Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ändern

Grammatik Verb · ändert, änderte, hat geändert
Aussprache 
Worttrennung än-dern
Wortbildung  mit ›ändern‹ als Erstglied: änderbar  ·  mit ›ändern‹ als Letztglied: abändern · umändern
eWDG

Bedeutung

etw., jmdn. verändern, umgestalten
Beispiele:
ein Kleid, etw. am Kleid ändern (lassen) (= ein Kleid, etw. am Kleid umändern (lassen))
das Testament, die Verfassung, ein Programm ändern
an dem Manuskript, der vorliegenden Fassung darf nichts, keine Zeile geändert werden
die Richtung, den Kurs ändern (= wechseln)
jmd. ändert seine Absichten, Pläne
den Sinn, seinen Entschluss, Ton, sein Benehmen ändern
die (bestehenden) Verhältnisse ändern
umgangssprachlichden wirst du nicht mehr ändern (= von seinen Gewohnheiten abbringen)
daran, an der Lage lässt sich (leider) nichts ändern
ich kann es nicht ändern
es ist nicht zu ändern
das ändert die Sache
Du mußt dein Leben ändern [ Rilke3,117]
sich ändernanders werden, sich wandeln
Beispiele:
das Wetter wird sich ändern
die Zeiten ändern sich
ein Mensch ändert sich (in seinem Verhalten)
seine Ansichten haben sich (grundlegend) geändert
einiges, vieles, alles hat sich beständig, entscheidend, rasch, mit einem Schlage, mit der Zeit, von Grund aus geändert
daran hat sich bis heute nichts geändert
daß mit den Lebensverhältnissen der Menschen … auch ihr Bewußtsein sich ändert [ Marx-EngelsManifest30]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ander · anderthalb · anderweit · anderweitig · andermal · selbander · anders · ändern
ander Num. Ord. ‘der zweite’, (heute nur mit Flexionsendung der andere, ein anderer) Pron.adj. ‘einer (von zweien), nicht derselbe’. Ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. ander, asächs. ōðar, aengl. ōþer, engl. other, anord. annarr, got. anþar, außergerm. aind. ántaraḥ, lit. añtras bestehen aus einer Verbindung des Suffixes ie. -tero-/ -toro- mit dem Pronominalstamm ie. *eno-, *ono- oder mit der Demonstrativpartikel ie. *an ‘dort’. Dazu vgl. auch (jedoch mit anderem Suffix) aind. anyáḥ, awest. anya-. Als Ordnungszahlwort der Zweizahl wird ander im Nhd. durch die junge Bildung der zweite abgelöst. anderthalb Adj. ‘einundeinhalb’, eigentlich ‘das andere (zweite) halb’, ahd. anderhalb (8. Jh.), mhd. anderhalp, spätmhd. anderthalp mit unorganischem -t- nach dem Muster der übrigen Ordinalien. anderweit Adv. ‘in anderer Hinsicht, sonstig, sonstwie’, mhd. anderweide, anderweit ‘zum zweiten Male, wiederum’, zu mhd. weid(e) ‘Futter, Speise, Nahrungserwerb, Weide(platz), Tagereise’, mit Zahlwörtern verbunden (vgl. mhd. drīweide, -weit) ‘-mal’ (s. Weide2). Die heutige Bedeutung entwickelt sich in der Kanzleisprache unter volksetymologischer Anlehnung an weit; dazu anderweitig Adj. ‘sonstig, weiter, anderswo’ (1. Hälfte 17. Jh.). andermal Adv. ‘ein anderes Mal, zu einem anderen Zeitpunkt’ (15. Jh.). selbander Adv. ‘zu zweien’, mhd. selbe ander, selbander, d. h. ‘er selbst als zweiter’; im Mhd. und Frühnhd. verbreitet. anders Adv. ‘gegenteilig, unterschiedlich, außerdem’, ahd. anderes (9. Jh.), mhd. anders, erstarrter, adverbiell gebrauchter Genitiv. ändern Vb. ‘umgestalten, anders machen’, mhd. endern, andern, mnd. anderen, enderen, mnl. anderen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
abändern · berichtigen · bessern · ändern
Synonymgruppe
Synonymgruppe
abändern · auf den Prüfstand stellen · korrigieren · neu bestimmen · neu definieren · neu fassen · revidieren · ändern · überarbeiten · überholen  ●  einer Revision unterziehen  Papierdeutsch
Assoziationen
  • (die Dinge) anders sehen · eine neue Sichtweise entwickeln · in eine andere Richtung denken · neu ansetzen · neu durchdenken · umdenken · überdenken
  • (etwas) (jetzt) anders sehen · (etwas) mit anderen Augen sehen · (jetzt) anders denken über · (seine) Einstellung ändern · (seinen) Standpunkt wechseln · (sich) auf einen anderen Standpunkt stellen · in seiner Meinung umschwenken · sich anders besinnen · umschwenken · von seiner Meinung abgehen · zu einer anderen Auffassung gelangen  ●  (seine) Meinung ändern  Hauptform · (etwas) überdenken  geh., distanzsprachlich · (sich etwas) anders überlegen  ugs.
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›ändern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ändern‹.

Verwendungsbeispiele für ›ändern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Weiterleben des Jazz in all seinen Variationen ändert das allerdings nichts. [Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 122]
Als die Gäste dann schließlich wieder gingen, änderte sich diese Haltung schlagartig. [o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 222]
Freilich hatten sich diese in Wirklichkeit schon wesentlich geändert, was er jedoch noch nicht gemerkt hatte. [Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 218]
Aber dies ändert sich schon bei einem Maler wie etwa Jan de Bray. [Wind, Edgar: Humanitätsidee und heroisiertes Porträt in der englischen Kultur des 18. Jahrhunderts. In: Saxl, Fritz (Hg.), Vorträge 1930 - 1931, Leipzig: Teubner 1932, S. 184]
Am Terminplan für die weiteren Beratungen wird sich jedenfalls nichts ändern. [Der Spiegel, 13.11.2000]
Zitationshilfe
„ändern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%A4ndern>.

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