Übelkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Übelkeit · Nominativ Plural: Übelkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ˈyːbl̩kaɪ̯t]
Worttrennung Übel-keit
Wortzerlegung übel-keit
eWDG, 1976

Bedeutung

mit Brechreiz, Schwindel oder Schwäche verbundenes körperliches Unwohlsein
Beispiele:
Übelkeit empfinden
von einer plötzlichen Übelkeit befallen werden
der Gasgeruch, schreckliche Anblick erregte Übelkeit in ihm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

übel · Übel · Übelkeit · Übeltat · Übeltäter
übel Adj. ‘körperlich unwohl, moralisch schlecht, unerfreulich, unheilvoll’, ahd. ubil (8. Jh.), mhd. übel, (md.) ubel, asächs. uƀil, mnd. ovel, mnl. evel, ovel, oevel, nl. euvel, aengl. yfel, engl. evil, got. ubils setzen germ. *uƀila- voraus, eine Bildung mit dem Bindevokal aufweisenden Suffix germ. -ila- (entwickelt aus ie. -lo-). Außergerm. vergleicht sich allein mir. fel ‘schlecht’, so daß ie. *upelo- ansetzbar ist. Nimmt man als Grundbedeutung ‘über das normale Maß hinausgehend’ (vgl. ahd. ubbi ‘böse handelnd’) an, ist Anschluß an die Präposition ie. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’, dann ‘(von unten) hinauf, über’ (s. ↗auf, ↗ob1, ↗über) möglich. Vgl. wohl oder übel ‘gut oder schlecht’ (16. Jh.), formelhaft ‘notgedrungen, ob man will oder nicht’ (19. Jh.). Übel n. ‘Mißstand, langwierige (schwere) Krankheit, das Böse’, ahd. ubil (8. Jh.), mhd. übel, Substantivierung des Adjektivs. Daneben in älterer Sprache eine fem. Ableitung ahd. ubilī (9. Jh.), mhd. übele. Übelkeit f. ‘mit Brechreiz, Schwindel verbundenes körperliches Unwohlsein’ (18. Jh.). Übeltat f. ‘böse, verwerfliche Tat, Verbrechen’, ahd. ubiltāt (9. Jh.), mhd. übeltāt, vielleicht Wiedergabe von lat. maleficium; dazu Übeltäter m. mhd. übeltæter; vgl. ahd. ubiltāto.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Brechreiz · ↗Seekrankheit  ●  Übelkeit  Hauptform · ↗Bewegungskrankheit  fachspr. · ↗Kinetose  fachspr. · ↗Nausea  fachspr. · Schlechtsein  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Übelkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Übelkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Übelkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach Überwinden der ersten Übelkeit keimt doch wieder die Freude auf.
Süddeutsche Zeitung, 07.02.1998
Eine Frau, die sich makrobiotisch ernährte, litt an Übelkeit, bis sie sich erlaubte, Käse zu essen.
Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 25
Mit ein paar Flecken auf der Haut, mit einer Übelkeit begann es.
Benjamin, Walter: Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.), Gesammelte Schriften Bd. 4,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1932-1938], S. 260
Da erblicke ich meine blutige Hand und fühle jähe Übelkeit.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 208
Abermals bemächtigte sich eine tiefe Unlust und förmlich körperliche Übelkeit seiner.
Musil, Robert: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1983 [1906], S. 79
Zitationshilfe
„Übelkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%9Cbelkeit>, abgerufen am 10.08.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
übelgesinnt
übelgelaunt
übelberüchtigt
Übelbefinden
übel riechend
übellaunig
Übelmann
übelnehmen
Übelnehmerei
übelnehmerisch