Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ärger, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ärgers · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈɛʁgɐ]
Worttrennung Är-ger

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Unwille, Verdrossenheit
  2. 2. [umgangssprachlich] Widerwärtigkeit, Unannehmlichkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
Unwille, Verdrossenheit
Beispiele:
Ärger über etw., jmdn. empfinden
blass vor Ärger werden
saloppgrün und gelb, schwarz vor Ärger werden
außer sich [Dativ] vor Ärger sein
seinen Ärger zeigen
umgangssprachlichseinen Ärger an jmdm. auslassen
saloppseinem Ärger Luft machen
saloppvor Ärger platzen
sich von seinem Ärger hinreißen lassen
seinen Ärger verbergen, verbeißen, beherrschen, unterdrücken
saloppseinen Ärger hinunterschlucken, in sich hineinfressen
den Ärger vergessen
umgangssprachlichder Ärger ist verflogen
schwerer, berechtigter, aufsteigender, angesammelter Ärger
2.
umgangssprachlich Widerwärtigkeit, Unannehmlichkeit
Beispiele:
nichts als Ärger (im Beruf) haben
es hat (viel) Ärger gegeben
ein Haufen Arbeit und Ärger erwartet ihn
der häusliche, tägliche Ärger
saloppmach keinen Ärger! (= keine unnützen Schwierigkeiten!)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ärgern · ärgerlich · Ärgernis · Ärger
ärgern Vb. ‘erzürnen, foppen’, (reflexiv) ‘Verdruß empfinden’, ahd. argorōn, ergirōn ‘zum Bösen verführen’ (um 1000), mhd. argern, ergern ‘verschlechtern, schlechter werden’, mnd. arger(e)n, erger(e)n, mnl. argheren, ergheren, nl. ergeren, aengl. eargian ‘sich fürchten, feige sein, erschrecken’ ist eine Bildung zum Komparativ von dem unter arg (s. d.) behandelten Adjektiv, eigentlich also ‘ärger, schlechter machen’, danach ‘Anstoß erregen’ (16. Jh.) und (reflexiv) ‘Anstoß nehmen’ (15. Jh.), woraus sich die gegenwärtige Bedeutung entwickelt. ärgerlich Adj. ‘Verdruß verursachend bzw. empfindend’, mhd. ergerlich ‘Anstoß erregend’. Ärgernis n. ‘Anstoß Erregendes, Verdruß’, mhd. ergernis; gelegentlich als Femininum (Goethe, Jean Paul). Ärger m. ‘Unwille, Entrüstung, Verdruß’, im 18. Jh. aus dem Verb rückgebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufgebrachtheit · Aufgebrachtsein · Aufgeregtheit · Aufregung · Echauffiertheit · Echauffierung · Empörtheit · Entrüstung · Erbostheit · Feindseligkeit · Furor · Gereiztheit · Indignation · Jähzorn · Rage · Raserei · Stinkwut · Verärgerung · Wut · Wut im Bauch · Wüterei · Zorn · heiliger Zorn · Ärger  ●  Empörung  Hauptform · Ingrimm  veraltend · Gefrett  ugs., österr., süddt. · Gfrett  ugs., österr., süddt. · Scheißwut  derb · böses Blut  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (die) Gemüter erregen · (ein) Aufreger sein · (einen) Sturm der Entrüstung auslösen · Kreise ziehen · Wirbel machen · die Wellen der Empörung schlagen hoch · für Aufregung sorgen · hohe Wellen schlagen  ●  Wind machen  fig. · (die) Gemüter erhitzen  ugs. · (die) Nerven liegen blank  ugs. · (jemandes) Blut in Wallung bringen  ugs. · einschlagen wie eine Bombe  ugs.
  • Aufruhr · Volkszorn · allgemeine Empörung
Antonyme
Synonymgruppe
Ärger  ●  (der) Haussegen hängt schief  ugs., fig. · (die) Kacke ist am dampfen  derb, fig. · Huddel  ugs., saarländisch · Knatsch  ugs., regional · Misshelligkeiten  geh., sehr selten · Scherereien  ugs. · Stress  ugs. · Trouble  ugs., Anglizismus · Ungemach  geh., scherzhaft-ironisch · Verdrießlichkeiten  geh., selten · Ärgerlichkeiten  geh., seltener
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Groll · Leidwesen · Missfallen · Missmut · Missvergnügen · Unmut · Verdruss · Verstimmung · Verärgerung · Ärger  ●  Grant  ugs., österr., bayr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ärger‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ärger‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ärger‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beim ersten Ärger unterwegs trenne man sich freundschaftlich für ein paar Tage. [o. A.: Eva und das Auto, Hamburg: BP Benzin und Petroleum Aktiengesellschaft Verl. 1966, S. 12]
Dann entschied er sich, lieber vorsichtig zu sein, als später Ärger zu bekommen. [Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 32]
Also wird man ihn wahrscheinlich samt des entstandenen Ärgers schleunigst wieder herunterschlucken. [Die Zeit, 21.11.1997, Nr. 48]
Ich freue mich, wenn Recht geschieht, und ich empfinde Ärger, wenn Recht mit Füßen getreten wird. [konkret, 1997]
Eben gab es Ärger mit der Frau an der Rezeption. [Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 68]
Zitationshilfe
„Ärger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%84rger>.

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