Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Äbtissin, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Äbtissin · Nominativ Plural: Äbtissinnen
Worttrennung Äb-tis-sin
Herkunft aus gleichbedeutend abbatissakirchenlat < abbāskirchenlat ‘Abt’ (Abt)
eWDG

Bedeutung

Vorsteherin eines Nonnenklosters
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Abt · Äbtissin · Abtei
Abt m. Vorsteher eines Mönchsklosters, früher auch eines Stifts. Ahd. abbat (9. Jh.), mhd. ab(b)et, abt, mnd. mnl. ab(be)t, nl. abt, aengl. abbad, abbod, abbud, engl. abbot ist entlehnt aus den obliquen Kasus von gleichbed., seit dem 4. Jh. bezeugtem kirchenlat. abbās (Genitiv abbātis), das über spätgriech. ábbās (ἄββας), in der biblischen Anrede abbā́ (ἀββᾶ) ‘Vater’ auf gleichbed. aram. abbā, ein altes Lallwort für ‘Vater’, zurückgeht. Anord. abbāti, auch in der volksetymologisch als ‘Sittenverbesserer’ umgedeuteten Form ābōti, schwed. abbot, dän. abbed beruhen auf Entlehnungen aus westgerm. Sprachen. Äbtissin f. Vorsteherin eines Nonnenklosters bzw. Stifts; spätmhd. ebtissīn ist eine verdeutlichende Erweiterung von mhd. eppetisse durch die fem. Endung -īn; vorauf geht ahd. abbatissa (Hs. 12. Jh., aus kirchenlat. abbatissa, zu abbās, s. oben); vgl. asächs. a(be)diska, mnd. abbedische, ab(be)disse, mnl. ab(b)edisse, abdisse, nl. abdis, aengl. abbodisse, abbodesse, engl. abbes. Abtei f. einem Abt (einer Äbtissin) unterstehendes Kloster (Stift), ahd. abbateia (Hs. 12. Jh.), mhd. abbeteie, mnd. ab(be)dīe, mnl. ab(e)dīe, nl. abdij, entlehnt aus gleichbed. kirchenlat. abbatia.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberin · Priorin · Schwester Oberin (Anrede) · Äbtissin
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Äbtissin‹ (berechnet)

Dienst Evangeliar Fraumünster Fraumünsterkloster Kloster Passional Pfad Stift erlangen essener zürcher

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Äbtissin‹.

Verwendungsbeispiele für ›Äbtissin‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie bekam dies auch in bösen Briefen von einer anderen Äbtissin mitgeteilt. [Süddeutsche Zeitung, 11.07.1998]
Trotzdem ist das Bild der Äbtissin nicht aus der Luft gegriffen. [Der Tagesspiegel, 19.01.2000]
Als sie zu schreiben begann, war die Äbtissin immerhin schon 42 Jahre alt. [Die Welt, 11.03.2006]
Als die Äbtissin 1179 starb, war die Zeit der Synthesen vorbei. [Borst, Arno: Religiöse und geistige Bewegungen im Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7727]
Meine Mutter schien es nicht so schwer zu nehmen, aber sie ist einmal hierhin gereist, um der Äbtissin abzuraten, mich aufzunehmen. [Süddeutsche Zeitung, 27.03.2004]
Zitationshilfe
„Äbtissin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%84btissin>.

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