Äußerlichkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Äußerlichkeit · Nominativ Plural: Äußerlichkeiten
Aussprache
WorttrennungÄu-ßer-lich-keit
Wortzerlegungäußerlich-keit
eWDG, 1967

Bedeutung

äußere Form
Beispiele:
Wert auf Äußerlichkeiten legen
sie hängt sehr an Äußerlichkeiten
saloppsie klebt sehr an Äußerlichkeiten
auf Äußerlichkeiten sehen, bedacht sein
Unwesentliches, Unwichtiges, das nicht den Kern einer Sache betrifft
Beispiele:
das ist eine lächerliche, kleinliche Äußerlichkeit
[der Protestantismus] war in Äußerlichkeiten und geistlosem Wesen verkommen [Freytag16,486]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

äußer · äußerlich · Äußerlichkeit
äußer Adj. ‘außen liegend, nach außen in Erscheinung tretend’, Superlativ äußerst ‘am weitesten außen liegend, größt-, letztmöglich’, ahd. ūʒaro (um 800), Superlativ ūʒarōsto (8. Jh.), mhd. ūʒer, auch iuzer, Superlativ ūʒerste. Zu ursprünglich adverbialem ↗außer (s. d.) gehörendes Adjektiv, das wie ↗hinter, ↗inner, ↗ober, ↗unter (s. d.) heute nur mit Flexionsendung auftritt (der äußere, ein äußerer). Zur Bildungsweise des Adjektivs wie der zugrundeliegenden Lokalpartikel mit komparativischem r-Suffix s. ↗hinter Adj. In der Zusammensetzung ↗außerhalb (s. d.) hat sich die unumgelautete Form des Adjektivs bis ins Nhd. gehalten. Vgl. die germ. Parallelbildungen aostnfrk. ūtero, aengl. ūter(r)a, ȳterra, engl. outer, utter, anord. ȳtri, schwed. yttre. äußerlich Adj. ‘von außen gesehen, oberflächlich’, mhd. ūʒerlich; Äußerlichkeit f. ‘Unwesentliches’, mhd. ūʒerlīcheit.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Frisur Innerlichkeit Kleidung ablenken achten aufhalten banal bedachen bedenken begnügen belanglos beschränken beurteilen bloß erschöpfen festmachen gewiss interessieren klammern modisch nebensächlich pur rein scheinbar solch täuschen unterscheiden unwichtig zufällig Äußerlichkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Äußerlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seht her, scheint er zu sagen - was bedeuten schon Äußerlichkeiten?
Süddeutsche Zeitung, 18.12.2002
Auf Äußerlichkeiten legte er keinen Wert, auf Kleidung schon gar nicht.
Der Tagesspiegel, 07.12.2000
Er kehrt sich nicht an Äußerlichkeiten, ihn hemmt nichts, Revolutionär zu sein.
Venzmer, Gerhard: Körpergestalt und Seelenanlage, Stuttgart: Franckh 1930, S. 45
In solchen Äußerlichkeiten ist er doch sehr abhängig von mir.
Kafka, Franz: Das Schloß. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10401
Für solche Äußerlichkeiten sind die Männer ungeheuer empfindlich und reagieren darauf oft auf unerwartete Art.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3138
Zitationshilfe
„Äußerlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Äußerlichkeit>, abgerufen am 09.12.2019.

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