Überbau, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Überbau(e)s · Nominativ Plural: Überbauten/Überbaue
Aussprache
WorttrennungÜber-bau
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Pl. Überbaue selten
Marxismus die aus einer bestimmten ökonomischen Basis sich ergebenden und auf diese zurückwirkenden politischen, juristischen, philosophischen, religiösen und kulturellen Anschauungen der Gesellschaft einer Epoche und die ihnen entsprechenden Institutionen
Beispiele:
Basis und Überbau
der neue, sozialistische Überbau
Wissenschaft, Kunst, Moral gehören zum Überbau
Das Wechselverhältnis zwischen Produktionsverhältnissen und Überbau [Einheit1969]
2.
Pl. Überbauten
Bauwesen auf den Pfeilern aufliegender Teil einer Brücke, der aus Tragwerk und Lager besteht
Beispiel:
Zwei Hubgerüste hoben den gesamten 385 Tonnen schweren eingleisigen Überbau [der Brücke] [Tageszeitung1964]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bau · Neubau · Überbau · baufällig · Baukasten · baulich · Baulichkeit · Baumeister · Baustein · Bauwerk
Bau m. ‘Errichtung, Gebäude, Struktur’. Ahd. m. ‘Wohnung’ (8. Jh.), mhd. , bou m. (n.) ‘bestelltes Feld, Ackerbau, Wohnung, Hausbau’, asächs. n., mnd. būw(e) n., mnl. nl. bouw m., aengl. n., anord. n. ‘Wohnort, Wohnung, Haushalt, Vieh, Leute’, schwed. bo ‘Hausstand, Einrichtung, Unterschlupf von Tieren’ gehören zur gleichen Wurzel wie ↗bauen (s. d.) und teilen weitgehend die Bedeutungsentwicklung des Verbs. Der Plural zu Bau ‘Wohnung, Unterschlupf von Tieren’ ist Baue, vgl. Fuchsbaue. Der Plural zu Bau ‘Gebäude’ lautet Bauten und ist nd. Ursprungs. Landschaftliche Entsprechungen von mnd. būwet(e), bouwete, būte gehen im 18. Jh. in pluralischer Form und hd. Lautung in die Literatursprache ein. Dagegen setzt sich der Singular Baute f. im Hd. nicht durch. Die Bedeutung ‘Ackerbau, Feldbestellung’ wird im Nhd. noch in Bildungen wie ↗Ackerbau (s. d.) oder Anbau (16. Jh.) deutlich, im Simplex tritt sie zu zurück. Neubau m. (18. Jh.). Überbau m. mhd. überbū m. n., ein Wort der Rechtssprache, ‘das Bauen über eine bestimmte festgesetzte Grenze oder Linie hinaus’, seit dem 18. Jh. jedes ‘Bauwerk, das über etw. errichtet wird’. Von Marx übertragen auf die Gesamtheit der politischen, juristischen, moralischen und weltanschaulichen Ideen und Institutionen, die sich über der jeweiligen ökonomischen ↗Basis (s. d.) einer bestimmten Gesellschaft erheben, aus ihr entstanden sind und auf sie zurückwirken. baufällig Adj. ‘einsturzgefährdet’, spätmhd. bawfellig (von Mauerwerk, 14. Jh.), būvellec (von verwahrloster Feldfrucht, 15. Jh.), mnd. buwwelich; s. ↗fällig. Baukasten m. Kinderspielkasten mit Bausteinen (18. Jh.). baulich Adj. ‘den Bau betreffend’, mhd. būwenlich, biulich, būlich ‘den Bau betreffend, von festem Bau, wohnhaft, angesessen’, möglicherweise auch vom Verb bauen abgeleitet; Baulichkeit f. ‘Gesamtkomplex von Gebäuden’ (19. Jh.). Baumeister m. ‘Architekt, Bauleiter’, mhd. būmeister ‘Leiter der städtischen Bauten’. Baustein m. ‘Stein zum Bauen, Mauern’ (17. Jh.). Bauwerk n. ‘Gebäude’, spätmhd. būwerk (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Architektur · ↗Aufbau · ↗Gerüst · ↗Gliederung · ↗Oberbau · ↗Struktur · Überbau
Unterbegriffe
Zitationshilfe
„Überbau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Überbau>, abgerufen am 22.05.2019.

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