ächten

GrammatikVerb · ächtete, hat geächtet
Aussprache
Worttrennungäch-ten
Wortbildung mit ›ächten‹ als Erstglied: ↗Ächtung
eWDG, 1967

Bedeutungen

historisch jmdn. mit der Acht belegen
Beispiele:
er wurde (vom Kaiser) geächtet
der Geächtete ging außer Landes
übertragen jmdn. aus der Gemeinschaft ausstoßen
Beispiel:
von der öffentlichen Meinung geächtet werden
etw. verfemen
Beispiel:
ächtet die Atomwaffen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Acht1 · ächten · Ächtung
Acht1 f. ‘Recht- und Friedlosigkeit’, d. h. ‘Ausschluß aus der Gesellschaft’ (der Ausgeschlossene konnte von jedermann verfolgt und straflos getötet werden), ahd. āhta (11. Jh.), mhd. āhte, æhte, mnd. mnl. achte, nl. acht, aengl. ōht ‘(durch Rechtsspruch angeordnete) Verfolgung, Friedlosigkeit’ läßt sich mit ir. ēcht ‘Totschlag (aus Rache)’ verknüpfen. Außerhalb des Westgerm. (*anhtō?) und des Kelt. sind weitere Verwandte nicht mit Sicherheit feststellbar, so daß die Herkunft des Wortes ungeklärt bleibt. Im Mittelalter ist die von der weltlichen Gerichtsbarkeit ausgesprochene Acht oft verbunden mit dem von der Kirche verhängten ↗Bann (s. d.), dem Ausschluß aus der religiösen Gemeinschaft; daher die Wendung Acht und Bann (Anfang 14. Jh.). ächten Vb. ‘in die Acht erklären, als rechtlos ausstoßen’. Von den verschiedenen Formen des Substantivs Acht sind abgeleitet die (zum Teil früher belegten) westgerm. Verben ahd. āhten (8. Jh.), mhd. āhten, æhten, asächs. āhtian, mnd. achten, echten, mnl. echten, aengl. ēht(i)an ‘verfolgen’. Ächtung f. ‘Verhängung der Acht, Ausstoßung aus der Gemeinschaft, Verdammung, Verfemung’, ahd. āhtunga (um 800), mhd. āhtunge, æhtunge; vgl. mnd. echtinge, aengl. ēhtung ‘Verfolgung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
verbannen · ↗verfemen · ächten  ●  in Acht und Bann schlagen  veraltend
Assoziationen
Synonymgruppe
(hart) kritisieren · ↗(öffentlich) anprangern · ↗brandmarken · ↗geißeln · ins Gericht gehen (mit) · ↗richten (archaisierend) · ↗stigmatisieren · ↗verdammen · ↗verurteilen · ächten · öffentlich beschuldigen  ●  (das) Urteil sprechen (über)  fig. · an den Pranger stellen  fig. · unter Beschuss nehmen  fig. · (jemandem) ans Bein pinkeln  ugs., fig. · beredte Klage führen (über)  geh. · den Stab brechen über  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angriffskrieg Antisemitismus Chemiewaffe Erziehungsmittel Folter Fremdenfeindlichkeit Gewaltanwendung Intoleranz Kinderarbeit Kinderpornographie Kinderschänder Klon Klonen Landmine Rauchen Rechtsextremismus Staatengemeinschaft Terrororganisation Todesstrafe Verräter Vertreibung Völkergemeinschaft ausgrenzen ausstoßen bestrafen isolieren sensibilisieren verachten verfemen verpönen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ächten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Dorf war sie fortan geächtet, die Mutter prügelte sie täglich.
Die Zeit, 28.01.2013, Nr. 04
Dabei hatte die IWC die kommerzielle Jagd schon 1982 geächtet.
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2000
Damit war sein Andenken und die Lektüre seiner Werke für lange Zeit geächtet.
Baus, Karl: Von der Urgemeinde zur frühchristlichen Großkirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 734
Auch der Kongreß der Vereinigten Staaten hat Gesetze erlassen, durch die bestimmte Organisationen geächtet wurden.
o. A.: Siebzigster Tag. Donnerstag, den 28. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2934
Es war ein Angriffskrieg, und ihn gerade hatten die Völker der Welt geächtet.
o. A.: Zweiter Tag. Mittwoch, 21. November 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 9260
Zitationshilfe
„ächten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ächten>, abgerufen am 22.03.2019.

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