Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Öl, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Öl(e)s · Nominativ Plural: Öle
Aussprache  [øːl]
Wortbildung  mit ›Öl‹ als Erstglied: Ölabscheider · Ölalarm · Ölanstrich · Ölausbeute · Ölbad · Ölbaron · Ölbaum · Ölbeheizung · Ölbehälter · Ölberg · Ölbild · Ölbohrplattform · Ölbohrung · Ölbrenner · Ölbrunnen · Ölbunker · Ölbörse · Öldruck1 · Öldruck2 · Öleinnahme · Ölfarbe · Ölfeld · Ölfeuerung · Ölfilm · Ölfilter · Ölfirma · Ölfirnis · Ölfleck · Ölfrucht · Ölfunzel · Ölförderland · Ölförderung · Ölgehalt · Ölgemisch · Ölgemälde · Ölgeschäft · Ölgesellschaft · Ölgewinnung · Ölgötze · Ölhafen · Ölhaut · Ölheizung · Ölindustrie · Ölkabel · Ölkanister · Ölkanne · Ölkonzern · Ölkraftwerk · Ölkrise · Ölkrug · Ölkuchen · Ölkäfer · Öllack · Öllager · Öllampe · Ölland · Öllappen · Ölleitung · Öllieferant · Öllieferung · Ölmagnat · Ölmalerei · Ölmantel · Ölmarkt · Ölmassage · Ölmess-Stab · Ölmessstab · Ölminister · Ölministerium · Ölmotor · Ölmulti · Ölmühle · Ölofen · Ölpalme · Ölpaneel · Ölpapier · Ölpest · Ölpflanze · Ölpfütze · Ölpipeline · Ölplattform · Ölpreis · Ölpresse · Ölprodukt · Ölpumpe · Ölquelle · Ölraffination · Ölraffinerie · Ölreichtum · Ölreserve · Ölrückstand · Ölsaat · Ölsand · Ölsardine · Ölscheich · Ölschicht · Ölschiefer · Ölschock · Ölskizze · Ölsockel · Ölspur · Ölstaat · Ölstand · Ölsäure · Öltank · Öltanker · Ölteppich · Öltrust · Öltuch · Ölversorgung · Ölvorkommen · Ölvorrat · Ölwanne · Ölwechsel · Ölzeug · Ölzweig · ölartig · ölhaltig · ölhöffig · ölreich
 ·  mit ›Öl‹ als Letztglied: Altöl · Angelikaöl · Anisöl · Aromaöl · Badeöl · Bartöl · Bittermandelöl · Bohröl · Bratöl · Bremsöl · Bunkeröl · Chinaöl · Compoundöl · Dieselöl · Erdöl · Fenchelöl · Fichtennadelöl · Fischöl · Fuselöl · Färberdistelöl · Gasöl · Haaröl · Harzöl · Hautöl · Heizöl · Hopfenöl · Kassiaöl · Keimöl · Kienöl · Kokosnussöl · Kokosöl · Kürbiskernöl · Latschenkiefernöl · Latschenöl · Leichtöl · Leinsamenöl · Maschinenöl · Massageöl · Mineralöl · Mittelöl · Mohnöl · Motorenöl · Motoröl · Nelkenöl · Nussöl · Olivenöl · Palmenöl · Palmöl · Pflanzenöl · Provenceöl · Rapsöl · Rohöl · Salatöl · Sandelholzöl · Sandelöl · Sassafrasöl · Schlangenöl · Schmieröl · Schweröl · Sonnenschutzöl · Sonnenöl · Speiseöl · Tafelöl · Teeröl · Teesamenöl · Terpentinöl · Treiböl · Vollöl · Walnussöl · Ylang-Ylang-Öl
Mehrwortausdrücke  runtergehen wie Öl
eWDG

Bedeutung

aus Pflanzen, von Tieren oder aus der Erdrinde gewonnene fette, brennbare Flüssigkeit, die leichter als Wasser und nicht wasserlöslich ist
Beispiele:
pflanzliches, tierisches, mineralisches, reines, klares, helles, dickflüssiges, gelbliches, grünliches, trübes Öl
fette, flüchtige, ätherische, kosmetische Öle
Öl pressen, gewinnen
nach Öl bohren
etw. ist mit Öl getränkt
der Dessertwein ist wie Öl, läuft wie Öl durch die Kehle
die Aufnahme pflanzlicher Öle statt tierischer Fette ist gesünder
Speiseöl
Beispiele:
Fisch in Öl braten, backen
eine Dose Heringsfilet in Öl
Salat mit Öl und Zitrone, mit Essig und Öl
das Kuchenblech mit Öl bestreichen
Maschinenöl
Beispiele:
das Öl ablassen, wechseln
Öl einfüllen, nachfüllen
der Wagen verliert Öl
das Getriebe läuft in Öl
eine Maschine mit Öl schmieren
Sonnenöl
Beispiele:
den ganzen Körper mit Öl einreiben
gegen Sonnenbrand Öl nehmen
Heizöl
Beispiele:
wir heizen mit Öl
sich auf Öl umstellen
der Ofen wird mit Öl gefeuert
eine Fernleitung für Öl
in Öl (= mit Ölfarbe) malen
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
Öl ins Feuer gießen, schütten (= eine Erregung noch mehr steigern)
Öl auf die Wogen gießen (= jmdn., etw. beruhigen)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Öl · ölen · Ölung · ölig · Ölbaum · Ölgötze
Öl n. ‘flüssiges Fett, fette dicke Flüssigkeit’, ahd. oli (8. Jh.), mhd. ol(e), oli, öl(e), asächs. oli, mnd. ȫlie (woraus anord. olea, olia), aengl. œli, ele (engl. oil jedoch aus afrz. oile), mnl. ōlie, ōly, nl. olie sind entlehnt aus vlat. *olium, lat. oleum, das auf griech. élaion (ἔλαιον) ‘Olivenöl, Öl’ zurückgeht, ein Wort unbekannter (wohl mediterraner) Herkunft. Daneben steht ahd. (um 800), mhd. olei, mnd. oley aus vlat. *oleion, einer Mischform aus lat. oleum und griech. élaion; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 346 ff. Wort und Sache sind wohl vornehmlich durch das Christentum ins Germ. eingegangen, da im kirchlichen Bereich das Öl bei Taufe, Krankenölung, Priester- und Bischofsweihe ein wesentlicher kultischer Bestandteil ist. Seit dem 17. Jh. wird das Wort auch für Erdöl (s. Erde) und seit dem 18. Jh. für tierische Fette verwendet. ölen Vb. ‘mit Öl versehen, zubereiten, salben’, mhd. ol(e)n, öl(e)n, oleien. Ölung f. ‘das Auftragen, Zuführen von Öl’; vgl. letzte Ölung ‘Krankensalbung mit geweihtem Öl’ vor zu erwartendem Tode, daher auch ‘Sterbesakrament’, mhd. olunge, ölunge, oleiunge. ölig Adj. ‘ölhaltig’ (16. Jh.), vgl. vorausgehendes spätmhd. ölechtig. Ölbaum m. ‘Olivenbaum’, ahd. oliboum (9. Jh.), mhd. ölboum. Ölgötze m. ‘steifer, teilnahmsloser, verständnisloser Mensch’, nur noch in der Wendung wie ein Ölgötze (dastehen, dasitzen), vgl. da stehn wir wie die ol gotzen (Luther), in den reformatorischen Kämpfen auch eine Schelte für die bei der Weihe gesalbten Priester; vielleicht gekürzt aus Ölberggötze für die am Ölberg schlafenden Jünger (Matth. 26, 40). Oder ist mit Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 310, ausgehend vom betretenen Schweigen der zurückweichenden Häscher auf die Frage Christi „wen sucht ihr?“ im angeführten Lutherzitat, eher an die Soldaten der Kohorte zu denken, die Christus gefangennehmen sollten (Joh. 18, 4 bis 9)? Vgl. Ölberger Plur. (landschaftlich obd.) als Schelte für ‘Häscher, Schergen, Stadtsoldaten’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Erdöl · Mineralöl · Petroleum · Rohöl · Öl  ●  Dinosaft  ugs. · schwarzes Gold  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Öl‹ (berechnet)

Nordseesorte Schmiermittel Schmierstoff Sorte Us-sorte ausgelaufen ausgetreten auslaufend ausströmend austretend billig duftend exportieren fett fließen fördern gefördert giessen gießen importiert irakisch iranisch kaspisch pflanzlich pumpen siedend trocknend venezolanisch ätherisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Öl‹.

Verwendungsbeispiele für ›Öl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anschließend noch 200 g Öl vorsichtig unter ständigem Rühren einlaufen lassen. [Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 302]
Schon nach der ersten halben Stunde lassen Sie das erste Öl ab. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 43]
Die Chinesen kauften bei ihm später das Öl – für teures Geld. [Die Zeit, 31.10.1997, Nr. 45]
Die halbe Welt schachert um die Pipelines für das Öl vom Kaspischen Meer. [Die Zeit, 18.07.1997, Nr. 30]
Und darum sind billige Öle auf die Dauer so teuer. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 291]
Zitationshilfe
„Öl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%96l>.

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