Äußerung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Äußerung · Nominativ Plural: Äußerungen
Aussprache
WorttrennungÄu-ße-rung
Wortbildung mit ›Äußerung‹ als Erstglied: ↗Äußerungsform  ·  mit ›Äußerung‹ als Letztglied: ↗Beifallsäußerung · ↗Gefühlsäußerung · ↗Kraftäußerung · ↗Lebensäußerung · ↗Meinungsäußerung · ↗Unmutsäußerung · ↗Willensäußerung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Ausgesprochene, die Bemerkung
Beispiele:
eine beleidigende, freimütige, politische, unbesonnene Äußerung
jmdn. zu einer unvorsichtigen, unbedachten Äußerung verleiten, veranlassen
jmdm. entschlüpft eine Äußerung
eine Äußerung fallen lassen
sich jeder Äußerung enthalten
sich jmds. Äußerungen genau merken
auf jmds. Äußerungen Bezug nehmen
jmdm. frühere Äußerungen entgegenhalten
er hat meine Äußerung ganz entstellt wiedergegeben
2.
Ausdruck, Zeichen
Beispiele:
diese Handlung ist eine Äußerung ihrer Dankbarkeit, ihres Mitgefühls
der Brief ist eine Äußerung seiner Unzufriedenheit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

äußern · Äußerung · entäußern · veräußern
äußern Vb. ‘zum Ausdruck bringen, aussprechen’, reflexiv auch ‘zum Ausdruck kommen, sich zeigen’. Im Mhd. steht neben den von den Adverbien ūʒ (s. ↗aus) und ūʒen (s. ↗außen) abgeleiteten Verben ūʒen, iuʒen, ūʒenen, iuʒenen bereits ūʒern, iuʒern, das seinerseits entweder zu ursprünglich adverbialem mhd. ūʒer (s. ↗außer) oder zu adjektivischem mhd. ūʒer (s. ↗äußer) gehört. Der Bedeutungsum-fang des Verbs ist im Mittelalter (für die hd. Form wie für mnd. ūteren) und auch in frühnhd. Zeit erheblich größer als in der Gegenwart. Das Verb enthält in vielfacher, besonders rechtlicher Hinsicht die Vorstellung ‘herausgeben’, auch ‘veräußern, bekanntgeben, ausweisen, ausschließen’. Reflexiv gebraucht meint es ‘sich entledigen, entäußern, sich fortmachen’. Einige der genannten Verwendungsweisen leben in den Verben veräußern, entäußern (s. unten) weiter. Im 18. Jh. bedeutet äußern vornehmlich ‘an sich sehen lassen, zeigen’ (eigentlich ‘nach außen treten lassen’). Diese Bedeutung ist seitdem, zumindest bei transitivem Gebrauch, ganz auf den mündlichen oder schriftlichen Ausdruck, (Gefühle und Meinungen) ‘aussprechen’, beschränkt. Äußerung f. ‘Bemerkung, sichtbares Zeichen, Ausdruck’, mhd. ūʒerunge ‘Äußerung, Rede, Entfernung, Ausweisung’. entäußern Vb. reflexiv ‘sich einer Sache begeben’, mhd. entiuʒern reflexiv, neben entiuʒen, entūʒenen (entsprechend den Nebenformen zum Simplex, s. oben). veräußern Vb. ‘Besitz verkaufen’, mhd. veriuʒern, verūʒern ‘veräußern, verkaufen’, reflexiv ‘sich nach außen kehren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aussage · ↗Behauptung · ↗Erklärung · ↗Statement · ↗Stellungnahme · Äußerung  ●  ↗Einlassung (in juristischem Kontext)  fachspr., Jargon
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Vorbringen (einer Meinung) · Äußerung
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Darlegung · ↗Erklärung · ↗Erläuterung · Äußerung  ●  (mündliche / schriftliche) Ausführung(en)  geh. · ↗Auslassung(en)  geh. · ↗Explikation  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Bekunden · ↗Bekundung · ↗Beteuerung · ↗Bezeugung · ↗Erweisung · ↗Mitteilung · Äußerung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundeskanzler abfällig angeblich antisemitisch auslösen beleidigend beziehen derartig distanzieren entschuldigen entsprechend interpretieren jung kommentieren kritisch kritisieren mißverständlich rassistisch reagieren relativieren solch umstritten unbedacht werten widersprüchlich zitieren zitiert zurückhalten zurückweisen öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Äußerung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie führte die Verurteilung auf politische Äußerungen ihrer Tochter gegenüber ausländischen Medien zurück.
Die Zeit, 28.10.2013 (online)
Für viele dieser Äußerungen möchte ich mich bei Dir entschuldigen.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 9
Den besten unter den bürgerlichen Architekten blieb das nicht verborgen, und sie ließen es nicht an sarkastischen Äußerungen mangeln.
konkret, 1984
Nach seinen eigenen Äußerungen hat die Musik ihn auch als Künstler entscheidend bestimmt.
Buchloh, Paul Gerhard: Whitman. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 9953
So legte sich die römische Macht in all ihren Äußerungen immer dichter um die griechischen Städte.
Heuß, Alfred: Herrschaft und Freiheit im griechisch-römischen Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25454
Zitationshilfe
„Äußerung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Äußerung>, abgerufen am 20.07.2019.

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