Übergang, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Übergang(e)s · Nominativ Plural: Übergänge
Aussprache
WorttrennungÜber-gang
Grundformübergehen
Wortbildung mit ›Übergang‹ als Erstglied: ↗Übergangsepoche · ↗Übergangserscheinung · ↗Übergangsfahrschein · ↗Übergangsform · ↗Übergangsgeld · ↗Übergangsgesellschaft · ↗Übergangslösung · ↗Übergangsmantel · ↗Übergangsobjekt · ↗Übergangsperiode · ↗Übergangsphase · ↗Übergangsprozess · ↗Übergangsregelung · ↗Übergangsstadium · ↗Übergangsvorschrift · ↗Übergangswahrscheinlichkeit · ↗Übergangszeit · ↗übergangslos · ↗übergangsweise
 ·  mit ›Übergang‹ als Letztglied: ↗Bahnübergang · ↗Betriebsübergang · ↗Eigentumsübergang · ↗Eisenbahnübergang · ↗Flussübergang · ↗Fußgängerübergang · ↗Gammaübergang · ↗Grenzübergang · ↗Niveauübergang · ↗Phasenübergang
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Stelle zum Überqueren, Passieren
a)
Beispiele:
der Übergang über die Grenze
die Truppen bewachten alle Übergänge (= Brücken) des Flusses
der Übergang eines Gebirges (= Paß)
b)
Weg über eine Straße oder ein Bahngleis
Beispiele:
ein Übergang für Fußgänger
der Übergang war durch eine Schranke gesichert
ein (un)markierter Übergang
2.
das Überqueren (eines Gebirges, Flusses)
Grammatik: meist im Singular
Beispiel:
der Übergang über den Fluss, das Gebirge
3.
das Fortschreiten in der Entwicklung zu etw. anderem, Neuem, der Wechsel
Beispiele:
der Übergang vom Schul- ins Berufsleben
der Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus
das Buch zeigt, wie mannigfaltig die Übergänge zwischen den verschiedenen Arten der Tiere sind
der Übergang von einer Tonart in die andere (= Modulation)
Zwischenstufe, Schattierung
Beispiel:
die feinen, farblichen Übergänge eines Bildes, Regenbogens
4.
Übergangszeit zwischen Sommer und Winter oder Winter und Sommer
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
sie hat sich einen Mantel, ein Kostüm für den Übergang (= Frühling, Herbst) gekauft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehen · abgehen · Abgang · angehen · aufgehen · Aufgang · ausgehen · Ausgang · begehen · eingehen · Eingang · entgehen · ergehen · hintergehen · übergehen · Übergang · untergehen · Untergang · vergehen · Vergehen · Vergangenheit · vorgehen · Vorgang · Vorgänger
gehen Vb. ‘sich zu Fuß fortbewegen’. Im Paradigma von nhd. gehen sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd. gangan (8. Jh.), mhd. gangen, asächs. aengl. gangan, mnl. ganghen, anord. ganga, got. gaggan gehört zu den reduplizierenden Verben und ist vielleicht als Rückbildung aus einem jan-Verb germ. *gangjan (vgl. ahd. zigengen ‘zergehen machen, vernichten’, um 1000, mhd. gengen ‘gehen machen, losgehen’, aengl. gengan ‘gehen, reisen, reiten’) anzusehen. Es ist verwandt mit ↗Gang (s. d.) und außergerm. mit aind. jáṅghā ‘Unterschenkel’, jáṁhaḥ ‘Flügel, Schwinge’, lit. žeñgti ‘schreiten, gehen’ und vielleicht griech. kochṓnē (κοχώνη) ‘Stelle zwischen den Schenkeln, Hinterbacke’. Erschließbar ist ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt, Schenkelspreize, Schamgegend’. Auf dieses durch ahd. gangan vertretene Verb gehen das Prät. (ging) und das Part. Prät. (gegangen) von nhd. gehen zurück. Daneben steht gleichbed. ahd. gān (8. Jh.) und (zunächst nur bair. und frk.) gēn (8. Jh.), mhd. gān, gēn, asächs. -gān, mnd. aengl. gān, engl. to go, mnl. gaen, nl. gaan, anord. aschwed. , krimgot. geen, das ahd. nur durch den Infinitiv und athematisch gebildete Präsensformen (gām, gās(t), gāt usw. neben gēm, gēs(t), gēt usw.) belegt ist (vgl. aber aengl. Part. Prät. gegān), die Infinitiv und Präsens des nhd. Verbs gehen ergeben haben. Dieses Verb verbindet sich mit griech. (homerisch) kichā́nein (κιχάνειν) ‘erreichen, erlangen, antreffen’, aind. jíhītē ‘springt auf, begibt sich zu’ und führt auf eine Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- ‘leer sein, fehlen, verlassen, fortgehen’, dann auch ‘gehen’, wobei eine Identität mit ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ erwogen wird (s. ↗gähnen), da sich ‘fortgehen’ aus ‘klaffend abstehen’ entwickelt haben kann. abgehen Vb. ‘sich entfernen, fehlen, sterben, abschreiten’, ahd. abagangan, -gān ‘aufhören, vergehen’ (um 1000), mhd. abegān ‘abnehmen, etw. versagen, fehlen’; Abgang m. ‘Weggang, Tod, Weg nach unten’, mhd. abeganc ‘das Hinabgehen, ein hinabführender Weg, Mangel, Abfall’. angehen Vb. ‘beginnen, betreffen, um etw. bitten’, ahd. anagangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. anegān ‘anfangen, hineingehen, folgen, angreifen’. aufgehen Vb. ‘sich öffnen, emporsteigen, sichtbar werden’, ahd. ūfgangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. ūfgān, -gēn ‘aufgehen, sich erheben, entstehen, gedeihen’; Aufgang m. ‘Erscheinen, Weg nach oben, Treppe’, ahd. ūfgang (8. Jh.), mhd. ūfganc. ausgehen Vb. ‘fortgehen, sich aufbrauchen, enden, abzielen auf etw.’, ahd. ūʒgangan, -gān, -gēn ‘hinausgehen, aufhören’ (8. Jh.), mhd. ūʒgān, -gēn ‘heraus-, hervorgehen, über die Ufer treten, zu Ende gehen, sich verlieren’; Ausgang m. ‘das Hinausgehen, Schluß, Ende, Weg nach außen’, ahd. ūʒgang (um 800), mhd. ūʒganc ‘das Herausgehen, Ausgang, Ende’. begehen Vb. ‘besichtigen, entlanggehen, feiern’, ahd. bigangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. begān, -gēn ‘erreichen, antreffen, sorgen um etw., feiern, zu Grabe geleiten’. eingehen Vb. ‘hineingehen, eintreffen, sich mit etw. oder jmdm. beschäftigen, kleiner werden, schrumpfen, aufhören zu existieren’, ahd. ingangan, -gān, -gēn ‘hineingehen, ein-, betreten, eindringen, überfallen’ (8. Jh.), mhd. īngān, asächs. mnd. ingān, got. inngaggan. Eingang m. ‘Öffnung, Tür, Ankunft, Weg nach innen’, ahd. ingang (8. Jh.), mhd. īn-, inganc. entgehen Vb. ‘entkommen, nicht bemerkt werden’, ahd. intgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. engān, -gēn ‘entkommen, fortgehen, verlorengehen, sich entziehen’. ergehen Vb. ‘angeordnet werden’, reflexiv ‘spazierengehen’, auch unpersönlich mir ergeht es gut, schlecht, ahd. irgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. ergān, -gēn ‘zu gehen beginnen, kommen, geschehen, sich ereignen, einholen, zu Ende gehen’. hintergehen Vb. ‘betrügen, täuschen’, spätmhd. hindergān ‘von hinten herangehen, überfallen, betrügen’. übergehen Vb. ‘nicht beachten, übersehen, überlaufen, überfließen’, ahd. ubargangan, ubar(i)gān ‘überströmen, hinübergehen’ (8. Jh.), mhd. übergān, -gēn ‘übergehen, -fließen, vorübergehen, über etw. gehen, überfallen, übertreten’; Übergang m. ‘überführender Weg, das Überschreiten, Wechsel’, ahd. ubargang ‘das Herausgehen, Abweichung, Verderben, Seuche, Pest’ (8. Jh.), frühnhd. übergang ‘das Hinübergehen, Durchgang, Stelle, wo man hinübergeht’ (15. Jh.). untergehen Vb. ‘zugrunde gehen, versinken’, ahd. untargangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. untergān, -gēn ‘dazwischentreten, überkommen, befallen, versperren’; Untergang m. ‘das Zugrundegehen, Scheitern, Sinken’, ahd. untargang (9. Jh.), mhd. underganc ‘Verderben, Sinken (der Sonne), Unterwerfung, Schiedsgericht’. vergehen Vb. ‘aufhören zu existieren, vorbeigehen, verstreichen’, reflexiv ‘gegen eine Norm verstoßen, ein Verbrechen an jmdm. ausführen’, ahd. firgangan, -gān, -gēn ‘vorwärtsgehen, verstreichen’ (9. Jh.), mhd. vergān, -gēn, auch ‘übergehen, meiden, auseinandergehen, sich verirren’; Vergehen n. ‘zu bestrafende Handlung, Verbrechen’ (18. Jh.), vgl. mhd. vergān ‘das Vorübergehen, Hinweggehen’; Vergangenheit f. ‘zurückliegende, verflossene Zeit’ (18. Jh.), in diesem Sinne grammatischer Terminus für Zeitformen des Verbs, die ein Geschehen oder Sein als vergangen darstellen (19. Jh.), vgl. di vergangen zeit (um 1400), die verlauffene Zeit (Anfang 17. Jh.). vorgehen Vb. ‘vorwärtsgehen, nach vorn gehen, den Vorrang haben, sich ereignen’, ahd. foragangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. vor-, vürgān ‘vorangehen, übertreffen’; Vorgang m. ‘Ereignis, Ablauf eines Geschehens, in den Akten festgehaltener Fall’, mhd. vor-, vürganc ‘das Vorausgehende, Einleitung, Vortritt, Fortschritt, Erfolg’; Vorgänger m. ‘in Amt oder Stellung Vorangegangener’, spätmhd. vorganger, -genger.

Thesaurus

Synonymgruppe
Austausch · ↗Transition · ↗Umbruch · ↗Wandel · ↗Wandlung · ↗Wechsel · Übergang
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Übergang · ↗Überleitung
Synonymgruppe
Vererbung · Übergang · ↗Übertragung
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Brücke · ↗Querung · ↗Viadukt · ↗Überführung · Übergang
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Berufsleben Demokratie Diktatur Kapitalismus Kommunismus Marktwirtschaft Mehrheitsentscheidung Periode Phase Planwirtschaft Ruhestand Sozialismus Stufe Währungsunion abrupt allmählich erfolgen erleichtern fließend friedlich geordnet gestalten gleitend markieren nahtlos reibungslos sanft schrittweise vollziehen weich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Übergang‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den Übergang zur Umgebung der begrenzenden vier Straßen markieren eigens gepflanzte Bäume.
Der Tagesspiegel, 19.05.2005
Von der ursprünglich geplanten schimmernden Transparenz der "Haut" blieb nämlich nichts übrig, der Übergang von außen nach innen ist optisch eben nicht mehr durchlässig.
Die Welt, 06.10.2003
Der Übergang zu wahrhaftiger Information vollzog sich fast über Nacht.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 445
Der Übergang von der bisherigen Haltung zur Mast vollzieht sich allmählich.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 418
Und erst dieser Punkt markiert den Übergang in das andere Element.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 189
Zitationshilfe
„Übergang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Übergang>, abgerufen am 10.12.2019.

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