Anmerkung der Herausgeber der Online-Version: Beim dem nachfolgenden Text handelt es sich um das „Vorwort” der Print-Ausgabe des ersten Bandes in der dritten, durchgesehenen Auflage von 1967: Klappenbach, Ruth; Steinitz, Wolfgang (Hrsg.): Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 1. Band: A-deutsch, dritte, durchgesehene Auflage. Berlin: Akademie-Verlag 1967.

Wir haben versucht, die Online-Version dieses Textes so zu gestalten, dass sie dem Layout des Vorworts in der gedruckten Version des Wörterbuches weitgehend entspricht. Dies ist nicht ganz gelungen (z. B. nicht bei der Tabelle auf S. 013). Außerdem wurden zwei offensichtliche typografische Fehler stillschweigend korrigiert. Wenn es also um philologische Genauigkeit auch im Bereich des Layouts geht, sollte immer das Original des Vorworts in der Druckausgabe des Wörterbuchs konsultiert werden.


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VORWORT

Gliederung

Allgemeine Vorbemerkungen

Das Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache1) hat die Aufgabe, den heutigen deutschen Wortschatz mit seinen Verwendungen darzustellen. Mit dieser Aufgabe sind folgende Hauptziele verbunden: die Angabe der Bedeutung des Einzelwortes, seine stilistische Kennzeichnung, seine grammatische Kennzeichnung und seine Verwendung im Satz. Als wissenschaftliches Wörterbuch bringt es das Stichwort nicht nur in vielen Beispielsätzen und Verbindungen, sondern auch in Zitaten mit genauer Band- und Seitenangabe, um dem Lehrer und Wissenschaftler das Nachschlagen zu ermöglichen. Das Wörterbuch soll aber nicht nur in Schule und Universität benutzt werden, sondern auch breiten Kreisen der an der deutschen Sprache Interessierten dienen und ihnen eine Hilfe im Gebrauch ihrer Muttersprache sein. Daher verzichtet es auf schwerverständliche Erklärungen und bemüht sich, so einfach wie möglich die Wörter nach verschiedenen Gesichtspunkten zu charakterisieren. Die stilistische Bewertung der Wörter und Redewendungen, die von ebenso großer praktischer wie theoretischer Bedeutung ist, stellt ein besonderes Anliegen des Wörterbuches dar. Die Wortwahl im Wörterbuch ist in starkem Maße von dem weitgesteckten Kreis seiner Benutzer bestimmt, ein Kreis, zu dem nicht zuletzt auch der Ausländer gehört.

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Das Wörterbuch, das 5–6 Bände umfassen wird, soll die deutsche Sprache der bildungstragenden Schicht der Gegenwart darstellen. Unter der bildungstragenden Schicht sind die in Wissenschaft und Kunst, in Technik, Wirtschaft und Verwaltung, in den gesellschaftlichen Organisationen und Parteien verantwortlich tätigen Menschen verstanden, die die Sprache unseres öffentlichen Lebens sowie der schönen, wissenschaftlichen und technischen Literatur und der Presse bestimmen. Die Sprache dieser Schicht wird in ihrer schriftlichen wie in ihrer mündlichen Form in bezug auf den Wortschatz erfaßt. Dabei wird besonderes Gewicht auf das Allgemeinverbreitete, das Typische der Gegenwartssprache gelegt, während einmalige individuelle und eigenwillige Prägungen unberücksichtigt bleiben, auch wenn sie von großen Schriftstellern unserer Zeit verwendet wurden. Was dennoch dem Benutzer hier und da als singulär erscheinen mag, ist durch mehrere Belege gesichert und wurde aufgenommen, um den Reichtum der heutigen Sprache zu zeigen. Fremdwörter, die heute in großem Maße Gemeingut aller Deutschsprechenden geworden sind, werden weitgehend berücksichtigt. Die Aufnahme fach- und sondersprachlicher Wörter dagegen muß im Rahmen dieses Wörterbuches eingeschränkt werden. Mundartwörter sind nur aufgenommen, wenn sie durch literarische Werke allgemein bekannt geworden sind oder in bestimmten Teilen des deutschen Sprachgebietes, z. B. in Österreich, Bayern, der Schweiz, auch in der hochsprachlichen Rede gebraucht werden.

Unter deutscher Gegenwartssprache wird außer der so charakterisierten, heute geschriebenen und gesprochenen Sprache der bildungstragenden Schicht auch die Sprache der in unserer Zeit noch gelesenen, lebendigen deutschen Literatur der Vergangenheit verstanden. Daher fußt das Wörterbuch zwar vornehmlich auf dem Wortschatz des 20. Jahrhunderts, zieht aber auch den der Literatur des 19. Jahrhunderts und in gewissem Umfang des letzten Drittels des 18. Jahrhunderts heran. So ist es zu verstehen, daß veraltete Wörter aus weit bekannten klassischen Werken des 18. Jahrhunderts im Wörterbuch erscheinen. Alle veralteten Wörter und Redewendungen dieser Werke berücksichtigen, würde jedoch gegen die unserem Wörterbuch gestellte Aufgabe verstoßen und seinen Rahmen sprengen. Daher muß eine wohlüberlegte Auswahl getroffen werden, bei der besonders die Wörter bekannter klassischer Werke erfaßt werden, die für das Verständnis ihres Inhaltes nötig erscheinen. Andere dagegen, die sich nur geringfügig in der Ableitung unterscheiden und aus ihrer modernen Entsprechung ohne weiteres verständlich sind, können unberücksichtigt bleiben (z. B. abenteurig = abenteuerlich, abergläubig = abergläubisch, abhänglich = abhängig).

Das Wörterbuch ist in erster Linie ein Bedeutungswörterbuch. Es verzichtet auf historische und etymologische Angaben, nur bei Fremdwörtern wird ein kurzer Hinweis auf die Herkunft gegeben (vgl. Punkt VIII). Es bringt die Stichwörter in alphabetischer Reihenfolge (zu Ausnahmen vgl. Punkt IV S. 019). Für die Orthographie ist die letzte Ausgabe des Duden (Leipzig 1957) maßgebend.

Als Grundlage für die Abfassung der Artikel dienen eigene Exzerptionen aus der Literatur des 20. und 19. Jahrhunderts und der klassischen Zeit sowie aus Zeitungen und Zeitschriften verschiedenster Fachgebiete des ganzen deutschen Sprachraumes. Die Hauptmenge der Belege für das 19. Jahrhundert und für die klassische Zeit stammen aus dem Archiv des Deutschen Wörterbuchs der Brüder Grimm. Da dort

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nicht nur Belege aus heute noch gelesenen Werken der genannten Periode vorhanden sind, ist erklärlich, daß gelegentlich, vor allem in unseren anfänglichen Lieferungen, auch Zitate aus weniger gelesenen Werken des 19. und 18. Jahrhunderts erscheinen. Mit der fortschreitenden eigenen Exzerption aus diesen Jahrhunderten werden Belege solcher Art mehr und mehr zurücktreten. Trotzdem sei darauf hingewiesen, daß auch in Zukunft, allerdings als Ausnahme, ein treffender Beleg aus einem weniger bekannten Werk, der dem Material des Deutschen Wörterbuches entnommen wurde, zugelassen wird, wenn er zur Illustration dringend nötig erscheint. Hörbelege der unmittelbaren Gegenwart, die – vielleicht durch Zufall – noch nicht gedruckt gefunden wurden, deren Sicherheit aber nicht zu bezweifeln ist, sind gleichfalls im Zettelarchiv enthalten und werden bei der Arbeit berücksichtigt. Dem Wörterbuch stehen dadurch z. Z. etwa 1 ½ Millionen Zettel zur Verfügung, außerdem die umfangreichen Zettelmaterialien des Goethe-Wörterbuchs und des Marx-Engels-Wörterbuchs der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Hinzu kommt die kritische Auswertung der ein- und zweisprachigen allgemeinen und fachsprachlichen Wörterbücher unseres Jahrhunderts.

I. Der Aufbau der Artikel

Die Artikel sind systematisch aufgebaut und nach Bedeutungen gegliedert. Grammatische Gesichtspunkte werden berücksichtigt, treten aber bei der Gliederung in den Hintergrund. So wird z. B. bei Verben die Gliederung des Artikels nicht durch die transitive, reflexive oder intransitive Verwendung bestimmt (vgl. Punkt V).

Bei der Anordnung der Bedeutungen des Stichwortes sind zwei verschiedene Gesichtspunkte maßgebend:

  1. Die heute gebräuchlichsten Bedeutungen sollen vor seltenen, ungebräuchlichen stehen.
  2. Die konkreten Bedeutungen sollen vor den übertragenen stehen, vor allem wenn sie als Grundlage der Übertragung noch deutlich zu erkennen sind.

Bei vielen Artikeln sind diese zwei Gesichtspunkte miteinander zu vereinen. Widersprechen sie einander, so haben wir im allgemeinen dem zweiten Gesichtspunkt den Vorzug gegeben, um nicht die natürliche Darstellung der Wortbedeutungen vom Konkreten zum Übertragenen auf den Kopf zu stellen. In diesen Fällen wird also die seltenere konkrete Bedeutung vor die gebräuchlichere übertragene gestellt (z. B. Aas, abgrasen, Abnahme, Adam). Wenn die konkrete Bedeutung dagegen heute völlig veraltet (aber aus älterem Schrifttum noch bekannt und daher aufgenommen) ist, tritt sie hinter die übertragene (z. B. abgraben 2, Abhub, abwägen 2).

Heute übliche konkrete Bedeutungen eines Stichwortes stehen am Ende eines Artikels hinter übertragenen Verwendungsweisen, wenn sie in ihrem Anwendungsbereich für alle Sprecher stark eingeschränkt erscheinen (z. B. abdämpfen 2.3, absacken 2, abstehen 3.4). So werden die beiden Richtlinien beim Aufbau des Artikels, je nach dem Charakter des Wortes, aufeinander abgestimmt und verschieden gehandhabt.

Substantive und Verben einer Wortfamilie werden nach Möglichkeit parallel aufgebaut, wobei das Verb die Grundlage bildet. So hat z. B. die Anlage von ablaufen den

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Aufbau von Ablauf bestimmt, während abschlagen und Abschlag zu stark differieren, um einen parallelen Aufbau zu rechtfertigen. Parallelität in der Darstellung zusammenhängender Wörter wie auch semantisch ähnlicher Begriffe (z. B. sich abmarachen, abmühen, abplacken, abplagen, abquälen) wird also erstrebt, sie darf aber nicht die Eigenart der Wörter beeinträchtigen.

Auf die Bedeutungsangabe folgen die verschiedenen Verwendungsarten des Stichwortes, normiert, z. B.

Wasser (aus der Badewanne, dem Boiler) ablassen,

in Beispielsätzen, z. B.

lassen Sie sich /Dat./ ein paar Eimer Wasser ab!

oder in Zitaten, z. B.

wenn Sie das Porträt mir ablassen wollen Feuchtw. Goya 403.

Feste Verbindungen sind, soweit möglich, den einzelnen Bedeutungen des Stichwortes zugewiesen und stehen organisch an der Stelle, zu der sie inhaltlich gehören. Bei kleineren Artikeln stehen sie meist am Ende des Artikels oder Bedeutungspunktes, d. h. nach dem freien Gebrauch des Stichwortes. Bei größeren Artikeln können sie auch mitten im Bedeutungspunkt stehen. Soweit es sich um feste Verbindungen handelt, deren Bedeutung aus einem Bild oder einer Übertragung zu verstehen ist, folgen sie mit dem Hinweis /bildl./ oder /übertr./ und mit genauer Erklärung unmittelbar auf ihre zugrunde liegende konkrete Verwendungsweise, z. B.

abbrechen 2: e. Brücke, Mauer usw. abbrechen; /bildl./ alle Brücken hinter sich abbrechen (sich von allen bisherigen Verbindungen endgültig lösen); ein abgebrochenes Zelt; /bildl./ die Zelte abbrechen (den Aufenthaltsort aufgeben),

abschießen 4a: Spatzen abschießen; /bildl./ umg. den Vogel abschießen (alle anderen übertreffen),

abschneiden l: ich schneide (mir) eine Scheibe (vom) Brot, (von der) Wurst ab; /bildl./ da kann sich mancher (andere) eine Scheibe abschneiden (ein Beispiel nehmen),

Ader 1: jmdn. zur Ader lassen, veralt. (jmdm.) die Ader schlagen (Blut abnehmen); /übertr./ scherzh. sie hat ihn zur Ader gelassen (ihm Geld abgezapft).

Besteht kein direkter Zusammenhang mit einem Bedeutungspunkt des Stichwortes, so erhält die feste Verbindung einen eigenen Punkt, z. B.

abessen 4: der hat bei uns abgegessen (der hat bei uns nichts mehr zu suchen, mit dem sind wir fertig),

abschneiden 4: jmdm. den Hals abschneiden (jmdn. zugrunde richten).

In besonderen Fällen wird durch kommentierende Hinweise, die in Schrägstrichen stehen, auf die Festigkeit der Verbindung hingewiesen, etwa durch Bemerkungen wie /nur in festen Verbindungen/ bei alters oder /fast nur mit tun, machen/ bei Abbruch 5 oder /meist in der Wendung/ bei Absatz 3.

Die feste Verbindung wird entsprechend der Anzahl ihrer wesentlichen Wörter unter mehreren Stichwörtern gebracht, z. B. ‚das kannst du dir an den (fünf) Fingern abzählen‘ wird unter abzählen und Fingerangeführt und erklärt, ‚das geht mir an

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die Nieren‘ nur unter Niere. Wird es auch unter an als illustrierendes Beispiel gebracht, so ist dort eine Bedeutungsangabe nicht erforderlich. So ist ‚die Ausgabe letzter Hand‘ unter Ausgabe 3 nur als Beispiel ohne Erklärung angeführt, da die Bedeutung von ‚Ausgabe‘ in dieser Verbindung nichts Neues enthält. Unter Hand muß sie jedoch mit einer Erklärung erscheinen.

Sind die Anwendungsmöglichkeiten des Stichwortes besonders reich ausgeführt, so wird damit ausgedrückt, daß das Wort oder der besondere Bedeutungspunkt dieses Wortes sehr üblich ist, wenige illustrierende Beispiele dagegen deuten auf beschränkte Anwendungsweise. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß große Artikel aus Platzmangel in ihren Beispielen beschnitten werden müssen, also gehaltvolle Wörter mit weitem Anwendungsbereich im Grunde noch viel reicher verwendet werden können, während verwendungsarme Wörter manchmal unbedeutende Möglichkeiten aufweisen, die aber zur genügenden Charakterisierung angeführt werden müssen. Komposita sind meist knapper dargestellt als ihre einzelnen Teile.

Die illustrierenden Beispiele sind nicht alphabetisch, sondern inhaltlich geordnet. Die Reihenfolge der Verwendungsmöglichkeiten des Stichwortes variiert je nach der Eigenart des Wortes. So kann ein Substantiv zunächst mit seinen Attributen, dann mit seinen Verben und zuletzt in seiner adverbiellen Verwendung dargestellt werden, ein anderes dagegen in umgekehrter Folge. Ein Adjektiv kann zuerst attributiv und dann prädikativ, ein zweites gerade umgekehrt und ein drittes zunächst in adverbieller Verwendung gebracht werden. Das ist bewußte Unterscheidung, die vom lebendigen Gebrauch des einzelnen Wortes bestimmt wird.

Am Schluß des Artikels stehen – im Kleindruck – Hinweise auf Komposita, in denen das Stichwort 2. Kompositionsglied ist, auf Präfixbildungen und Zusammenbildungen (z. B. Aas, aasen, abholen).

Die Gliederung des Artikels wird im allgemeinen mit arabischen Ziffern gekennzeichnet. Tiefgreifende Unterschiede der Bedeutung oder der Grammatik werden durch römische Zahlen und, falls nötig, durch A und B angegeben (z. B. ab, Abdruck, Absatz, der, die, das). Römische Zahlen werden auch bei der Darstellung verschiedenartiger Typen eines Stichwortes in der Komposition angewendet (z. B. auseinander-, beisammen-, davon-). Der arabischen Bezifferung folgt die Untergliederung in a) und b). Weitere Untergliederung in α) und β) wird nur in relativ wenigen, notwendigen Fällen angewandt, wenn sie der Übersichtlichkeit in der Darstellung dient (z. B. als II 2b).

II. Die Bedeutungen

Die Bedeutungsangaben sind möglichst knapp und einfach in der Formulierung. Schwerverständliche Ausdrücke, die ein weiteres Nachschlagen erfordern, werden vermieden, es sei denn, es handelt sich um fachsprachliche Wörter, deren Charakterisierung manchmal nur durch Fachausdrücke möglich ist. Die in den Bedeutungsangaben verwendeten Wörter sollen nach Möglichkeit auch im Wörterbuch als Stichwort auftreten. Eine gelegentliche Ausnahme bilden Komposita, die als knapp charakterisierende Ad-hoc-Bildungen bei der Erklärung eines Stichwortes auftreten können (z. B. ‚Ackerbestellung‘ in der Bedeutungserklärung von Ackerschlepper).

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Grundsätzlich müssen die Bedeutungsangaben in die illustrierenden Beispiele einzusetzen sein. Dabei müssen jedoch gelegentlich von dem Benutzer des Wörterbuches gewisse Umwandlungen, meist syntaktischer Art, erwartet werden, z. B. anmutig, wo die Bedeutungsangabe ‚voller Anmut‘ bei attributiver Verwendung nachgestellt werden muß: ein anmutiges Madchen = ein Mädchen voller Anmut.

Um das Stichwort semantisch zu erklären, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. die umschreibende Deutung oder Erklärung (Definition),
  2. das sinnverwandte Wort oder Synonym.

Die erste Möglichkeit ist zwar präzis, birgt aber zwei Nachteile in sich: Durch ihre Breite würde sie, überall angewandt, den Rahmen des Wörterbuches sprengen. Außerdem erschwert ihre gelegentliche Schwerfälligkeit das Einsetzen in die illustrierenden Beispiele.

Die zweite Möglichkeit, das Synonym, bietet zwei Vorteile: Es ist kurz und ist dadurch überall gut einsetzbar. Diese Bedeutungsangabe trägt jedoch den Nachteil in sich, die Stilschicht des Stichwortes nicht genau wiederzugeben oder sogar die präzise Bedeutung zu verwischen, da völlige Sinngleichheit kaum vorliegt. Wir haben uns im Laufe der Arbeit und durch die Erfahrungen der ersten Lieferungen stärker als zu Beginn der umschreibenden Deutung oder Definition zugewandt, um den Bedeutungsinhalt des Stichwortes genauer wiedergeben zu können. Die Definition in diesem Wörterbuch kann jedoch nur in Ausnahmefällen mit der fachwissenschaftlichen Definition identisch sein und darf nicht den Charakter einer lexikonartigen, mit Spezialwissen beladenen Beschreibung haben. Gelegentlich sind bei Fachausdrücken wie autogen, Blutdruck, beizen 1 eingehendere Sacherklärungen unvermeidlich, werden jedoch in den notwendigen Grenzen gehalten. Viele Stichwörter erhalten eine Definition und ein, eventuell auch zwei Synonyme, wobei meist die Definition an erster Stelle steht. Dabei ist zu beachten, daß sich die verschiedenartigen Bedeutungsangaben, besonders die Synonyme, gegenseitig ergänzen. Der volle Bedeutungsgehalt des Stichwortes läßt sich am besten durch alle aufgeführten Bedeutungsangaben erfassen und nicht nur durch eine herausgelöste Einzelbedeutung. Ergänzungen zum Inhalt des Stichwortes bilden außerdem die illustrierenden Beispiele. Sie lassen z. B. erkennen, welche Objekte ein Verb bevorzugt, soweit diese Besonderheit nicht schon in der Bedeutungsangabe ausgedrückt ist. So zeigt die Anwendung von abnehmen 4b, daß man das Verb im Sinne von ‚abkaufen‘ nur für große Mengen oder wertvolle Objekte gebraucht, eine Besonderheit, die in dem ‚etw.‘ der Bedeutungsangabe nicht enthalten ist.

Bei vielen transitiven Verben dagegen ist dieses allgemeine ‚etw.‘ genauer präzisiert, d. h. durch ein Substantiv ersetzt, das die Bedeutung in Richtung auf das Stichwort einengt. So würde bei abbügeln 1 ‚etw.‘ bügeln in der Bedeutungsangabe irreführend sein; denn abbügeln gebraucht man nur für ‚ein fertiggestelltes Kleidungsstück bügeln‘, wie auch die Objekte in den Beispielen ‚Kostüme, Sakkos abbügeln‘ beweisen. Bei abbeten 1 heißt es nicht ‚(rasch, mechanisch) etw. hersagen‘, da diese Bedeutungsangabe auch Gedichte einschließen würde, für die dieses Verb nicht an-

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gewendet wird. Die Formulierung ‚(rasch, mechanisch) Gebete hersagen‘ dagegen ist präziser und weist durch den Akkusativ ‚Gebete‘ bereits auf die Objekte hin, die allein mit dem Stichwort abbeten verbunden werden können. So wird also das ‚etw.‘, das die transitive Verwendung des Verbs anzeigen soll (vgl. Punkt V S. 022), wenn möglich, eingeengt.

Grundsätzlich ist es nicht zulässig, daß zwei Stichwörter nur wechselseitig erklärt werden (z. B. abhetzen durch ‚abjagen‘ und abjagen 2 durch ‚abhetzen‘); zu einem der beiden, bei verschiedener Stillage zu dem normalsprachlichen (vgl. Punkt III), muß noch eine weitere Erklärung hinzutreten. Das kann ein zweites Synonym oder eine Definition sein. Steht nur eine Definition zur Verfügung, die zwar richtig, aber stilistisch mangelhaft und daher schlecht in die illustrierenden Beispiele einzusetzen ist, so haben wir in den ersten Lieferungen auf diese Definition verzichtet (z. B. bei dem Wortpaar Abkehr 1Abwendung 1). Bei der weiteren Arbeit sind wir, auch auf Grund von Rezensionen, von diesem Weg abgegangen und bringen in jedem Falle eine Bedeutungsangabe oder zumindest einen kommentierenden Hinweis (vgl. unten Punkt 4).

Steht zwischen zwei Bedeutungsangaben ein Semikolon (;), so wird damit meist ausgedrückt, daß ein geringer Bedeutungsunterschied zwischen den beiden Angaben besteht, der jedoch die Aufteilung in zwei Punkte nicht rechtfertigt (z. B. Abschlußzeugnis, absehen 5). In einigen wenigen Fällen ist das Semikolon nötig, um zwei gleichwertige, aber sehr umfangreiche Bedeutungsangaben unmißverständlich voneinander abzugrenzen (z. B. damit14).

3. Eine dritte Möglichkeit, das Stichwort semantisch zu charakterisieren, ist das gegensätzliche Wort (z. B. abwesend: anwesend; abwärts: aufwärts; abrollen 2: anrollen). Die Gegenwörter werden jedoch nicht erschöpfend gebracht, es erscheinen nur solche, die zur weiteren Klärung der Bedeutung dienen. In besonderen Fällen können sie auch jede weitere Bedeutungsangabe ersetzen. Bei der Abhandlung des Gegenwortes (also bei anwesend, aufwärts, anrollen) muß der entsprechende Gegensatz nicht wieder erscheinen, da die Verwendungsmöglichkeiten des Gegenwortes anders gelagert, umfassender in der Anwendung sein können (z. B. anrollen).

4. Wörter, für die eine umschreibende Deutung schwerfällig und unnatürlich klingt und die kein passendes Synonym oder Gegenwort haben, erhalten einige allgemeine kommentierende Hinweise, die in Schrägstriche /.../ gesetzt werden, um sie von den echten Bedeutungsangaben abzugrenzen (z. B. ahoi /Schiffsanruf/).

Zum vollen Verständnis eines Stichwortes gehören in jedem Falle auch die illustrierenden Beispiele.

Bei Ableitungen, deren Bedeutung ohne weiteres aus dem Grundwort zu erschließen ist, wird oft neben illustrierenden Beispielen ein Hinweis auf das Grundwort gegeben (z.B. abendlich, abwaschbar, Bestätigung 1). Komposita, die aus den Einzelteilen ihrer Zusammensetzung ohne weiteres verständlich sind, also vor allem diejenigen, deren Bestimmungswort durch eine Genitiv- oder präpositionelle Konstruktion ersetzt werden kann (z. B. Absorptionsfähigkeit als ‚Fähigkeit der Absorption‘, Absatzgebiet als ‚Gebiet für den Absatz‘), erhalten oft weder eine Erklärung, noch kommen-

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tierende Hinweise, noch illustrierende Beispiele. Diese knappe Behandlung der Komposita ist durch die Notwendigkeit der Platzersparnis bedingt. Wenn wir in den späteren Lieferungen zu manchen für den Deutschen ohne weiteres verständlichen Komposita dennoch eine Bedeutungsangabe bringen, so geschieht das auf Wunsch unserer ausländischen Benutzer.

Grammatisch-syntaktische Wörter wie als, da werden ebenfalls in Schrägstrichen /.../ in ihrer Funktion charakterisiert.

Die Bedeutungsangaben sollen nach Möglichkeit der normalsprachlichen Schicht angehören. Gelegentlich werden jedoch in den Bedeutungen auch Wörter anderer Schichten verwendet, wenn sie den Inhalt des Stichwortes treffender charakterisieren.

Zur Stellung der Bedeutungsangaben:

Die Bedeutungsangabe des Stichwortes steht am Beginn des Artikels. Ist der Artikel in mehrere Punkte gegliedert, steht sie zu Beginn eines jeden Gliederungspunktes. Die Bedeutungsangabe bezieht sich, wenn keine weiteren Angaben folgen, auf alle folgenden Verwendungen innerhalb des Punktes.

Der übertragene Gebrauch einer Bedeutung wird durch /übertr./, bisweilen auch noch durch eine neue Erklärung ausgedrückt. Der Hinweis /übertr./ erscheint

a) innerhalb eines Gliederungspunktes, wenn der Zusammenhang zwischen konkreter und übertragener Verwendung deutlich ist (z. B. ablaufen 5, abmessen 1).

b) Er steht zu Beginn eines neuen Gliederungspunktes, wenn der Zusammenhang zwar noch gefühlt wird, aber doch bereits gelockert ist (z. B. abladen 2, Abreibung 2, blähen 3). Zu Beginn des neuen Punktes steht er auch dann, wenn die Fülle des Materials der konkreten oder der übertragenen Bedeutung zu umfangreich ist, so daß bei gemeinsamer Darstellung in einem Punkt die Übersichtlichkeit leiden würde (z. B. abgehen 2, abspringen 2).

c) Der Hinweis /übertr./ fällt vor einem neuen Gliederungspunkt ganz weg, wenn der Zusammenhang nur sehr lose ist (z. B. abwerfen 3, adeln 2, Affe I 2).

Der Hinweis /bildl./ deutet auf die bildliche Verwendung des zuvor konkret gebrauchten Stichwortes hin (z. B. abschießen 1, abschleifen 1). Er bildet oft den Übergang zum übertragenen Gebrauch (z. B. anfressen 1, anhauchen), die Grenzen zwischen beiden sind fließend.

Zu der Hauptbedeutung am Beginn eines Artikels oder Bedeutungspunktes tritt die weiterführende Bedeutung, die innerhalb eines Punktes vor illustrierenden Beispielen steht (z. B. Ader 2, Anhauch). Sie weicht nur wenig von der Hauptbedeutung ab und führt sie in der Richtung ihres Inhaltes in geringer Variante weiter.

Außerdem erscheinen Bedeutungsangaben hinter dem Stichwort oder einem Beispiel (Wort oder Redewendung), die verschiedene Aufgaben erfüllen:

1. Sie präzisieren die Hauptbedeutung oder die weiterführende Bedeutung und stehen stets in Klammern (z. B. Abbau 2, abgestanden, ahnen a), öfters werden diese präzisierenden Bedeutungen in Zitaten angewendet (z. B. abschweifen, abtreiben 1 a).

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2. Sie erklären ein Stichwort, dessen Verwendung auf Grund des besonderen Wortinhaltes stark eingeschränkt ist, in einer Verbindung oder einem Satz,

z. B. abfädeln: 1. Bohnen abfädeln (die Fäden abziehen),
                        2. Perlen abfädeln (vom Faden abstreifen),
        abferkeln: die Sau hat abgeferkelt (Ferkel geworfen).

Dieser Fall tritt immer dann ein, wenn eine Interpretation des Einzelstichwortes schwerfällig sein würde. Die Bedeutungsangabe steht in Klammern.

3. Sie erklären feste Verbindungen,

z. B. abschöpfen: er hat d. Fett, Rahm abgeschöpft (das Beste für sich genommen),
        Abwasch1 1: das ist ein Abwasch (wird alles gleichzeitig erledigt).

Die Klammern fallen weg, wenn verschiedene Verwendungsmöglichkeiten solcher festen Verbindungen folgen,

z. B. Adam 2: der alte Adam die menschliche Schwäche: den alten Adam ablegen, abstreifen, austreiben,

        Abstand 2: Abstand von etw. nehmen auf etw. verzichten: wir mußten von dem Kauf, von unserem Plan Abstand nehmen.

III. Die Bewertungen und Kennzeichnungen

Ein Hauptanliegen des Wörterbuches ist die stilistische Charakterisierung des deutschen Wortschatzes: Die Wörter und ihre Verwendungen werden in ihren verschiedenen Gebrauchsweisen durch Bewertungen charakterisiert und damit einer bestimmten Stilschicht zugeordnet. An Versuchen dieser Art hat es in den bisherigen Wörterbüchern nicht gefehlt, sie wurden aber nicht konsequent durchgeführt, wie es in diesem Wörterbuch geschieht. Die Schwierigkeit bei dieser Aufgabe liegt in dem subjektiven Element, das bei der stilistischen Einschätzung eines Wortes nicht auszuschalten ist. Das Sprachgefühl ist nicht bei allen Menschen gleich, so daß es zu Schwankungen in der stilistischen Beurteilung des Wortschatzes kommen muß. Durch weitgehenden Gedankenaustausch der Mitarbeiter des Wörterbuches untereinander und engen Kontakt mit den jeweiligen Spezialisten scheint aber eine gewisse Gewähr dafür gegeben, daß die stilistische Eingliederung des Wortschatzes so objektiv wie irgend möglich vorgenommen worden ist. Dabei geht die Bewertung nicht vom isolierten Einzelwort aus, sondern die Begriffe eines Wortfeldes sind in ihrer Stillage miteinander verglichen und die Bewertungen stets aufeinander abgestimmt worden. Der kritische Leser möge daher nicht nur fragen: Ist das betreffende Wort, die Redewendung für mein Sprachgefühl richtig bewertet, sondern auch: Steht die Bewertung zu parallelen oder ähnlichen Begriffen im richtigen Verhältnis? Erst der Vergleich gestattet ein verhältnismäßig sicheres Urteil über Stilschicht und Stilfärbung.

Bei der Bewertung und Kennzeichnung des Wortschatzes unterscheiden wir vier Ebenen: A. die Stilschichten und Stilfärbungen, B. die zeitliche Zuordnung, C. die räumliche Zuordnung, D. die fachliche Zuordnung.

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A. Die Stilschichten und Stilfärbungen2)

Wir unterscheiden vier Stilschichten:

1. die normalsprachliche Schicht. Sie wird bei gefühlsmäßig neutraler Haltung verwendet, erscheint im schriftlichen und mündlichen Gebrauch und ist im öffentlichen Leben (im weitesten Sinne) allgemein üblich. Der mündliche Gebrauch ist bei vielen nicht nur auf das öffentliche Leben beschränkt. Diese breiteste Schicht des Wortschatzes (Wörter und Redewendungen) erhält im Wörterbuch keinen besonderen Hinweis (z. B. Abend, bekommen, Gesicht, sterben).

Eine Variante der Normalsprache, die im mündlichen Gebrauch erscheint und für die einige Wörter (z. B. kriegen ‚bekommen‘) typisch sind, bezeichnen wir als Umgangssprache. Schriftlich werden diese Wörter nur in privaten Briefen gebraucht sowie in der Literatur, um eine gewisse Vertraulichkeit auszudrücken. Sie werden durch die Bewertung umgangssprachlich (umg.) gekennzeichnet.

Auch für die Schweiz ist ab und zu die Bewertung umgangssprachlich verwendet worden, obwohl der Ausdruck für die dortigen Sprachverhältnisse nur mit einer gewissen Modifizierung zutrifft.

Über der ersten, der normalsprachlichen Schicht liegt

2. die gehobene (geh.) Schicht. Diese Bewertung kennzeichnet Wort oder Redewendung als Ausdruck einer gepflegten Sprache, die sich bewußt über Rede und Schrift der Normallage erhebt und u. a. bei feierlichen Gelegenheiten des öffentlichen Lebens verwendet wird (z. B. Ableben, empfangen ‚bekommen‘, entschlafen). Zu ihr gehören die dichterischen (dicht.) Wörter und Redewendungen, die im allgemeinen der poetischen Gestaltung eines Werkes vorbehalten sind (z. B. Aar, Fittich, Odem).

Unter der normalsprachlichen Schicht finden sich zwei Stilschichten:

3. eine Schicht, die sich von der Normalsprache, einschließlich ihrer umgangssprachlichen Variante, durch eine gewisse Nachlässigkeit unterscheidet und im alltäglichen Verkehr der Menschen untereinander heute sehr verbreitet ist. Sie würde, im öffentlichen Leben verwendet, salopp und leicht anstößig wirken. Wegen der Doppelheit ihres saloppen und umgangssprachlichen Charakters erhält diese Schicht das Kennwort salopp-umgangssprachlich (salopp). Die Wörter und Redewendungen dieser Stilschicht sind mehr oder weniger gefühlsbetont (z. B. Abreibung ‚Schelte, Prügel‘, Affe ‚Rausch‘). Die Redewendungen zeichnen sich oft durch Bildhaftigkeit aus (z. B. das ist ein Abwasch; das kannst du dir an den fünf Fingern abzählen).

4. die Schicht vulgärer (vulg.) Wörter und Redewendungen, die als ausgesprochen grob empfunden und deshalb im allgemeinen vermieden werden (z. B. Fresse). In gewissen Fällen werden sie auch in der Literatur zur scharfen Charakterisierung einer verächtlichen Einstellung verwendet (z. B. verrecken). Vulgäre Wörter und Redewendungen sind nur in beschränktem Umfang in dieses Wörterbuch aufgenommen. Obszöne Wörter, die zur vulgären Schicht gehören, sind im Wörterbuch nicht berücksichtigt.

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Zur Illustrierung seien die vier Stilschichten noch einmal mit Beispielen nebeneinander gestellt, ohne Vollständigkeit bei der Ausfüllung der Felder beanspruchen zu wollen:

dichterisch

gehoben
empfangen
erhalten
ableben
entschlafen
Fittich

Schwinge
Angesicht
Antlitz
normalsprachlich
umgangsspr.

bekommen
kriegen
sterben Flügel Gesicht
salopp-umgangssprachlich   abkratzen    
vulgär   krepieren
verrecken
  Fresse

Zu den Stilschichten treten die Stilfärbungen2), die ein Wort oder eine Redewendung erhalten kann. Wenn aus den nun folgenden Bezeichnungen der Stilfärbungen die Bedeutung klar hervorgeht, werden sie nur durch ein Beispiel verdeutlicht. Wenn aber Zweifel oder Mißverständnisse möglich erscheinen, werden sie hier näher erklärt:

1. scherzhaft (scherzh.) (z. B. Adamskostüm, Angsthase).

2. vertraulich (vertraul.) (z. B. schön(en) guten Abend!, Alterchen).

3. die Bewertung verhüllend (verhüll.) oder euphemistisch kennzeichnet Wörter und Redewendungen, die etwas Unangenehmes beschönigen sollen (z. B. abberufen werden ‚sterben‘, Absetzbewegung).

4. Die Bewertung altertümelnd erhalten Wörter und Redewendungen, die bereits veraltend oder veraltet sind, aber bewußt verwendet werden, um einen besonders gewichtigen oder altertümlich wirkenden Eindruck zu erzielen (z. B. alldieweil, Konterfei).

5. Die Bewertung gespreizt gibt an, daß die betreffenden Wörter und Redewendungen eine unnatürliche, gezierte Färbung besitzen (z. B. gewisse Wendungen mit Bedacht und beehren). In manchen Fällen wählt sie der Sprecher, weil er sich geniert, das normal- oder umgangssprachliche Wort zu gebrauchen (z. B. Beinkleid statt Hose).

6. Die Bewertung papierdeutsch (papierdt.) erhalten Wörter und Redewendungen, die ausgesprochen gebläht wirken und als unschön empfunden werden. Sie stammen vielfach aus der früheren Kanzleisprache und werden heute vornehmlich in amtlichen Schreiben oder in der Zeitung verwendet (z. B. anteilig, aktenkundig, ein Gesuch abschlägig bescheiden, die Präp. laut). Die Kennzeichnung soll als Warnung dienen. Gelegentlich haben wir sie auch Wörtern gegeben, die offizielle und meist nur schriftlich fixierte Bezeichnungen wiedergeben (z. B. Bedürfnisanstalt).

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Zu dieser Gruppe gehören außerdem viele Redewendungen des sogen. Nominalstils, der die einfachen, bedeutungsstarken Verben in unserer Gegenwartssprache verdrängt (z. B. etw. in Abzug bringen für ‚etw. abziehen‘, eine Abänderung vornehmen, treffen für ‚etw. abändern‘). Zahlreiche Wendungen des Nominalstils aber sind notwendige Ausdrucksmittel unserer gegenwärtigen Sprache und werden nicht als unschön empfunden. Sie erhalten daher auch keine abwertende Kennzeichnung (z. B. etw. in Abrede stellen, Abstand von etw. nehmen, viele Wendungen des Verbs bringen).

7. übertrieben (z. B. abscheulich: sie ist abscheulich reich).

8. abwertend oder pejorativ (z. B. Abhub der Menschheit, Ablaßkrämer).

9. spöttisch (spött.) (z. B. alleinseligmachend, Amtsmiene).

10. Schimpfwort (Schimpfw.) (z. B. Aas, Esel).

11. derb (z. B. abkratzen ‚sterben‘, abstinken).

B. Die Kennzeichnung der zeitlichen Zuordnung.

1. veraltet (veralt.) werden Wörter genannt, die heute nicht mehr gebraucht werden, in der heute noch gelesenen Literatur aber vorkommen und weithin noch verstanden werden (z. B. Binokel, Eidam).

2. veraltend soll angeben, daß das Wort heute nur noch wenig gebraucht wird und vornehmlich dem Wortschatz der älteren Generation angehört (z. B. Absud, Boudoir, Gendarm).

3. historische (hist.) Wörter bezeichnen Gegenstände, Sitten und Gebräuche der historischen Vergangenheit. In diesem Rahmen werden sie auch heute noch gebraucht und verstanden (z. B. Hellebarde, Ablaßbrief, Turnier).

4. nazistische (naz.) Wörter und Redewendungen sind typisch für die Zeit des Nazismus. Sie werden nur beschränkt im Wörterbuch aufgenommen, und zwar vor allem dann, wenn sie in die antifaschistische Literatur eingegangen sind (z. B. Gestapo, die Achse Berlin–Rom).

5a) Wörter, die in den letzten Jahrzehnten, besonders seit 1945, in der deutschen Sprache neu aufgekommen sind, erhalten die Kennzeichnung Neuwort (z. B. Automation, campen).

b) Wörter und Redewendungen, die aus schon bestehenden Wörtern in der unter a) genannten Zeit neu geschaffen wurden, werden in den meisten Fällen mit dem Kennwort Neuprägung (Neupräg.) bezeichnet (z.B. Atomenergie, bombengeschädigt).

c) Hat ein schon vorhandenes Wort in der unter a) genannten Zeit eine neue Bedeutung angenommen, so wird diese mit dem Kennwort Neubedeutung (Neubedeut.) charakterisiert (z. B. Ameise II, bespielen 2).

Bei der unter 5 a–c dargestellten zeitlichen Kennzeichnung ist es durchaus möglich, daß ein von uns als Neuwort, Neuprägung oder Neubedeutung gekennzeichnetes Wort vereinzelt schon früher aufgetaucht und nachzuweisen ist (so z. B. Arbeitsnorm). Die Fülle der Belege und die durchschlagende Kraft des allgemeinen Gebrauchs gehören aber der neuesten Zeit an und rechtfertigen damit eine der oben angegebenen zeitlichen Zuordnungen.

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Die drei Kennzeichnungen erhalten den Zusatz DDR (Deutsche Demokratische Republik) oder BRD (Bundesrepublik Deutschland), wenn das Wort oder die Redewendung nur in einem der beiden deutschen Staaten bekannt und gebräuchlich ist (z. B. Dispatcher, Kombine Neuwort DDR; volkseigen, Held der Arbeit Neuprägung DDR, ausgründen, Parkometer Neuprägung BRD) oder wenn es sich um Wörter handelt, deren Bedeutung seit 1945 in den beiden Staaten eine verschiedene Entwicklung genommen hat (z. B. Aktivist, ‚Werktätiger, der vorbildliche Leistungen vollbracht hat‘ Neubedeutung DDR). Dabei ist zu bedenken, daß neue Wörter mit neuen Sachen, besonders technische Bezeichnungen, stark fluktuieren und folglich meist nicht nur auf einen Teil des deutschen Sprachraumes in ihrem Gebrauch beschränkt bleiben. Bei Wörtern dieser Art haben wir auf den Zusatz DDR oder BRD verzichtet. Wörter aber, die auf Grund der verschiedenartigen gesellschaftlich-politischen Struktur beider Staaten auf den einen oder den anderen Teil beschränkt bleiben müssen (z. B. viele Neuprägungen mit Arbeiter- oder mit Bundes-), erhalten den Zusatz DDR bzw. BRD. Wörter, die bis 1945 in ganz Deutschland bekannt waren, heute aber nur noch in einem der beiden Staaten üblich sind, werden nicht besonders gekennzeichnet (z. B. Amtmann, Assessor, Reichsbahn). So ist z. B. auch der sondersprachliche Hinweis (vgl. Punkt D S. 016) Studentensprache zu verstehen, der meist Wörter und Redewendungen der früher in ganz Deutschland, seit 1945 nur noch in der Bundesrepublik auftretenden Verbindungsstudenten kennzeichnet.

6. Mit Modewort werden die Wörter und Redewendungen gekennzeichnet, die plötzlich – einer aufkommenden Mode vergleichbar – in der unmittelbaren Gegenwart mit Vorliebe gebraucht werden (z. B. breit 3, zutiefst, in etwa).

C. Die Kennzeichnung der räumlichen Zuordnung.

Grundsätzlich werden rein mundartliche Ausdrücke nicht aufgenommen. Es gibt aber viele regional beschränkte Wörter, die weithin bekannt sind, verstanden und in der Literatur angewandt werden. Sie erhalten bei gesicherter Zuweisung zu nur einem Sprachraum die dementsprechende Kennzeichnung (z.B. berlinisch, süddeutsch), bei Ausbreitung über mehrere verschiedene Sprachräume den Hinweis landschaftlich (landsch.). Dabei könnte manches Wortgut gewiß präziser seinem Verwendungsgebiet zugewiesen, mancher große Sprachraum genauer aufgeteilt werden, als es im Wörterbuch geschieht. Aber ohne eingehenderes Studium der regionalen Verteilung, die noch dazu durch die Bevölkerungsverschiebung unserer Zeit starke Veränderungen zeigt, kann diese am Rande unserer eigentlichen Aufgabe liegende Frage nicht gelöst werden, so daß vielfach der Hinweis ‚landschaftlich‘ oder der Großraum ‚süddeutsch‘ genügen muß.

Auch österreichisches und Schweizer Sprachgut in hochdeutscher Gestalt, das dort allgemein oder literarisch verwandt wird, ist in gewissem Umfang berücksichtigt. Daß es nicht in größerem Maße geschehen kann, ist durch den Umfang des Wörterbuches bedingt.

Einige Rezensenten glauben, daß das Nord- und Ostmitteldeutsche zu stark berücksichtigt wird. Wenn man aber die starke Wirkungskraft des Berlinischen auf das ganze deutsche Sprachgebiet in Rechnung zieht und bedenkt, daß „ein Ausgleich

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zugunsten nördlicher oder östlicher Formen”3) heute im Süden unseres Sprachgebietes beobachtet wird, so dürfte unsere Auswahl der Stichwörter, die beschränkt werden muß, berechtigt erscheinen.

D. Die Kennzeichnung der Fach- und Sondergebiete.

Entscheidend für die Aufnahme fach- und sondersprachlicher Wörter sind ihre Verbreitung und Gebräuchlichkeit. Ein fachsprachliches Wort, das einem großen Kreis von Sprechern bekannt ist, findet im Wörterbuch Eingang. Daher ist es zu erklären, daß in unserem Zeitalter der Technik und des Sports Ausdrücken aus diesen beiden Gebieten reichlich Raum gewährt wird, andere Spezialgebiete dagegen wie Geologie, Philatelie, Imkerei nur sehr begrenzt berücksichtigt werden können.

Ein anderer Gesichtspunkt gilt für die Aufnahme einer fach- oder sondersprachlichen Bedeutung. Sie wird oft – auch bei geringerer allgemeiner Verbreitung – gebracht, wenn sie zu gemeinsprachlichen Bedeutungen hinzutritt; denn sie bereichert den Artikel, ohne ein neues Stichwort zu fordern (z. B. abfallen 6, abführen 5, brechen1 6).

Bei der Kennzeichnung des Fachwortschatzes sind zwei Punkte zu beachten:

1. Die fachsprachlichen Zuordnungen kennzeichnen echte Spezialausdrücke, die der Allgemeinheit meist nur passiv bekannt sind (z. B. abfälschen Ballspiele, ablandig Seemannsspr., Absaat Landw.). Bei solchen Wörtern sind fachsprachliehe Hinweise unter allen Umständen notwendig. Bei Wörtern, die weit über ihr eigentliches Anwendungsgebiet hinaus bekannt sind, haben wir anfänglich auch eine fachsprachliche Zuordnung gegeben (z. B. Med. bei abhören 1 b), in den späteren Lieferungen haben wir auf Grund von kritischen Äußerungen weitgehend auf Zuordnungen dieser Art verzichtet. Das Anwendungsgebiet ist in solchen Fällen in der Bedeutungsangabe ausgedrückt (z. B. Bug ‚vorderster Teil des Schiffes‘ ohne Seemannssprache).

2. Untergruppen, die durch Nennung von Oberbegriffen unnötig erscheinen könnten, ergeben sich aus dem Streben, die Wörter so präzis wie möglich einem Gebiet zuzuweisen. Zur Sprachwissenschaft gehört z. B. das Wort Ablaut. Für Ansatzrohr dagegen wäre der Oberbegriff Sprachwissenschaft zu weit gefaßt, der Begriff gehört im besonderen der Phonetik an und wurde auch so gekennzeichnet. Ebenso verhält es sich mit Unterbegriffen wie Tischlerei, Zimmerei, Fleischerei, die zum Oberbegriff Handwerk gehören, oder mit den vielen Sportarten wie Boxen, Eislauf, Speerwerfen, Volleyball, denen die allgemeine Zuweisung Sport gegenübersteht. In der fortschreitenden Arbeit haben wir auch die allgemeine Zuweisung ‚fachsprachlich‘ aufgenommen, die bei Zugehörigkeit eines Wortes zu mehreren verschiedenen Fachgebieten verwendet wird (z. B. bekohlen). ‚Fachsprachlich‘ wird gelegentlich auch dann gebraucht, wenn ein sehr spezielles, bereits in der Definition enthaltenes Fachgebiet auftritt (z. B. Bütte 1b).

Den Bewertungen und Kennzeichnungen nahe stehen zwei Hinweise auf die Häufigkeit, die der Erklärung bedürfen:

Der Hinweis selten (z. B. aalig, Akklamation) wird auf wenige, unbedingt nötige Fälle beschränkt, da die Behauptung eines seltenen Gebrauchs stark relativ ist und

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vom Beruf des jeweiligen Sprechers und von zahlreichen anderen Bedingungen abhängt.

Der Hinweis oft (oder häufig, meist), der vielfach bei partizipialen Formen oder bestimmten syntaktischen Wendungen gebraucht wird, kann bei Wörtern begegnen, die an sich selten vorkommen (z. B. abschrägen /oft im Part. Prät./, absprechen 3 /meist im Part. Präs./ absprechend abfällig). Er ist dann relativ aufzufassen, nämlich im Verhältnis zu den seltener begegnenden finiten Formen.

Es werden nicht nur die Stichwörter und ihre Hauptbedeutungen, sondern gegebenenfalls auch die einzelnen Redewendungen bewertet. Ein Wort kann stilistisch neutral sein, also der Normalsprache angehören, in einer bestimmten Verbindung aber einer anderen Stilschicht angehören (z. B. abzählen, ein neutrales Verb, aber ‚das kannst du dir an den (fünf) Fingern abzählen‘ eine salopp-umgangssprachliche Redewendung). Die Bewertung bezieht sich in solchen Fällen immer auf die ganze Wendung und nicht auf das Einzelwort. Wendungen, die unter mehreren Stichwörtern im Wörterbuch erscheinen, werden daher jedesmal stilistisch bewertet. Bei festen Verbindungen wird dies konsequent durchgeführt; es wird also auch unter Finger die Wendung ‚das kannst du dir an den (fünf) Fingern abzählen‘ wiederum mit salopp bewertet. Bei freien Verbindungen aber ist eine konsequente Bewertung an allen Stellen des Wörterbuches aus Raumgründen nicht möglich und auch nicht nötig. So ist das Verb anblicken mit gehoben bewertet. Unter ärgerlich wird die Wendung ‚jmdn. ärgerlich anblicken‘ gebracht, wo aber eine erneute Bewertung von ‚anblicken‘ nicht erfolgt.

Zur Gültigkeit der Bewertungen und Kennzeichnungen.

1. Steht eine Bewertung oder Kennzeichnung unmittelbar hinter dem Stichwort, so bezieht sie sich auf den ganzen Artikel in all seinen Punkten (z. B. abbekommen umgangssprachlich, abgeschieden gehoben). Dies gilt auch, wenn eine weitere Bewertung oder Kennzeichnung folgt; so ist der 3. Punkt von abschnappen als salopp derb zu verstehen, weil das Stichwort abschnappen mit salopp gekennzeichnet ist. Das gleiche gilt bei einem als Stichwort dienenden 1. Kompositionsglied, bei dem sich die dahinter stehende Bewertung oder Kennzeichnung auf alle nachfolgenden Komposita bezieht (z. B. absichts- gehoben besagt, daß absichtslos und absichtsvoll der gehobenen Stilschicht angehören).

2. Steht eine Bewertung oder Kennzeichnung unmittelbar zu Beginn eines Gliederungspunktes, so bezieht sie sich auf den ganzen Punkt (z. B. abgehen 3, anlegen 3), auch wenn eine weitere Bewertung oder Kennzeichnung folgt (z. B. Bauch 2).

Hat eine Bewertung oder Kennzeichnung nicht für alle angeführten Beispiele eines Stichwortes oder eines Gliederungspunktes Geltung, so steht sie hinter der Bedeutungsangabe unmittelbar vor den illustrierenden Beispielen und gilt dann bis zur nächsten Bewertung bzw. Kennzeichnung (z. B. auferstehen, ausspüren) oder bis zum Grenzzeichen (⌝) (z. B. ausrücken 1).

Aus dieser Regelung, die in den ersten Lieferungen noch nicht konsequent durchgeführt ist, ergibt sich

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3. die Geltung von Bewertungen und Kennzeichnungen innerhalb des Gliederungspunktes. Sie gelten:

a) bis zum Ende des Punktes (z.B. abgewinnen 1, Abrechnung 1) oder seiner Untergliederung (z. B. abziehen 3c. e, angehören c);

b) bis zur nächsten Bewertung oder Kennzeichnung (z. B. abstehen 2, achten 3);

c) bis zum Grenzzeichen (⌝) (z. B. Aal, Abend 1).

IV. Auswahl und Ansatz der Stichwörter

Daß in einem Wörterbuch des geplanten Umfanges nicht alle in der Gegenwartssprache auftretenden Wörter aufgenommen werden können, versteht sich von selbst. Die Auswahl wird durch die allgemeine Konzeption des Wörterbuches bestimmt: Es soll das allgemein verbreitete, typische Wortgut unseres Jahrhunderts möglichst vollständig bringen, aber auch den Wortschatz der in unserer Zeit noch lebendigen deutschen Literatur von den Klassikern an berücksichtigen (vgl. S. 04). Fachsprachliche und landschaftlich gebundene Wörter und Redewendungen können nur unter stark einschränkenden Bedingungen aufgenommen werden (vgl. Punkt III S. 015f.). Wie sich dies bei der Entscheidung über die Aufnahme auswirkt, sei an einem Beispiel illustriert: Allopathie und Homöopathie erscheinen als weitverbreitete Fremdwörter im Wörterbuch, ebenso der Homöopath. Der ‚Allopath‘ ist zwar eine mögliche Bildung, aber so ungebräuchlich in der allgemeinen Gegenwartssprache, daß er nicht aufgenommen wird.

Im einzelnen gilt folgende Regelung:

1. Komposita werden grundsätzlich reicher aufgenommen als in den älteren Wörterbüchern, um eine der Grundtendenzen unserer Gegenwartssprache, die fast unbegrenzte Kompositionsbildung, erkennen zu lassen. Alle Komposita anzuführen ist nicht nur unmöglich, sondern auch unnötig, da sich viele Bildungen aus ihren Kompositionsteilen von selbst erklären. Aufgenommen sind alle Komposita, die als Ganzes einen neuen Bedeutungsgehalt bekommen haben, der aus den einzelnen Teilen nicht zu erschließen ist (z. B. Adamsapfel, Goldjunge, Wolkenkuckucksheim). Es werden auch alle diejenigen aufgeführt, die wohl inhaltlich keine Schwierigkeiten bieten, die aber durch ihre Häufigkeit zum festen und typischen Wortschatz unserer Sprache gehören (z. B. Achsenbruch, Bühneneingang, Sporthemd). Die Möglichkeit der Kompositionsbildung im Deutschen ist jedoch beträchtlich größer, als in dem Wörterbuch angegeben werden kann. Gelegentlich wird nur eine einzige Kompositionsbildung angeführt, die aber nicht zusammengeschrieben erscheint, sondern mit getrennt angesetzten Kompositionsgliedern (z. B. abscheu-:-erregend); hierdurch soll einerseits die Möglichkeit noch weiterer, nicht aufgenommener Komposita angedeutet, andererseits auf die Zugehörigkeit zur ganzen Wortfamilie (Abscheu) hingewiesen werden.

Unter den Komposita stehen auch Fälle, in denen das erste oder zweite Kompositionsglied nicht als selbständiges Wort besteht (z. B. Aero-, Anti-; unter All-: die Alltäglichkeit; unter Anti-: die Antipathie).

Die Komposita, in denen das Stichwort erstes Kompositionsglied ist, werden in einer Gruppe zusammengefaßt und in dieser Gruppe streng alphabetisch angeordnet,

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auch wenn dadurch Sinngruppen auseinandergerissen werden. Nur bei Gliederung der Bedeutungen mit römischen Ziffern werden auch die Komposita entsprechend aufgegliedert (z. B. Absatz). Wenn alle Komposita nur zu einem einzigen Gliederungspunkt des Bestimmungswortes gehören, wird ein entsprechender Hinweis gegeben (z. B. Abfall- zu Abfall 3, Abgabe(n)-, abgabe(n)- zu Abgabe 6); gehören sie zu verschiedenen Punkten, muß aus Raumersparnis auf Verweise verzichtet werden.

Für die alphabetische Reihenfolge im Wörterbuch gilt bei Kompositagruppen nur der erste Bestandteil der Komposita als Stichwort. Alle zweiten Bestandteile bilden eine alphabetisch geordnete Gruppe für sich, die nicht durch Ableitungen unterbrochen wird. So steht z. B. abendlich nach Abend-lied, -luft, -lüftchen, -mahl usw., weil abendlich als Ableitung nicht in die Kompositagruppe Abend- gehört.

Das Wörterbuch bringt auch Komposita, in denen das Stichwort zweites Kompositionsglied ist. Sie werden im Anschluß an den Artikel des Grundwortes, nach den Hauptbedeutungen (Gliederungspunkten) geordnet, in Kleindruck angeführt (z. B. Abfall, Achse). Da diese Fälle für die Beurteilung der Bedeutung des selbständigen Wortes wichtig sind und da Hinweise auf das zweite Kompositionsglied in den deutschen Wörterbüchern seit Sanders (1860 ff.) fehlen, sind diese Komposita reicher aufgenommen, als es der oben angeführten Regelung entspricht. Die Behandlung an ihrer alphabetischen Stelle ist daher nicht unbedingt verpflichtend.

Die Hinweise sind vom Standpunkt der Gegenwartssprache ohne Rücksicht auf die historische Entwicklung gegeben. Sie besagen daher nicht immer, daß die Wörter durch Zusammensetzung der beiden Wertteile entstanden sind, und erfassen auch Fälle der Volksetymologie (z. B. ‚Hebamme‘ unter Amme) oder Komposita, die ihrer Entstehung nach eindeutig zum Verb gehören (z.B. ‚Beachtung‘ unter Achtung). Bei besonders auffälligen Beispielen wird ein entsprechender Hinweis gegeben (z. B. ‚Tonangeber‘ unter Angeber, das aus der Bedeutung von angeben 4 zu erklären ist).

2. Zusammenbildungen unterscheiden sich bei der Anordnung nicht von den Komposita (z. B. Ein-akter, Gesetz-gebung). Verweise auf Zusammenbildungen finden sich bei dem entsprechenden Grundwort (z. B. bei Akt auf ‚Einakter‘, bei geben auf ‚Gesetzgebung‘).

3. Ableitungen (z. B. Substantive auf ‚-ung, -heit, -keit, -schaft‘, Adjektive auf ‚-lich, -bar, -sam‘ usw.) werden, entsprechend den allgemeinen Grundsätzen des Wörterbuches, je nach ihrer Selbständigkeit im heutigen Wortschatz verschieden behandelt. So erhalten diejenigen Ableitungen, die mehrere Bedeutungen oder reiche Anwendungsmöglichkeiten haben, einen selbständigen Artikel (z. B. Absperrung, Abneigung, Ähnlichkeit). Ihre Eigenständigkeit im Wortschatz rechtfertigt diese Behandlung. Fehlt dagegen die Vielfalt in der Verwendung, so werden Ableitungen unmittelbar an den Artikel des Stammwortes angeschlossen (z. B. Abschleifung, Affektiertheit). Ableitungen, die zwar gebildet werden können, aber kaum üblich sind, werden nicht aufgenommen (z. B. Abschickung, Allmählichkeit). Diminutiva auf ‚-chen, -lein‘, die dem Grundwort außer dem diminutiven Charakter keine zusätzliche Bedeutung verleihen, werden nur ausnahmsweise aufgenommen, wenn die diminutive Form typisch ist (z.B. Alräunchen, Bächlein). Ableitungen wie Männchen, die eine neue eigene Bedeutung haben, erscheinen als selbständige Stichwörter, mit einem Verweis auf das Grundwort.

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Partizipien werden als Verbalformen bei ihrem Verb behandelt. Zahlreiche Partizipien, besonders des Präteritums, sind aber heute selbständige Adjektive geworden oder auf dem Wege, es zu werden. Sie erscheinen als selbständiges Stichwort mit dem Vermerk /part. Adj., vgl. .. /. Entscheidend für diese Gruppe ist einerseits eine semantische Begründung: Die Bedeutung ist im zugehörigen Verb nicht vorhanden (z. B. abgekämpft) oder nur angedeutet (z. B. abgeklärt, gelehrt). Andererseits kann das Wort so selbständig als partizipiales Adjektiv sein, daß es auch ohne semantische Besonderheit ein eigenes Stichwort erhalten muß (z. B. abgelegen, abgeschieden). Die Grenzen dieser Gruppe sind fließend und nicht immer exakt zu bestimmen.

4. Eigennamen werden im Wörterbuch nur dann aufgenommen, wenn sie über ihren ursprünglichen Bereich hinaus verwendet werden (z. B. Adam Riese, Adonis).

5. Ländernamen mit ihren Ableitungen werden nur in begrenztem Umfang aufgenommen. Ihre Auswahl wird durch folgende Gesichtspunkte bestimmt: Bedeutsamkeit, Abweichungen von der üblichen Wortbildung und Sonderbedeutungen. Am Schluß des Wörterbuchs soll ein Index mit allen Ländernamen folgen. Namen von Städten, Flüssen, Seen, Bergen werden nicht gebracht.

6. Abkürzungen wie DDR oder DRK werden im Wörterbuch als selbständige Stichwörter nicht aufgenommen, wohl aber Kurzwörter wie Abi, Akku.

Für den Ansatz der Stichwörter spielt die Frage der Homonyme eine besondere Rolle. Grundsätzlich werden gleichlautende Wörter mit grammatischen Verschiedenheiten (z. B. Geschlecht, Konjugation) oder unterschiedlicher Orthographie in verschiedenen Artikeln behandelt (z. B. der See und die See; abhängen als starkes und schwaches Verb; die Lerche und die Lärche). Schwieriger liegt das Problem bei völliger Gleichheit der grammatischen und der Schreibform, wobei sich folgende Frage erhebt: Wieweit läßt sich ein Zusammenhang der Bedeutungen untereinander erkennen, der es rechtfertigt, nur ein Stichwort anzusetzen? Da diese Frage für die deutsche Gegenwartssprache noch nicht grundlegend bearbeitet worden ist, konnte sie auch im Wörterbuch noch nicht befriedigend gelöst werden. Es wurden daher zunächst folgende allgemeine Richtlinien festgelegt:

1. Weichen die Bedeutungen eines Wortes so stark voneinander ab, daß keinerlei klare Verbindung zu erkennen ist, so werden mehrere Stichwörter (Homonyme) angesetzt, gleichgültig, ob das Stichwort historisch auf ein Wort (z. B. Schloß1 = Türschloß, Schloß2 = Gebäude) oder auf mehrere Wörter (z. B. Strauß1 = Blumenstrauß, Strauß2 = Vogel, Strauß3 = Streit) zurückzuführen ist.

2. Ist eine innere Verbindung stark differierender Bedeutungen zu erkennen, so setzen wir ein Stichwort an, gleichgültig, ob es historisch auf ein Wort (z. B. Absatz) oder auf mehrere Wörter (z. B. abspannen ‚ein Zugtier ausspannen‘ und ‚jmdn. abspenstig machen‘) zurückzuführen ist. Vielfach hilft das dazugehörige Verb (z. B. ‚absetzen‘ bei Absatz) oder das zugrunde liegende Simplex (z. B. ‚fallen‘ bei Abfall), den inneren Zusammenhang der Bedeutungen untereinander zu sehen. Ein entsprechender Verweis auf das Verb kann in solchen Fällen gegeben werden (z. B. Absatz). Daß die Bedeutungsunterschiede größer sind als bei anderen Wörtern, soll

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die Gliederung in römische Ziffern, im Unterschied zu den sonst üblichen arabischen, anzeigen (vgl. Punkt I S. 07).

Die erste Richtlinie würde bei strenger Anwendung, vor allem bei Verben, zu weit mehr Homonymen führen, als im Wörterbuch angesetzt wurden. Man bekäme manchmal 4–5 Stichwörter, die das Wörterbuch aufschwellen sowie dem Benutzer Schwierigkeiten bereiten würden. Daher wird, im ganzen gesehen, den Homonymen gegenüber starke Zurückhaltung geübt.

V. Die grammatischen Angaben

Die Wörter werden im allgemeinen ihren grammatischen Kategorien zugewiesen. Das geschieht auf verschiedene Art.

1. Die Substantive werden durch den bestimmten Artikel gekennzeichnet. Außerdem wird die Endung des Genitiv Singular und des Nominativ Plural angegeben. Bei Komposita fällt die Angabe der Endungen weg, sie ist bei dem Grundwort zu suchen. Bei Komposita und Zusammenbildungen aber, deren Grundwort nicht im Wörterbuch erscheint, müssen die Genitiv- und Pluralangaben gebracht werden (z. B. Ader-laß, Anti-biotikum), es sei denn, es handelt sich um Fälle, deren Deklination sich nach den allgemeinen Regeln der deutschen Grammatik richtet und keine Schwankungen zeigt. Dazu gehören Grundwörter, die substantivierte Infinitive sind (z. B. das Aal-stechen), substantivierte Adjektive (z. B. das Abend-rot), oder solche, die auf ‚-ung, -heit, -keit‘ und ähnliche Endungen ausgehen (z. B. Gesetz-gebung, All-mächtigkeit). Zu Substantiven gewordene Partizipien (z. B. der Angestellte) werden im Stichwort nur mit dem bestimmten Artikel und den entsprechenden Kasusendungen (-n, -n) angegeben. Dem in einer Rezension geäußerten Wunsch, auch die Endungen bei anderem Artikelgebrauch zu bringen (ein Angestellter), tragen wir in späteren Lieferungen dadurch Rechnung, daß wir eine entsprechende Verwendung in den illustrierenden Beispielen anführen.

2. Die Verben werden durch ihre drei Stammformen und das Hilfsverb der zusammengesetzten Zeiten gekennzeichnet, wenn sie stark oder unregelmäßig schwach sind. Bei allen regelmäßig schwachen Verben, die nur mit ‚haben‘ konjugiert werden, fallen jedoch diese immer wiederkehrenden Angaben weg. Dabei wird auch die kleinste Abweichung in der schwachen Konjugation (z. B. rasieren im Partizip ohne ‚ge-‘ oder rechnen mit der präteritalen Endung ‚-ete‘) als Unregelmäßigkeit gewertet, so daß auch diese Verben dann die drei Stammformen aufweisen. Bei allen schwachen Verben mit nichttrennbaren Präfixen dagegen (z. B. be-, ent-, er- usw.), die auch ihr Partizip ohne ‚ge-‘ bilden, verzichten wir aus Platzersparnis auf die drei Stammformen. Auf die Besonderheit des süddeutschen Raumes, wo häufig ‚sein‘ statt hochsprachlichem ‚haben‘ verwendet wird (z. B. er ist gesessen, gestanden), wird nicht eingegangen. Ist aber ein Verb oder ein Bedeutungspunkt eines Verbs in seinem Gebrauch auf das Süddeutsche oder Österreichische beschränkt und dort nur mit ‚sein‘ üblich, so wird selbstverständlich nur dieses Hilfsverb genannt (z. B. anstehen 7). Abweichungen anderer Art werden gleichfalls vermerkt (z. B. ‚er gibt‘ bei geben). Weniger gebräuchliche Verbalformen erscheinen in Klammern [z. B. ‚saugte (sog) ab, hat abgesaugt (abgesogen)‘ bei absaugen]. Sind zwei Formen gleich

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üblich, so werden sie im Kopf des Artikels durch Schrägstrich (z. B. ‚wandte/wendete ab, hat abgewandt/abgewendet‘ bei abwenden), innerhalb eines Punktes durch Komma voneinander getrennt (z. B. /hieb, umg. haute ab/ bei abhauen1 1). Die Verwendung von ‚haben‘ und ‚sein‘ wird stets durch Schrägstrich gekennzeichnet (z. B. ‚hat/ist abgelagert‘ bei ablagern). Für Besonderheiten, die den Rahmen des Wörterbuches überschreiten würden (z. B. unregelmäßige Konjunktivformen), sei auf die Grammatiken verwiesen.

Die transitive, reflexive und intransitive Verwendung des Verbs soll nach Möglichkeit in der Bedeutungsangabe ausgedrückt werden, so daß die Rektion von Stichwort und Bedeutungsangabe übereinstimmt. Es steht also für ein transitives Verb auch eine transitive Erklärung. So kennzeichnen z. B. die ersten vier Punkte des Verbs abstreichen den transitiven Gebrauch in den mit ‚etw.‘ beginnenden Bedeutungsangaben. Die fünfte intransitivische Bedeutungsangabe dagegen, ‚wegfliegen‘, entspricht der intransitiven Verwendung des Verbs. Dieses Prinzip ist, wo immer möglich, angewendet worden. Ist diese Übereinstimmung nicht oder nur teilweise zu erreichen, d. h. kann ein transitives Verb nur intransitiv treffend erklärt werden (z. B. abwarten 1) oder ein intransitives Verb nur reflexiv (z. B. abgehen 3), so muß die Rektion des Stichwortes aus den illustrierenden Beispielen entnommen werden. In solchen Fällen wird der sonst übliche abgekürzte Artikel in den illustrierenden Beispielen ausgeschrieben, um deutlich den Kasus zu kennzeichnen (z. B. abringen). Außerdem kann die Divergenz in der Rektion zwischen Stichwort und Bedeutungsangabe dadurch überbrückt werden, daß die Verwendungsweise des Stichwortes in normierter Form zu Beginn des Punktes steht (z B. ankommen 4). Von dieser Möglichkeit wird vor allem dann Gebrauch gemacht, wenn das Stichwort einen Dativ fordert oder eine schwierige Konstruktion aufweist (z. B. abhelfen, abschwören, absehen 5).

3. Die Adjektive werden durch /Adj./ gekennzeichnet, auch wenn sie in adverbialer Verwendung auftreten (z. B. abgöttisch, absichtlich). Wörter oder Bedeutungen, die nur adverbial vorkommen, bekommen die Kennzeichnung /Adv./ (z. B. allein I 2, gern). Die Steigerungsformen der Adjektive werden dann angegeben, wenn sie unregelmäßig sind oder Umlaut aufweisen. Auf das Fehlen der Steigerung wird nur in besonderen Fällen hingewiesen (z. B. alt 6.7), während alle die Adjektive, die auf Grund ihrer Bedeutung nicht gesteigert werden können (z. B. abspenstig, achtbässig) nicht besonders gekennzeichnet werden.

4. Die anderen Wortarten werden durch die Termini der traditionellen Grammatik oder durch Hinweise, die die Wortart ersetzen, gekennzeichnet (z. B. auf /Präp./, aber /Konj/, ach /Ausdruck einer Empfindung/). In einigen wissenschaftlich ungesicherten Fällen fällt jegliche Kennzeichnung weg (z. B. bei all, das in Wörterbüchern und Grammatiken sowohl als Indefinitpronomen als auch als unbestimmtes Zahlwort oder Adjektiv bezeichnet wird). Die Zahl dieser Fälle ist gering.

Aus dieser Art der Kennzeichnung geht hervor, daß grammatische Gesichtspunkte für den Aufbau der Artikel nicht bestimmend sind (vgl. Punkt I S. 05), wohl aber müssen grammatische Besonderheiten im Artikel erkennbar sein. Wenn bei einem Verb der transitive und intransitive Gebrauch auf Grund der gleichen Bedeutung in einem Punkt zusammengefaßt ist (z. B. abstoßen 1), so muß dieser grammatische

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Unterschied für den Benutzer klar ersichtlich sein: Einerseits durch die Bedeutungsangabe und andererseits, rein äußerlich, durch größere Abstände innerhalb der Zeile.

Das Zurücktreten grammatischer Gesichtspunkte zeigt sich besonders auch in Fällen der Substantivierung, die in der deutschen Gegenwartssprache bei allen Wortarten möglich ist. Die Großschreibung der substantivierten Wörter würde, grammatisch gesehen, ein eigenes Stichwort rechtfertigen. Von der Bedeutung gesehen, erscheint aber ein substantiviertes Adjektiv wie ‚die Anwesenden‘ oder ein substantiviertes Verb wie ‚das Lesen‘ nur als besondere Anwendungsart seines Grundwortes und wird daher im Artikel anwesend und lesen behandelt. Substantivierungen aber, die eine eigene Bedeutung haben (z. B. das Essen) oder vom Standpunkt der Gegenwartssprache als selbständiges Substantiv empfunden werden (z. B. das Bemühen), erhalten einen eigenen Artikel im Wörterbuch4).

VI. Die Zitate

Neben den illustrierenden Beispielen und festen Verbindungen werden auch Zitate aus der Literatur gebracht, die das Stichwort in seinem Gebrauch verdeutlichen sollen. Ihre Zahl und ihre Stelle im Artikel sind nicht festgelegt, sie variieren je nach Notwendigkeit. Grundsätzlich gilt, daß diejenigen Verwendungen, die ohne Zitat gebracht werden, geläufig sein und natürlich klingen müssen (z. B. abrechnen, absägen). Zitate werden in folgenden Fällen gegeben:

1. Dem Ziel des Wörterbuches, vor allem das Gebräuchliche und Typische zu bringen, entspricht die erste Gruppe von Zitaten, zu der die weithin verbreiteten, gleichsam als geflügelte Worte empfundenen Belege gehören (z. B. der Bürger-Beleg bei Aber, der Schiller-Beleg bei ablaufen 6). Sie sind mit dem betreffenden Stichwort eng verbunden. Bisweilen soll ein besonders wertvolles Zitat den Artikel bereichern.

2. Wenn das Stichwort in einer nicht unbedingt typischen Redewendung vorkommt, die dem Benutzer unbekannt und fremd erscheinen könnte, muß ein Zitat die Verwendung veranschaulichen und beweisen (z. B. abhold, ableuchten). Es gibt eine Vielzahl von Wörtern, die überhaupt nicht mit typischen Redewendungen verbunden sind und doch in ihrer Verwendungsweise gezeigt werden sollen. Auch hier ist ein Zitat sprechender als eine gekünstelte normierte Form (z. B. abmerken l und 2, abtrumpfen, abtun 3, Abtrag 1). Gelegentlich begegnen dadurch in kleinen Artikeln unter einem verwendungsarmen Stichwort mehrere Zitate hintereinander (z. B. abhaspeln), während die größeren so reich an guten illustrierenden Beispielen sind, daß Zitate kaum nötig erscheinen (z. B. abkühlen, absetzen).

3. Unbekannt und fremd erscheinen dem Benutzer meist veraltete, absterbende und selten gebrauchte Wörter und Redewendungen. Daher müssen auch sie durch Zitate belegt werden (z. B. Abschach, abwendig, aalig).

Für die Zitierweise waren die folgenden zwei Richtlinien bestimmend:

1. Der Beleg muß die genaue Stellenangabe haben, so daß er jederzeit nachzuschlagen ist. Damit erfüllen wir den Wunsch aller derjenigen, die den Textzusam-

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menhang des Zitates kennen wollen oder denen aus anderen Gründen ein Aufsuchen des Beleges nötig ist5).

2. Das Wörterbuch wendet sich an breitere Kreise, denen die im Quellenverzeichnis angegebenen Ausgaben nicht oder nur schwer zugänglich sind. Ihnen nützt die Angabe 6,194 oder 9,210 wenig. Sie wüßten gern, in welchem Werk der Beleg vorkommt. Diese Überlegung hat die unterschiedliche Zitierweise von Prosa, Dramen und Gedichten bestimmt. Der Benutzer hat dadurch den Vorteil, bei Dramen und kürzeren Werken (etwa Gedichten oder Novellen) das Zitat in einer eigenen Ausgabe finden und nachlesen zu können, bei großen Werken wie Th. Manns Zauberberg zumindest zu wissen, in welche Schaffensperiode des Autors, in welchen Teil des Werkes das von ihm gesuchte Wort gehört. Die zweite Richtlinie also, die das Auffinden in anderen Ausgaben erleichtern soll, hat zu diesen verschiedenen Typen der Zitierung geführt, die nunmehr in Beispielen gezeigt seien. Abkürzungen beim Namen des Autors oder beim Werktitel erfolgen aus Gründen der Raumersparnis. Sie sind so gehalten, daß der vollständige Name oder Titel meistens ohne weiteres, in jedem Fall aber aus dem Quellenverzeichnis, erschlossen werden kann, das dem 2. Band beigelegt wird (vgl. S. 033).

I. Prosa

1. Prosawerke werden nach Autor, Titel und Seite zitiert, z. B. Feuchtw. Jüd. Krieg 193.

2. Der Titel des Prosawerkes wird in Klammern hinzugefügt:

a) bei bekannten Romanen oder Erzählungen, die aus gesammelten Werken zitiert werden, z. B. Th. Mann 2,283 (Zauberberg);

b) bei bekannten Erzählungen, die einem einzelnen Sammelband entnommen wurden, z. B. Bredel Heerstraßen 53 (Vitalienbrüder).

3. Der Titel eines Prosawerkes, das aus gesammelten Werken oder einem einzelnen Sammelband zitiert wird, erscheint nicht, wenn es sich um ein weniger bekanntes Werk handelt. In diesem Fall wird z. B. zitiert Raabe II 6,302. Diese Einschränkung muß aus Raumgründen gemacht werden.

II. Dramen

1. Dramen werden stets nach Autor und Titel zitiert, d. h. auch wenn sie gesammelten Werken entnommen wurden. Die Stellenangabe erfolgt:

a) nach Akt (in römischen Ziffern) und Szene (in arabischen Ziffern), z. B. Schiller Räuber III 5;

b) nur nach Akt bzw. nur nach Szene, wenn keine Szenen- bzw. keine Akteinteilung vorhanden ist, z. B. G. Hauptm. Henschel II, Brecht Galilei 12;

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c) nach der Seite des Bandes, dem das Drama entnommen wurde, wenn weder Akt-noch Szeneneinteilung gegeben ist, z. B. Brecht Baal128.

2. Goethes Faust wird nach Zeilen zitiert, z. B. Goethe Faust I 1485.

3. Opern werden nach dem Komponisten zitiert, da sie durch ihn und nicht durch den Autor des Textes bekannt sind. Im übrigen werden sie wie Dramen behandelt, z. B. Beethoven Fidelio II 5.

III. Gedichte und Lieder

1. Bekannte Gedichte werden nach Autor und Überschrift oder Gedichtanfang zitiert, z. B. Schiller Bürgschaft, Heine Ich weiß nicht.

2. Weniger bekannte Gedichte werden entweder nach Autor, Titel des Sammelbandes und Seite oder nach Band- und Seitenzahl zitiert, z. B. George Siebter Ring 46, Mörike 1,65.

3. Lieder, die nicht durch den Komponisten oder Textautor bekannt geworden sind, werden nach ihrer Gattung und dem Liedanfang zitiert, z. B. Volksl., An der Saale; Arbeiterl., Brüder, zur Sonne. Zu dieser Gruppe gehören alle Volkslieder sowie Arbeiter-, Kinder-, Kirchen- und Weihnachtslieder.

4. Kunstlieder, die ihre Verbreitung vor allem dem Komponisten verdanken, werden wie Opern nach diesem und nicht nach dem Textautor zitiert, z. B. Brahms Feldeinsamkeit.

IV. Zeitungen und Zeitschriften

Bei Tageszeitungen und Zeitschriften wird nur das Erscheinungsjahr angegeben, z. B. Forschungen und Fortschritte 1958. Ein Zusatz bei Tageszeitungen (Tageszeitung DDR oder Tageszeitung BRD bzw. ‚Schweizer‘ oder ‚Österreichische‘ Tageszeitung) wird auf solche Fälle beschränkt, in denen mit dem Zitat das besondere Verbreitungsgebiet des Stichwortes bezeugt werden soll.

Übersetzungen werden im allgemeinen im Wörterbuch nicht zitiert, es sei denn in Ausnahmefällen, wie etwa die Schlegelsche Übersetzung der Dramen von Shakespeare, die eine eigene literarische Leistung darstellt.

VII. Die Aussprache

1. Der Akzent

Der Akzent, der auf die erste Silbe des Wortes fällt, wird nicht angegeben. Nur in Ausnahmefällen, in denen meist auch über die Länge oder Kürze des betonten Vokals Zweifel bestehen können, wird er der Eindeutigkeit wegen gesetzt. Solche Ausnahmefälle sind vor allem einsilbige Fremdwörter (z. B. Chrom), gelegentlich auch mehrsilbige (z. B. Alma mater). Liegt der Akzent auf einer anderen Silbe, so wird er durch Punkt oder Strich gekennzeichnet. Dabei bezeichnet der Punkt die Kürze, der Strich die Länge des akzenttragenden Vokals oder den akzenttragenden Diphthong (z. B. Abonnẹnt, lebẹndig, Journal, abscheulich).

Nebenakzente werden nicht berücksichtigt.

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Nichtbetonte Vokale werden in deutschen Wörtern nach ihrer Quantität nicht gekennzeichnet. Wohl aber wird in Fremdwörtern die Länge eines nichtbetonten e und ä bei nachtoniger Stellung durch Doppelpunkt (:) angegeben, z. B. Cọcktail [kọkte:l]. Gelegentlich ist diese Differenzierung auch bei anderen Vokalen nötig, z. B. Cọvercoat [kạwerko:t]. Diese Regelung hat sich erst aus der fortschreitenden Arbeit ergeben und wird von Lieferung 10 an konsequent durchgeführt.

2. Die Umschrift

Die allgemeinen Ausspracheregeln der deutschen Sprache werden als bekannt vorausgesetzt. Dazu werden auch folgende Fälle gerechnet, die nicht umschrieben werden:

die Aussprache von st und sp im Stammanlaut als [scht..] und [schp..],

die Aussprache der Endsilbe -ig als [..ich], z. B. in ewig,

die Aussprache der Endsilbe -tion als [..zjon], z. B. in Nation,

die Aussprache von th, ph, rh in Fremdwörtern als [t, f, r], z. B. in Theater, Philosophie, Rhythmus. Zur Aussprache des Ach-/Ich-Lautes s. u.

Aussprachehilfen werden für alle Wörter gegeben, die von den allgemeinen Ausspracheregeln abweichen, also vor allem für die Fremdwörter. Nach reiflicher Überlegung und wiederholter Beratung mit Fachkollegen wurde beschlossen, nicht die Internationale Lautschrift (API) anzuwenden, sondern eine Umschrift, die soweit wie möglich mit der deutschen Orthographie auskommt. So schreiben wir statt API [ʃ, ts, v] hier [sch, z, w]. Für deutsche Benutzer wird diese Umschrift leichter lesbar sein, und bei dem Ausländer, der das Wörterbuch benutzt, muß so viel Kenntnis des Deutschen vorausgesetzt werden, daß auch ihm keine Schwierigkeiten daraus erwachsen. Für diese Entscheidung war auch die Tatsache wichtig, daß in diesem Wörterbuch meist nur Wortteile oder Einzelbuchstaben und selten ganze Wörter umschrieben werden. Bei Anwendung der Internationalen Lautschrift hätte sich z. B. für das Wort Kaviar die Umschrift [..v..] ergeben. Bei der hier gewählten Umschrift dagegen bietet sich dem Benutzer das Bild: Kaviar [..w..].

Einige im deutschen Alphabet nicht vorkommende Zeichen, die für die Lautbezeichnung von Fremdwörtern wichtig sind, werden aus der API übernommen:

  • ʒ = stimmhafter Sch-Laut wie in Journal, Garage,
  • ŋ = ng wie in singen,
  • ɔ = offenes o, lang wie in all right,
  • ə = kurzes schwaches e wie in Crêpe de Chine,

das Nasalierungszeichen für Nasalvokale, das über die deutschen Vokale tritt; also

  • ã wie in der Aussprache mit Nasalvokal in Chance,
  • õ wie in der Aussprache mit Nasalvokal in Fond,
  • ö̃ wie in der Aussprache mit Nasalvokal in Parfum,
  • ẽ wie in der Aussprache mit Nasalvokal in Bassin.

Betonte Nasalvokale werden in vielen deutschen Gebieten, wenn überhaupt, etwas gelängt gesprochen. Da es nicht praktisch erschien, hierfür ein besonderes Zeichen neben dem der Länge und Kürze ( _ und .) zu verwenden, werden die betonten Nasalvokale mit dem Zeichen . versehen.

[Seite 027]

Neben der Aussprache mit Nasalvokal setzt sich in vielen Gebieten bei häufig gebrauchten Fremdwörtern immer stärker die Aussprache mit Vokal + ŋ durch (z. B. Bassịn wie [baßẹŋ], Chance wie [schaŋße] usw.). Der Grad der Eindeutschung wird in diesem Wörterbuch in solchen Fällen durch die Umschrift angedeutet:

nicht eingedeutschte Fremdwörter: Agrémẹnt [..mạ̃],

nur teilweise eingedeutschte Fremdwörter, bei denen die Aussprache mit Nasalvokal an erster Stelle steht: avancieren [awãßi.., awãßi..]

eingedeutschte Fremdwörter, bei denen die Aussprache mit Nasalvokal an zweiter Stelle steht: Bassịn wie [baßẹŋ, baßẹ̃],

eingedeutschte Fremdwörter, die nicht nasaliert gesprochen werden: Bon [boŋ].

Die Unterscheidung des Ach- bzw. Ich-Lautes wird in deutschen Wörtern nicht angegeben (z. B. Bach, Licht), ebensowenig in Fremdwörtern, in denen diese Laute den deutschen Ausspracheregeln folgen (z. B. Mechanik, Sacharin). Nur in seltenen Fällen, wo diese Unterscheidung bei Fremdwörtern durch eine vom Deutschen abweichende Aussprache nötig erscheint, werden aus der API die Zeichen x für den Ach-Laut und ç für den Ich-Laut übernommen.

Ähnlich wird bei der unterschiedlichen Aussprache der S-Laute verfahren. In deutschen Wörtern und in eingedeutschten Fremdwörtern wird die Unterscheidung zwischen dem stimmlosen und dem stimmhaften Laut nicht durch Umschrift gekennzeichnet (z. B. sagen, Sekte, weise, weiße). Lediglich bei Fremdwörtern, die von den deutschen Ausspracheregeln abweichen, muß eine Kennzeichnung erfolgen. Wir haben uns dazu entschlossen, nicht die Zeichen der API zu benutzen, sondern ß für den stimmlosen, s für den stimmhaften Laut (z. B. Farce [farße], Baiser [bäse]).

Fehlende Wertteile werden durch .. wiedergegeben (z. B. Kaviar [..w..]), getrennte Aussprache durch - (z. B. kooperieren [ko-op..]).

VIII. Die Herkunft

Wie die Aussprache, so liegt auch die Herkunft am Rande der Aufgaben dieses Wörterbuches. Daher werden nur kurze Herkunftsbezeichnungen gegeben, die in Winkelklammern ⟨ ⟩ stehen6). Fremdsprachige Wortformen können bis auf ganz wenige Ausnahmen (s. unten Punkt 8) nicht gebracht werden.

Herkunftsangaben erhalten nur Fremdwörter, die in der Gegenwartssprache nach Lautverbindungen, Aussprache oder Betonung als fremd erkannt werden. Wörter wie Fenster und Sport, die heute als deutsch empfunden werden, sowie alle deutschen Wörter erhalten demnach keinen Hinweis auf ihre Herkunft. Allee dagegen, durch fremde Betonung gekennzeichnet, bekommt den Hinweis ⟨franz.⟩.

Bei Fremdwörtern, die nicht unmittelbar aus der Sprache, in der sie entstanden sind, ins Deutsche drangen, sondern den Weg über Zwischenstationen genommen haben, kann im allgemeinen nur die Sprache angegeben werden, die dem Wort im wesentlichen die formale Prägung gegeben hat. Dies kann die ursprüngliche Quelle

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sein wie bei Alkoholarab.⟩, eine Zwischenstation wie bei Alchimiearab.⟩ oder auch die unmittelbare Lehnsprache wie bei Abbéfranz.⟩.

Bei zusammengesetzten Fremdwörtern wird nur dann die Herkunftsbezeichnung angegeben, wenn ein Teil der Zusammensetzung im Wörterbuch nicht als ein besonderes Stichwort mit Herkunftsbezeichnung vorkommt. So erhält Aero-drom die Herkunftsbezeichnung ⟨griech.⟩, weil es '-drom' im Deutschen als selbständiges Wort nicht gibt. Ebenso wird bei Zusammensetzungen von Fremdwörtern mit Vorsilben verfahren, z. B. Anti-podegriech.⟩.

Folgende Sonderfälle sind zu beachten:

1. Sind an einen Fremdwortstamm deutsche Vor- oder Nachsilben angetreten wie bei ver-absolutierenlat.⟩, alkohol-ischarab.⟩, oder Nachsilben einer anderen Fremdsprache, wie z. B. die lateinische Nachsilbe ‚-ion‘ bei Automat-iongriech.⟩, so bezieht sich die Herkunftsbezeichnung nur auf den Wortstamm.

2. Bei zusammengesetzten Wörtern oder Wortverbindungen, die zwei verschiedenen Fremdsprachen entstammen, werden zwei Herkunftsbezeichnungen gegeben, wenn mindestens ein Teil im Wörterbuch an alphabetischer Stelle nicht vorkommt. Sie werden durch Pluszeichen miteinander verbunden, z. B. Après-Skifranz. + norweg.⟩. Das gleiche Verfahren wird bei Wörtern angewandt, die mit einer für den Laien schwer erkennbaren fremden Vorsilbe zusammengesetzt sind, z. B. amoralischgriech. + lat.⟩.

3. Bei Wörtern, die aus ferner liegenden Sprachen über Zwischenstationen ins Deutsche entlehnt worden sind, können mehrere Herkunftshinweise gegeben werden, wenn die Mittlersprachen das Wort formal stark umgestaltet haben, z. B. Admiralarab. -> franz.⟩. Diese Hinweise beziehen sich nur auf den Wortstamm (vgl. Punkt 1).

4. Bei Wörtern, die aus zwei miteinander eng verwandten Sprachen ins Deutsche entlehnt wurden oder bei denen sich nicht entscheiden läßt, aus welcher der beiden Sprachen sie entlehnt wurden, werden beide Sprachen, durch Schrägstrich voneinander getrennt, angegeben, z. B. avisierenfranz./ital.⟩.

5. Wörter, deren Herkunft unsicher ist, werden durch den Zusatz ‚Herkunft unsicher‘ gekennzeichnet, z. B. AbrakadabraHerk. unsicher⟩.

6. Wörter, die in jüngerer oder jüngster Zeit willkürlich aus nicht genau bestimmbarem Sprachmaterial geprägt worden sind – insbesondere Bezeichnungen für Industrieprodukte – erhalten den Hinweis ‚Kunstwort‘, z. B. PerlonKunstw.⟩.

7. Wörter, die aus anderen Wörtern gekürzt worden sind, werden als ‚Kurzwort‘ bezeichnet, wobei die Vollform angegeben wird, z. B. AbiKurzw. für Abitur⟩.

8. Wörter, deren Herkunft man wegen ihrer äußeren Gestalt in falsche Beziehung setzt, erhalten eine kurze etymologische Angabe, z. B. Armbrustlat. arcuballista⟩, Beifußahd. / bîbôz⟩. Diese Angaben bleiben auf ganz wenige Fälle beschränkt.

9. Wörter, die auf einen Eigennamen zurückgehen, erhalten den Hinweis ⟨EN⟩, wenn möglich mit Angabe der Sprache, die den Eigennamen geprägt hat, z. B. Amperefranz. EN⟩. Dieses Verfahren wird auch bei Ableitungen und Zusammensetzungen von Eigennamen angewandt, z. B. Alexandrinergriech. EN⟩. Der Hinweis ⟨EN⟩ unterbleibt jedoch bei Wörtern, bei denen aus der Sacherklärung klar

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hervorgeht, daß sie auf einen Eigennamen zurückgehen, z. B. aristotelisch, ferner insbesondere bei Länder- und Völkernamen, z. B. Amerika, Albanier, und mythologischen Gestalten, z. B. Adonis. Die Herkunftsangaben des Wörterbuches sollen nur als Hinweis dienen, aber nichts Bindendes über die Etymologie aussagen, wofür Spezialwörterbücher zur Verfügung stehen.

* * *

Bei der Entstehung des Wörterbuches haben viele Ratgeber helfend zur Seite gestanden. Es ist uns ein Bedürfnis, ihnen allen unseren aufrichtigen Dank zu sagen. Er gilt an erster Stelle Prof. Dr. Theodor Frings, dem Direktor des Instituts für deutsche Sprache und Literatur, und Prof. Dr. Wilhelm Wissmann, der wesentlichen Anteil an der Erarbeitung der Richtlinien hatte und die Arbeit jederzeit mit seinem Rat begleitete. Prof. Dr. Hugo Siebenschein (Prag) hat von Beginn an und auf vielen Arbeitstagungen mit seiner Erfahrung und seinem Rat das Wörterbuch unterstützt. Manche Diskussionen mit führenden Mitarbeitern des Deutschen Wörterbuches der Brüder Grimm, besonders mit Prof. Dr. Johannes Erben, sowie auch die kritischen Beiträge der vom Institut für deutsche Sprache und Literatur veranstalteten Internationalen Tagung zu Ehren des 70. Geburtstages von Prof. Dr. Th. Frings im Juli 19567) halfen, auftauchende Probleme zu lösen und den Weg zu ebnen. Besonderer Dank gebührt Prof. Dr. Bernhard Beckmann und Dr. Johannes Mantey, die uns das Archiv des Deutschen Wörterbuchs der Brüder Grimm zur Verfügung stellten.

Große Unterstützung in allen fachsprachlichen und landschaftlichen Fragen haben wir von folgenden Damen und Herren erhalten: Dr. med. Dora Adam, Berlin; Dipl.-Berging. Heinrich Anacker, Halle/Saale; Dr. theol. Hans-Ulrich Delius, Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin; Dr. phil. Wolfgang Ebert, Dudenredaktion Leipzig; Sportredakteur Herbert Gast, Berlin; Dipl.-Ing. Hans-Ulrich Geske, Ilmenau/Berlin; Architekt Dipl.-Ing. Johann Gregor, Berlin; Dr. phil. Wolfdietrich Hartung, Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin; Dr. phil. Werner P. Heyd, Oberndorf/Neckar; Dr. phil. Elisabeth Knitl, Bayerische Akademie der Wissenschaften, München; Dr. rer. nat. Eberhard Königsmann, Berlin; Dr. phil. Heinrich Micko, Landeck/Tirol; Prof. Dr. Walther Niekerken, Hamburg; Forstwirt Alfred Peschel, Berlin; Rechtsanwalt Dr. jur. Reinhard Preuss, Berlin; Chemiker Dr.-Ing. Fritz Püschel, Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin; Dipl.-Phys. Heinz Radelt, Berlin; Gustav Reder, Rostock; Korrektor Alfred Schlegel, Berlin; Dr. rer. pol. Fritz Schlegel, Deutsche Akademie der Landwirtschaftswissenschaften zu Berlin; Prof. Dr. Hugo Siebenschein, Prag; Dr. phil. Ursula Stötzer, Institut für Sprechkunde und phonetische Sammlung, Halle/Saale.

Sie alle haben mit viel Verständnis und manchem Zeitopfer sachliche und sprachliche Probleme mündlich, fernmündlich oder brieflich mit uns geklärt, unsere Formulierungen im Endmanuskript kontrolliert und beratend beeinflußt. Die Verantwortung für die Art der Berücksichtigung ihrer Vorschläge lag jedoch bei uns. Auch vielen,

[Seite 030]

hier nicht namentlich aufgeführten Helfern des ganzen deutschen, österreichischen und Schweizer Sprachgebietes, die uns mit zusätzlichen Belegen, Hinweisen und gelegentlichen Auskünften unterstützten, sei hier gedankt.

Manchen Nutzen zogen wir aus der verständnisvollen und förderlichen Kritik einer großen Anzahl von Rezensionen, die wir bereits in den späteren Lieferungen des 1. Bandes in dem von uns gesteckten Rahmen berücksichtigen konnten.

Für tatkräftige Hilfe beim Korrekturlesen und viele damit verbundene sehr nützliche Hinweise schulden wir besonderen Dank Prof. Dr. Hennig Brinkmann (Münster), Prof. Dr. Johannes Erben (Berlin), Prof. Dr. Walther Niekerken (Hamburg), Prof. Dr. Hugo Siebenschein (Prag), Prof. Dr. Wilhelm Wissmann (München) und Lektor Bernhard Bauer (München).

Die ersten Artikel, die als Modelle und Grundlage der Diskussion dienten, wurden von den Herausgebern und Dr. Helene Malige-Klappenbach geschaffen. Mitarbeiter des 1. Bandes waren außerdem: Dr. Günter Bellmann (bis 1960), Christa Blumrich, Dr. Irma Dymke, Dr. Wolfdietrich Hartung(bis 1959), Dieter Herberg, Hans-Joachim Ilsmann, Dr. Günter Kempcke, Klaus-Dieter Ludwig, Dr. Wolfgang Müller (bis 1960), Edelgard Muhlak, Dr. Jürgen Scharnhorst, Rosemarie Schnerrer, Dr. Herbert Sparmann und Elke Tellenbach. An den Exzerptionen haben neben allen Mitarbeitern viele andere kürzere oder längere Zeit mitgeholfen, vor allem Bettina und Gertrud Powitz (bis 1960). Von unseren bewährten technischen Kräften, die die mühevollen Vorarbeiten eines Wörterbuches seit Jahren gewissenhaft betreuen, seien auf Grund ihrer Arbeit am Druckmanuskript besonders Freya Boltenhagen und Anneliese Kahlert genannt.

Allen Mitarbeitern des Verlages und der Druckerei wollen wir für die Aufmerksamkeit und das Interesse, mit dem sie diese Arbeit betreut haben, unseren besonderen Dank sagen.

Ruth Klappenbach

Wolfgang Steinitz

Berlin, im März 19648

Fußnoten

1) Zu seinem Plan vgl. Wolfgang Steinitz „Über die Aufgaben, der Abteilung Deutsche Sprache der Gegenwart” in: Das Institut für deutsche Sprache und Literatur. (Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Sprache und Literatur 1) Berlin 1954, S. 76–79 (= Wissenschaftliche Annalen 1952, S. 499–502.)

2) Die im Vorwort zur 1. und 2. Lieferung verwendeten Termini „Stilsphäre” und „Nuance” sind aus Gründen der Vereinheitlichung aufgegeben worden.

(2 Siehe nebenstehende Fußnote)

3) Hugo Moser in: Deutsche Weltgeschichte 2. Bd. Berlin 1959, S. 514.

4) Besonders typische phraseologische Wendungen bei einer Substantivierung {z. B. bei das Aber) sind nur in den ersten Lieferungen in einem selbständigen Artikel behandelt worden.

5) Zu dieser Entscheidung vgl. den Aufsatz von Ruth Klappenbach über das zukünftige Wörterbuch in: Deutschunterricht (Berlin) 1958, S. 142ff. und den Bericht von Hennig Brinkmann in: Wirkendes Wort 1958, S. 241 ff. Auf die dort gestellte Anfrage, ob genaue Zitierung oder bloße Nennung von Autor und Werk erwünscht sei, trat die überwiegende Mehrzahl der Antworten für genaue Zitierung ein.

6) Zur Entscheidung über diese Frage vgl. die zwei in Fußn. 5 genannten Aufsätze. Auf die darin gestellte Anfrage, ob knappe Herkunftsangabe oder Verzicht auf jeglichen Hinweis erwünscht sei, traten fast alle Antworten für den ersten Weg ein.

7) Den Teilnehmern lag ein Probedruck der Wörter mit abs- zur Diskussion vor.

8) Die ersten drei Lieferungen des Wörterbuches erschienen 1961.

[Seite 031]

Typographisches

In den Wortartikeln, z. B.

Alarm, der; -(e)s, -e ital.> Warnung bei Gefahr: voreiliger, blinder A.; umg. A. (Lärm) schlagen; hist. A. blasen⌝; A.! /Ruf zur Bereitschaft/; /übertr./ Beunruhigung: Eine leichte Tuberkulose ... die nicht zum Alarm nötigte Frisch Stiller 117
dazu Atom-, Feuer-, Flieger-, Probe-, Voll-, Voralarm

erscheinen folgende Drucktypen:

normal fett: das Stichwort
normal: die grammatischen Angaben (z. B. die Kasusendungen) und alle Verwendungen, in denen das Stichwort vorkommt
kursiv: 1. die Bedeutungen
  2. die in Schrägstriche eingeschlossenen grammatischen Termini und kommentierenden Bemerkungen
  3. die in < > stehenden Herkunftsangaben
  4. die Namen von zitierten Werken
normal gesperrt: 1. die Bewertungen und Kennzeichnungen
  2. besonders betonte Wörter in den illustrierenden Beispielen (z. B. Abwasch1 l: das ist ein Abwasch)
Kapitälchen: die Autoren
Kleindruck: die Verweise auf Wörter, die an anderer alphabetischer Stelle abgehandelt werden.

Spatien (größere Abstände zwischen den Wörtern) dienen der Auflockerung von Artikeln. Sie deuten Sinneseinschnitte (z. B. acht) oder neue grammatische Verwendungen (z. B. anlagern) an.

Das Stichwort wird durch den Anfangsbuchstaben abgekürzt, es sei denn, es besteht nur aus zwei Buchstaben. Das abgewandelte Stichwort wird ausgeschrieben. Abgewandelte Adjektive werden jedoch aus Platzersparnis bis auf wenige Ausnahmen immer abgekürzt. Solche Ausnahmen sind z. B. Fälle, in denen statt der zu erwartenden flektierten Form die unflektierte steht (z. B. ein gut Teil). In Zitaten wird das Stichwort immer ausgeschrieben.

Aus Gründen der Platzersparnis werden auch bestimmter und unbestimmter Artikel in den illustrierenden Beispielen durch d. und e. wiedergegeben, wenn sie vor zwei oder mehreren Substantiven gleichen oder verschiedenen Geschlechts stehen. Vor einem einzigen Substantiv und bei eventuellen Mißverständnissen werden sie ausgeschrieben.

Zeichen

  Das Komma innerhalb der illustrierenden Beispiele reiht Ähnliches aneinander. Zwischen grammatischen Doppelformen (z. B. bei abbauen1 1 zwischen zwei verbalen Stammformen ein und derselben Zeit) soll es — im Gegensatz zur Klammer — die gleiche Gebräuchlichkeit beider Formen andeuten.

[Seite 032]

; Das Semikolon innerhalb der illustrierenden Beispiele trennt verschiedenartige Gruppen voneinander. Zwischen zwei Bedeutungsangaben gesetzt, soll es meist eine geringe Abweichung der zweiten Bedeutung andeuten, die aber noch keinen neuen Punkt rechtfertigt (z. B. Abschlußzeugnis, absehen 5).
: Der Doppelpunkt in der Aussprachebezeichnung gibt die Länge eines nicht betonten, nachtonigen Vokals an (z. B. Cọcktail [kọkte:l]).
( ) In runden Klammern stehen
  1. Ergänzungen, die ohne weiteres weggelassen werden können (z. B. abzählen 2, abzapfen 1), oder Erweiterungen zur Bedeutungsangabe, die nur für einige Fälle der illustrierenden Beispiele zutreffen (z. B. auspacken 2, avisieren 1),
  2. nachgestellte Bedeutungsangaben (vgl. Pkt. II),
  3. weniger gebräuchliche grammatische Doppelformen (z. B. absaugen, Ananas).
/ / In Schrägstrichen stehen die grammatischen und kommentierenden Hinweise.
[ ] In eckigen Klammern stehen die Zusätze innerhalb eines Zitates und die Angaben zur Aussprachebezeichnung eines Wortes.
⟨ ⟩ In Winkelklammern stehen die Angaben zur Herkunft eines Wortes.
Der kleine senkrechte Winkel gilt als 'Grenzzeichen' für die Geltung einer Bewertung oder Kennzeichnung (z. B. Abbruch 5, abschneiden 1); siehe S. 017f.
Der Pfeil besagt, daß ein Wort über eine zweite Sprache ins Deutsche gedrungen ist (z. B. arab. → ital.).
Der waagerechte Strich steht für das unveränderte Stichwort. In der Umschrift deutet er getrennte Aussprache an (z. B. [alo-e]).
–̣ Der waagerechte Strich mit Betonungspunkt steht für das unveränderte Stichwort, das den Ton trägt (z. B. all-:–̣tags).
·͜ Der Bogen mit Betonungspunkt gibt die Kürze von ie an (z. B. Dreivị͜ertel-).
/ Der Schrägstrich steht
  1. in einem Zitat, um die Gliederung in Verse zu kennzeichnen (z. B. abgesagt),
  2. bei einem Nebeneinander von ‚hat‘ und ‚ist‘ bei Verben in der zusammengesetzten Zeit (z. B. abstreichen, abwandern),
  3. im Kopf des Artikels, wenn für die gleiche grammatische Kategorie verschiedene gleichwertige Formen möglich sind (z. B. Abdruck, abwenden),
  4. bei Herkunftsangaben, vgl. Punkt VIII 4 (z. B. avisierenfranz./ital.⟩)
3 Punkte stehen für weggelassene Wörter.
. 2 Punkte stehen bei der Lautschrift für einen Teil des Stichwortes.

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Das Quellenverzeichnis wird dem 2. Band beigelegt, da sich im Laufe der Arbeit und auf Grund der in den Rezensionen geäußerten Wünsche die Exzerption zahlreicher neuer Werke als notwendig erwies, die in diesem Band noch nicht vertreten sind.

Abkürzungsverzeichnis

Abk. Abkürzung BRD Bundesrepublik Deutschland

Adj. Adjektiv Buchbind. Buchbinderei
adj. adjektivisch Buchw. Buchwesen
Adv. Adverb    
adv. adverbial Chem. Chemie
afrikan. afrikanisch    
ägypt. ägyptisch d. der, die, das, dem, den, des
ahd. althochdeutsch Dat. Dativ
Akk. Akkusativ Dat.obj. Dativobjekt
Akk.obj. Akkusativobjekt DDR Deutsche Demokratische Republik
Akt. Aktiv    
altind. altindisch Dem.pron. Demonstrativpronomen
altnord. altnordisch dial. Mat. dialektischer-historischer Materialismus
amerik. amerikanisch    
arab. arabisch dicht. dichterisch
Archäol. Archäologie dt. deutsch
Architekt. Architektur    
Art. Artikel e. ein, eine, einem, einen, einer, eines
Astron. Astronomie    
attr. attributiv Eisenb. Eisenbahn
austral. australisch Elektrotechn. Elektrotechnik
    EN Eigenname
bask. baskisch engl. englisch
Bauw. Bauwesen erzgeb. erzgebirgisch
Bergm. Bergmannssprache eskim. eskimoisch
berl. berlinisch etw. etwas
bes. besonders    
best. Art. bestimmter Artikel fachspr. fachsprachlich
bibl. biblisch Fem. Femininum
bild. Kunst bildende Kunst Fliegerspr. Fliegersprache
bildl. bildlich Flugw. Flugwesen
Binnenschiff. Binnenschiffahrt Forstw. Forstwirtschaft
Biol. Biologie Fotogr. Fotografie
Bot. Botanik franz. französisch
Böttch. Böttcherei Fut Futur

[Seite 034]

Gastron. Gastronomie Komp. Komparativ
geh. gehoben Konj. Konjunktion
Gen. Genitiv Kunstgesch. Kunstgeschichte
Geogr. Geographie Kunstw. Kunstwort
Geol. Geologie Kurzw. Kurzwort
Geophys. Geophysik Kybern. Kybernetik
Ggs. Gegensatz    
Gramm. Grammatik landsch. landschaftlich
griech. griechisch Landw. Landwirtschaft
    lat. lateinisch
H. Heft    
Handarb. Handarbeit mal. malaiisch
Handw. Handwerk Mask. Maskulinum
Hauswirtsch. Hauswirtschaft Math. Mathematik
hebr. hebräisch meckl. mecklenburgisch
Herk. Herkunft Med. Medizin
Hilfsvb. Hilfsverb Meteor. Meteorologie
hindustan. hindustanisch Mil. Militär
hist. historisch Min. Mineralogie
Hotelw. Hotelwesen mitteldt. mitteldeutsch
Hüttenw. Hüttenwesen Modalvb. Modalverb
    Mus. Musik
Idealism. Idealismus Naturwiss. Naturwissenschaften
ind. indisch naz. nazistisch
Indef.pron. Indefinitpronomen Neubedeut. Neubedeutung
indekl. indeklinabel Neupräg. Neuprägung
indian. indianisch Neutr. Neutrum
indir. Rede indirekte Rede neutr. neutral
Industr. Industrie niederl. niederländisch
Inf. Infinitiv Nom. Nominativ
Interj. Interjektion norddt. norddeutsch
Interr.pron. Interrogativpronomen nordostdt. nordostdeutsch
ir. irisch nordwestdt. nordwestdeutsch
ital. italienisch norweg. norwegisch
    Num. Numerale
Jägerspr. Jägersprache    
japan. japanisch Okkultism. Okkultismus
jmd. jemand Opt. Optik
jmdm. jemandem Ord.zahl Ordinalzahl
jndn. jemanden österr. österreichisch
jnds. jemandes ostmitteldt. ostmitteldeutsch
Jur. Jura    
Kard.zahl Kardinalzahl Päd. Pädagogik
Kaufm. Kaufmannssprache papierdt. Papierdeutsch
kelt. keltisch Parl. Parlament
Kernphys. Kernphysik Part. Partizip
Kinderspr. Kindersprache part. Adj. partizipiales Adjektiv
Kochk. Kochkunst part. Adv. partizipiales Adverb

[Seite 035]

Part. Präs. Partizip Präsens s. siehe1)
Part. Prät. Partizip Präteritum salopp salopp-umgangssprachlich
Pass. Passiv scherzh. scherzhaft
Perf. Perfekt Schießsp. Schießsport
Pers. Person Schimpfw. Schimpfwort
pers. persisch Schreibg. Schreibung
persönl. persönlich Schuhmach. Schuhmacherei
Pers.pron. Personalpronomen Schülerspr. Schülersprache
Pharm. Pharmazie Schulw. Schulwesen
Philat. Philatelie Schweiz. schweizerisch
Philos. Philosophie Seemannsspr. Seemannssprache
Phonet. Phonetik semit. semitisch
Phys. Physik Sg. Singular
Physiol. Physiologie Soldatenspr. Soldatensprache
Pl. Plural span. spanisch
Plusquamperf. Plusquamperfekt spött. spöttisch
Polit. Politik Sprachwiss. Sprachwissenschaft
Polit. Ök. Politische Ökonomie sprichw. sprichwörtlich 2)
portug. portugiesisch Studentenspr. Studentensprache
Poss.pron. Possessivpronomen Subst. Substantiv
präd. prädikativ subst. substantivisch, substantiviert
Präp. Präposition süddt. süddeutsch
präp. präpositional südwestdt. südwestdeutsch
Präs. Präsens Superl. Superlativ
Prät. Präteritum    
Pron. Pronomen Tabakwarenind. Tabakwarenindustrie
Pronominaladv. Pronominaladverb Techn. Technik
Psych. Psychologie Textil. Textilindustrie
    u. und
räuml. räumlich übertr. übertragen
Refl.pron. Reflexivpronomen Uhrm. Uhrmacherhandwerk
Rel. Religion umg. normalsprachlich-umgangssprachlich
Rel. ev. Religion evangelisch    
Rel. jüd. Religion jüdisch    
Rel. kath. Religion katholisch unbest. Art. unbestimmter Artikel
Rel.pron. Relativpronomen ungebräuchl. ungebräuchlich
röm. römisch unpers. unpersönlich
    Rundf. Rundfunk
Vb. Verb russ. russisch
veralt. veraltet

1) der Hinweis s. weist, meist von einer Nebenform, auf die normalsprachliche oder gebräuchlichere Form des Stichwortes (z. B. Aast landsch. s. Aas 2a; abkloppen s. abklopfen 4), bei der auf Grund der gleichen sprachlichen Verhältnisse der Wortartikel steht.

2) darunter werden Sprichwörter (z. B. bei Abend 1 b ‚es ist noch nicht aller Tage Abend‘) und sprichwörtliche Redensarten (z. B. bei ander l ‚andere Städtchen, andere Mädchen‘) erfaßt. Sie erhalten den Namen des Autors, wenn sie auf einen bekannten Schriftsteller zurückgehen (z. B. Axt).

[Seite 036]

verhüll. verhüllend Wasser-wirtsch. Wasserwirtschaft
Verkl. Verkleinerungsform    
Verlagsw. Verlagswesen westmitteldt. westmitteldeutsch
vertraul. vertraulich Wirtsch. Wirtschaft
vgl. vergleiche3) Wissensch. Wissenschaft
Völkerk. Völkerkunde    
Volksk. Volkskunde Zahnmed. Zahnmedizin
vulg. vulgär zeitl. zeitlich
    Zool. Zoologie

3) der Hinweis vgl. weist auf ein sprachlich oder begrifflich ähnliches Stichwort, das zum Verständnis heranzuziehen ist (z. B. Aalreuse vgl. Aalkorb; Angstmeier vgl. Angsthase).

Register zum Vorwort

Abkürzungen 020, 033 ff.
Ableitungen 09, 019
abwertend 014
Adjektiv 07, 021, 022, 023
Adverb 022
Akzent 025
altertümelnd 013
Aussprache 025
Bewertungen und Kennzeichnungen, Gültigkeit 017
bildlich (bildl.) 06, 010
dichterisch (dicht.) 012
derb 014
Diminutiva 019
Eigennamen 020, 028
fachsprachlich (fachspr.) 016, 018
feste Verbindungen 06
gehoben (geh.) 012
Gegensatz (Ggs.) 09
gespreizt 013
Ggs. s. Gegensatz
häufig 017
Herkunft 027
historisch (hist.) 014
Homonyme 020
Infinitive 021
Komposita 07, 09, 010, 018f., 021
Kunstwort (Kunstw.) 028
Kurzwort (Kurzw.) 020, 028
Ländernamen 020
landschaftlich (landsch.) 015, 018
meist 017
Modewort 015
nazistisch (naz.) 014
Neubedeutung (Neubedeut.) 014f.
Neuprägung (Neupräg.) 014f.
Neuwort 014f.
oft 017
österreichisch (österr.) 016
Papierdeutsch (papierdt.) 013f.
Partizipien 020, 021
siehe (s.) 035
salopp-umgangssprachlich (salopp) 012
scherzhaft (scherzh.) 013
Schimpfwort (Schimpfw.) 014
schweizerisch (schweiz.) 012, 015
selten 016
spöttisch (spött.) 014
sprichwörtlich (sprichw.) 035
Studentensprache (Studentenspr.) 015
Substantiv 05f., 07, 021
süddeutsch (süddt.) 021
übertragen (übertr.) 06, 010
übertrieben 014
umgangssprachlich (umg.) 012
Umschrift 026
veraltet (veralt.) 014
veraltend 014
Verb 05,08,021,023
verhüllend (verhüll.) 013
vertraulich (vertraul.) 013
vergleiche (vgl.) 036
vulgär 012
Zahlen, arabische 07
Zahlen, römische 07
Zitierung 023 ff.
Zusammenbildungen 07, 019, 021