äffen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungäf-fen
GrundformAffe
Wortbildung mit ›äffen‹ als Erstglied: ↗Äfferei  ·  mit ›äffen‹ als Letztglied: ↗nachäffen
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
jmdn. nachahmen
Beispiel:
Eure Frauen mögen sich abmühen, große Damen oder Kokotten zu äffen [H. MannSchlaraffenland1,113]
2.
jmdn. narren
Beispiele:
vom Schicksal, von einer Hoffnung geäfft werden
welch' tolle Gesichte sie äfften [ZahnFrau Sixta216]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Affe · äffen · nachäffen · affig · äffisch · Affenliebe
Affe m. exotisches Tier, dem durch seine mehr oder minder große Menschenähnlichkeit schon früh besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Durch reisende Kaufleute wird es den Germanen bekannt. Sein Name, den germ. und slaw. Sprachen gemeinsam, ist unbekannten Ursprungs. Ahd. affo (9. Jh.) mit den femininen Formen affa, affin, affinna, mhd. affe, asächs. apo, mnd. āpe, mnl. āpe, aep, nl. aap, aengl. apa, engl. ape, anord. api, schwed. apa, daneben tschech. opice, serbokr. ȍpica. Einige halten für das Germ. kelt. (Schrader Reallex. 1 (1917/23) 17), andere slaw. Vermittlung (de Vries Nl. 4) für wahrscheinlich, während Vasmer 2, 271 für die Entlehnung von ahd. affo ins Slaw. eintritt. äffen Vb. ‘nachahmen, irreführen, zum Narren halten’, mhd. frühnhd. (bis ins 17. Jh.) effen ‘zum Narren machen’; vgl. mhd. affen ‘zum Narren werden’ und mnd. āpen ‘zum besten haben, verspotten’; auch nachäffen Vb. ‘nachahmen’ (wie ein Affe), nachaffen (16. Jh.). affig Adj. ‘eitel, albern’ (Mitte 19. Jh.); vgl. mhd. affeht, affehtic, affenlich, effenlich ‘töricht’ (zu mhd. affe ‘Affe’, übertragen ‘Tor’). äffisch Adj. älter affisch ‘affenartig, eitel, albern’ (Ende 15. Jh.); vgl. mnd. āpisch ‘töricht, närrisch’. Affenliebe f. ‘blinde, übertriebene Liebe’ (Anfang 17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

nach nachäffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›äffen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie äffen die Großen, und wenn die sich lausen, lausen sie sich auch.
Tucholsky, Kurt: Die Beamtenpest (I). In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928], S. 21118
Wie schlecht das ist, Kraus immer äffen und ärgern zu wollen.
Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 80
Jens L. (16) äffte die Rufe nach, da stürzten sich die Brüder wütend auf ihn.
Bild, 12.08.1999
Ein Zwergenvolk versuchte Gott zu äffen, selbst ein Reich zu bauen.
Blunck, Hans Friedrich: Sage vom Reich I, Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt 1941/42, S. 30
Das versöhnt mit dieser älteren Frau, die doch - sie äfft eine zahnlose Greisin nach - "so alt" nicht sein will.
Der Tagesspiegel, 17.10.2001
Zitationshilfe
„äffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/äffen>, abgerufen am 15.12.2019.

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