Übel, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Übels · Nominativ Plural: Übel
Aussprache  [ˈyːbl̩]
Wortbildung  mit ›Übel‹ als Letztglied: Augenübel · Erbübel · Erzübel · Grundübel · Hauptübel · Magenübel
eWDG

Bedeutungen

1.
ungünstiger, unerfreulicher Zustand, Missstand
Beispiele:
der Grund, Anlaß, die Wurzel des, alles, allen Übels ist, dass …
ein Übel sehen, erkennen, bekämpfen
ein Übel mit einem anderen beseitigen
das Übel an der Wurzel packen, mit der Wurzel ausrotten
etw. ist von Übel (= führt zu nichts Gutem)
das kleinere Übel (= eine üble Sache mit geringerem Nachteil)
von zwei Übeln das kleinere wählen
etw., jmdn. als notwendiges (= unvermeidliches) Übel betrachten
2.
gehoben, veraltend langwierige (schwere) Krankheit, Leiden
Beispiele:
ein chronisches Übel
das Rheuma, sein altes Übel plagt ihn wieder
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

übel · Übel · Übelkeit · Übeltat · Übeltäter
übel Adj. ‘körperlich unwohl, moralisch schlecht, unerfreulich, unheilvoll’, ahd. ubil (8. Jh.), mhd. übel, (md.) ubel, asächs. uƀil, mnd. ovel, mnl. evel, ovel, oevel, nl. euvel, aengl. yfel, engl. evil, got. ubils setzen germ. *uƀila- voraus, eine Bildung mit dem Bindevokal aufweisenden Suffix germ. -ila- (entwickelt aus ie. -lo-). Außergerm. vergleicht sich allein mir. fel ‘schlecht’, so daß ie. *upelo- ansetzbar ist. Nimmt man als Grundbedeutung ‘über das normale Maß hinausgehend’ (vgl. ahd. ubbi ‘böse handelnd’) an, ist Anschluß an die Präposition ie. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’, dann ‘(von unten) hinauf, über’ (s. auf, ob1, über) möglich. Vgl. wohl oder übel ‘gut oder schlecht’ (16. Jh.), formelhaft ‘notgedrungen, ob man will oder nicht’ (19. Jh.). Übel n. ‘Mißstand, langwierige (schwere) Krankheit, das Böse’, ahd. ubil (8. Jh.), mhd. übel, Substantivierung des Adjektivs. Daneben in älterer Sprache eine fem. Ableitung ahd. ubilī (9. Jh.), mhd. übele. Übelkeit f. ‘mit Brechreiz, Schwindel verbundenes körperliches Unwohlsein’ (18. Jh.). Übeltat f. ‘böse, verwerfliche Tat, Verbrechen’, ahd. ubiltāt (9. Jh.), mhd. übeltāt, vielleicht Wiedergabe von lat. maleficium; dazu Übeltäter m. mhd. übeltæter; vgl. ahd. ubiltāto.

Thesaurus

Synonymgruppe
Böses · Gemeinheit · Schurkerei · Teufelei · Übel · Übeltat  ●  Spitzbüberei  veraltend
Synonymgruppe
(das) Schlechte · Übel  ●  Malum  sehr selten
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Krise · Misere · Missstand · Tragik · Verhängnis · angespannte Lage · kritische Situation · missliche Lage · schlimmer Zustand · Übel  ●  Elend  geh., übertreibend · Kalamität  geh., lat. · Krisis  geh., veraltend · Malaise  fachspr. · Schlamassel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Übel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Übel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Übel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings bemühen sich manche Blätter bereits, diesem Übel zu steuern. [Behrmann, Hermann: Das Inserat, Wien: Barth 1928, S. 27]
In zwölf Tagen war das Mädchen von diesem Übel befreit. [Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 889]
Das Bild will hier sagen: ein Übel, das ohnehin fast von selbst kommt, muß man nicht noch eigens herbeiführen. [Röhrich, Lutz: Laus. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3659]
Nach ihm gehört das Übel schlechthin zum Wesen der Welt. [Trillhaas, W.: Theodizee. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 5904]
Und in den meisten Fällen legt man damit die eigentliche Quelle des Übels nicht trocken. [C't, 2001, Nr. 26]
Zitationshilfe
„Übel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%9Cbel>.

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