Ärmel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ärmels · Nominativ Plural: Ärmel
Aussprache 
Worttrennung Är-mel
Wortbildung  mit ›Ärmel‹ als Erstglied: ↗Ärmelaufschlag · ↗Ärmelbrett · ↗Ärmelfutter · ↗Ärmelhalter · ↗Ärmellänge · ↗Ärmelschoner · ↗Ärmelschützer · ↗Ärmling · ↗ärmellos
 ·  mit ›Ärmel‹ als Letztglied: ↗Flügelärmel · ↗Hemdsärmel · ↗Hemdärmel · ↗Rockärmel · ↗Spitzenärmel · ↗Stulpenärmel · ↗Stulpärmel
eWDG, 1967

Bedeutung

Teil eines Kleidungsstückes, der den Arm bedeckt
Beispiele:
die Ärmel einsetzen, anheften, annähen, kürzen, länger machen, (zwei Zentimeter) auslassen
der rechte, linke Ärmel
eine Bluse mit kurzen, (halb)langen, weiten, angeschnittenen Ärmeln
durchgeriebene, durchgestoßene Ärmel
umgangssprachlichabgewetzte Ärmel
er hat sich [Dativ] ein Loch in den Ärmel gerissen
jmdn. am, beim Ärmel ziehen, zupfen, fassen, festhalten
umgangssprachlichjmdn. am, beim Ärmel packen
die Ärmel hochschieben, hochstreifen, zurückstreifen, umschlagen, hochkrempeln
bildlich
Beispiele:
die Ärmel hochkrempeln (= kräftig zupacken)
vulgär, verhüllendleck mich am Ärmel! (= lass mich in Ruhe!)
salopp etw. aus dem Ärmel, den Ärmeln schüttelnetw. mühelos hervorbringen
Beispiele:
er schüttelt die Verse, witzigen Einfälle fix und fertig, mit Leichtigkeit, nur so aus dem Ärmel
ich kann die hohe Summe nicht aus den Ärmeln schütteln (= ich kann die hohe Summe nicht beschaffen)

Mehrwortausdrücke

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Arm · Ärmel · umarmen
Arm m. Die germ. Bezeichnungen für die menschlichen Vordergliedmaßen ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. arm (mnl. auch aerm, arem), aengl. arm (earm), anord. armr, engl. schwed. arm, got. arms (germ. *arma-) führen wie die außergerm. Verwandten aslaw. ramo, russ. (älter) rámo (рамо) ‘Schulter’, lat. armus ‘Oberarm, Schulterblatt, Vorderbug der Tiere’, aind. īrmáhḥ ‘Arm’ als Bildungen mit mo-Suffix und unterschiedlichen Ablautstufen im ersten Wortteil auf die Wurzel ie. *ar(ə)- ‘zusammenfügen, passen’. Arm entwickelt vielfältigen übertragenen Gebrauch; ahd. bereits für die Querbalken des Kreuzes, aber auch als Symbol von ‘Macht, Stärke’, mhd. für ‘Ranke, Zweig’ und ‘Abzweigung eines Wasserlaufs’, später allgemein für armähnliche Teile von Gegenständen und technischen Geräten sowie für armähnlich sich bewegende Maschinenteile. Ärmel m. ‘armbedeckender Teil eines Kleidungsstücks’, ahd. armilo ‘was zum Arm gehört, am Arm getragen wird’, d. i. ‘Armreif, Armfessel’ (10. Jh.), mhd. mnd. ermel ‘Ärmel’, aengl. earmella. umarmen Vb. ‘mit den Armen umfassen’ (1. Hälfte 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Ärmel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ärmel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ärmel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gott, du hast mich hierher gestellt, jetzt will ich nicht jammern, sondern krempele die Ärmel hoch.
Der Tagesspiegel, 24.12.2003
Mit ihren wie aus dem Ärmel geschüttelten Reimen begeisterten sie sämtliche im Saal vertretenen Generationen.
Die Welt, 02.10.2000
Es war ohne Ärmel, oder wenn es solche besaß, waren sie der Länge nach geschlitzt.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 11713
Die Streifen an den Ärmeln sind gar nicht so wichtig.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 25.01.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Unter den Klängen dieser aufpeitschenden Musik, die Ärmel sind aufgekrempelt und der nackte Arm fliegt nach oben.
o. A.: Tagebuch des Sieges: Tagebuchaufzeichnungen von Angehörigen der Legion Condor, 10.06.1939
Zitationshilfe
„Ärmel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%84rmel>, abgerufen am 09.08.2020.

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