Ätzung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungÄt-zung
Wortzerlegungätzen-ung
Wortbildung mit ›Ätzung‹ als Letztglied: ↗Rasterätzung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ätzen · Ätzung
ätzen Vb. ‘mit chemischen Mitteln, besonders Säuren und Laugen, zerstörend auf die Oberfläche eines festen Stoffes einwirken’. Ahd. ezzen (9. Jh.), mhd. etzen, atzen ist ein kausatives Verb zu ahd. eʒʒan, mhd. eʒʒen ‘essen, fressen’ (s. ↗essen) und bedeutet ursprünglich ‘essen lassen, mit Nahrung versorgen’, bis ins 16. Jh. auch häufig ‘vom Vieh abweiden lassen’. Daß diese Bildung im Germ. allgemein üblich ist, zeigen die gleichbed. Entsprechungen mnd. mnl. nl. etten, aengl. ettan, anord. etja sowie das Simplex von got. fraatjan ‘zum Essen austeilen’. Im Dt. herrscht heute allein der von der Vorstellung des Zerfressenwerdens eines Stoffes durch Chemikalien ausgehende fachsprachliche Gebrauch (s. auch ↗beizen), der sich seit der 1. Hälfte des 15. Jhs. (zunächst in der Medizin, später vor allem in der Drucktechnik, Metallbearbeitung und Chemie) durchzusetzen beginnt, aber bereits in Glossenbelegen des 9. bis 12. Jhs. für ahd. ezzen (‘mit scharfer Flüssigkeit reinigen’) nachweisbar ist. Der alte Wortsinn bleibt im Jagdwesen erhalten, wo die umgelautete Form des Verbs gelegentlich (bis ins 20. Jh.) neben ↗atzen (s. d.) verwendet wird. Ätzung f. mhd. atzunge ‘Nahrung, Beköstigung’ (s. ↗Atzung); als Fachwort (anfangs Atzunge, Etzung) seit dem 15. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausbrennen · Kauterisieren · Ätzung

Verwendungsbeispiele für ›Ätzung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In dieser Zeit lehnte G. die Ätzung als billigen Ersatz für den Schnitt ab.
o. A.: Lexikon der Kunst - G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 1175
Der fertig belichtete Fotolack ist nun tauglich für die Entwicklung und anschließende Ätzung.
C't, 2000, Nr. 24
Moor vergleicht den Vorgang mit der Ätzung von Metallschliffen und nennt ihn „Gefrierätzung“.
Die Zeit, 17.12.1965, Nr. 51
In Wirklichkeit hatte die Frau einen Versuch des Selbstmords durch Trinken starker Salzsäure gemacht und dadurch eine schlimme Ätzung von Mund, Kehlkopf und Speiseröhre davongetragen.
Fischer, Emil: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 12361
Es verursachte den Massenzerfall von Leberzellen, schwere Ätzungen, unter Umständen lebenslange Chlor-akne und erzeugt im Tierversuch schlimme Mißbildungen des Nachwuchses.
Bild, 10.07.1999
Zitationshilfe
„Ätzung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%84tzung>, abgerufen am 02.04.2020.

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