Übergewicht, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Übergewicht(e)s · Nominativ Plural: Übergewichte · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungÜber-ge-wicht
Wortbildung mit ›Übergewicht‹ als Erstglied: ↗übergewichtig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Gewicht
a)
das über der für die Beförderung festgesetzten Norm liegt
Beispiele:
das Paket, der Brief hat Übergewicht
das Fluggepäck darf kein Übergewicht haben
b)
das über dem Normalgewicht (eines Menschen) liegt, Mehrgewicht
Gegenwort zu Untergewicht
Beispiele:
eine Diätkur zur Verminderung des Übergewichts
sie hat 10 Pfund Übergewicht
2.
das Übergewicht bekommenaus dem Gleichgewicht kommen, kippen, stürzen
Beispiel:
das Brett hat das Übergewicht bekommen, und er ist hinabgestürzt
umgangssprachlich das Übergewicht kriegen
3.
Überlegenheit, größere Bedeutung
Beispiele:
das Übergewicht (über jmdn., etw.) erhalten, bekommen, haben, behalten
das wirtschaftliche, militärische Übergewicht gewinnen, erringen
[die Eysoldt] die uns jederzeit ihr Übergewicht und ihre Launen fühlen ließ [DurieuxTür35]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gewicht · gewichtig · Übergewicht
Gewicht n. ‘Schwere, Bedeutsamkeit’. Die Präfixbildung ahd. giwihti (um 1100), mhd. gewiht(e), mnd. gewichte, mnl. ghewichte, nl. gewicht setzt ein im Hd. nicht bezeugtes, aber in mnd. wicht(e) f., mnl. nl. wicht, aengl. wiht, engl. weight, anord. vætt erhaltenes Abstraktum germ. *wehti- f. ‘Gewicht’ zu dem unter ↗wägen (s. d.) behandelten Verb voraus. gewichtig Adj. ‘schwerwiegend, maßgeblich’ (15. Jh.). Übergewicht n. ‘zuviel Gewicht’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beherrschung · ↗Hegemonie · ↗Herrschaft · ↗Präponderanz · ↗Vorherrschaft · ↗Vormachtstellung · Übergewicht
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allergie Bewegungsarmut Bewegungsmangel Blutdruck Blutfettwert Bluthochdruck Cholesterinwert Diabetes Ernährung Fehlernährung Fettleibigkeit Fettstoffwechselstörung Fettsucht Haltungsschade Karies Mittelfeld Rauchen Risikofaktor Zuckerkrankheit erdrückend erspielen heraufstufen herumschleppen krankhaft numerisch optisch spielerisch stufen zahlenmäßig zurückstufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Übergewicht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Übergewicht der Wissenschaft über die Kunst stellt sich hier nicht mehr.
Der Tagesspiegel, 23.01.2001
Er ließ sofort von dem Mädchen ab, weil er mußte, und sie entwand sich geschickt seinem Übergewicht.
Süddeutsche Zeitung, 08.06.1994
Hier hatte überall die Musik das Übergewicht, in der »Ballade« neigt sich die Entwicklung dem andern Pol zu.
Müller-Blattau, Joseph: Form. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 13770
Der Gewinn aus einer solchen Analyse fällt jeweils dem schon bestehenden Übergewicht zu.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 57
Die ungeheuerliche Überlegenheit des Mannes über das Weib stammt aus seiner sexuellen Freiheit weit mehr, denn aus seinem wirtschaftlichen Übergewicht.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Zitationshilfe
„Übergewicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Übergewicht>, abgerufen am 25.04.2019.

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