Öde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Öde · Nominativ Plural: Öden
Wortbildung mit ›Öde‹ als Letztglied: ↗Felsenöde · ↗Felsöde · ↗Schneeöde · ↗Sterbensöde
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
öde, unbebaute Gegend
Beispiele:
eine trostlose weite, grenzenlose, unendliche Öde lag vor ihm
eine Öde von Schnee und Eis
einsamer und eisiger als die Öden, in denen ich Einsamkeit und Eiseskälte erfahren habe [Bergengr.Feuerprobe54]
2.
meist im Singular
Verlassenheit, Einsamkeit
Beispiele:
die Öde des Zimmers
in dem Saal herrschte Öde (= er war leer)
3.
meist im Singular
abwertend Langweiligkeit
Beispiele:
die Öde der Tage, eines Lebens ohne Arbeit
unerträgliche geistige Öde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

öde · Öde · veröden
öde Adj. ‘verlassen, leer’, ahd. ōdi ‘leer, verlassen’ (um 1000), mhd. œde ‘leer, unbebaut, unbewohnt’, aengl. īeþe, anord. auðr ‘leer, wüst’, got. auþs oder auþeis ‘leer, verlassen’ (germ. *auþja-) ist vergleichbar mit griech. á͞utōs (αὔτως) ‘gerade so, für sich allein, lediglich, nichtig’, autós (αὐτός) ‘selbst’ (s. ↗auto-), á͞usios (αὔσιος) ‘eitel, vergeblich’, air. ūathad ‘Einzelheit, Vereinzelung’. Erschließbar sind ie. *auto-, *auti̯o-, die als Bildungen mit t-Formans zur Wurzel ie. *au-, *u̯ē̌- ‘herab, weg von’ (wozu auch ↗Westen, s. d.) gestellt werden können. Öde f. ‘Einsamkeit, Verlassenheit, unfruchtbares, unbebautes Land’, ahd. ōdī ‘Einöde, Verwüstung’ (8. Jh.), mhd. œde ‘unbebauter und unbewohnter Grund, Wüste’. veröden Vb. ‘austrocknen, unfruchtbar werden’ (seit 17. Jh.), zuvor schon ahd. firōden ‘verwüsten, zerstören’ (8. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Einöde · ↗Wüste · ↗Wüstenei · Öde · ↗Ödland  ●  (am) Arsch der Welt  derb · ↗Pampa  ugs. · ↗Walachei  ugs. · ↗Ödnis  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Gobi  ●  Schamo  veraltet
  • Lieberoser Wüste  ●  Klein Sibirien  ugs. · ↗Wüste  ugs.
  • Qaidam-Becken · Tsaidam-Becken
  • Nullarbor-Ebene · Nullarbor-Wüste
Assoziationen
Synonymgruppe
Einerlei · ↗Eintönigkeit · ↗Gleichförmigkeit · ↗Monotonie · ↗Stumpfsinn · ↗Ununterscheidbarkeit · Öde · ↗Ödnis  ●  ↗Ennui  geh. · ↗Langeweile  ugs. · ↗Langweile  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Öder als je zuvor klingt nun das alte, verlogen triumphale Ende.
Die Welt, 09.08.2002
Öder hat das neue Stück der belgischen Tanzgruppe Rosas schon begonnen?
Die Zeit, 09.12.1994, Nr. 50
Die Hintergründe dieser Verhandlung hat der Bamberger Studentenpfarrer Johannes Rehm, der mit Pfarrer Thomas Öder die Ausstellung konzipiert hat, nicht mehr aufklären können.
Süddeutsche Zeitung, 08.12.1999
Zitationshilfe
„Öde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Öde>, abgerufen am 19.01.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Odds
Oddfellow
Odd Fellow
odaliskenhaft
Odaliske
Odel
Odem
ödematisch
ödematös
öden