Ästhet, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ästheten · Nominativ Plural: Ästheten
Aussprache
WorttrennungÄs-thet
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Ästhet‹ als Erstglied: ↗ästhetisch
eWDG, 1967

Bedeutung

Freund verfeinerter Kultur, schöngeistiger Mensch
Beispiel:
die griechischen Plastiken begeistern jeden Ästheten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ästhetik · ästhetisch · Ästhet
Ästhetik f. ‘Lehre von den angewandten Gesetzen der Schönheit’, geprägt von dem Philosophen A. G. Baumgarten und verbreitet durch sein Werk „Aesthetica“ (1750). Gebildet in Anlehnung an die Ausdrücke der griechischen Philosophie aisthētós (αἰσθητός) ‘wahrnehmbar’ und aisthētikós (αἰσθητικός) ‘der Wahrnehmung fähig’, die zu griech. aisthánesthai (αἰσθάνεσθαι) ‘durch die Sinne wahrnehmen, empfinden, fühlen’ (s. ↗Anästhesie) gehören. Der neue Begriff, nach Baumgarten den Bereich der „Gesetze der sinnlichen und lebhaften Erkenntnis“ (1741) umfassend, bürgert sich rasch ein und wird noch im 18. Jh. fester Bestandteil der philosophischen Terminologie, mit jedoch unterschiedlicher Interpretation. ästhetisch Adj. ‘geschmackvoll, schön’ (Mitte 18. Jh.), in philosophischen Schriften auch ‘den Gesetzen der Ästhetik entsprechend’. Erst das 20. Jh. kennt Ästhet m. ‘Mensch mit besonders stark ausgeprägtem Sinn für das Schöne’; möglicherweise haben hier gleichbed. frz. esthète, engl. aesthete (2. Hälfte 19. Jh.) als Vorbild gedient; vgl. griech. aisthētḗs (αἰσθητής) ‘wer empfindet, wahrnimmt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Freund der schönen Künste · ↗Schöngeist · Ästhet  ●  ↗Belesprit  franz.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ästhet‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ästhet‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ästhet‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jeder ist schließlich ein Ästhet, warum sollte ich das leugnen?
Die Zeit, 17.08.2007, Nr. 34
Ästheten gewinnen keinen Kampf gegen den Abstieg, Ästheten sterben in Schönheit.
Der Tagesspiegel, 02.02.2003
Wer beispielsweise in seinem Denken und Fühlen Ästhet ist, wird es auch in der Kleidung sein.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22745
Doch wie schon sein Bildnis zeigt, war er ein Ästhet.
Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 422
Das nüchternste, ödeste und gottverlassenste Bestreben der Frauen ist für diese Ästheten ihr Bemühen um Stimmrecht.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Zitationshilfe
„Ästhet“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%84sthet>, abgerufen am 02.04.2020.

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