Ökonom, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ökonomen · Nominativ Plural: Ökonomen
Aussprache
WorttrennungÖko-nom
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Ökonom‹ als Letztglied: ↗Agrarökonom · ↗Chefökonom · ↗Diplomökonom · ↗Finanzökonom · ↗Forstökonom · ↗Handelsökonom · ↗Industrieökonom · ↗Ingenieurökonom · ↗Nationalökonom · ↗Politökonom · ↗Verkehrsökonom
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Wirtschaftswissenschaftler
2.
veraltet, österreichisch Gastwirt, Landwirt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ökonomie · Ökonom · ökonomisch
Ökonomie f. ‘Wirtschaftswissenschaft, wirtschaftliche Struktur, sparsame Wirtschaftsführung, Wirtschaftlichkeit’, entlehnt (1. Hälfte 16. Jh., Oeconomey) aus lat. oeconomia, griech. oikonomía (οἰκονομία) ‘Hauswirtschaft, Verwaltung, Einrichtung’, auch ‘Staatswirtschaft, Staatshaushaltung’, einer Bildung zu griech. oikonómos (s. unten); vgl. griech. ṓīkos (οἶκος) ‘Haus, Wohnung, Hausstand, -haltung, Heimat’ und s. ↗-nom, ↗-nomie. Im Dt. zunächst im Sinne von ‘Hauswirtschaft, Haushaltsführung’, woraus im 18. Jh. ‘sparsame Lebensführung, Wirtschaftlichkeit’, ferner ‘Landwirtschaft’ und ‘Landwirtschaftsbetrieb’, schließlich ‘wirtschaftswissenschaftliche Disziplin, Wirtschaftstheorie’ (1. Hälfte 19. Jh., anfangs zur Unterscheidung von ‘Hauswirtschaft’ dafür oft National- oder Staatsökonomie). In allgemeinem Sinne ‘sachgemäße Einteilung, dem Inhalt entsprechender Aufbau’, z. B. von literarischen, wissenschaftlichen, auch figürlichen Darstellungen (seit 18. Jh.). Ökonom m. ‘Wirtschaftswissenschaftler’ (1. Hälfte 19. Jh.), älter (entsprechend der Bedeutung von Ökonomie, s. oben) ‘Hauswirt’ (Anfang 17. Jh.) und (noch üblich im Öst.) ‘Landwirt, landwirtschaftlicher Verwalter’ (18. Jh.), aus spätlat. oeconomus ‘Wirtschafter, Verwalter, Landwirt’, griech. oikonómos (οἰκονόμος) ‘wer das Haus, den Haushalt leitet, verwaltet, Hausverwalter, Wirt’, Adj. ‘das Haus verwaltend’. ökonomisch Adj. ‘die Hauswirtschaft betreffend’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘geschickt in der Haushaltsführung, wirtschaftlich, sparsam’ (18. Jh.), ‘wirtschaftswissenschaftlich’ (1. Hälfte 19. Jh.); vgl. lat. oeconomicus, griech. oikonomikós (οἰκονομικός) ‘zur Verwaltung des Hauswesens geschickt, wirtschaftlich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Ökonom‹

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Anlagestratege Banker Ingenieur Investmentbank Jurist Kieler Mannheimer Mathematiker Naturwissenschaftler Nobelpreisträger Philosoph Politiker Politikwissenschaftler Politologe Publizist Sozialphilosoph Sozialwissenschaftler Soziologe Würzburger angesehen ausgebildet einflußreich gelernt liberal prognostizieren promoviert renommiert studiert voraussagen Ökologe

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ökonom‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ökonom‹

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Der Gastwirt Wagner, einer der reichsten Ökonomen hier, mit achtzig Tagewerken, sei ihr höchst unsympathisch.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 117
Doch es gibt eben auch konservativere Ökonomen, die sagen: Wenn jetzt das Umsteuern nicht gelingt, dann verlieren die Bürger das Vertrauen.
Die Zeit, 05.07.2010, Nr. 27
Ökonomen zufolge dürfte diese Entscheidung vor allem politisch motiviert sein.
Die Welt, 11.08.2005
Irgendwie hat auch der Ökonom von alledem Kenntnis genommen, bloß steht bei ihm alles auf dem Kopf.
o. A.: RETTET DIE PRODUKTION! In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1983]
Diese tue nichts für die Entwicklung der nationalen Industrie und verfüge nicht über kompetente Ökonomen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]
Zitationshilfe
„Ökonom“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%96konom>, abgerufen am 28.02.2020.

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