildung, Bildung von Vergleichsformen etc.) wurden und werden ergänzt oder ersetzt, wenn die Angaben im WDG nicht mit den Korpusbefunden übereinstimmen.
  • Lesarten, Bedeutungsparaphrasen, Kompetenzbeispiele und Belege wurden und werden ergänzt. Vereinzelt wurden Kompetenzbeispiele modernisiert (z. B. „Schreibmaschine“ → „Computer“) oder an Änderungen im Formteil angepasst (z. B. alternative Getrennt- und Zusammenschreibung im Zuge der Rechtschreibreform[en]). Generell wurden Wortabkürzungen in den Kompetenzbeispielen aufgelöst.
  • Die Angabe „Neologismus“ wurde komplett entfernt, da diese Angabe nach mehr als fünfzig Jahren nicht mehr zutreffend ist.
  • Lesarten, Bedeutungsparaphrasen, Kompetenzbeispiele und Belege, die ideologisch behaftet bzw. nicht mehr zeitgemäß sind oder nicht mehr dem aktuellen Stand des Wortgebrauchs entsprechen, wurden entfernt oder mit einer entsprechenden Markierung versehen.
  • Entsprechend ihrer Gebräuchlichkeit wurde und wird gegebenenfalls die Reihenfolge der Lesarten umgestellt.
  • Für einige feste Wendungen, die in den WDG-Artikeln als Beispiel aufgeführt werden, wurden und werden eigene Artikel angelegt. Die Beispiele sowie erläuternden Paraphrasen und die zugeordneten diasystematischen Angaben, sofern vorhanden, werden an die Angaben im Mehrwortartikel angepasst. Es wird außerdem ein Verweis auf den Mehrwortartikel gesetzt.
  • Bei ausgewählten Stichwörtern wurden und werden gelegentlich veranschaulichende Abbildungen eingefügt.

Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Das Große Wörterbuch der deutschen Sprache (GWDS) ist 1999 im Verlag des Bibliographischen Instituts in dritter Auflage erschienen. Die gedruckte Version des Wörterbuchs umfasst 10 Bände und enthält mehr als 200 000 Stichwörter (Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim 1999).

Aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Bibliographischen Institut und der BBAW können Teile der GWDS-Wörterbuchsubstanz (genauer: die Bedeutungsteile) für die Aufnahme in das DWDS-Wörterbuch übernommen werden. Insbesondere wurden Wortartikel aufgenommen, die im WDG nicht oder nur mit geringer Tiefe beschrieben waren. Insgesamt finden sich ca. 65 000 Bedeutungsteile aus dem GWDS im DWDS-Wörterbuch. Diese GWDS-Bedeutungsteile werden vom Projektteam fortlaufend geprüft und ausgebaut. Ergänzt werden in jedem Fall die Formangaben und Korpusbelege, gegebenenfalls werden auch Lesarten hinzugefügt oder gestrichen.

Quellenangaben des DWDS-Wörterbuchs

Alle Quellen, auf denen ein Wörterbuchartikel beruht, werden neben der Überschrift „Bedeutungen“ des jeweiligen Artikels in Form einer Sigle aufgeführt. Der Formteil wird durch die Projektgruppe erstellt und bleibt daher ohne eigene Quellennennung.

Quellenangaben im DWDS-Wörterbuch
Quelle Beschreibung
DWDS Der Artikel oder Artikelteil wurde vom Team des DWDS erstellt.
ZDL Der Artikel oder Artikelteil wurde vom Team des ZDL erstellt.
eWDG Der Artikel oder Artikelteil entstammt dem Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache.
Duden, GWDS, 1999 Der Artikel oder Artikelteil entstammt dem Großen Wörterbuch der deutschen Sprache.
eWDG und DWDS Der Artikel entstammt dem Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache und wurde vom Team des DWDS überarbeitet.
eWDG und ZDL Der Artikel entstammt dem Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache und wurde vom Team des ZDL überarbeitet.
Duden, GWDS, 1999 und DWDS Der Artikel entstammt dem Großen Wörterbuch der deutschen Sprache und wurde vom Team des DWDS überarbeitet.
Wahrig und DWDS Der Artikel oder Artikelteil wurde von Frau Wahrig-Burfeind im Rahmen des DWDS-Projekts erstellt.
Wahrig und ZDL Der Artikel oder Artikelteil wurde von Frau Wahrig-Burfeind im Rahmen des ZDL-Projekts erstellt.

Artikeltypen im DWDS-Wörterbuch

Im DWDS-Wörterbuch werden drei verschiedene Ausbaustufen der Wörterbuchsubstanz unterschieden:

  • Vollartikel: Damit werden die voll ausgebauten Artikel bezeichnet. Neben dem Formteil enthält ein Vollartikel mindestens eine Definition und Beispiele aus den Korpora. Darüber hinaus enthalten viele Vollartikel weitere der unten beschriebenen Angaben. Diese werden aber nur gemacht, wenn sie für die angemessene Verwendung des Stichwortes notwendig (z. B. diasystematische Angaben), mit vertretbarem Aufwand zu ermitteln und verlässlich sind (z. B. Angaben zur Wortherkunft).
  • Verweisartikel: Dieser Artikeltyp enthält anstelle eigener Definitionen lediglich Verweise auf Artikel zu einem oder mehreren anderen Stichwörtern mit gleicher oder entsprechender Bedeutung. Die Definition befindet sich beim Zielartikel. Bei einem Teil der Verweisartikel ist der Ausbau abgeschlossen, bei den anderen Artikeln werden in Zukunft noch Belege ergänzt.
  • Minimalartikel: Diese Artikel enthalten geprüfte Informationen zur Form und Grammatik des Stichwortes, aber noch keine Informationen zur Bedeutung. Diese Artikel werden kontinuierlich vom Projektteam zu Vollartikeln ausgebaut.

Davon ist die Aktualität der Artikel zu unterscheiden: Mit „eWDG“ oder „Duden, GWDS, 1999“ markierte Artikel entsprechen dem Stand der Publikation dieser Artikel (beim WDG zwischen 1967 und 1977, bei Duden, GWDS, 1999 ist dies das Jahr 1999). Die mit „DWDS“ markierten Artikel wurden seit 2014 erstellt, die mit „ZDL“ markierten Artikel seit 2019. Die mit zwei Quellen markierten Artikel („eWDG und DWDS“ usw.) wurden seit 2014 überarbeitet (ZDL-Artikel ab 2019).

Artikelaufbau im DWDS-Wörterbuch

Die Artikel im DWDS-Wörterbuch folgen, ebenso wie im gedruckten Wörterbuch, einem festen Schema. Dabei lassen sich zwei Bereiche unterscheiden. Im ersten Teil des Artikels, dem Formteil, werden u. a. Angaben zur Rechtschreibung, zur Grammatik und zur Herkunft des Stichwortes gemacht. Im zweiten Teil wird die Bedeutung des Wortes beschrieben. Wenn das Wort in unterschiedlicher Weise, also etwa zur Bezeichnung verschiedener Sachen, Ereignisse usw. oder in eigentlicher und in übertragener Weise verwendet wird, dann wird jede Verwendung einzeln beschrieben (man spricht dann von verschiedenen Bedeutungen oder Lesarten). Die Angaben im Formteil sind in der Regel für alle Bedeutungen, die im Bedeutungsteil beschrieben werden, gültig.

Um die Lesbarkeit zu erleichtern, setzen wir grafische und typografische Mittel ein, z. B. Abstände zwischen den Informationen (Weißraum genannt) und verschiedene Darstellungen der Textteile (unterschiedliche Textgröße, Textfarbe usw.), die Informationen sind übersichtlich angeordnet.

Angaben im Formteil

In der ersten Zeile und etwas größer als der Rest des Artikels steht das Stichwort. Wenn das zu beschreibende Wort (nach Festlegungen des Rates für deutsche Rechtschreibung) auf unterschiedliche Weise geschrieben werden kann (Schreibvarianten), dann steht im Kopf die in den Korpora des DWDS gebräuchlichste Schreibvariante. Diese wird anhand der Häufigkeit des Vorkommens in unseren Korpora ermittelt.

Bei Substantiven wird, durch ein Komma abgetrennt, zusätzlich das Genus angegeben (durch die Artikelwörter der, die, das). Sind mehrere Genera für das Wort gebräuchlich, dann stehen dort mehrere Artikelwörter (z. B. das oder der).

In einem Wortartikel können eine Hauptform und eine oder mehrere Nebenformen zusammengefasst sein. Haupt- und Nebenform(en) werden angesetzt, wenn sich die Unterschiede nicht nur auf die Schreibung, sondern z. B. auch auf die Wortbildung oder auf die grammatischen Eigenschaften des Wortes auswirken, aber nicht auf die Bedeutung(en) des Wortes (Beispiel: Backhendl).

Für jede Haupt- oder Nebenform werden weitere Angaben zur Form und Grammatik gemacht.

Stichwort
Stichwort
Stichwort mit Nebenform
Stichwort mit Nebenform

Wenn sich ein Formkommentar auf die Hauptform und weitere Nebenformen bezieht, oder es nur eine Hauptform gibt, dann kann über den Formangaben noch ein für alle Formen geltender Formkommentar stehen.

Formkommentar
Formkommentar

Schreibung und Schreibvarianten: Hier wird die gemäß dem Rat für deutsche Rechtschreibung korrekte Schreibung des Wortes angegeben. In den Fällen, in denen das Regelwerk des Rates für deutsche Rechtschreibung Varianten zulässt, werden alle zulässigen Varianten angegeben.

alternative Schreibung
alternative Schreibung

Grammatik: Abhängig von der Wortart des Wortes, die hier angegeben wird, gibt es verschiedene weitere Informationen a) zur Flexion der Substantive, b) zur Konjugation der Verben; c) zur Steigerbarkeit und Steigerung der Adjektive. Dazu können weitere, meist einschränkende Angaben treten, etwa wenn der Plural eines Substantivs selten oder gar nicht verwendet wird. In einigen Fällen werden die grammatischen Angaben durch einen kurzen Kommentar ergänzt (Beispiel: solo).

Grammatik: Substantiv
Grammatik: Substantiv
Grammatik: Verb
Grammatik: Verb
Grammatik: Adjektiv
Grammatik: Adjektiv
Grammatik: Kommentar
Grammatik: Kommentar

Diasystematische Angaben: Mit diesen Angaben wird angezeigt, dass eine Variante nur eingeschränkt verwendet wird. Diese Einschränkungen können sich auf die Region, in der eine Variante in Gebrauch ist (z. B. CH für die Schweiz), auf eine (bestimmte) Fachsprache, eine besondere Stilebene usw. beziehen.

diasystematische Angaben
diasystematische Angaben

Aussprache: Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, mit denen die normgerechte Aussprache eines Wortes angezeigt wird: a) als Audiodatei: für den Großteil der Wörter steht eine Audiodatei bereit. Sie können sich die Aussprache anhören, wenn Sie auf das Lautsprechersymbol klicken; b) alternativ wird die Aussprache in der Form der Internationalen Lautschrift (IPA-Umschrift) angegeben.

Aussprache
Aussprache

Worttrennung: Mit dieser Angabe wird angezeigt, an welchen Stellen Sie ein Wort am Zeilenende trennen dürfen.

Worttrennung
Worttrennung

Ungültige Schreibungen: Unsere Angaben beschreiben den Stand der durch den Rat für deutsche Rechtschreibung festgelegten Orthografie. Wenn nach diesem aktuellen Stand bestimmte Schreibungen nicht mehr gültig sind, werden diese Schreibungen hier angegeben, als nicht mehr zulässig markiert und der zugrundeliegende Paragraf im gültigen Regelwerk des Rates für deutsche Rechtschreibung angegeben.

Die nicht mehr zulässigen Schreibungen finden Sie in den Textsammlungen des DWDS und u. U. auch in Belegen innerhalb des Wörterbuchartikels, da die Schreibung in der Vergangenheit einmal zulässig und gebräuchlich war.

ungültige Schreibung
ungültige Schreibung

Rechtschreibregel(n): Die Regelangabe ist ein Verweis auf den entsprechenden Paragrafen im Regelwerk des Rates für deutsche Rechtschreibung.

Rechtschreibregeln
Rechtschreibregeln

Wortzerlegung: Hier finden Sie Informationen darüber, aus welchen Bestandteilen das Stichwort besteht, wenn es z. B. ein zusammengesetztes (Pilz-beratung) oder ein abgeleitetes Wort (abnehm-bar) ist.

Wortzerlegung: Zusammensetzung
Wortzerlegung: Zusammensetzung
Wortzerlegung: Ableitung
Wortzerlegung: Ableitung

Wortbildung: Hier finden Sie eine Liste von Wörtern, bei denen das Stichwort ein Bestandteil ist (PilzPilzart, Pilzbefall …; PilzAlgenpilz, Austernpilz …).

Wortbildung
Wortbildung

Mehrwortausdrücke: Hier finden Sie eine Liste von Mehrwortausdrücken, bei denen das Stichwort ein Bestandteil ist (Pilzwie Pilze aus dem Boden schießen …).

Mithilfe der beiden letztgenannten Angaben können Sie sich einen Überblick über eine große Gruppe zusammenhängender Wörter und Wendungen verschaffen, etwa wenn Sie Ihren Wortschatz erweitern wollen.

Mehrwortausdrücke
Mehrwortausdrücke

Etymologie und Bedeutungsgeschichte: Hier finden Sie Angaben zur Herkunft des Stichworts. Diese Angaben ergänzen die meist ausführlicheren Angaben des Etymologischen Wörterbuchs. Sie finden diese Angabe vor allem dann im DWDS-Wörterbuch, wenn es keinen entsprechenden Artikel im Etymologischen Wörterbuch gibt. Bei manchen Wörtern werden in der Bedeutungsgeschichte weitere Angaben, etwa zum Ursprung des Wortes, in der uns heute vertrauten Bedeutung gemacht (Beispiel: cum grano salis).

Etymologie und Bedeutungsgeschichte
Etymologie und Bedeutungsgeschichte

Angaben im Bedeutungsteil

Die Definition ist der wichtigste Teil der Bedeutungsbeschreibung. Damit wird meistens in Form einer Paraphrase beschrieben, was durch das Wort bezeichnet wird (Beispiel: Wörterbuch).

Definition
Definition

Es gibt bei vielen Artikeln darüber hinaus Zusätze zur eigentlichen Definition. In einem enzyklopädischen Zusatz finden Sie zusätzliche Informationen zu der durch das Stichwort beschriebenen Sache (Beispiel: bei Rote Karte, Text hinter der Hauptdefinition).

enzyklopädischer Zusatz
enzyklopädischer Zusatz

Daneben gibt es gelegentlich noch Informationen, die auf Beschränkungen der räumlichen oder zeitlichen Gültigkeit oder des Bezugsbereichs hinweisen (Beispiel: Rote Karte, Text vor der Hauptdefinition).

Beschränkung Gültigkeit
Beschränkung Gültigkeit

Die Definition kann von einem Kommentar zur Verwendung begleitet werden. Diese Angabe finden Sie vor allem bei Wörtern, die nach unserem heutigen Verständnis anstößig erscheinen bzw. als anstößig und unangemessen wahrgenommen und deshalb vermieden werden. Meist werden hier die heute als neutral geltenden Wörter angegeben (Beispiel: Zigeuner). Auch andere Auffälligkeiten bei der gegenwärtigen Verwendung des Stichworts, die Sie beachten sollten, werden hier beschrieben.

Kommentar zur Verwendung
Kommentar zur Verwendung

Diasystematische Markierungen: Viele Wörter weisen neben ihrer Bedeutung weitere typische Merkmale auf, die den Gebrauch des Wortes in verschiedener Weise auffällig machen. Dabei ist der unauffällige Gebrauch (als Standard) der Bezugspunkt, von dem aus diese „Auffälligkeiten“ beschrieben werden. Die Markierungen können das Wort als einer Stilebene zugehörig beschreiben (umgangssprachlich, vulgär …), als für eine bestimmte Region typisch (z. B. CH für die Schweiz), als in der Gegenwartssprache selten oder gar nicht mehr gebräuchlich (veraltet, veraltend …), als einer bestimmten Fach- oder Gruppensprache zugehörig (Medizin, Jugendsprache …) oder als stilistisch besonders gefärbt (derb, abwertend …). Die Verwendung dieser Wörter sagt auch immer etwas über diejenigen aus, die sie verwenden. Man sollte die so markierten Wörter deshalb mit besonderem Bedacht wählen.

diasystematische Markierungen
diasystematische Markierungen

(Spezifizierende) Formangaben: Im Kopf einer Bedeutungsbeschreibung (Lesart) können Angaben zur Schreibung und Grammatik anzeigen, dass das Wort in dieser Bedeutung abweichend von den Angaben im Formteil, nur in einer bestimmten Schreibung, in einem bestimmten Genus usw. verwendet wird (Beispiel: Kerzenlicht, Lesart 1).

spezifizierende Formangaben
spezifizierende Formangaben

Konstruktionsmuster werden in eckigen Klammern ⟨…⟩ angegeben. Vor allem bei den Verben wird angegeben, welche zusätzlichen Satzglieder als Ergänzungen dieses Verbs notwendig sind, damit ein vollständiger, grammatisch korrekter Satz entsteht – dazu gehören u. a. das Subjekt, verschiedene Arten von Objekten sowie adverbiale Ergänzungen. Um diese Konstruktionsmuster leicht verständlich zu machen, werden hierfür variable Bezeichnungen verwendet: jmd., jmdn. usw. für belebte Wesen als grammatische Subjekte / Objekte, etw. für Gegenstände als grammatische Subjekte / Objekte (Beispiel: hineinstoßen, Lesart 1).

Konstruktionsmuster
Konstruktionsmuster

In einigen Lesarten werden feste Wendungen beschrieben, die das Stichwort als einen Bestandteil haben. In diesen Lesarten wird die gesamte Wendung definiert bzw. paraphrasiert, nicht nur das Stichwort (Beispiel: Impfung).

feste Wendungen
feste Wendungen

Semantische Relationen: Aufgrund seiner spezifischen Bedeutung kann ein Stichwort mit anderen Stichwörtern (bzw. deren spezifischen Bedeutungen) vernetzt werden. Sie können über diese Verweise Ihren Wortschatz systematisch erweitern oder sich zu alternativen Formulierungen in Ihren Texten inspirieren lassen. Die wichtigste Relation ist die Bedeutungsgleichheit (Synonymie) (Beispiel: an etw. zu knabbern haben), daneben werden Gegenwörter (Antonyme) genannt, bedeutungsähnliche Wörter (siehe auch), wenn dies für das Verständnis des Stichwortes nützlich erscheint, sowie gelegentlich Ober- und Unterbegriffe. Wo eine Bedeutungsverschiebung sich ausschließlich aufgrund der Wortbildung ergibt, z. B. bei den movierten Formen zur Angabe des femininen Genus bei sonstiger Bedeutungsgleichheit (Beispiel: LehrerLehrerin), finden Sie einen Entsprechungsverweis auf die Grundform.

semantische Relationen: Synonymie
semantische Relationen: Synonymie
semantische Relationen: Bedeutungsgleichheit
semantische Relationen: Bedeutungsgleichheit

Kollokationen: Hier finden Sie typische, häufige Verbindungen des Stichworts (als Basis) mit anderen Wörtern. Diese Verbindungen werden fachsprachlich Kollokationen genannt. Das Verstehen dieser Verbindungen stellt meist kein Problem dar, wohl aber ihre korrekte Verwendung. Der einzelne Bestandteil (der Kollokant) kann in vielen Fällen nicht durch ein anderes, wenn auch gleichbedeutendes Wort ersetzt werden. In anderen Sprachen werden gleichbedeutende Verbindungen oft mit anderen Wörtern gebildet, eine wörtliche Übersetzung der Kollokationen ist deshalb oft nicht möglich. Deshalb muss eine gewisse Zahl dieser Verbindungen gelernt werden. Da diese Verbindungen wortspezifisch sind, gehören sie in ein Wörterbuch. Die Kollokationen werden im DWDS-Wörterbuch danach gruppiert, in welcher Beziehung der Kollokant zum Stichwort im Satz steht, z. B. Adjektivattribut zum Substantiv (einsprachiges Wörterbuch) oder Akkusativobjekt zum Verb (Wörterbücher wälzen). Die Kollokationen im DWDS-Wörterbuch wurden aus den Verbindungen, die im DWDS-Wortprofil angezeigt werden, sorgfältig ausgewählt. Wenn Sie sich ein umfassenderes Bild über die ganze Breite häufiger Verbindungen des Stichwortes mit anderen Wörtern machen wollen, dann können Sie dies direkt im Wortprofil tun.

Kollokationen
Kollokationen

Verwendungsbeispiele: Auszüge aus unseren Textsammlungen (Korpora) illustrieren als typische Beispiele die Verwendung des Wortes in der spezifischen Bedeutung in Gegenwart und Vergangenheit. Die Beispiele werden u. a. danach ausgewählt, ob sie ohne weiteren Kontext gut verständlich und für das Verständnis der Wortbedeutung besonders hilfreich sind. Der Beispielblock als Ganzes soll die Vielfalt der Verwendungen im Laufe der Zeit veranschaulichen, wobei die unmittelbare Gegenwart im Vordergrund steht. Deshalb werden die jüngsten Beispiele an den Anfang gestellt, die Anordnung der Belege erfolgt nach dem Entstehungsdatum rückwärts, das älteste Beispiel ist also am Ende der Reihe platziert. Auch ungewöhnliche Verwendungsweisen (ungewöhnliche Schreibung, ungewöhnliche Pluralbildung usw.) werden anhand von Beispielen dargestellt. Diese Beispiele für ungewöhnliche Verwendungsweisen werden markiert und an das Ende des Beispielblocks gestellt, also hinter die unmarkierten Beispiele (Beispiel: Pitch, Lesart 2c). Gelegentlich werden Beispiele auch markiert, wenn sie nicht die eigentliche Verwendung des Stichwortes in der spezifischen Bedeutung, sondern eine übertragene, bildliche, metonymische usw. Verwendung illustrieren. Alle Beispiele sind mit einer Quellenangabe versehen. Die meisten Beispiele können so von Ihnen in unseren Korpora nachgeschlagen und im weiteren Textzusammenhang betrachtet werden.

Verwendungsbeispiele
Verwendungsbeispiele

Bei einigen Stichwörtern finden Sie zudem Abbildungen, die den bezeichneten Gegenstand veranschaulichen (Beispiel: Säulendiagramm).

Abbildungen
Abbildungen