Ölung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ölung · Nominativ Plural: Ölungen
Aussprache
Wortzerlegungölen-ung
eWDG, 1974

Bedeutung

Religion die Letzte ÖlungSalbung mit geweihtem Öl bei einem in Todesgefahr schwebenden Kranken oder Verletzten
Beispiele:
einem Sterbenden die Letzte Ölung geben
die Letzte Ölung vornehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Öl · ölen · Ölung · ölig · Ölbaum · Ölgötze
Öl n. ‘flüssiges Fett, fette dicke Flüssigkeit’, ahd. oli (8. Jh.), mhd. ol(e), oli, öl(e), asächs. oli, mnd. ȫlie (woraus anord. olea, olia), aengl. œli, ele (engl. oil jedoch aus afrz. oile), mnl. ōlie, ōly, nl. olie sind entlehnt aus vlat. *olium, lat. oleum, das auf griech. élaion (ἔλαιον) ‘Olivenöl, Öl’ zurückgeht, ein Wort unbekannter (wohl mediterraner) Herkunft. Daneben steht ahd. (um 800), mhd. olei, mnd. oley aus vlat. *oleion, einer Mischform aus lat. oleum und griech. élaion; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 346 ff. Wort und Sache sind wohl vornehmlich durch das Christentum ins Germ. eingegangen, da im kirchlichen Bereich das Öl bei Taufe, Krankenölung, Priester- und Bischofsweihe ein wesentlicher kultischer Bestandteil ist. Seit dem 17. Jh. wird das Wort auch für Erdöl (s. ↗Erde) und seit dem 18. Jh. für tierische Fette verwendet. ölen Vb. ‘mit Öl versehen, zubereiten, salben’, mhd. ol(e)n, öl(e)n, oleien. Ölung f. ‘das Auftragen, Zuführen von Öl’; vgl. letzte Ölung ‘Krankensalbung mit geweihtem Öl’ vor zu erwartendem Tode, daher auch ‘Sterbesakrament’, mhd. olunge, ölunge, oleiunge. ölig Adj. ‘ölhaltig’ (16. Jh.), vgl. vorausgehendes spätmhd. ölechtig. Ölbaum m. ‘Olivenbaum’, ahd. oliboum (9. Jh.), mhd. ölboum. Ölgötze m. ‘steifer, teilnahmsloser, verständnisloser Mensch’, nur noch in der Wendung wie ein Ölgötze (dastehen, dasitzen), vgl. da stehn wir wie die ol gotzen (Luther), in den reformatorischen Kämpfen auch eine Schelte für die bei der Weihe gesalbten Priester; vielleicht gekürzt aus Ölberggötze für die am Ölberg schlafenden Jünger (Matth. 26, 40). Oder ist mit Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 310, ausgehend vom betretenen Schweigen der zurückweichenden Häscher auf die Frage Christi „wen sucht ihr?“ im angeführten Lutherzitat, eher an die Soldaten der Kohorte zu denken, die Christus gefangennehmen sollten (Joh. 18, 4 bis 9)? Vgl. Ölberger Plur. (landschaftlich obd.) als Schelte für ‘Häscher, Schergen, Stadtsoldaten’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Ölung‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ölung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ölung‹

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Es ist übrigens die fünfte Letzte Ölung seines Vaters gewesen.
Degenhardt, Franz Josef: Für ewig und drei Tage, Berlin: Aufbau-Verl. 1999, S. 314
Noch ist es aber nicht soweit mit der letzten Ölung.
Die Welt, 30.12.1999
Beide haben die letzte Ölung überlebt, beide stehen ordentlich da.
Süddeutsche Zeitung, 28.09.1998
Es findet sich ferner an mehreren Stellen der Horen, sowie bei der letzten Ölung und der Generalabsolution.
Jannasch, W.: Confiteor. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 17997
Er schritt zur Letzten Ölung und zur bedingungsweisen Lossprechung, bestimmt für den Fall der Bewußtlosigkeit.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 931
Zitationshilfe
„Ölung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%96lung>, abgerufen am 08.04.2020.

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