Übersterblichkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Übersterblichkeit · Nominativ Plural: Übersterblichkeiten · wird selten im Plural verwendet
Aussprache ['yːbɐˌʃtɛʁplɪçkaɪ̯t]
Worttrennung Über-sterb-lich-keit
Wortzerlegung über-Sterblichkeit
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Themenglossar zur COVID-19-Pandemie.
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

Statistik in einem bestimmten Zeitraum (aufgrund einer besonderen Ursache) gegenüber dem langjährigen Durchschnitt erhöhte Sterblichkeit innerhalb einer Bevölkerung oder Personengruppe
Beispiele:
Zwischen Mitte März und Mitte April [2020] sind in Europa rund 100.000 Menschen mehr gestorben als sonst durchschnittlich in diesem Zeitraum. In einigen Regionen liegt die […] Übersterblichkeit extrem hoch. [100.000 Tote mehr innerhalb von vier Wochen, 27.04.2020, aufgerufen am 09.05.2020]
Insgesamt standen im Jahr 2007 41.148 Suizide in Verbindung mit Arbeitslosigkeit, im Jahr 2009 waren es 46.131. Das deutet auf eine Übersterblichkeit infolge der Wirtschaftskrise des Jahres 2008 durch 4.983 Fälle von Suiziden hin. [Der Standard, 11.02.2015]
Bei der Frage nach der Zahl der an Grippe verstorbenen Menschen rechnet man immer die sogenannte Übersterblichkeit aus, das heißt, man kalkuliert die Zahlen an Todesfällen während einer Grippewelle, die den durchschnittlichen Monatswert deutlich übertreffen. [Die Welt, 13.04.2010]
Lange Zeit wurde die Erklärung für diese weltweit feststellbare Tatsache [die höhere Lebenserwartung von Frauen] im Bereich biologischer Unterschiede gesucht. […] Die moderne geschlechterbezogene Gesundheitsforschung hingegen zeigt eine deutliche Übersterblichkeit der Männer auf Grund von problematischem Gesundheitsverhalten. [Neue Zürcher Zeitung, 10.07.1999]
Bei Lungenkrebs etwa beträgt diese Übersterblichkeit [der Raucher] 10,8 – das heißt Raucher sterben zehnmal häufiger an Lungenkrebs als gleichaltrige Nichtraucher. [Der Spiegel, 20.03.1989]
Luftverunreinigungskatastrophen mit hoher Übersterblichkeit bei entsprechend hohen Schadstoffkonzentrationen sind selten. [Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972, S. 162. Zitiert nach: Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1967.]
Relevant für die Darstellung sind die sogenannten Übersterblichkeiten, also die Anzahl von Todesfällen, die über den saisonal üblichen und damit zu erwartenden Werten liegen und damit Hinweise geben, dass hier außergewöhnliche Ereignisse eine Rolle spielen. [Umweltbundesamt: Monitoringbericht 2015, 26.02.2016, aufgerufen am 16.09.2018] ungewöhnl. Pl.
Zitationshilfe
„Übersterblichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%9Cbersterblichkeit>, abgerufen am 28.05.2020.

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